Held der Arbeit?

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Heute ist Tag der Arbeit, meine Damen und Herren, und wissen Sie, wer offenbar recht viel arbeitet? Roger Federer. Zum Beispiel für die Credit Suisse. Ich frage mich ja manchmal, was dahinter steht, also, wieso sollte irgendjemand durch das Konterfei von Herrn Federer dazu animiert werden, Finanzprodukte der Credit Suisse zu erwerben? Weil man die Marke Credit Suisse nun also mit Werten in Verbindung bringt, für die Herr Federer steht? Und was, bitte, sind das für Werte? Biegsamkeit und Schlagkraft? Unverhältnismässig hohes Einkommen? Oder sowas Schreckliches wie «Swissness», wo man an Plastikuhren und Edelweisskitsch denkt – und an die schrecklichen Roger-Federer-Mützchen, die einem die Credit Suisse schenkt, falls man sich zu einem Beratungsgespräch entschliesst. Solange der Vorrat reicht. Bleh! Ich frage mich bei sowas ja dann auch immer: Wieso sollte ich als Bank einen Kunden wollen, der sich durch die Aussicht auf eine Gratis-Baseballkappe zu einem Beratungsgespräch motivieren lässt? Hm?

Über die grundsätzliche Schwierigkeit, professionelle Sportler mit irgendwelchen Werten in Verbindung zu bringen, haben wir ja schon gesprochen. Nun hat sich, ausgerechnet am Helvetiaplatz in Zürich, offenbar jemand ein Herz gefasst, wahrscheinlich ein darbendes Mitglied der werktätigen Massen, und seinen Unmut in die Welt hinausgeschrien – beziehungsweise: geschrieben, hinausgeschrieben. Siehe Bild oben. Möglicherweise ist das der Unmut über ein spezifisches Gesicht, das des Herrn F., und seine Allgegenwart, vielleicht auch der weitergehende Unmut über dessen spezifische Verbindung mit einer Grossbank, wer weiss, es fehlen Erläuterungen, schliesslich handelt es sich offenbar um eine Spontanbekundung. Und wenngleich es mit den englischen Präpositonen offenbar etwas haperte, so wissen wir doch, was gemeint ist, und irgendwie können wir das verstehen.