Hochkultur auf der Tiefgarage

Anfang 2017 erklingt in der Elbphilharmonie in Hamburg endlich die erste Sinfonie. Schon heute ist Herzog & de Meuron ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher für ihre Architektur, die alle Sphären durchgreift.

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Elbphilharmonie, Hamburg,18.02.2016

Viel zu spät und viel zu teuer, aber diesmal wirklich fast fertig: Die Elbphilharmonie in Hamburg. (18. Februar 2016; Oliver Heissner)

Skandalbaustelle, Kostenirrsinn, Schandmal: Wüst wurde gewettert gegen die Elbphilharmonie in Hamburg. Doch die Schlagzeilen werden verblassen, wenn im Januar 2017 die ersten Noten im Konzertsaal erklingen. Noch sind die Handwerker an der Arbeit, ein Besuch auf der Baustelle macht aber schon heute klar: Dieses Gebäude wird in die Architekturgeschichte eingehen, nicht wegen der exorbitanten Kosten oder des rechtlichen Gezänks. Das Staunen ist vielmehr architektonisch: Wann wurde zuletzt ein Gebäude dieses Kalibers eröffnet?

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Das Fundament: Auf dem alten Kaispeicher wurde der Bau errichtet. (1967; Zoch)

Elbphilharmonie Hamburg, Blick in den grossen Konzertsaal, Juli 2010

Blick in den grossen Konzertsaal: 2010 war eigentlich die Eröffnung geplant, doch juristische Streitereien und massive Kostenüberschreitungen führten zu massiven Verzögerungen. (Bild: Oliver Heissner)

Elbphilharmonie Hamburg, Parkhaus, Rohbau, Maerz 2009

Der Rohbau des Parkhauses im März 2009. (Bild: Oliver Heissner)

Elbphilharmonie Hamburg, Mai 2011, Dacharbeiten

Arbeiten am und auf dem Dach 2011. (Bild: Oliver Heissner)

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Fassadenmontage 2009. (Bild: Yvonne Ehnert)

Elbphilharmonie Hamburg, Dach im Suedosten, Juli 2011

Dachpailletten 2011. (Bild: Oliver Heissner)

Elbphilharmonie: Pressetermin Grosser Saal

Der grosse Konzertsaal 2015. (Bild: Johannes Arlt)

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Grosser Saal – weisse Haut 2014. (Bild: Oliver Heissner)

Elbphilharmonie, Hamburg, Kleiner Konzertsaal, 18.02.2016

Kleiner Saal 2016. (Bild: Oliver Heissner)

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Akustische Haut im kleinen Saal 2015. (Bild: Gilda Fernandez-Wiencken)

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Grosser Saal auf einem Rendering von Herzog & de Meuron.

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Luftaufnahme April 2016. (Bild: Maxim Schulz)

Die Elbphilharmonie steht an der Spitze der Hafencity als Ankerbau für das neue Quartier: Die grösste innerstädtische Industriebrache, die in Europa derzeit entwickelt wird. Der Sockel erzählt schwer lastend von früher: ein Kaispeicher aus Backstein von 1966, in dem Tabak, Tee und Kakao gelagert wurden. Es ist ein später und sperriger Zeuge des roten Hamburg mit seinen prächtigen Speicherhäusern. Zwar wurde das Innere komplett entkernt und doch …

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… ist es keine Fassadenarchitektur: Hinter dem Backstein lagern heute Autos in der Garage. Über dem Sockel schwingt sich der gläserne Oberteil bis zu 110 Meter in den Hamburger Wind. Dank einer geschosshohen Fuge scheint der Neubau auf dem Bestand zu schweben. So bringt das Gebäude Gegensätze zusammen, die für die raue Hafenstadt typisch sind. Unten die Backsteinhärte, oben die Glaswelle. Unten das Motorengehäul im Parkhaus, oben die Arienklänge im Fortissimo. Die Hochkultur auf der Tiefgarage.

Dreimal teurer als geplant
Gross war das Entzücken, als Herzog & de Meuron 2003 den Entwurf präsentierten. Doch dann machten die Anwälte der Vorfreude einen Strich durch die Rechnung. Eineinhalb Jahre stand die Baustelle still. Die Architekten wurden vor den Richter gezerrt, das Projekt versank in den dreckigen Schlagzeilen. Offiziell gilt: Statt 272 Millionen Euro bezahlt die Stadt 789 Millionen Euro, also rund dreimal mehr. Daneben berappen Investoren 76 Millionen Euro für den privaten Wohnteil, der – wen wunderts – keinen Cent teurer geworden ist.

