Zu Weihnachten nach Ost-Berlin

Über Weihnachten 1963 durften West-Berliner nach 28 Monaten erstmals Freunde und Familie im Osten besuchen.

  • Pin this page0
  • Share this on WhatsApp
  • 0

West-Berliner(innen) winken ihren Verwandten in Ost-Berlin an Weihnachten 1961 über den Zaun hinweg. (Aufgenommen 1961, Kurt Hamann/ullstein/Getty Images)

Nach dem Mauerbau im Sommer 1961 war aufgrund des Kalten Krieges kein persönlicher Kontakt zwischen Ost- und West-Berliner(innen) möglich. Am 17.Dezember 1963 wurde erstmals ein Passagierscheinabkommen unterzeichnet, welches es West-Berlinerinnen ermöglichte, ihre Verwandtschaft in Ost-Berlin zu besuchen. Wer einen entsprechenden Antrag gestellt hatte, konnte zwischen dem 19. Dezember 1963 und dem 5. Januar 1964 nach Ost-Berlin reisen. Ungefähr 700’000 West-Berliner(innen) machten rund 1,2 Millionen Besuche in Ost-Berlin.

Ein Student hilft einer älteren West-Berliner Frau beim Ausfüllen des Formulars, um nach Ost-Berlin zu reisen. (Dezember 1963, Angelo Cozzi/Mondadori/Getty Images)

Bewohner(innen) West-Berlins stehen stundenlang Schlange, um eine Genehmigung für die Reise nach Ost-Berlin zu erhalten, damit sie die Festtage mit der Verwandtschaft verbringen können. (19.Dezember 1963, Angelo Cozzi/Archivio Angelo Cozzi/Mondadori/Getty Images)

Seit dem Bau der Berliner Mauer wurde die Grenze von West nach Ost über die Festtage erstmals für 18 Tage geöffnet. Auf dem Bild sind einige von Tausenden West-Berliner(innen) zu sehen, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. (19.Dezember 1963, Daily Herald/Mirrorpix/Getty Images)

Ost-Berliner Offiziere tragen Schachteln mit Identifikationspapieren und anderen Dokumenten, während Tausende an der Grenze anstehen. (19.Dezember 1963, Daily Herald/Mirrorpix/Getty Images)

Eine Ost- und eine West-Berlinerin umarmen sich, als sie sich am Grenzübergang Oberbaumbrücke begegnen. Tausende Menschen aus dem Westen haben die Grenze an jenem Tag bereits überschritten, Tausende weitere stehen jeden Tag vor den Passbüros Schlange. (22.Dezember 1963, Getty Images)

Besucher(innen) aus West-Berlin, die soeben den Grenzübergang passiert haben, stehen in einem Geschäft an, um eine traditionelle Bockwurst zu essen. (Dezember 1963, Daily Herald/Mirrorpix/Getty Images)

Es folgten bis 1966 drei weitere Passagierscheinabkommen, dann herrschte wieder Besuchsverbot. Nach dem Viermächte-Abkommen zwischen den USA, der UdSSR, Großbritannien und Frankreich 1971 entspannte sich die Situation. Sowohl Besuche von Verwandten als auch touristische Visa wurden möglich. Seit dem Abschluss der Besuchsvereinbarung von 1972 waren 44 Millionen Besuche von West-Berlinern in Ost-Berlin und der DDR registriert worden. Es sollte jedoch bis Heiligabend 1989 nach dem Mauerfall dauern, bis der visafreie Reiseverkehr zwischen Ost und West Realität war.

Ein Besucher aus West-Berlin hat seine Fotokamera dabei und raucht eine Zigarette. Hinter ihm werden Weihnachtsbäume verkauft. (Dezember 1963, Daily Herald/Mirrorpix/Getty Images)

Zwischen dem 19. Dezember 1964 und dem 3. Januar 1965 sind Reisen von West nach Ost anlässlich der Festtage erneut möglich. (3.Januar 1965, Patrice Habans/Paris Match/Getty Images)

Im Zuge des Mauerfalls vom 9. November 1989 genehmigte Ostdeutschland an Heiligabend 1989 visafreien Personenverkehr zwischen Ost und West. Ein ostdeutscher Grenzoffizier prüft die Papiere eines Westberliner Bürgers, der sich an Heiligabend als Weihnachtsmann verkleidet hat und den Grenzübergang an der Heinrich-Heine-Strasse in Berlin-Kreuzberg passieren möchte. (24.Dezember 1989, Stiebing/ullstein/Getty Images)

Von Osten her ist ein Weihnachtsbaum in Westberlin zu sehen. Die Grenze ist nun offen. Familien und Freunde können einander endlich wieder ohne Einschränkungen besuchen. (26.Dezember 1989, Steve Eason/Hulton Archive/Getty Images)

 

4 Kommentare zu «Zu Weihnachten nach Ost-Berlin»

  • Adrian sagt:

    Richtig, aber dennoch falsch, Herr Fuchs.
    Von 1961, dem Jahr des Mauerbaus, bis zum Mauerfall 1989 sind es 28 Jahre. Aber vom Mauerbau im August 1961 bis zum Dezember 1963, wo der erste Verwandtenbesuch der Westberliner möglich war (und um das geht es hier) sind es 28 Monate…

  • Beat Fuchs sagt:

    Das waren wohl eher 28 Jahre als nur 28 Monate…

    • Boris Müller sagt:

      28 Jahre? Dann wären wir im Jahre 1935; da war Berlin noch nicht geteilt. Und der Mauerbau begann am 13. August 1961.

      • Martin Hug sagt:

        Stimt beides, 28 Monate nach dem Mauerbau erste Besuchsmöglichkeiten, 28 Jahre nach dem Mauerbau der Mauerfall – und es waren Passierscheien, nicht Passagierscheine …

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.