Kaffee kann das Darmkrebsrisiko senken

Unterschätzter Muntermacher: Immer mehr Studien beweisen die gesundheitsfördernde Wirkung von Kaffee. (Foto: iStock)

Am Morgen in die Gänge zu kommen, ist für mich die erste grosse Herausforderung eines jeden Tages. Ohne eine anständige Portion Koffein – in Form eines doppelten Espressos mit etwas Milch, den ich meinem Organismus noch vor dem Aufstehen im Bett zuführe – geht bei mir gar nichts. Dass ich in der Vergangenheit immer wieder mal gehört habe, Kaffee sei ungesund, weil er beispielsweise den Körper entwässere, hält mich nicht davon ab. Zudem lese ich in letzter Zeit immer öfter über Studien, die genau das Gegenteil belegen. Im letzten Jahr etwa machte eine in zehn europäischen Ländern breit angelegte Studie mit über einer halben Million Teilnehmern Schlagzeilen, die zum Schluss kam, dass wer Kaffee trinke, länger lebe. Weil Kaffee offenbar verschiedene Gesundheitsrisiken mindert.

«Kaffee senkt Darmkrebsrisiko» war eine dieser Schlagzeilen. Das DeutscheGesundheitsPortal (DGP) setzte diesen Titel über die Zusammenfassung einer in der saudiarabischen Provinz Mekka durchgeführten Studie. Die Wissenschaftler aus Jordanien und Saudiarabien verglichen die Essgewohnheiten von Patienten mit Darmkrebs mit jenen von gesunden Personen. Dabei hätten die Forscher festgestellt, «dass manche Lebensmittel einen schützenden Effekt bezüglich Darmkrebs» haben, heisst es in der Zusammenfassung: «So senkten Milchprodukte (1 bis 5 Portionen am Tag), Hülsenfrüchte (3 bis 5 Portionen am Tag), Blattgemüse (1 bis 5 Portionen am Tag), Olivenöl (1 bis 5 Portionen am Tag), schwarzer Tee (mindestens 3 Tassen am Tag) und Kaffee (mindestens eine Tasse am Tag) das Darmkrebsrisiko.»

Sportlicher dank Kaffee?

Im gleichen DGP-Newsletter mit der Darmkrebsstudie stiess ich auf die Zusammenfassung einer Studie von Wissenschaftlern der australischen University of Queensland, welche besagt, dass Kaffeetrinken sportlich mache. Tina Skinner, die an der Faculty of Health and Behavioural Sciences der School of Human Movement and Nutrition Sciences an der Queensland-Uni forscht, stellte fest, dass Frauen, die täglich ein oder zwei Tassen Kaffee oder Tee trinken, sich seltener müde fühlen und mehr Energie haben. Die Studie stützt sich auf die Daten einer Langzeituntersuchung, an der mehr als 7500 Frauen teilnehmen. Bei den Kaffeetrinkerinnen sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein empfohlenes Level an sportlicher Betätigung erreichen, um 17 Prozent, bei Teetrinkerinnen zwischen 13 und 26 Prozent höher als bei jenen Frauen, die auf diese Stimulans verzichten. Tina Skinner erwähnt dazu ebenfalls, dass Koffein auch mit einer Verringerung des Risikos für Diabetes Typ 2, Demenz und verschiedene Krebsarten in Verbindung gebracht werde.

Solche Meldungen freuen mich als Kaffeetrinkerin natürlich. Denn neben der Tatsache seiner gesundheitsfördernden Wirkung: Ein frisch gebrühter Kaffee schmeckt einfach unglaublich gut. Nur die Aussage, dass Kaffeetrinken sportlich aktiver macht, kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Aber was noch nicht ist, das kann ja noch werden.

27 Kommentare zu «Kaffee kann das Darmkrebsrisiko senken»

  • Renzo Meier sagt:

    Kaffee ist ziemlich sicher nicht per se gesundheitsfördernd.
    In Massen genossen, ist er aber wahrscheinlich nicht besonders schädlich.
    Letztlich denke ich aber, dass es – wie bei so vielem – individuell ist.
    Mir persönlich schlägt er zu sehr auf die Verdauung. Deshalb ist er für mich wohl ungesund.
    Genau so, wie die ach-so-gesunden Hülsenfrüchte und Knoblauch.
    Wenn ich davon nachts schmerzhafte Blähungen bekomme und kaum schlafen kann, ist das mit Sicherheit für mich nicht gesund.
    Allgemein sind die „Erkenntnisse“ der „Ernährungswissenschaft“ mit Vorsicht zu geniessen und auf jeden Fall mit dem individuellen empfinden abzugleichen.

