Amber Heards Karambolage-Kleid

Schauspielerin Amber Heard mit Regisseur James Wan an der «Aquaman»-Premiere in Peking. (Foto: Keystone)

Was passiert, wenn ein Kinostar wie Amber Heard, die eigentlich für ihren lässig-coolen Kleiderstil bekannt ist, ein Modell eines Labels trägt, das bis vor kurzem genau für diese Eigenschaften bekannt war?

Die überraschende Erkenntnis, dass manchmal eine einfache Gleichung nicht aufgeht. Und dass, wie in diesem Fall, zwei Pluspunkte nicht automatisch ein Superplus, sondern genau das Gegenteil ergeben: einen modischen Tiefflug der Extraklasse. So geschehen kürzlich in Peking bei der Filmpremiere von «Aquaman».

Ungesunder Teint und unvorteilhafte Proportionen

Modischer Tiefflug: Schauspielerin Amber Heard bei der Première von «Aquaman» in Beijing. (Fotos: Getty Images)

Modischer Tiefflug: Amber Heard bei der «Aquaman»-Premiere. (Fotos: Getty Images)

Und für einmal war der Vergleich «ein Outfit wie ein Unfall» treffend: Irgendwie will man nicht hinschauen, aber trotzdem möchte man das ganze Ausmass dieser Fashion-Karambolage begreifen. Auf den ersten Blick irritierend wirken bereits die verschiedenen Hauttöne der 32-Jährigen. Während Heards Arme und Beine leicht bläulich schienen, leuchtete die offenherzige Brustpartie in einem leicht gelblichen Ton. Und irgendwie schien Heards sonst sehr schlanke Figur kompakt, was nicht nur am Grössenunterschied mit Regisseur James Wan lag, der zur Feier des glamourösen Anlasses mit einer leicht ausgebeulten Bluejeans erschien.

Doch zurück zu Amber Heards Outfit, und seinen speziellen Proportionen. Die Flügelärmel des Kleides sind zu kurz und zu voluminös geschnitten und betonen Ambers Oberarme nicht gerade vorteilhaft. Die Style-Regel, entweder Bein oder Décolleté zu zeigen, wurde hier grosszügig ignoriert, leider nicht zum Vorteil der Trägerin. Und der geflochtene Haarkranz im Oktoberfeststil steht im ausgeprägten Kontrast zum erotischen Look des Kleides.

Ein Label, zwei gegensätzliche Designer

Verantwortlich für diesen Look ist der Designer Hedi Slimane, der im Februar dieses Jahres die Verantwortung für das Label Celine von seiner Vorgängerin Phoebe Philo übernommen hat (und als Erstes das Aigu im Labelnamen streichen liess). Und Slimane muss natürlich versuchen, dem Brand schnell seinen Stempel aufzudrücken, denn die modischen Fussstapfen seiner Vorgängerin sind ziemlich gross. Phoebe Philo war eine der erklärten Lieblingsdesignerinnen erfolgreicher (und gut betuchter) Frauen, die die zeitlose Modernität ihrer Kollektionen und ihren minimalistisch-sinnlichen Stil liebten – der oft auch an Jil Sander erinnert. Ein alltagstauglicher Stil für die erfolgreiche Businessfrau, die weit geschnittene Marlène-Hosen mit einem üppigen Rollkragenpullover und einem weit geschnittenen Mantel kombinieren. Und Philo bewies, dass Frauen keine High Heels brauchen, um weiblich zu wirken. Coole Sneakers können das nämlich auch.

Ein Celine-Modell von Phoebe Philo an der Pariser Fashion Week 2017.

So wurde Amber Heards Slimane-Kleid an der Pariser Fashion Week 2018 präsentiert.

Ganz anders der Stil, für den Hedi Slimane steht. Er zeigte seine erste Kollektion für Celine an den Pariser Fashion Week im letzten September, die auf Rock-’n’-Roll-Ästhetik setzte und von männlichen und weiblichen Models präsentiert wurde. Während Philo Kleider für erwachsene Frauen mit ebensolchen Körpern designte, setzt Slimane auf sehr dünne Models. Was bei der Kundin besser ankommt, wird sich zeigen. Sicher ist, dass Slimanes Modell bei einem sehr zierlichen, asiatischen Model um einiges besser aussah als bei Amber Heard, die ein klärendes Wort mit ihrer Stylistin sprechen sollte.