Im Bermudadreieck der Bauwirtschaft in Deutschland zwischen Berliner Flughafen, Stuttgart 21 und Elbphilharmonie fragt man sich: Ist dies das Ende der deutschen Gründlichkeit und Zuverlässigkeit? Doch herausragende Bauwerke haben oft für rote Köpfe gesorgt. Jørn Utzon stellte seine Oper in Sydney 1973 zehn Jahre verspätet und fünfzehnmal verteuert fertig. Die Sagrada Familia in Barcelona wartet seit über hundert Jahren auf ihre Fertigstellung. Schuld waren in Hamburg falsche Versprechen von Politik und Hochtief, dem Baukonzern. Das Projekt wurde zu früh ausgeschrieben, heisst es heute. Die Komplexität sei damals noch nicht absehbar gewesen. Seit drei Jahren ist man wieder auf Kurs und alle Termine im Lot. Das hat wohl mittlerweile auch die Hamburger besänftigt, die ihre neue Konzertstätte liebevoll Elfi nennen, was so gar nicht zu deren Präsenz passen will.

Trotzdem bleiben Fragen. Die bedruckte Fassade funkelt im Sonnenlicht, die Wölbungen rauschen wie die Wellen der Elbe übers Glas. Hinter der homogenen Hülle verbirgt sich ein gemischtes Programm: Um den grossen und den kleinen Konzertsaal gliedern die Architekten Nebenräume, Hotelzimmer und Wohnungen. Muss ein Konzerthaus auch Luxushotel sein? Soll ein öffentliches Bauwerk den besten Ausblick den horrend teuren Apartments vorenthalten? Was bringt ein Parkhaus einer Philharmonie?

Die Kultur ist umzingelt vom Kapital. Das kann man bedauern, dem Architekten bleibt aber nur eines übrig: aus den Anforderungen eine Aufforderung machen. Und ebendies tun Herzog & de Meuron. Sie bauen mit der kapitalistischen Übermasse eine Architektur, die die Bedeutung der Institution überhöht. Das Parkhaus hebt die Kunst, die Wohnungen steigern den Schwung des Dachs. Es resultiert ein Konzerthaus als Hochhaus, eine eigentliche Stadtkrone, wie sie Bruno Taut einmal ersann.

Architektur als Katalysator der Musik
Den Konzertsaal mit Nebennutzungen in die Höhe zu hieven, ist das eine. Wie man dort hochkommt, eine andere Frage. Die Architekten bedienen sich bei Le Corbusier und bauen eine «promenade architecturale». Eine gekrümmte Rolltreppe – angeblich die längste von Europa – befördert die Besucher vom Eingang hinauf zum Ausblick über den Hafen. Wie sich die Auffahrt anfühlt, kann man noch nicht beurteilen. Die Idee aber ist stark: Die Architektur wirkt als Katalysator für das musikalische Erlebnis. Oben angekommen, steht man auf der Plaza, der Ebene auf dem Backsteinsockel, die ab November frei zugänglich ist. Neben der Aussicht locken Café, Restaurant, und natürlich ein Shop. Eine Attraktion für jedermann und eine Werbeplattform für die Musik, die so ein neues Publikum auf den Geschmack bringen kann. Hier mischen sich die Konzertgäste unter die Touristen, bevor sie über eine Wendeltreppe in die Musikwelt aufsteigen.

Und dann steht man im grossen Saal und staunt: Wie «aufsteigende Weinberge» gruppieren sich die Zuschauerblöcke rund ums Orchester. Der Ausdruck stammt von Hans Scharoun, der damit seine 1963 eröffnete Philharmonie in Berlin beschrieb, ein Meisterwerk der organischen Architektur, das in vielerlei Hinsicht Inspirationsquelle für Herzog & de Meuron war. Die steilen Ränge versprechen Klang, Sicht und Nähe: Maximal 30 Meter sitzt das Publikum weg vom Dirigenten, und das bei einem Saal mit 2100 Plätzen.

