5 Gründe, Karl Lagerfeld zu lieben

Ein anderer Blick auf den grossen verstorbenen Modeschöpfer.

Er soll ewig leben: Karl Lagerfeld in einer Aufnahme von 1982. Foto: Werner Baum

Natürlich schreiben wir eine Gedenkliste für Karl Lagerfeld, meine Damen und Herren. Wir haben so oft über ihn gesprochen. Sie haben so viel über ihn gelesen. Deswegen hier ein anderer Blick. Nochmals fünf Gründe, Karl Lagerfeld zu lieben. Für immer.

  1. Karl Lagerfeld war der Auffassung, dass Geiz im Grunde die hässlichste Charaktereigenschaft von allen sei.

  2. Karl Lagerfeld war passionierter Sammler von Kunst und Kunstgewerbe, wobei ihn der Erwerb erklärtermassen immer mehr interessierte als der Besitz.

  3. Von Karl Lagerfeld stammt auch der Satz: «Geld muss aus dem Fenster, damit es durch die Tür wieder reinkommt.»

  4. Karl Lagerfeld hatte stets einen Standpunkt. Das konnte er sich leisten, denn er war reich und berühmt. Allerdings sagen auch viele reiche und berühmte Leute regelmässig nicht, was sie denken, und deshalb war das bei Karl Lagerfeld so erfrischend.

  5. Wohl niemand hat so gut begriffen wie Karl Lagerfeld, dass der moderne Modeschöpfer als Teil einer Prominenzkultur wirkt, in der Selbstinszenierung wichtig ist. Trotzdem oder deshalb hatte KL diese grossartige Manier, in entzückender Prägnanz Oberflächlichkeit mit Tiefgang zu verbinden. Seine Antwort auf die Frage der britischen «Vogue», was er über weniger hübsche Menschen denke, wird wie folgt zitiert: «Life is not a beauty contest, some [ugly people] are great. What I hate is nasty, ugly people … the worst is ugly, short men … they are mean and they want to kill you.» Klingt ziemlich drastisch, ist aber von profunder Wahrheit, wenigstens auf einer metaphysischen Ebene.

15 Kommentare zu «5 Gründe, Karl Lagerfeld zu lieben»

  • michael przewrocki sagt:

    Er fand Selfies degougant aber Er war doch DAS lebendigste Selfie!

  • Eduardo sagt:

    „What I hate is nasty, ugly people … the worst is ugly, short men … they are mean and they want to kill you.» („Was ich hasse, sind garstige, hässliche Leute … am schlimmsten sind hässliche kleine Männer … sie sind hinterhältig, und sie wollen Sie töten.“)

    Nun ja, der Herr Lagerfeld war selbst ein kleiner Mann, und schön war er auch nicht unbedingt, wenn man ihn beispielsweise mit Brad Pitt vergleicht. Mit Haarteil, abgedecktem Truthahnhals und Handschuhen wollte er zudem die entstellenden Auswirkungen seines Alterns verstecken. Ob seine Aussage unbewussten Selbsthass ausdrückte?

  • Cornelia sagt:

    Oh weh! Was für ein Reigen disqualifizierender, garstiger Kommentare.
    @Alexander: Überflüssigste Existenz? Wow. Ihnen möchte ich nicht in der Tram begegnen, vielleicht rammen Sie mir Ihren Koffer in den Rücken, weil ich Ihnen überflüssigerweise im Weg stehe.
    @Guido: Stofflappen? Sie verstehen Profundes vom komplexen Handwerk und der dichten Produktion im Hintergrund!
    @Anh: Danny de Vito? Aha. Muss ich das wissen und soll das ein Beweis Ihrer Humortiefe sein?
    @Sophie: Erstarrt? Was will das subjektive Auge unbedingt sehen? Etwas, was nicht ins Weltbild passt?
    @Eduardo: Selbsthass? Ich glaube, Sie haben es endlich erkannt! Bravo. Endlich einer, der das Spiel durchschaut.
    Danke für den Einblick in die menschliche Urteilsbildung und Öffentlichmachung im digitalen Zeitalter.

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