13 Gründe, weshalb Trump China lieben würde

Huuuge: Die grosse Mauer Chinas. Foto: Benoit Tessier (Reuters)

Donald Trump mag China nicht. China ist böse. China nimmt den braven Amerikanern die Bonbons weg. Hat er gesagt. Und die Jobs. Trump hasst China. Brandgefährlich ist das. Trump kennt China nicht. Er sollte dringend mal vorbeischauen. Lieber Donald Trump, hier sind 500 Gründe, warum du China lieben würdest. Ich glaube, es sind sogar 5000. Es sind auf jeden Fall die meisten Gründe der Welt. In der FAZ fändest du nicht mal die Hälfte der Gründe. Und wenn, dann wären drei Millionen davon illegale, mindestens. Los gehts:

  • China ist gross. Also, total gross. Tatsache ist: China ist RIIIESIG.
  • China ist vernarrt in irrwitzige Grossprojekte. Also unglaublich grosse Grossprojekte, die echt ENOOORM sind. Mauern zum Beispiel. Sie haben hier eine Mauer, das ist die absolut grösste Mauer der Welt. Dabei sagen viele, die Grosse Mauer war von Anfang an Unsinn: Mongolen und Mandschuren kletterten immer drüber.
  • Einspruch!, sagen andere: Dafür gibts in China heute keine Mexikaner. Oder kaum. Unterm Strich: Grosse Mauer, keine Mexikaner, you do the math.
  • Die Chinesen sprechen auch nicht besser Englisch als du, Donald, viele beherrschen die Sprache sogar deutlich schlechter. In Wort und Schrift. Und in Tweets.
  • Es gibt in Peking noch mehr Milliardäre als in New York. Und keiner von denen muss sich blöde Fragen gefallen lassen, wie er eigentlich sein Geld gemacht hat, und warum in aller Welt es unbedingt goldene Klodeckel sein müssen.
  • Klar machen in China die Töchter und Schwiegersöhne der Staatsführer die grossen Geschäfte. Wer denn sonst?
  • Keiner hier findet, dass orangefarbenes Haar komisch aussieht. Jedenfalls auch nicht komischer als blondes. Oder rotes. Überhaupt: Gefärbtes Haar ist cool. Alle Politiker in China färben ihre Haare.
  • Chinesische Männer sind im Durchschnitt zehn Zentimeter kleiner als amerikanische. Amerikanische Hände und andere Gliedmassen sehen in China gleich viel grösser aus. Kein Scheiss.
  • Es gibt hier eine Automarke, die nach dir benannt ist, Donald. Na ja, fast. «Trumpchi». Schnellstwachsende Automarke des letzten Jahres. Eh klar.
  • Freie Presse ist verboten. Satire auch. Ausser du machst sie selbst. Du könntest zum Beispiel Zeitreisen verbieten. Oder dem Dalai Lama die Wiedergeburt befehlen. Haben sie alles schon gemacht hier. Genau dein Ding.
  • Hillary Clinton können sie hier nicht ausstehen. Und Menschenrechte erst. Dafür lieben sie Kohle. Oh, wie sie die Kohle lieben.
  • Noch mehr lieben sie nur alternative Fakten. China hat das Zeug ja erfunden. Wie auch den Buchdruck, das Schiesspulver und den American Football. Schliesslich ist China nicht bloss ein Rechtsstaat, eine Demokratie und das Mutterland der Freiheit, es ist vor allem ein Brutkasten der Innovation.
  • Und das Beste: Wenn ein egomaner, xenophober Führer voller Hass und Rachsucht ihr Land ruiniert, dann verspotten sie ihn hier nicht. Sie drucken vielmehr sein Gesicht auf ihre Geldscheine und errichten ihm ein Mausoleum. Und nach ein paar Jahren bauen sie ihm auf dem Land sogar Tempel.

Stell dir das vor. Heiliger Donald!

8 Kommentare zu «13 Gründe, weshalb Trump China lieben würde»

  • ClBr sagt:

    Wenn ich mich aus meinen Studienzeiten richtig erinnere, hat man in China auch den Klimawandel schon vor Jahrtausenden geleugnet – oder aber der schlechten Regierungsführung angekreidet.

  • Rolf Hefti sagt:

    Bin eher gespannt, ob der US-Präsi Herr Trump, seine eigenen Gerichte auch mit einem Federstrich auf einem Blatt Papier ausschalten kann! Politik kann also sogar überraschen.

  • Brandenberger sagt:

    Bravo Kai Schrittmatter, bravo Anh Toàn, so mag ich es!

  • Hotel Papa sagt:

    Die Wahrheit stirbt als erstes. Als zweites der Humor.

    Sorry, der Twit-in-Chief hat nichts anderes verdient.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Da schreibt ein über 50-Jähriger wie ein Teenager. Toll. Dass muss dann wohl Kunst sein? Ein kindisches Gewäsch voller Vorurteile, um einmal mehr „den europäischen Intellektuellen“ über all „die dämlichen Chinesen und Amerikaner“ zu erheben, getrieben vom Gedanken, „den europäischen geistigen Tiefflieger“ zu unterhalten.
    Eigentlich beleidigt Kay Strittmatter in erster Linie China und nur in zweiter Instanz Donald Trump. Der Titel müsste also gedreht werden.
    Warum er Trump duzt, weiss ich nicht. Strittmatter kennt ihn nicht persönlich, weiss nur das, was er aus den Medien erfahren kann und die sucht auch er sich vor allem danach aus, welche persönlichen Vorurteile er bei sich selber pflegen will.
    Insgesamt also ein dümmliches Pamphlet für eine beschränkte Leserschaft.

    • Wildberger sagt:

      @Rolf Rothacher: Sie bringen es auf den Punkt.

    • Matthias sagt:

      @Rothacher: Sie wollten doch selbst unbedingt, dass mit Trump eine wandelnde Karikatur eines Präsidenten ins Weisse Haus kommt. Jetzt sollten Sie wenigstens etwas Würde beweisen und gelassen die Folgen tragen, unter anderem eine Flut von satirischen Beiträgen über die neusten Dummheiten Ihres Lieblings. (Das war erst der Anfang!) Die Chinesen vorzuschieben ist doch etwas billig, denn wenn der gute Donni diese beleidigt (und zwar in echt, nicht in einer Glosse), dann finden Sie das doch auch gut, nicht wahr?

    • Anh Toàn sagt:

      @Rolf Rothacher

      Genau, die Medien betrügen. Sie sind die Opposition. Gegen die grossartige Regierung. Die Medien betrügen nicht nur, sie sind auch dumm, intellektuelle Idioten, sonst hätten die Medien ja die Wahl gewonnen. Und wären jetzt nicht Verlierer-Opposition, sondern Gewinner-Regierung. Und deswegen sind die Medien frustiert und darum kritisieren sie die Regierung. Und das freut die dummen Leser der betrügerischen Medien. Aber fast die Mehrheit der Bürger ist schlau und konsumiert keine Medien, sondern macht sich bei Twitter, Facebook und breitbart, die grossartig sind, schlau zu den alternativen Fakten. Für alternative Fakten reichen auch 140 Zeichen. Das ist grossartig, haben mir wichtige Leute gesagt.

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