Die Architektur schmeichelt den Ohren: Ruhig im Auge, damit nichts vom Klang ablenkt. Zu sehen sind nur Gipsfaserplatten, tausendfach aufgelöst in ein feines Muster. Die «weisse Haut», die eigentlich grau ist, dient nur einem: den Schall perfekt im Saal zu verteilen. Für die Klangqualität bürgt Yasuhisa Toyota, der japanische Akustikmeister, der von St. Petersburg bis Los Angeles gerufen wird, wenn Konzerthallen lupenrein erklingen sollen. Das erfordert mitunter gewaltige Konstruktionen: Damit die nahen Schiffsschrauben kein Pianissimo erschüttern, ruht der Saal auf Stahlfederpaketen und ist vollständig vom Rest des Gebäudes entkoppelt.

Schwungvoll gefräste Eiche
Tunnelartiger Aufstieg, luftige Plaza, dezenter Saal: Das Bauwerk spielt auf der ganzen räumlichen Klaviatur. Überhaupt überraschen die Details an diesem Projekt, an dem die Rechtsanwälte wie Aasgeier rupften. Hinter den Wellen der Fassade verbergen sich kleine Fenster, die an Bullaugen erinnern. Im kleinen Saal bestaunt man schwungvoll gefräste Eiche. Auf der Plaza geht man auf Backsteinen mit Russspuren, in alten Öfen gebrannt. Für die Spezialanfertigungen waren Fachleute aus halb Europa engagiert – wie früher in der Renaissance.

In der Elbphilharmonie kulminieren viele der Themen, mit denen Herzog & de Meuron in den letzten Jahrzehnten experimentiert haben. Wie bei der Bibliothek in Eberswalde 1998 laden sie die bedruckte Fassade symbolisch auf. Wie bei der Tate Modern in London, mit der die Architekten 2000 weltberühmt wurden, aktivieren sie die industrielle Vergangenheit. Und wie beim Stadion in Peking 2008 entwerfen sie eine Ikone, die nach einem Wimpernschlag eine ganze Stadt verheisst.

Die Elbphilharmonie ist ein Stück totale Architektur, die alle Sphären durchgreift. Herzog & de Meuron wirken als Generalisten, die alles unter einen Hut bringen – vom Türknauf über den städtebaulichen Gestus bis zum politischen Kalkül. Ihre grösste Leistung aber vielleicht: Sie haben ihre Idee durchgezogen. Noch mehr als auf den Renderings entfaltet das Haus in Realität seine Kraft – als wäre dazwischen nicht viel geschehen. Denn in der Architektur ist es wie in der Musik: Am Ende zählt nur das, was der Besucher wahrnimmt. Der Rest ist Geschichte.

 

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31 Kommentare zu «Hochkultur auf der Tiefgarage»

  • Christian Merz sagt:

    Seit Jahren haben HdM es nötig, sich mittels derart hochgeschraubten und mystifizierenden Texten zuletzt nun auch noch aus der Feder eines Familienverwandten grosszumachen. Ein Bauwerk ist gut wenn es in der Grösse Bescheidenheit hat. Wenn der Architekt hinter der Architektur verschwindet. Denn – so grossartig ist das Ganze nun nicht, grossmaulig sind nur die Selbstlobpreisungen, derer man nun schon derart überdrüssig ist, v.a. hier in Basel, wo dieses Büro seinen Hauptsitz hat und eigentlich nichts mehr ist als eine Dorfberühmtheit ist dank seiner hässlichen Bauten und ewig skandalösen Geschichten, die wirklich jedem dieser Bauwerk begleitend zur Seite geht. Geld stinkt, Eigenlob aber bis zum Himmel hinauf.

  • k-p-weber sagt:

    liebe schweizer:
    jetzt mal ganz ehrlich: jede plastik erhält seine wirkung durch den passenden sockel . nehmen sie den vorhandenen roten sockel = bestehende speicher als basis weg. relativiert sich das gebäude von außen gewaltig.
    weiter ist zu bemerken:
    allianzarena münchen =christo vepackung-haut , arena peking = das nest nils udo münchen. irgendwie war alles schon mal da.
    einzigartig ist nur der neue büroturm in basel

  • Christoph Maurer sagt:

    Vielen Dank übrigens für die hervorragenden Bilder!

