Boyfriend Barack


Frauen, aufgepasst: «Dating Profile» von Americans for Shared Prosperity.

Ehrlich gesagt ist das Leben eine vergurkte Angelegenheit. Michelle Obama weiss davon ein Lied zu singen. Sie heiratete Barack Obama, einen aus Kenia illegal eingewanderten muslimischen Ziegenhirten und ehemaligen hawaiianischen Mega-Kiffer, dessen Werdegang sämtliche Erwartungen übertroffen hat. Also auch diejenigen von Michelle, die nie davon träumte, eine Boeing 747 zu besitzen sowie über einen Koch und schwer bewaffnete Leibwächter zu verfügen. Letztere lassen gelegentlich einen Eindringling mit einem Messer über den Zaun des Obama-Einfamilienhauses hüpfen. Wie vorletzte Woche.

Immer noch seine First Lady: Barack Obama und Ehefrau Michelle vor wenigen Tagen in New York. Foto: Keystone

Immer noch seine First Lady: Barack Obama und Ehefrau Michelle vor wenigen Tagen auf dem New Yorker Flughafen JFK. Foto: Keystone

Erst recht nicht hätte sich Michelle vorgestellt, dass Barack zum nationalen Sexsymbol aufsteigen würde, ja zum kommunalen Boyfriend aller wahlberechtigten Frauen in Amerika. Alle Jahre wieder wandert Boyfriend Barack durch diverse Wahlkampfwerbespots, mit denen sowohl die Demokraten als auch die Republikaner bei den Amerikanerinnen andocken möchten. Und da in rund fünf Wochen Kongresswahlen anstehen, darf Michelle mal wieder richtig eifersüchtig sein. Denn die Republikaner buhlen mit Boyfriend Barack um die Gunst abtrünniger Wählerinnen, die der Partei von Ballermann und Jesus den Laufpass gegeben haben.

Übrigens mit gutem Grund: Republikanische Amateur-Gynäkologen wissen immer alles besser. Weibliche Sexualorgane? Fortpflanzung? Der kleine Unterschied? Abgehakt, abgehakt – und abgehakt! Nun wirbt die Sexperten-Partei mit einem pikanten TV-Auftritt um die Frauen. Star des Werbespots ist eine junge Frau, die ihr Verhältnis zu Barack öffentlich ausbreitet. Sie habe sich 2008 «in Obama verliebt», sagt die Frau. Und sie sei bei der Präsidentschaftswahl 2012 «bei ihm geblieben», wenngleich «unsere Beziehung in einer Krise steckte». Oho!

Jetzt aber ist Schluss: «Ich weiss, ich muss mit Barack noch zwei Jahre leben, aber seine Freunde kann ich loswerden.» Baracks Freunde, die Kongressdemokraten, will sie bei den Novemberwahlen loswerden! Ihn selber erst 2016, wenn Richard Nixon als republikanischer Präsidentschaftskandidat Auferstehung feiern wird. Gegen Ende des Werbespots klappt die junge Frau einen Laptop mit Barack auf dem Bildschirm zu – und weg ist er, der Boyfriend.

Bezahlt hat die Werbung eine republikanische Agitprop-Truppe namens «Amerikaner für gemeinsamen Wohlstand». Hierzu muss angemerkt werden, dass republikanische Agitprop-Truppen, deren Namen Wörter wie Wohlstand und Wachstum enthalten, grundsätzlich Vehikel zur Bereicherung von Milliardären sind.


Einen hat sie noch: Die schöne Unbekannte in der Zugabe «Enough».

Der republikanische Boyfriend-Spot ist allerdings nicht das erste Mal, dass Barack zwecks Stimmenfang ins Bett gezerrt wird. 2012 empfahl die Schauspielerin Lena Dunham Michelles Ehemann sogar zur Entjungferung: «Dein erstes Mal sollte nicht mit irgendeinem sein, du möchtest es mit einem tollen Typ machen», redete Dunham Erstwählerinnen ins Gewissen und implizierte damit, dass Mitt Romney eine eher lasche Nummer sei. Womöglich verstörte das anzügliche Blabla Michelle Obama, die versteinert danebensass, als die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt beim Begräbnis Nelson Mandelas ein Selfie von sich und Barack anfertigte. Schaut mal! Der tolle Typ und ich!

