So schützen Sie Ihren Körper vor der Kälte

Von Kopf bis Fuss

Wer friert, nimmt eine unnatürliche Körperhaltung ein. Umso wichtiger ist warme Kleidung. Foto: iStock

Es muss nicht so eisig kalt sein wie zurzeit im Mittleren Westen der USA, wo die Temperaturen in der Nacht schon mal unter minus 40 Grad sinken. Auch wenn die Temperaturen nur wenige Grad unter null fallen, können sich körperliche Beschwerden und auch Krankheiten verschlimmern. Laut Studien steigt etwa an sehr kalten Tagen das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich. Aber auch kleinere gesundheitliche Beschwerden können sich bei Kälte verschlimmern. Tipps, wie man sich auch bei Kälte wohlfühlen kann.

Die Muskulatur lockern

Wenn wir frieren, verändert sich unsere Körperhaltung. Ein runder Rücken und hochgezogene Schultern können zu Verkrampfungen führen. Eine gute Entschuldigung, um auf der Couch rumzulümmeln. Für den Mediziner Frank Stehn ist allerdings in den meisten Fällen nicht die Kälte schuld an diesen muskulären Beschwerden, sondern ein genereller Bewegungsmangel. Eine Auskühlung gewisser Körperpartien mit den damit verbundenen Verspannungen der Muskulatur könne zu jeder Jahreszeit durch Zugluft ausgelöst werden.

Was hilft?

Nach Indoor-Aktivitäten oder nach einem Saunagang sollte man sich möglichst warm halten: Schichtenlook, Hightech-Materialien oder Thermo-Unterwäsche speichern Körperwärme besonders gut. Um muskulären Verspannungen vorzubeugen, helfen Schwimmen, Pilates, Yoga oder ein spezielles Rückentraining. Sind die Schmerzen bereits da, helfen ein wärmendes Bad und/oder eine Massage.

Den Kopf warm halten

Für Pinguinbabys ist ein guter Kälteschutz überlebenswichtig. Foto: iStock

Den Effekt kennen viele, wenn sie eine Glace zu schnell essen: plötzliche, ziehende Kopfschmerzen. Laut einem Artikel im «British Medical Journal» verspürt jede dritte Person nach dem Konsum von kalten Getränken und Speisen den sogenannten Brain-Freeze-Effekt. Wenn die kalte Glace mit den Kapillaren in der Mundhöhle in Berührung kommt, ziehen sich die Blutgefässe schlagartig zusammen, um einen Verlust der Körpertemperatur zu verhindern. Das Gleiche kann passieren, wenn wir den Kopf ungeschützt der Kälte aussetzen. Unser Organismus versucht, die plötzliche Kälte auszugleichen – in Form einer Extraportion Blut, die er ins Gehirn pumpt. Der schnelle Blutfluss verursacht eine Art Überdruck in den Blutgefässen, was sich in Form eines stechenden Schmerzes bemerkbar macht.

Was hilft?

Da im Winter meistens der ganze Körper warm eingekleidet ist, geht viel Wärme über den Kopf verloren. Darum die ganze Kopfregion, inklusive Ohren, Stirn und Nacken, möglichst warm einpacken.

Die Haut richtig pflegen

Reagiert schon eine sonst unkomplizierte Haut auf den ständigen Wechsel zwischen warmer Heizungsluft und kalten Aussentemperaturen mit Rötungen, Reizungen und trockenen Stellen, leiden Menschen mit Hautkrankheiten wie Psoriasis umso stärker.

Was hilft?

Bei Psoriasis-Verdacht sollte man einen Dermatologen aufsuchen. Um die Haut gesund zu halten, hilft es, mehr zu duschen und weniger zu baden, denn heisses Wasser lässt die Haut aufquellen. Zur Pflege eignen sich Jojoba- oder Mandelöl. Lotionen mit Lipiden, mit Urea oder Glycerin binden das Wasser und wirken rückfettend. Bei einem Aufenthalt im Freien sollten Cremen und Öle allerdings wasserfrei sein, sonst drohen Erfrierungen der Haut.

Gelenke geschmeidig halten

Gelenksschmerzen (Arthralgie) treten vor allem bei älteren Menschen bei einem Kälteeinbruch häufig auf. Circa 2 Millionen Menschen in der Schweiz leiden besonders im Winter unter Gelenksbeschwerden. Denn bei Kälte nimmt die Viskosität der Gelenksflüssigkeit zu, und der Gelenksknorpel nimmt weniger Nährstoffe auf.

Was hilft?
Eine Ernährung mit wenig rotem Fleisch. Die Arachidonsäure, die in diesem zu finden ist, kann Entzündungen begünstigen. Kälte- oder Wärmebehandlungen, schonende Bewegung und Heilpflanzen können helfen, Schmerzen zu bekämpfen.

2 Kommentare zu «So schützen Sie Ihren Körper vor der Kälte»

  • Michael sagt:

    Hightech-Materialien machen unsere Umwelt kaputt.

  • Berto Huberdinger sagt:

    Ja, traurige Welt. Jetzt wird den Menschen schon erklärt, wie sie sich im Winter anziehen sollen, um sich vor Kälte zu schützen. Das ist genau so, wie wenn bei Schneefall über die Medien vor Schneeglätte auf den Straßen gewarnt wird. Sind die Menschen heute wirklich so doof, dass man ihnen alltägliche Sachen aus dem ganz normalen Leben erklären muss?

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