    HdM hat zur Entwurfsidee vor mehreren Jahren gesagt, sie wollten Hamburg etwas aus der Schweiz geben, was Hamburg fehlt: Schneeberge.
    Man schaue sich das zweitletzte Bild an.

  • Reto Hofmann sagt:

    Ich freue mich schon aufs erste Punkkonzert dort drin.

  • B. M. Humm sagt:

    Wie war das damals als das KKL in Luzern geplant & gebaut wurde?Es wurde auch gejammert & kritisiert.Von den Kosten ganz zu schweigen.Inzwischen kann man sich dieses Kulturzentrum nicht mehr wegdenken! Etwas mehr Mut zu fantasievolleren, aussagekräftigeren Neubauten in der CH würde sicher nicht schaden.Seit gut vier Jahren konnte ich einen Teil der Turbulenzen sowie den Weiterbau der Elbphilharmonie mitverfolgen, & muss sagen, dass dieses Gebäude schon jetzt ein Wahrzeichen HH’s ist.Egal bei welcher Tageszeit man sich um oder auf der Elbe aufhält, die Fassade schimmert in total andern Farben.Mal wie das Wasser, mal wie die Wolken & glänzend wenn die Sonne scheint! Viele Hanseaten sind, trotz der hohen Kosten die durch die hohe Akzeptanz wieder reingeholt würden, hell begeistert! Ich auch!

  • Gunnar Jauch sagt:

    Irgendwie erstaunlich –und traurig– der allgemeine, oft schnoddrig-abschätzige Tenor so vieler Kommentare über ein weiteres Meisterwerk unserer besten Architekten.

    Sie für die Kostenexplosion verantwortlich zu machen, erscheint grotesk, hat sich doch HochTief mit einer Dumping-Offerte denAuftrag unter den Nagel gerissen, erarbeitet ohne Rücksprache mit ihnen.

    Den Schöpfern der Tate Modern, Beijing’s Bird’s Nest (welches für kurze Zeit sogar Maos Kopf auf einem sofort vergriffenen 500Y-Schein ersetzt hatte) und des grossartigen, kommenden HongKong M+ Kunstmuseums gebührt für diese weitere Architektur-Ikone mein grösster Respekt. Der Berufskollege zieht seinen Hut.

    • Christoph Maurer sagt:

      Herr Jauch, ich kann Ihnen nur zustimmen.
      In meinen Augen stellt dieses Gebäude eines der allerbesten Bauwerke dieser Welt dar – sowohl was die architektonische Gestaltung als auch die städtebauliche Eingliederung in die fantastische Umgebung angeht. Dass eine derartige Aufwertung eines der wichtigsten städtischen Orte Hamburgs mit Hilfe eines einzigen Gebäudes möglich ist, hätte ich mir nicht träumen lassen.
      Diese Wirkung hat das Gebäude auf mich allerdings unter Ausblendung eventueller Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Stadt, die ich als Nicht-Hamburger nicht beurteilen kann; also aus einer rein architektonischen Betrachtung heraus. Dies muss auch klar gesagt sein.

  • Hanse Rinne sagt:

    „… ist ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher“.
    Ja auf jeden Fall: für eine der schlechtesten Projektplanungen der letzten Jahrzehnte. In Deutschland wird Herzog & De Meuron wohl in naher Zukunft nicht mehr so viel bauen… (siehe auch die jur. Prozesse die gegen das Büro geführt werden, wegen miserabler Projektplanung)

  • Sautter sagt:

    Bena,
    deine Bedenken sind gut verständlich. Meine Meinung ist, dass man beides braucht, Geld für Soziales aber auch den Mut haben sollte, tolle Architektur Projekte durchzuziehen.

  • paul schmid sagt:

    Die Redaktion behält sich vor das zu publizieren was Ihnen in Ihren Artikel Kram passt!!

  • Zet Winter sagt:

    Gefällt mir! Wünschte mir eine gewagtere, leichtere Architektur auch in Zürich.
    (… anstatt Mill-Tower, und den Landesmuseum-Bunker als Wahrzeichen)

    • Hans Müller sagt:

      Der Landesmuseum-Bunker und der Mill-Tower sind Beweise dafür, dass die Zürcher unfähig sind, gute von schlechter Architektur zu unerscheiden. Oder schlicht keinen Geschmack besitzen.

