Wo ist die Queen in Sicherheit?

Königin auf der Hut: Elizabeth II. in ihrer Kutsche. Foto: Stefan Wermuth (Reuters)

Auch in London werden immer neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Seit dem Berliner Weihnachtsmarkt-Attentat gilt die Sorge Scotland Yards vor allem dem Buckingham-Palast.

Zum Schutz des Wachwechsels der königlichen Garde – der berühmten Bärenfell-Mützen – ist nun für die Dauer der Paraden ein Fahrverbot vor dem Schloss eingeführt worden. Denn die Wachablösung vorm Buckingham zählt zu den beliebtesten Attraktionen an der Themse. Und die Sicherheits-Alarmstufe im Lande steht noch immer bei «severe», zeigt also ernste Gefahr an. Ein Terror-Angriff irgendwo gilt als «äusserst wahrscheinlich» im Vereinigten Königreich.

  • Strassensperre für die Wachablösung: Vor dem Buckingham-Palast in London ...

  • ... herrschte am 21. Dezember 2016 striktes Fahrverbot. Fotos: Neil Hall (Reuters)

Darum sollen die Wächter der Königin und die Zuschauer bei der Zeremonie besser geschützt werden. Londons Autofahrer hat man beschieden, sich an vier Vormittagen der Woche zu festen Zeiten vom Palast fern zu halten. Unterdessen muss sich die Polizei neuerdings fragen lassen, wie sicher eigentlich Ihre Majestät selbst ist – vor ihren eigenen Wächtern. Denn die königstreue «Times» hat just einen wahrhaft haarsträubenden Vorfall enthüllt.

«Fast hätte ich auf Sie geschossen»

Dem Blatt zufolge flanierte Elizabeth II. einmal um drei Uhr früh, in einem Anfall von Schlaflosigkeit, durch den Palastgarten. Dort aber richtete einer ihrer Wachbeamten die Schusswaffe auf die Monarchin: Weil er sie, im Dunkel der Nacht, für einen Eindringling hielt.

«Himmel noch mal, Eure Majestät – fast hätte ich auf Sie geschossen», soll der offenkundig entsetzte Wachmann zur Königin damals gesagt haben. Allein für diese spontane Bemerkung, fand er später, hätte er eine scharfe Rüge verdient.

Stattdessen liess es die Queen aber auch um drei Uhr morgens nicht an Humor und Seelenruhe fehlen. «Das ist vollkommen in Ordnung», erwiderte sie dem entgeisterten Beschützer. «Nächstes Mal melde ich mich besser vorher telefonisch, damit Sie mich nicht erschiessen müssen.»

Eindringling im königlichen Schlafzimmer

Peinlich genug war die Sache zweifellos für die Polizeioberen. Wo war es gefährlicher für die Queen – draussen vor dem Schloss oder innen drin? Vor einigen Jahren fand sich ja schon einer ihrer Söhne, Prinz Andrew, von bewaffneter Polizei umringt, als er im Schlossgarten herum spazierte und ihn niemand erkannte. Andrew reagierte auf den Irrtum etwas ungehaltener als seine Frau Mama.

Andererseits liest man in London immer wieder von Vorfällen, bei denen es Unbefugten tatsächlich gelingt, sich nachts über die Gartenmauer des Buckingham zu schwingen. Der berühmteste all dieser Eindringlinge war ja Michael Fagan, der es 1982 bekanntermassen bis ins Schlafzimmer der Queen schaffte, wo er um Zigaretten bat, bevor er sich wegschleppen liess.

Fagan stand der Zugang zu den königlichen Gemächern übrigens offen, weil ein Wächter gerade abgerückt und der nächste noch nicht eingetroffen war. Auch das hat den Verantwortlichen wohl zu denken gegeben. Wachablösungen bei Hofe bergen besondere Gefahr.

Bärenfell, du bist nicht allein: Polizist unterstützt Royal Guard. Foto: Peter Nicholls (Reuters)

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