Stark ist das neue Hübsch

Von Kopf bis Fuss

Eine kleine Persönlichkeit: Alice (6). (Foto: Kate T. Parker)

Kate T. Parker ist die Mutter von Ella (9) und Alice (6). Sie ist eine renommierte Fotografin und lebt in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Mit ihrem Fotoprojekt «Strong is the New Pretty» will sie ein Statement setzen und ihre Töchter und deren Freundinnen so zeigen, wie sie sind: lebendig, laut, athletisch, unordentlich, mal freudig, mal traurig: «Ich wollte meine Mädchen und ihre Persönlichkeit feiern. Hübsch zu sein, ist nicht wichtig. Sie sollen sich so geben dürfen, wie sie sich fühlen», sagte Parker mir im Interview.

Kate-Parker

Fotografin Kate T. Parker.

Am Anfang ihrer Reportage wollte Parker nur, dass die Töchter eine schöne Erinnerung an ihre unbeschwerte Jugend hätten. Nach einem Jahr war jedoch aus der ursprünglichen Idee etwas Neues gewachsen. Ella und Alice hatten sich verändert, und ihre Persönlichkeiten traten immer stärker hervor. Und so entstanden ungewöhnliche und wunderschöne Fotos von starken Mädchen jenseits von Barbie und Co.

Die Fotos von Ella und Alice und ihren Freudinnen sind Schwarzweiss, und  Stereotype wie hübsche Kleidchen oder Puppen sucht man vergebens. Dagegen können wir den Mädchen bei ihren Lieblingsbeschäftigungen zuschauen: beim Sportmachen, beim Herumtollen und beim Erleben ihrer täglichen Abenteuer. «Es gibt einen starken Druck für Mädchen und Frauen, auf eine bestimmte Art auszusehen, sich zu geben und auszudrücken», sagt Parker. «Aber ich wollte, dass meine Mädchen wissen, dass sie perfekt sind, so wie sie sind.»

Hier eine Auswahl von Bildern aus der Serie «Strong is the New Pretty», mit freundlicher Genehmigung von Kate T. Parker:

 

12 Kommentare zu «Stark ist das neue Hübsch»

  • mamivo4 sagt:

    ich kann die bilder nicht anschauen. hat wer einen link dazu?

    • Hotel Papa sagt:

      Kate T. Parker googeln. Da kommt noch viel mehr. (Aber die Auswahl im Artikel ist gut.)
      Der Spiegel hat einen Tag vorher auch schon einen Bericht gebracht. Da gibts auch eine Auswahl der Bilder.

  • Marion Heide sagt:

    Wunderbar natürliche, sehr lebendige und sehr schöne Fotos.
    Die Szenen erinnern mich an die eigene Kindheit: an Haut die nach Sonne schmeckt, an Augenblicke voller Freude und Glückseligkeit. Berührend.

  • Anna K. sagt:

    Wunderschöööööööön ! 🙂 😉

    Danke für den Artikel und die Fotos. Bitte mehr davon!

  • Widerspenstige sagt:

    Oh danke für diese eindrücklichen Fotos von authentischen Mädchenstreichen, liebe Frau Aeschbach. Dass ich das noch erleben darf ist schon fast eine Träne wert – auf dem lachenden Auge nota bene! Es zeigt einfach Mädchen so, wie sie sich geben im Alltag, ohne dabei hübsch frisiert im Sonntagsröckli abgelichtet zu werden. Wenn ich mich an den Knorz meiner Kindheit in den 60er-Jahren erinnere zum Fototermin: dunkelblaues Samtkleidli mit weissen Spitzen verziert, weisse handgestrickte Socken mit Lochmuster (die kratzten so gemein!), schwarze Lackschuhe, strohblondes Haar frisiert wird mir mulmig.

  • Hans Hintemeier sagt:

    Wieso kann man nicht einfach ganz natürlich/LOCKER sich selbst sein.Heute muss man extra STARK wirken und deshalb sieht man keine lächelnden Leute mehr auf der Strasse.Alle laufen so rum, als ob ein ständiger Krieg herrscht:“Ich muss Krieg führen gegen den ganzen Rest“.Den Mädchen wird heute in feministischer Manier schon früh eingeredet,dass die Männer/Jungs nur Böses von Ihnen wollen und dass sie deshalb besonders böse/STARK dreinschauen müssen, wenn sie einen Mann/Jungen sehen.

  • M.M sagt:

    Also, ich sehe hier ganz normale Mädchen. So wie sie zu meiner Kindheit auch schon waren.

    • Hotel Papa sagt:

      Die Mädchen sind normal, ja. Was nicht normal ist, dass sie so abgelichtet werden und dann auch noch diese Fotos herausgehoben werden für die Publikation.

      • plop sagt:

        … Schnappschüsse sinds sicherlich nicht… Schade! Für mich genau so kitschig wie die bemängelte klassische Kinderbildwelt. Ich möchte gerne echtes Leben sehen!

  • Hans Meier sagt:

    Nur huebsche Leute sagen, dass huebsch zu sein nicht wichtig ist.

    • Luise sagt:

      Kann stimmen. Aber die Mädchen auf den Bilder sind nicht nur wild und stark, sondern auch hübsch.

    • Hotel Papa sagt:

      Was mich angeht, so hat ein ausdrucksvolles Gesicht (das ist, was auf diesen Bildern betont wird) mich immer mehr beeindruckt, als plakative „Schönheit“ (ich finde diese Models meist langweilig/gelangweilt).
      Aber es ist einfacher, stark zu sein, wenn mensch dauernd positive Rückmeldung bekommt. Und konventionelle Schönheit ist dazu ganz sicher kein Nachteil.

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