  • Michi sagt:

    Oh ja, es ist schon in den Geschichtsbücher, als Skandalprojekt.

    800 Milionen Euro (geplant waren 186 Mil.) für so einen Bau und eine Bauverzögerung von mehreren Jahren (geplante Eröffnung war mal 2010) sprechen für sich.

  • Konrad Schmidlin sagt:

    Der Protzbau verkörpert Hamburg, das durch Kolonien reich geworden ist. Siehe auch entspr. „Spiegel-Bericht“. Das Spiegel-Gebäude ist viel bescheidener, und verkörpert das „Sturmgeschütz der Demokratie“ …

    • andreas sagt:

      Ich bin Hamburger und garantiert kein Fan (und auch kein Mitglied der Zielgruppe) der EP, aber Ihr Vergleich mit Hinweis auf den SPIEGEL bzw das neue Gebäude des SPIEGELS ist doch etwas weit hergeholt.

      Hat hier eigentlich noch keiner Parallelen zum Flughafen in Berlin gezogen? Das ist doch ein vergleichbares Desaster, wenn es um Zeitpläne und Finanzen, miese Planung und Einmischung von profilierungssüchtigen Politikern in ein Bauprojekt geht.

  • Elke Huber sagt:

    Bei meinem letzten Hamburgbesuch sagte man mir, „Dieser Irrsinn ist ein Werk von euch“. Na danke! Schön, wenn mit so ner Milliardenpleite die Schweizer per se in einen Topf geworfen werden.

  • Thomas Maurer sagt:

    Für mich müsste der Titel dieses Beitrags eher lauten: „Kitsch auf der Tiefgarage“. Ein wellenförmiges Ding am Rande eines Hafens? Wow, H&dM brauchten bestimmt Jahre, um auf so eine Idee zu kommen… Kopenhagen mit seinem „Schwarzen Diamanten“ (übrigens auch ein Konzerthaus am Hafen) hat’s um Längen besser gemacht. Man vergleiche.

    • Christoph Maurer sagt:

      Vergleichen? Hab ich. Der „Schwarze Diamant“ (eine Bibliothek, kein Konzerthaus) hat nicht annähernd die architektonische Qualität oder die städtebauliche Wirkung der Elbphilharmonie.

    • David Stoop sagt:

      Ein schwarzer Klotz ist auch soooo modern … ach ne, das baut Trump schon seit Jahrzehnten und schöner werden sie dennoch nicht.
      nein, mal im Ernst: Herzog & de Meuron sind so ziemlich die einzigen Schweizer Architekten, die keine rechteckigen Klötze als einzige Form der „Kunst“ bauen.

  • Paul Schmid sagt:

    So was ist dann diese Architekturkunst mit fast unbegrenzten Mitteln, jeder könnte sowas mit dieser Menge Geld verwirklichen. Mir ist einfach ein Rätsel wie man solche Architekten in den Himmel hebt, die die Unverfrohrenheit der Kunden und Steuerzahler schamlos ausnutzt.

    • Christoph Maurer sagt:

      Wie viel wissen Sie über das Projekt?
      Wenn Sie sich nur ein bisschen um die Fakten kümmern würden, würden Sie schnell feststellen, dass die Architekten wohl den geringsten Anteil an der Kostensteigerung verursacht haben.

  • Maya Hächler sagt:

    Seit langem schreibt man von der Elbphilharmonie. Immer wieder bitten Künstler, etwas mitbestimmen zu können. Im Aargau war ein Streichquartett aus Hamburg. Jawohl: Nur Freunde werden hören. Viele Plätze werden nicht besetzt.“ Kommt uns hören“ !!! Was läuft hier schief? Wenn das Hauskonzert dazu dient, Kammermusiker zu fördern, braucht es dann Pomp? Auch in Paris
    wird es knistern, wenn es ungemütlich wird, trotz guter Musiker. In allen Kunststädten wird deutlich gemacht. „Schön ist anders“. Ich gehe nie an einen Ort, wo ich den Musikern nur den Rücken sehe. Gross, grösser, pompöser, aber immer die gleichen Musiker weltweit.

