Stressfrei zu einer guten Figur

Sonnenlicht und regelmässige Meditation haben nicht nur einen Einfluss auf unsere Psyche, sondern durch ihre beruhigende Wirkung auch auf unsere Figur. Foto: pxhere

Momentan scheint, neben der grassierenden Grippe, das Thema Abnehmen unglaublich interessant zu sein. Wo immer ich auch hingehe, werden die Vor- und Nachteile verschiedenster Ernährungsformen diskutiert – gerne auch bei einem guten Essen. Denn irgendwie scheint das besonders Spass zu machen, während man sich den Bauch vollschlägt. Das Wort Diät wird bei diesen Gesprächen allerdings tunlichst vermieden; gut informierte Menschen wissen inzwischen, dass diese meistens nicht sehr erfolgreich sind. Und inzwischen scheint ja jeder ein Ernährungsexperte zu sein.

Momentan in aller Munde ist das sogenannte Intervall-Fasten, bei dem nur zu bestimmten Zeiten gegessen werden darf. Prominenter Vertreter dieser angesagten Ernährungsart ist der deutsche Arzt und Comedian Eckhard von Hirschhausen, der kürzlich, zusammen mit der Illustrierten «Stern», das Magazin «Gesund Leben» lanciert hat. Hirschhausen beschreibt darin, wie er mit dieser Methode zehn Kilo abgenommen habe. Tönt fast zu gut um wahr zu sein, und sehr verlockend, denn in den letzten Wochen ist der Heisshunger bei mir zu Gast. Und er giert nach allem, was ungesund ist.

Das gute und das böse Cortisol

Es ist mir klar, dass dieser Heisshunger eng mit meinem Dauerstress zusammenhängt, der auch dafür sorgt, dass mein Körper sehr viel Cortisol produziert. Dieses Hormon, auch gerne als Stresshormon bezeichnet, wird in der Nebennierenrinde hergestellt. Ist man unter Druck, wird es vermehrt ausgeschüttet. Für eine kurze Spanne ist das auch eine gute Sache, denn so wird der Blutzuckerspiegel erhöht, wir spüren mehr Energie und können schnell reagieren. Zudem wirkt Cortisol auch entzündungshemmend.

Schädlich wird ein hoher Cortisolspiegel, wenn wir über längere Zeit Schwierigkeiten haben zu entspannen und immer unter Strom stehen. Dann werden vermehrt Glukose und Fettsäuren im Körper freigesetzt, die sich gerne in der Bauchgegend bemerkbar machen. Werden die überschüssigen Fettsäuren dann nicht durch körperliche Anstrengung verbraucht, werden sie im Fettgewebe eingelagert. Allerdings reagiert nicht jeder Mensch gleich auf die Cortisol-Ausschüttung. Positiver Stress kann anregend wirken, negativer Dauerstress kann krank machen.

Was hilft, den Cortisolspiegel tief zu halten?

1. Dauerstress vermeiden, auch wenn das in manchen Fällen sehr schwierig ist. Sich nach einer anstrengenden Phase bewegen, am besten im Freien. Besonders effektiv soll das HIT-Training sein – HIT steht für High Intensity Training. Es lohnt sich, ein Programm mit einem Profi zusammenzustellen. Denn auch hier gilt: Ein zu intensives oder gar verbissenes Training kann kontraproduktiv wirken.

2. Wenig Koffein, raffinierte Kohlehydrate meiden – auch wenn man (wie ich) in Stressphasen dazu neigt, sich Fressattacken hinzugeben. Diese mögen zwar zu einer momentanen Entspannung führen, auf die Länge machen sie dick, was wiederum die Unzufriedenheit fördert.

3. Viel Wasser trinken. Eine Studie hat erwiesen, dass nur schon ein halber Liter Wassermangel den Cortisolspiegel erhöhen kann.

4. Ruhe, Meditation, Schlaf. Je weniger ich schlafe, desto mehr giere ich nach ungesundem Essen.

5. Helles Tageslicht und Sonnenstrahlung haben ebenfalls beruhigende Wirkung: Der Cortisolspiegel wird umgehend gesenkt und die Bildung von Testosteron wird angeregt. In den dunklen Zeiten kann Vitamin D3 in Tropfenform helfen.

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