Zu Tode geknipst!

Der Instagram-Account Insta-Repeat zeigt, was wir nicht mehr sehen wollen.

Da gähnt nicht nur der Abgrund: Der Prejkestolen in Norwegen ist eindrücklich, Fotos davon sind es schon lange nicht mehr.

Was für ein Frust. Da kraxelt man 3 Stunden zum Prejkestollen hoch, setzt sich wagemutig an den Rand des 600 Meter senkrecht abfallenden Felsens, dirigiert die Begleitung, vom perfekten Punkt aus ein Foto zu schiessen, lädt das vermeintliche Meisterwerk stolz auf Instagram und muss kurz darauf feststellen, dass das exakt gleiche Motiv schon hunderttausendmal fotografiert wurde. Die Unterschiede der Bilder unter entsprechendem Hashtag sind minimal. Es gibt unzählige weitere Beispiele zu Tode kopierter Instagram-Sujets, zu finden sind sie auf  «Insta-Repeat».

Paddler von hinten vor Berg: Wer fotografisch gegen den Strom schwimmen will, sucht sich andere Motive.

In einer Allee machen alle, was alle so machen.

Holz vor der Linse: Das Posieren vor Baumstämmen erfreut sich grosser Beliebtheit.

Leuchtendes Zelt vor Milchstrasse: Auf Instagram fast so zahlreich wie Sterne im All.

Schon, schön, dieser Eistunnel, aber richtig warm ums Herz wird einem nicht beim Betrachten.

Kopie von der Kopie von der Kopie.

Auch Bilder astronomischer Spezialereignisse gibts in millionenfacher Ausführung auf Instagram.

Vielleicht müsste man mal diskutieren, wer wem den Vogel zeigen sollte.

Drohne, Wald, See: Einfaches Rezept, aber etwa so originell wie Schnipo.

Auch «Drohne, Strasse, Schnee» funktioniert. Aber eben ….

Da muss wohl noch viel Wasser den Fall runter, bis dieses Sujet nicht mehr kopiert wird.

Fotografisch mutig ist das nicht …

Okay, diese sympathische Kreatur muss man einfach fotografieren. Ist entschuldigt.

Ja, wir wissens: Es geht auch analog.

23 Kommentare zu «Zu Tode geknipst!»

  • Frederica sagt:

    Hier wurden aber nur ähliche Bilder gesammelt. Alle anderen Bilder werden nicht gezeigt. Was man oft sieht, möchte man oft einmal kopieren. Erst malt man nach Zahlen, dann vom Foto ab, dann ganz ohne Vorlage. Die wenigsten schaffen es, sofort ohne Vorlage gute, kreative, aber „lebensechte“ Bilder zu malen. Beim Fotografieren und vielen anderen Tätigkeiten ist es ähnlich.
    Wie gesagt: Hier wurden bewusst nur ähnliche Bilder gesammelt. Das ist okay und sagt etwas aus, verschweigt aber auch die zahlreichen (vermutlich auch vorhandenen) Bilder, die vom gleichen Ort in komplett anderer Weise gemacht wurden.

  • Mediales Vorbild sagt:

    Die Quitschentöne hi und da
    für mich Tanz war Lambada:‘)

  • Anna Moos sagt:

    Oh, ich finde gerade diese fotografische Reihe hier, mit dem selben Motiv aber leicht anders, doch relativ poetisch. Könnte man sicher auch vermarkten :).

  • Erik Leibundgut sagt:

    ? Weshalb denn zeigen Sie Ihre so tollen Bilder denn trotzdem. Wohl auf der Suche nach Dummies – so wie der Verfasser des Titels. Offenbar haben Sie keine journalistische Verantwortung – die doch immer so wahnsinnig hoch geschrieben wird – nichts als Lippenbekenntnisse von journalistischen Tieffliegern die nur eins erzielen wollen – Leserquoten und sonst gar nix. Hauptsache Karriere – gell!!! Go on.

    • KielFoto sagt:

      Das trifft genau den Ton, den ich auch anwenden wollte. So kann ich meine Bemerkungen unterlassen und Ihnen voll und ganz zustimmen – vor allem, was die „journalistsuche Veranwortung“ betrifft. Altkankler Helmut Schmidt sprach nicht zu Unrecht von der „Journaille“. Danke für Ihren Kommentar.