  • Ruedi Gmür sagt:

    2o jahre kaffeegenuss
    20 jahre durchfall
    Hierba mate ist die lösung koffein pur!!

    • Marcus Ballmer sagt:

      50 Jahre Kaffeegenuss. Noch nie Durchfall gehabt deswegen. Spontan wollte ich sagen, dass dies vielleicht eine Kopfsache ist. Aber ist irgendwie unpassend…

  • Andreas Inderbitzin sagt:

    Aber das ist doch mittlerweile kalter Kaffee

  • Leo Schmidli sagt:

    Der Artikel ist ein Fall für die Sprachsprechstunde von Martin Ebel: Kann ein Lebensmittel (un)gesund sein? Nein, kann es nicht! Lebewesen können gesund oder krank sein, Lebensmittel können TEILE davon in die eine oder andere Richtung beeinflussen, manchmal auch gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen.

    • Leo Schmidli sagt:

      Zu den zitierten Studien:
      Ist ein längeres Leben mit Gesundheit gleichzusetzen? Offensichtlich nicht, wird aber hier bei der Studie mit 500’000 Teilnehmern getan. Und: „Coffee-drinking habits were assessed only once.“ Ein bisschen wenig bei einer Studie, die rund 16 Jahre lief.

    • Leo Schmidli sagt:

      Mekka-Studie: Wenn man mehr als den Abstract liest, dann erkennt man schnell, dass der Aufbau völlig ungeeignet ist.

      1. Wechselwirkungen werden überhaupt nicht berücksichtigt. Ist die tiefere Krebsrate auf Kaffee zurückzuführen? Oder nicht doch eher auf die grösseren Mengen Gemüse, die gegessen werden?
      2. Daten zur Studien- und Kontrollgruppe: Der Grossteil aller Teilnehmer ist übergewichtig, teilweise adipös. Die Kontrollgruppe kommt offensichtlich im Wesentlichen aus der Oberschicht, zeigt sich an Jobstatus, Bildung und Einkommen, ist auch viel sportlicher. Ein Drittel der Patienten sind dagegen Analphabeten.
      3. Und wie wurde die Kontrollgruppe rekrutiert? Besucher der Kranken und Krankenhauspersonal!!!

      Die übrigen Studien schaue ich mir gar nicht erst an.

    • Ralf Schrader sagt:

      Nur Menschen können gesund sein, andere Lebewesen nicht. Gesundheit ist eine Leistung der Vernunft, welche Tiere nicht haben. Die Fähigkeit Gesundheit zu fühlen setzt einen Menschen in die Lage, Gesundheitsstörungen in einem Bild zu spiegeln und dieses mit einem Wunschsoll zu vergleichen.

      Ergibt sich ein kohärentes Bild, fühlt der Mensch sich gesund, was aber nicht ausschliesst, schwer krank zu sein. Für Krankheiten fehlt Menschen das Sensorium, Krankheiten werden erst gefühlt, wenn sie eine Gesundheitsstörung erzeugen. Bei bestimmten Krebsen ist es dann längst zu spät.

      Deshalb kann es gesundheitsfördernde Regimes geben, Sport an erster Stelle, aber keinen gesundheitsfördernden Substanzen oder Gegenstände. Kaffee und Lebensmittel haben keine Gesundheitseigenschaften.

      • Peter Aletsch sagt:

        Absurditäten. ‚Nur Menschen können gesund sein, andere Lebewesen nicht.‘ Wäre schön, wenn ich meinen Kater nicht so oft wegen Bissen, gefolgt von Infektion und Abszess, zum Tierarzt bringen müsste. Zum Glück gibt es eine Tier-Krankenversicherung. Aber Tiere können ja gar nicht gesund oder krank sein. Ob er gemerkt hat, dass Recken und Strecken nach dem Aufstehen oder Fellputzen nichts mit Gesundheit zu tun hat?