  • Wolfgang sagt:

    @Herr Merz, der geistreichste Beitrag in der BAZ seit Jahrzehnten.
    Ein sehr guter Beitrag mit guten Bildern über das Opernhaus. Nur eines versteh ich nicht, den Satz „Ist dies das Ende der deutschen Gründlichkeit und Zuverlässigkeit?“ Herzog und Meuron sind doch Schweizer und auch zum Teil an der massiven Preissteigerung beteiligt.
    Trotzdem ein tolles Projekt.

    • Frank sagt:

      Ja, den Satz verstehe ich auch nicht. Es wurde doch gründlich und zuverlässig gebaut, letztlich. Die gemachten Fehler gibt es auch trotz diesen Eigenschaften immer wieder, ist doch natürlich.

  • Raggenbass sagt:

    Pornographie in Beton, Glas und Stein… und – Hamburg wird niemehr so sein wie zuvor – denn solche Gebäude sind das Wahrzeichen einer Stadt… Mutig und visionär dass die Verantwortlichen das Projekt gegen alle Widerstände zum Trotz durchgezogen haben. Das dort investierte Kapital wird den Bürgern und der Stadt in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten zig – fach zurück bezahlt werden!
    Und für HDM wohl auch die Spitze ihrer Kreativität & Schaffenskraft – Höher hinaus (und das meine ich nicht nur in Metern gemessen) geht es wohl fast nicht mehr…

    • Michael sagt:

      Sorry aber gerade das ist doch schlîmm, das es gegen alle Widerstände zum Trotz durchgezogen wurde. Wie der Getreidetower mitten in Zürich. Sollte ein neues Wahrzeichen einer Stadt nicht mit den Godwill der meisten Bewohner dieser Stadt gebaut werden ?
      Und woher nehmen Sie den Optimismus, das das investierte Kapital uns Hamburgern zigfach zurückgezahlt wird ? Die EPH wird vermutlich eine Steurgrab ohne Ende. Soviele hochklassige Konzerte pro Jahr, die dann auch noch nahezu ausverkauft sein müssten kann es garnicht geben.

  • bena sagt:

    Bei so einem Bauwerk fragt man sich immer – ob es sinnvoll ist für eine Stadt, die langsam vor sich her modert: Schulhäuser mit undichten Dächern, verkiffte Kinderspielplätze mit verrostetem Inventar, ein verwahrlostes Wege und Straßennetz, u.v.a.m. das „nicht vorhandene“ Geld für einen Renommierbau auszugeben……für den jetzt global millionenschwere Kampagnen geschaltet werden um das finanzstarke Klientel in die Stadt zu locken? Es ist das ewige Dilemma: Soll man etwas für diejenigen tun die es wirklich nötig haben….oder soll man den Begehrlichkeiten der nicht mehr regierenden Senatoren der Hansestadt (OB Ole von Beust) ) nachgeben und ein „Denkmal“ schaffen, welches in die Geschichte eingehen wird……den Bürgern aber nicht wirklich das bringt was nötig wäre?!

    • adam gretener sagt:

      Ich glaube Sie kennen Hamburg nicht persönlich und auch nur vom Hörensagen. Das Projekt geht auf die Zeit vor der ersten Amtszeit von Ole von Beust zurück und wurde durch Alexander Gérards ins Leben gerufen. Alle Entscheidung hat der Senat getroffen, nicht Herr Ole von Beust persönlich. Die Bürgerschaft Hamburg hat dem Projekt einstimmig zugestimmt. Und die ausführende Firma Hochtief ist an den enormen Kosten nicht ganz unschuldig, habe die doch die Pläne abgesegnet und übernommen, während des bauens wurden aber immer wieder Gutachter eingeschalten, man musste bestehende Fenster entfernen wegen den Fassadenreinigern. Nur schon über das Dach wurde jahrelang gestritten.

      • Konrad Schmidlin sagt:

        @adam gretener: Als Fan vom FC St. Pauli kenne ich Hamburg schon (seit den 70-ern), auch wenn ich nicht ständig da bin. Natürlich ist der Kitz sogar viel romantischer – als dieser Betonbau.

    • Konrad Schmidlin sagt:

      @Christian Merz: Auch Ihre Argumente sind aussagekräftig. Die Überheblichkeit, Arroganz der „Grosskopferten“ spricht daraus.

  • Christian Merz sagt:

    Bla bla

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