Schräge Vögel

Am Birdrace auf der Nordsee-Insel Helgoland machen Ornithologen Jagd auf Vögel.

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Charakteristisch für Helgoland: Roter Sandstein und steile Klippen.

Sie sind nicht zu übersehen, die Vogelfreunde, die jeweils den herbstlichen Vogelzug auf der 1,5 Quadratkilometer grossen Insel in der Deutschen Bucht beobachten. Deutschlands einzige Hochseeinsel ist ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel auf dem Weg in den Süden. Auf der Insel machen sie Halt, um Kräfte zu tanken und Nahrung zu suchen. Da die autofreie Hauptinsel und auch die benachbarte Düneninsel klein sind, es kaum Bäume hat und fast jeder Punkt zu Fuss erreicht werden kann, ist die ornithologische Ausbeute gross. Vom deutschen Mekka der Feldornithologie ist die Rede.

Schwere Last: Zwei Birder schleppen ihr Equipment.

Grosses Objektiv für kleine Vögel: Ein Teilnehmer des Birdraces drückt ab.

Seltene Spezies aus dem hohen Norden: Kiefernkreuzschnabel.

Singschwäne.

Lustiger Vogel: Ein Basstölpel.

Early Birds: Die Vogeljagd startet schon in der Morgendämmerung.

Nur nicht auffallen: Objektiv in Tarnfarben.

Wo es Hecken gibt, gibts Vögel: Ein Birder auf der Pirsch.

Die «lange Anna»: Dieser Sandstein-Pfeiler ist ein Wahrzeichen der Insel und Brutstätte für Seevögel.

Abwarten und Tee trinken: Nebst teuren Teleobjektiven brauchen Birder vor allem Geduld.

Aufregung kommt dann auf, wenn ein seltener Gast aus dem Fernen Osten, wie beispielsweise ein Gelbbrauenlaubsänger aus der sibirischen Taiga oder ein Tienschanlaubsänger aus China, gesichtet wird. Innert Minuten versammeln sich dann fast alle Ornithologen – informiert durch SMS-Nachrichten oder durch Mundpropaganda – vor den betreffenden Büschen und versuchen die kleinen, grünfarbigen Exoten zu sehen und zu fotografieren. Den ornithologischen Höhepunkt bilden jeweils die Helgoländer Vogeltage mit dem Birdrace. Ziel ist es, innerhalb eines Tages möglichst viele Vogelarten zu entdecken. Den Siegerteams mit 2 bis 4 Beobachtern winken gesponserte Ferngläser oder Fernrohre.

 

 

Fanconi_Doris_v5

Doris Fanconi ist seit 1987 als Fotografin für den Tages-Anzeiger unterwegs. Zuvor im Text-Journalismus tätig, freut sie sich (fast immer) über die Begegnungen mit Menschen aus dem Kosmos von Stadt und Land, welche ihre Arbeit mit sich bringt.
Fanconi blickt in die Archive der Universitäten und Hochschulen

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