30 Kommentare zu «Amber Heards Karambolage-Kleid»

  • Maike sagt:

    Ich mein, das ist doch nur die Meinung einer einzelnen Person, die dieses Outfit jetzt fürchterlich schrecklich findet. Mir aber gefällt es. Und nun ? Das ist doch gerade das Schöne an der Mode oder an Dingen generell – die Schönheit entsteht in den Augen des Betrachters.

  • O.Freitag sagt:

    Abgesehen davon dass das Kleid häßlich ist …
    Sind die in Hollywood eigentlich bescheuert? In einem Jahr die ‚metoo Debatte und eine Dressing-Regel für Awards und im nächsten jahr macht frau weiter wie bisher: heißt halbnackt, ordentlich Decoltee damit auch jeder sieht, nix BH. dabei gibts auch Ausführungen die man praktisch nicht sieht.
    Jedenfalls stellt sich die Frage, was will frau damit eigentlich erreichen? Oder sind die Designer die mit aller Gewalt auffallen wollen und frau ziehts an weils umsonst ist? Ach nee, es war ja immer so, dass frau sich nur für sich selbst schön macht … egal, solche Kleider zieht frau im „Club“ an, aber nicht in der Öffentlichkeit.

    • Maike sagt:

      Das stichwort hier heisst Geschlechtsdimorphismus. Bei den Nichtsäugetieren ist es weit verbreitet, das eins der Geschlechter – meist sogar das Männchen – wesentlich bunter ist und damit das Weibchen anlocken möchte.
      Bei Säugetieren gibt es das eher weniger, hier sind es mehr die körperlichen Vorzüge – Geweih des Hirsches z.B., womit man den anderen beeindrucken will. Davon abgeleitet ist es nur verständlich, wenn Frauen ihre Reize zeigen. Und mal ehrlich – der Bachelor ist doch das beste Beispiel, das auch die Männer was zu zeigen haben, oder ?

  • Berenice sagt:

    Ich wundere mich immer wieder darüber, dass all diesen
    Witzfiguren aller Couleur und beider Geschlechter aus dem sogenannten Showbiz uneingeschränkte Aufmerksamkeit geschenkt und jedem ihrer noch so unbedeutenden Flatulenzen eine Plattform in den sozialen Medien geboten wird – und – dass sich auch noch jemand dafür interessiert.

  • Peter Maier sagt:

    So ein Bla. Mich interessieren eher die coolen Stiefel des Regisseurs…weiss jemand, von wem die sind?

  • R. Wenger sagt:

    Ich sehe weniger auf das Kleid, als auf die Trägerin. Und die dürfte mit einer Stabheuschrecke verwandt sein. Als Kontrast empfehle ich einem Blick auf die Venus vom Esquilin .

  • Reto sagt:

    Amber Heard gilt als eine der schönsten Frauen ohne Make up (natural looks).
    Es spricht eindeutig für sie, dass sie selbst mit schlechtem Make up und einem
    eher unschönen Kleid immer noch besser aussieht als halb Hollywood.
    Zudem ist sie nicht nur hübsch, sondern auch sehr intelligent.

  • Herbert Berger sagt:

    Mode und Style ist so was von überbewertet.

  • Karl-Heinz sagt:

    Mir gefällts. Einfach und schlicht, nicht zuviel und nicht zu wenig. Also sie dürfte neben mir wohnen. (Ich höre jetzt aus dem Off ein gewisses Schnauben, Fauchen und Zischen).

    • Reto sagt:

      Lieber Karl Heinz
      Ich schnaube, fauche und zische nicht aus meinem Off. Schliesse mich höchstens deinem Nachbarschaftswunsch an… Smile…
      Was soll dieser Aufschrei und diese Prüderie ? In jedem Fetisch oder Dessous Laden hängen solche schwarzen Teile rum. Werden diese neckischen Dinger dann an der Street Parade oder so getragen klatschen alle Beifall.
      Verkehrte Welt.

  • Verena sagt:

    sehr unvorteilhaft, dieses Kleid. Die Aermste sieht aus wie ein Preisboxer mit zu kurzen Beinen.

  • Luigi Arlotti sagt:

    Das exzessive Zurschaustellen „nackter Haut“ (in der Gegend, wo es ums „Eingemachte“ geht), sendet eindeutige Signale aus. Die gleichen Leute beklagen sich dann über Bedrängung und Nötigung, vorzugsweise unter dem #metoo-Label! Das ist wirklich pervers!

    • Anh Toàn sagt:

      Dann müssen sich die Porsche und andere fette Koffer Fahrer auch nicht beklagen, wenn deren Rückspiegel abgebrochen werden und die Metallic Lackierung zerkratzt wird. Und „pervers“ sind die Villen Besitzer, die sich über Einbrecher beklagen auch.