      • Peter Aletsch sagt:

        ‚Ohne eine anständige Portion Koffein … geht bei mir gar nichts.‘ Das ist natürlich weitgehend Folge der physiologischen Anpasssung an dieses Aufputschmittel. Ohne gäbe es weniger Abfall des Aktivitätsniveaus und somit weniger Bedarf an Restitution. Es fällt auf, dass Kinder und Jugendliche nur ausnahmsweise Kaffee benötigen. Weil sie eben noch genug aktiv sind. Der Kaffeebedarf ist somit ein Mass für die Alterung. Es gibt kaum alte Leute, die nicht Kaffee brauchen. Ich werde nicht.

  • Maike sagt:

    Generell – ob den eine saudiarabische Studie aus der Provinz Mekka so 1:1 auf die Schweiz zu übertragen ist ? Haben die da das gleiche Wasser wie wir ? Welche Kaffeesorten trinkt man da ? Wie werden die anderen aufgeführten Lebensmittel zubereitet ???
    Ohne diese ganzen Informationen ist diese Studie nicht das Papier wert auf dem sie gedruckt wurde.

  • Dan Horber sagt:

    Na ja, diese Studien. Ein wenig wie beim Alkohol. Da werden einzelne Aspekte isoliert betrachtet. Und weil die Mortalität in dieser Frage dann reduziert ist, was beim Darmkrebs ja einleuchtet, jeder Kaffeetrinker weiss, wie die Darmtätigkeit angeregt wird und eine verkürzte Passagezeit ist für den Darm gesünder, ja., deshalb wird dann gefolgert, Kaffeetrinken sei gesund. Das ist aber Wunschdenken. Was diese ganzen Studien nie beleuchten ist, dass Kaffee abhängig macht. Und jedes mir bekannte Suchtmittel führt langfristig zu Persönlichkeitsveränderungen. Wie weit begünstigt das dann zB das Rauchen? Wurde dieser Effekt einmal untersucht? Wie weit schwächt es die Willenskraft? Zwar subtil aber doch so, dass es Folgen hat? Da gibt es viele offene Fragen.

  • Daniela Kraft sagt:

    Wieso Kaffee? Heute ist es Zucker, der angeblich ungesund sein soll. Und morgen gibt es wieder was neues Ungesundes. So dreht sich das Karussell immer weiter und die Interessensgruppen, Gesundheitsapostel und Studienautoren verdienen kräftig mit.

  • Christian Stamm sagt:

    Ein „wissenschaftlicher“ Fehlschluss zu behaupten, Kaffe sei gesund. Die Studien belegen nur, dass Kaffetrinker offenbar über eine bessere Konstitution verfügen, als jene, die verzichten. Ich trinke Mengen von Kaffe täglich, dazu Alkohol und Schokolade und bin mit 66 kerngesund, aber nicht wegen, sondern trotz des Konsums – und ich kann klar denken.

  • Martin Frey sagt:

    Kaffee war nie ungesund, ebenso wenig wie der Konsum von Eiern, wurde aber irgendwann einfach verteufelt und quasi in eine ernährungstechnische „Schmuddelecke“ gestellt. Ohne grosse Evidenz, notabene.
    So ändern sich angeblich sakrosankte Ernährungsdogmata alle 10 Jahre. Mit etwas mehr Gelassenheit steht man da drüber.

    • Ralf Schrader sagt:

      Gesundheitszuweisungen an Lebensmittel oder Drogerieartikel kennen wir erst seit ca. 1955. Die entstammen samt und sonders den PR- Abteilungen der Lebensmittel- und Pharmakonzerne.

      Das ist schon paradox, weil zu dem Zeitpunkt die Gesundheitsdefinition der WHO längst bekannt war und jeder wissen konnte, dass man keinem Ding die Attribute ‚un- gesund‘ verleihen kann. Dinge können nur Bezug zu Krankheiten haben, aber Krankheiten haben keinen direkten Bezug zu Gesundheit.

  • Marc sagt:

    Kaffee kann gar nicht ungesund sein. Sonst wäre dreiviertel der Menscheit todkrank.

