Fischfang war gestern

Aus der Luft fotografiert, werden aus den Aquakulturen im Mittelmeer geometrische Gemälde.

Hatten Sie in letzter Zeit eine Dorade auf dem Teller? Vielleicht ist sie in einem dieser Becken aufgewachsen, die vor den Küsten Griechenlands schwimmen. Hier werden die Fische nämlich zu Abertausenden gezüchtet und in die Welt exportiert. Die Branche gehört zu den wichtigsten des Landes.

Aquakulturen liegen seit längerem im Trend: Rund die Hälfte der weltweit konsumierten Fische stammt mittlerweile aus Zuchtanlagen. Ein zweischneidiges Schwert. Wildbestände bleiben zwar potenziell von der Überfischung verschont, dafür gelangen im Fall von Marikulturen – also Becken im Meer – Futterreste, Antibiotika und Chemikalien ins Ökosystem.

Der deutsche Fotograf Bernhard Lang widmete sich im Juni dieses Jahres den Zuchtanlagen in Griechenland. Vom Helikopter aus hielt er die kreis- bis eiförmigen Becken in abstrakten Bildern fest.

Die Serie «Fish farms» reiht sich dabei nahtlos in sein Schaffen als Luftbildfotograf ein: Ob nun Massentourismus in Rimini oder Tagebau in Westdeutschland – alle Projekte drehen sich um die menschengemachte Transformation oder gar Zerstörung der Umwelt.

Lang, der früher vorwiegend als Porträt- und Werbefotograf tätig war, realisierte mit der Zeit, dass er die Dinge gerne aus der Distanz und im Überblick sieht. «In meinen Anfangszeiten habe ich mich auch in Reportagefotografie versucht, dabei für mich persönlich aber festgestellt, dass es nicht so mein Ding ist, den Menschen mit der Kamera ganz nahe zu kommen.»

B_Lang

Bernhard Lang ist 1970 in Süddeutschland geboren und lebt heute in München. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seit 2010 konzentriert er sich auf die Luftfotografie und hat für seine surrealen Aufnahmen mehrere Preise gewonnen. Mehr zu seiner Arbeit finden Sie auf seiner Website sowie Facebook, Instagram und Behance.

1 Kommentar zu «Fischfang war gestern»

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.