Biologische Ernährung senkt das Krebsrisiko

Von Kopf bis Fuss

Biologisch angebaute Lebensmittel tun Mensch und Umwelt gut. Foto: iStock

Biologisch gleich gesund. Diese Gleichung stimmt für viele Konsumentinnen und Konsumenten. Doch ob biologisch angebaute Lebensmittel wirklich gesünder sind als durch die konventionelle Agrarindustrie produzierte Produkte, ist nicht unumstritten und immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Daher erregte eine französische Studie, gemäss der biologische Ernährung das Krebsrisiko um rund 25 Prozent reduziert, kürzlich grosses Aufsehen.

Die Ernährungsepidemiologin Julia Baudry wertete mit ihrem Team am französischen Forschungsinstitut Inserm entsprechende Daten aus der grossen NutriNet-Santé-Studie aus. In deren Rahmen haben 69’946 Franzosen – davon 78 Prozent Frauen – seit 2009 über einen Internetfragebogen Auskunft zu ihren Ernährungsgewohnheiten gegeben. Nach viereinhalb Jahren waren 1340 an Krebs erkrankt. Von dem Viertel der Studienteilnehmer, die regelmässig biologische Lebensmittel kaufen und konsumieren, erkrankten 25 Prozent weniger an Krebs als von jenem Viertel, das am wenigsten Bionahrung konsumierte, heisst es in der Zusammenfassung der Studie. Am deutlichsten sei der Unterschied bei den Lymphomen, und da noch stärker beim Non-Hodgkin-Lymphom.

Pestizide gelangen in den Körper

Laut dem deutschen «Ärzteblatt» könnten vor allem Pestizide in konventionell produzierten Nahrungsmitteln Krebserkrankungen fördern: «Laut einem Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit aus dem Jahr 2018 enthalten 44 Prozent der konventionell hergestellten Lebensmittelproben Rückstände von einem oder mehreren Pestiziden, während dies bei organisch angebauten Produkten nur zu 6,5 Prozent der Fall ist.» Eine US-Studie habe gezeigt, dass Konsumenten von Bio-Food eine niedrigere Konzentration von Dialkylphosphaten im Urin aufwiesen. Diese sind ein Anzeichen für die Exposition mit Pestiziden. Und eine neuseeländische Studie habe gezeigt, «dass der Umstieg auf Biolebensmittel bereits nach sieben Tagen die Pestizidkonzentration um 90 Prozent senken kann».

Auch die französische Studie vermutet, dass das häufigere Auftreten von Pestizidrückständen in konventionell erzeugten Lebensmitteln im Vergleich zu Biolebensmitteln eine der Ursachen für den Unterschied in der Krebshäufigkeit ist. In einer Pressemitteilung erwähnt das Inserm als weitere mögliche Erklärung «potenziell höhere Konzentrationen bestimmter Mikronährstoffe (Carotinoid-Antioxidantien, Polyphenole, Vitamin C oder vorteilhaftere Fettsäureprofile) in ökologischen Lebensmitteln».

Auf die inneren Werte kommt es an

Was mein Ernährungsverhalten betrifft, so versuche ich, auf die Signale meines Körpers zu hören und Verantwortung für mich und die Umwelt zu übernehmen. Das bedeutet nicht, dass ich mich ausschliesslich vegetarisch oder gar vegan ernähre. Aber ich konsumiere bewusst. Wenn also Fleisch oder Fisch, dann weniger häufig, dafür aus artgerechter Tierhaltung oder nachhaltigem Fang. Und wenn immer möglich, gebe ich biologischen Lebensmitteln den Vorzug, auch wenn in der Gemüse- und Früchteabteilung die anderen rein optisch oft mehr hergeben. Auch hier gilt, wie bei den Menschen: Die inneren Werte zählen letztlich mehr.

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