  • Alois Eichenberger sagt:

    Schauen sie mal auf lensculture.com vorbei, da sehen sie dass es auch anders geht.

  • Cyrill sagt:

    Zum Glück gibt es „Wetter“. Sonst sähen die Bilder noch 10x gleicher aus. Wenn nicht immer noch so ein Narzisst auf den Bildern rumstehen würde, wären das teilweise tolle Aufnahmen.

  • Jan Holler sagt:

    Instarepeat gibt es schon seit einiger Zeit, Artikel darüber auch. Wie nennt man denn den journalistischen „story repeat“?

  • Pat Strebel sagt:

    Und trotzdem erzählt jedes Bild eine andere Geschichte, denn es ist immer Teil einer eigenen Biographie!

  • Knipser sagt:

    Naja für mich scheint der Autor einer jener „Photographen“ zu sein die nicht des Bildes wegen sondern des likes wegen photographieren und dann enttäuscht sind, dass sie ja doch nichts neues geschossen haben.

  • Michael Schatzmann sagt:

    Das ist einer der Hauptgründe, weshalb ich mich aus Instagram verabschiedet habe.

  • Stefan Amherd sagt:

    … ich kannte den Prejkestolen vor diesem Artikel nicht … ich kenne auch Instantgram nicht …

  • Daniel Maier sagt:

    Was soll dieser Beitrag? Sommerloch? Uninteressant.

  • Alex sagt:

    und jeden Tag wird dasselbe von Millionen gegessen: Nudeln, Fritten, Pizza, Hamburger …. so what? Es gibt halt nicht viel neues unter der Sonne.

  • Kurt Knellwolf sagt:

    In den meisten Fällen entsteht durch die Zusammenstellung der ähnlichen und doch unterschiedlichen Bilder ein neues faszinierendes Bild.
    Der kritische Ton ist unnötig und im zitierten Blog gar nicht zu finden.

  • Helga Tränensack sagt:

    I was there. Check!
    I was there. Check!
    I was there. Check!
    I was…
    …there. Check!
    I was everywhere. And it was boring. Have seen it all before on Instagram.

    Instagram klaut den Menschen das (Er)Leben. Sie merken es kurz vor dessen Ende.

  • R Meyer sagt:

    Guter Gedanke zu den Fotografien.
    Es ist leider so – irgendwann wurde alles im gleichen Stil fotografiert. Der einzige Unterschied ist noch die eigene Beziehung zum Bild weil selbst erlebt oder der geliebte Partner drauf ist.
    Also kann ich es für mich behalten – geht nur mich was an…
    Es gibt ein Parallel Beispiel: alle harmonischen Tonfolgen in der Musik wurden auch schon mal gespielt. Auch da gibts nichts wirklich Neues…

    • Rolf Rothacher sagt:

      Instagram dient der Selbstbefriedigung, genauso wie Facebook. Lasst den Leutchen ihren „Spass“. In wenigen Jahren wird man sie alle milde belächeln oder gar als hoffnungslose Egomanen verachten (weil sie keine Kosten/Mühen/Umweltschäden gescheut haben, um sich unsinnig abzulichten).

  • Daniel Slamanig sagt:

    Na und? Diese Sujets wurden schon zuvor tausendfach fotografiert seit es Fotoapparate gibt. Das Problem ist daher nicht das Motiv an sich, das in privatem Rahmen Emotionen transportiert und Sinn macht, sondern Instagram, welches das, was schon immer war, sichtbar macht, und die Sucht nach Applaus und die penetrante Selbstinszenierung.

    • Cybot sagt:

      Die Kritik ist nicht, dass alle das gleiche Sujet fotografieren, sondern dass alle es auf die gleiche Art tun. Dabei gäbe es unendlich viele andere, kreativere Möglichkeiten. Und das ist kein Zufall, sondern schlicht ideenloses Reproduzieren.

    • Alexa Dünsch sagt:

      Absolut richtig beurteilt!

  • Thomas Frey sagt:

    Instagram kann man anschauen, muss man zum Glück aber nicht.

Kommentar

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