Trump weibelt in Hindi

Göttliche Unterstützung: Gebetsanlass für Donald Trumps Sieg in New Delhi. (Reuters)

Göttliche Unterstützung: Gebetsanlass für Donald Trumps Sieg in Delhi. (Reuters)

Der amerikanische Wahlkampf befindet sich auf der Zielgeraden. Das Wahltheater ist zum Multiplex mit zig Leinwänden geworden, auf denen nahezu jedes Genre gezeigt wird: Komödien, B-Streifen, Horror, Thriller, Romanzen, Zeichentrick. In Staaten wie Texas und North Carolina stimmen die ersten Bürger bereits ab; jetzt geht es um die Wurst, weshalb jede Nische und jede Höhle nach Wählern abgesucht wird.

Amerikaner griechischer Abstammung, solche mit armenischem Hintergrund, Einwanderer aus den Philippinen, die jüdische Gemeinschaft, Leute mit andamanischem oder nikobarischem Migrationshintergrund: Die Stäbe der Kandidaten spüren sie auf, setzen ihnen gnadenlos nach und belästigen sie unentwegt.

Trump hat sogar eigens einen Werbespot für Amerikaner indischer Herkunft produzieren lassen. Er wünscht darin ein «Happy Diwali» und meint das Diwali-Lichterfest, das Ende Oktober weltweit begangen wird. Man feiert damit den Sieg des Guten über das Böse.

«Diesmal Trump-Regierung»

In seinem TV-Spot für Amerikaner indischer Abstammung verspricht Trump, er werde den «radikalen islamischen Terrorismus besiegen». Ausserdem ereignet sich ein linguistisches Mirakel in dieser TV-Werbung: Trump wendet sich an die amerikanischen Inder und indischen Amerikaner in Hindi! Jawohl, in Hindi! Er sagt: «Ab ki baar Trump sarkar.» Er scheint diese indogermanische Sprache fliessend zu beherrschen! Und was er sagt, bedeutet: «Diesmal Trump-Regierung.»

Stimmenfang in Hindi: Donald Trumps Werbespot. (Youtube/Viral Baba)

Überzeugender Kandidat: Donald Trump bei einem Charity-Bollywood-Konzert in New Jersey. (Reuters)

Donald Trump bei einem Charity-Bollywood-Konzert in New Jersey. (Reuters)

Es mag ein wenig wie Pidgin-Hindi klingen, aber trotzdem: «Diesmal Trump-Regierung» ist ein super Sound und wird gewiss Wählersegmente ansprechen, die ansonsten von Trump keine Notiz genommen hätten. Beispielsweise die nur schwer erreichbaren Gemeinschaften indischstämmiger Einwanderer aus Surinam, Guyana und Mauritius!

Der indisch-amerikanische Geschäftsmann Shalli Kumar half Trump mit dem TV-Spot und verriet der Website «Buzzfeed», dass es erst im 15. Anlauf geklappt habe mit der richtigen Aussprache. David Cameron habe es indes noch öfter probieren müssen, petzte Herr Kumar. Bestimmt hat David Cameron «Ab ki baar Cameron sarkar» und nicht «Ab ki baar Trump sarkar» gesagt. Aber wer weiss? Vielleicht verplapperte sich Cameron und sagte: «Ab ki baar Brexit.»

Wahlkampf bis nach Österreich

Nicht nur Trump aber hebt in diesen letzten Tagen vor dem Urnengang jeden Stein auf, um nachzusehen, ob sich darunter ein potenzieller Wähler versteckt. Hillarys Leute sind penetrant, wenn es darum geht, sogar fusskranke und abwesende Wähler zu mobilisieren. Wie etwa Alison Kilian, die in Wien lebt und Briefwählerin ist. Beinahe täglich erreichen ihren Vater daheim in US-Amerika freche Anrufe der Hillary-Helfer.

Sie fragen nach, ob Alison Kilian schon gewählt habe, wo sie sich befinde und wieso sie ausser Landes sei. Ihr genervter Vater versichert sodann, dass Alison Kilian bereits per Briefwahl abgestimmt habe, worauf sich die Anrufer überschwenglich bedanken und so tun, als sei Alison Kilians Stimme unabdingbar für Hillary.

Übrigens hat Donald L. Trump gegenüber CNN gesagt, er werde Hillary Clinton wählen. Donald L. ist ein Krebsarzt in Virginia und kein Freund von Donald J. Trump. Dessen «theatralische Person» sei «geschmacklos», sagte Donald L. Trump über Donald J. Trump. Wow.

1 Kommentar zu «Trump weibelt in Hindi»

  • Alain Burky sagt:

    Trump ergänzt also die Trimurti (Hindi) um eine vierte Dimension: Nach Brahma, Vishnu, Shiva gibt es nun: Maharishi Yogi Krishna Donald Trump. In seinem Land (USA) bereits ein Maharadscha mit Towers. Er wird das Weltkarma und Klima wohl beeinflussen.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.