    • Ralf Schrader sagt:

      Wenn etwas ungesund ist, bedeutet das nicht es sei krankmachend. Eine (Lebensmittel-) Vergiftung ist keine Krankheit, Unfälle allgemein sind es nicht. Auch wenn Kaffee ab einer bestimmten Dosis der Gesundheit schaden wird, weil das alle Stoffe ab einer kritischen Menge tun, mit Krankheit hätte das nichts zu tun.

      Umgekehrt, wenn Kaffee Krankheiten bedingen könnte, müsste deswegen die Gesundheit nicht beeinträchtigt sein. Nach und nach verlieren alle Krankheiten ihren Gesundheitswert. Selbst der manifeste AIDS ist inzwischen gesundheitsneutral, wohl aber eine schwere Krankheit.

  • M. Cesna sagt:

    Gut, der sportliche Aspekt könnte die Kaffeemühle betreffen: Von Hand gedreht, statt mit schnödem Strom produziert, wirkt doch der Kaffee wesentlich särker!
    Man weiss dann schon, dass man auch selber was dafür gemacht hat.

  • Ralf Schrader sagt:

    Nein, Kaffee ist nicht gesund. Selbst wenn Kaffee, was ich aber für extrem unwahrscheinlich halte, Krankheitsrisiken senken könnte. Mit Korrelationen allein kann man Risiken nicht beschreiben.

    Aber was Gesundheit angeht, ein ganz anderes Thema als Krankheiten, es gibt nichts Gegenständliches, was Gesundheit fördern kann. Man kann Gesundheit auch nicht messen, oder beschreiben. Gesundheit ist nur ein Gefühl, nichts Existierendes.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Kaffee enthält wegen dem Röstprozess jede Menge krebserregende Stoffe. Ein gesunder Mensch kann aber einige Tassen Kaffee pro Tag ohne Schaden überstehen, vermutlich kompensiert die Wirkung des Koffeins die schädlichen Substanzen. Ich warte schon mal auf die nächste Studie, die die Schädlichkeit von Kaffee beweist. Im übrigen ist das Interessanteste an den Studien immer, wer mit welchen Interessen die Studie finanziert hat.

      • Martin Frey sagt:

        Seltsam, hat doch die IARC 2016 eine schlüssige Karzinogenität von Kaffee nach Auswertung von über eintausend Studien nicht belegen können. Nachdem sich das Gerücht seit den 90er Jahren hartnäckig hielt.

      • Ralf Schrader sagt:

        Im Falle von Kanzerogenität hätte das keine direkten Auswirkungen auf die Gesundheit. Man wird nur krank. Erst später und meist viel später kann dann auch die Gesundheit leiden.

  • Ruedi Meier sagt:

    Espresso ist eigentlich die falsche Kaffeevariante um „in die Gänge“ zu kommen, denn Espresso enthält weniger Koffein als ein langer Kaffee. Irrtümlicherweise glauben viele Leute, es wäre umgekehrt, dabei kann das gar nicht sein. Das Koffein reduziert sich ja nicht wenn mehr Wasser dazukommt, im Gegenteil. Je länger das Wasser durch den Kaffee fliesst desto mehr Koffein löst sich daraus. Unter Umständen enthält ein doppelter Espresso weniger Koffein als ein langer Kaffe, der schön langsam entsteht.

    • Penumbra Noctis sagt:

      Das klingt schluessig, Herr Meier. Allerdings wird beim Espresso das Wasser mit hoeherem Druck durch den Kaffee gepresst (daher ja der Name), was dann auch wieder einen Einfluss hat. Ansonsten waere wohl die kalte Extraktion die koffeinhaltigste Variante, gefolgt vom Filterkaffee und der French Press. Ich frage mich, ob es dazu nicht bereits Forschungsergebnisse gibt.

      • Ruedi Meier sagt:

        Ob mit höherem Druck kommt doch auf die Maschine drauf an. Eine normale Haushaltmaschine wird kaum mit unterschiedlichem Druck betrieben. Was wir im Haushalt haben nennt sich immer Espresso-Maschine auch wenn man damit einen langen Kaffee macht. Bei höherem Druck wird möglicherweise noch weniger Koffein gelöst da das Wasser schneller durch ist. Tatsächlich ist der Filterkaffe am koffeinhaltigsten. Vermutlich aber kaum mit kalter Extraktion, macht ja keinen Sinn.

Kommentar

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