Sind neue Brüste die Paketlösung aller Probleme?

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In der Ethik, meine Damen und Herren, ist die Begrenzung der moralischen Pflichten durch das Machbare die einzige Form, ohne einen Verstoss gegen Humes Gesetz von Faktischem auf Normatives zu schliessen. Derartige Schlüsse sind allerdings rein negativ und können keine positiven Werte oder Normen begründen. Mit anderen Worten: Dadurch wird nichts über die Moralität dessen ausgesagt, was machbar ist.

Machbar sind, zum Beispiel, neue Brüste. In letzter Zeit sehen wir in Zürich überall recht aggressive Reklamen für neue Brüste in der Pauschalpaketlösung zum Fixpreis. Inklusive 3-D-Simulation? Oder kostet die extra? Da bin ich im Moment nicht sicher. Die sogenannte Schönheitschirurgie ist ein Zweig der ärztlichen Kunst, der floriert und sich gegen das sträubt und stemmt, was man den Zahn der Zeit zu nennen pflegt. Offenbar hat die Zeit nur einen Zahn; dieser nagt dafür an allem.

Übrigens ist die Zeit möglicherweise selbst in Paketeinheiten von 10 hoch minus 44 Sekunden gepackt; das kann man heute noch nicht messen. Brüste kann man messen. Dabei fällt mir ein: Ich hab ja neulich mal wieder die Kardashians gesehen. Khloé liess sich ihr Hinterteil mit einem Laserstrahl verschönern, während ihre Schwestern zuschauten und dabei Tee und Gebäck konsumierten. Das ist irgendwie das Gegenteil zur Elendspornografie des deutschen Privatfernsehens – und irgendwie auch nicht. Die Kardashians sind schockierend – aber es geht gleichfalls eine seltsam abtäubende Beruhigung von ihnen aus. Weil all ihre Sorgen lösbar erscheinen. Darinnen liegt all ihr Glück und all ihr Elend. Fest steht: Time is a cruel mistress, meine Damen und Herren. Vielleicht aber ist das ganze Leben auch bloss eine 3-D-Simulation. Denken Sie mal drüber nach. Bis übermorn.