      • Anh Toàn sagt:

        Das „exzessive Zurschaustellen“ von reichtum sendet eindeutige Signale aus: Ich bin ein Gewinner und ihr seit die Loser. Und dann wundern genau die sich!

      • Tanja sagt:

        Victimshaming as it best.
        Diese Hinterwäldleransicht ist eine Schande für unsere Zivilisation.
        Und wenn die Boulvarzeitung mal wieder Übergriffe Instrumentalisiert, die dann -weil Herkunft des Täters so schön passt- prominent auf dem Titelblatt verbreiten, meinen die selben bigotten Männer für die Freiheit und Sicherheit von uns Frauen einspringen zu müssen.
        Zum Kotzen.

        Frauen können tragen was sie wollen.
        Scheissegal ob ‚zu sexy‘ und/oder unvorteilhaft!
        Das sollte die selbsternannte Stylepolizei wie auch der ewiggestrigen Kerl mal versrehen!

  • Katharina Anna sagt:

    Sorgen gibt’s…..

  • Andreas sagt:

    Sich über den Teint eines weissen Menschen aufregen und sich darüber auslassen gilt so richtig zum guten Ton.

  • Anh Toàn sagt:

    Warum steht die denn da in diesem Kleid? Um Promotion für ihren Film zu machen und nicht für ein Modelabel. Und der Beitrag hier zeigt, es hat funktioniert.

    • Pjotr Müller sagt:

      Ach ja? Wo haben Sie den etwas über einen Film gelesen?

      • Anh Toàn sagt:

        Einmal im Text und einmal unter dem Titebild: Der Film heisst Aquaman und der Regisseur James Wan. Dazu gibt es sogar einen Link im Text zu „Aquaman“: Der Link führt zu einem Trailer zum Film.

        Ohne dieses Kleid, bzw. den Bericht darüber, wüsste ich nichts von diesem Film.

  • marsel sagt:

    Alles eine Frage der Beleuchtung. Die blauen Beine dürften vom blauen Teppich und der blauen Jeans neben dran herrühren. Überhaupt, ich denke nicht, dass jemand von uns dort war, um das mit eigenen Augen zu sehen. Fotos sind alles mögliche, nur farbecht sind sie nie. Meistens wurden sie x-mal bearbeitet, umkopiert und neu komprimiert, bis wir sie zu sehen bekommen. Da bleibt wenig von der Realität übrig.

    • Fritz sagt:

      Danke. War das erste, das ich gedacht habe.
      -> Mich erstaunt ein bisschen, das jemand Menschen aufgrund Fotos beurteilt, der von Fotos offensichtlich keine Ahnung hat…

      • Asta Amman sagt:

        Sicher: Es gibt Kleider, die Ms. Heards Vorteile besser zur Geltung bringen würden. Soviel Aufregung hat der Fummel aber keineswegs verdient. Auf dem Bild sehe ich eine ausgesprochen hübsche Frau in einem eher hässlichen Kleid. Und das gucke ich mir immer noch lieber an, als eine tolle Robe an einer – nun ja.

    • F. Peter sagt:

      na ja, wenn dieses Foto bearbeitet, umkopiert, neu komprimiert wurde- ja dann müsste man den Bearbeiter verklagen! Oder war’s „gar a mänt“ eine Bearbeiterin?

  • Karl-Heinz sagt:

    Na, wie verklemmt sind wir denn?

    • Ursula Haass sagt:

      Das hat mit verklemmt nichts zu tun – das ist einfach nur hässlich! Wie heisst es so schön? Weniger ist mehr!
      Dann lieber gleich nackt, das wäre dann natürlicher!

      • F. Peter sagt:

        Immer getreu dem Motto:
        Auch der Metzger und der Bäcker stellt aus was er hat!
        Sehen wir den (blutten) Tatsachen doch in’s Auge, je mehr bluttes Fleisch zu sehen ist, je höher ist das Ansehen, der „Erfolg“ das frau gewinnt. Und jede macht da mit. Kein Werbespot, wofür auch immer – sei es für Auto oder deren Pneu, sei es für Schoggi oder Bettwäsche – , geht ohne ein mehr oder weniger nacktes Model.

      • F. Peter sagt:

        Wie heisst es so schön?
        Weniger ist mehr!
        Was wollen sie denn? Genau das – weniger Stoff – hat sie ja getan!

Kommentar

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