Begonnen hatte die freche Einmischung diverser Frauen in die Ehe der Obamas schon 2007. Damals meldete sich «Obama Girl» auf Youtube und versprach Barack ewige Liebe. «Hey, Barack, ich bin es», säuselte sie und dichtete im Stil von Britney Spears: «Baby, du bist der beste Kandidat/ Du kümmerst dich um die Sicherheit der Grenzen/ lass‘ uns die Grenze zwischen dir und mir niederreissen!» Wie das glühte zwischen ihr und Barack! Nein – es loderte!


Ein Klassiker: «Crush On Obama» von Barely Political. Videos: Youtube

6 Kommentare zu «Boyfriend Barack»

  • peter sagt:

    Obama hin oder her. wir in Sachsen sagen er ist eine pflaume. wie ich lese, er ist seid 6 jahren Präsident der USA? ist hier jemand der mir sagen kann wieviel Zivilisten weltweit, in der Regierungszeit dieses mannes, von amerikanischen Soldaten ermordet wurden?

  • Hanspeter Zürcher sagt:

    Martin Kilian ist „Praxis Dokter Ungenau“, er schreibt: Barack Obama sei in Kenia geboren. Das stimmt nicht, Barack hat 1961 in Honolulu das Licht der Welt erblickt. Wäre er in Kenia geboren, hätte gar nicht kandidieren können um USA Präsident zu werden. Denn USA Präsident kann nur einer werden, der in USA geboren ist:

    • Peter sagt:

      @Zürcher: nicht ganz korrekt. Man muss nicht in USA geboren sein, um „natural born American“ zu sein. So z.B. McCain, geboren in Panama als Sohn von US-Eltern, oder aktuell der mögliche Kandidat Ted Cruz, geboren in Kanada als Sohn von US-Eltern. Das Problem bei Obama wäre gewesen, dass Obama im Moment seiner Geburt in Kenia keine US-Eltern gehabt hätte, da Vater Kenianer und Mutter durch Heirat mit einem Kenianer auch Kenianerin. Zu jener Zeit (50er/60er) war nicht klar, ob eine US-Amerikanerin bei Heirat mit einem Ausländer das US-Heimatrecht verlor. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das klar: sie verlor es (analog zur Schweiz), später wurde gesetzlich festgehalten, dass sie es behalten durfte. In besagter Zeit gab es Gewohnheitsrecht: Sie behielt die Staatsbürgerschaft, das Gesetz war aber noch nicht angepasst. Bei einer tatsächlichen Geburt von Obama in Kenia wäre das tatsächlich endloses Juristenfutter geworden.

  • Hilde sagt:

    Ich bin Auslandschweizerin seit 40+ Jahren in der USA und Doppelbuergerin.
    Wenn diese Frau ihrem eigenenen Gehirngespinst glaubt, ist sie stupid and crazy. „Nimm Dein eigenes Problem zum Psychiater!“

  • John J Feller, SCV sagt:

    wiederum eine Bestaetigung, das US Frauen absolut keinen Geschmack haben.

  • Goran sagt:

    Herr Killians sarkastische Schanauze ist wirklich amuesant! Es ist besonders interessant, dass er einmal ueber zwei African American Raueber sprach und sicn dabei lustig machte, warum sie mit einer Pistole eine Apotheke ausrauben wollten! Etwa wegen Viagra? Ich glaube, dass er so etwas „Scherzhaftes“ gesagt hatte! Deshalb habe meine Zweifel, ob er in den Outskirts von South Central wie ich herumlaufen kann, obwohl ich nicht Afro Americaner bin! Was Herr Killian nicht versteht, ist das gewisse Herrschaften ziemlich gut darueber informiert sind, welcher Musik wo in den Stuben der gutbuergerlichen Eltern abgespielt wird! Vielleicht koennte Herr Killian eine Erholungskur im Kurzentrum gut tun?!

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