Weihnachten und single?

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Man kann über die Credit Suisse sagen, was man will, meine Damen und Herren, aber zur Weihnachtszeit schmückt sie ihren Stammsitz am Zürcher Paradeplatz, dass es nur so eine Art hat! Siehe Bild oben. Während die UBS gegenüber ein bisschen trocken und dröge in halbverzagter Dekoration vor sich hindümpelt, sieht die CS aus wie Caesars Palace, womit ich nicht irgendeine Ruine meine, sondern das Ding in Las Vegas, und das passt ja auf sovielen Ebenen! Wer jetzt noch nicht merkt, dass das Fest der Liebe naht, muss gänzlich abgestumpft oder störrisch sein. Genau: Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und das ist, wie wir hier schon mal festgestellt haben, nicht zuletzt die verharmlosende Umschreibung für: Weihnachten ist der alljährliche Höhepunkt der Single-Diskriminierung. Die Heilige Nacht gehört nämlich zu den Anlässen, die man irgendwie kaum allein verbringen kann. Als Paar konsumiert man übrigens idealerweise auch bloss die halbe Menge Kalorien, von Alkohol gar nicht zu reden.

Na gut, man könnte vielleicht die Familie besuchen. Aber wer liebt schon seine Familie? Was also machen Alleinstehende an Weihnachten? Wahrscheinlich dasselbe wie immer: Sie regieren Länder, schreiben Bücher und sehen irgendwelches Fantasy-Zeug im Fernsehen. Falls das nicht dem Weihnachtsspezialfernsehprogramm zum Opfer gefallen ist. Da werden lauter glückliche Paare gezeigt. Ein weiterer herzloser Trick der Gesellschaft zur Förderung der Zweierbeziehung.

Wissen Sie was? Ignorieren Sie’s einfach. Wenn Sie Single sind, meine ich. Wussten Sie übrigens, dass Männer angeblich emotionale Reife erst im Alter von 43 Jahren erreichen – und damit 11 Jahre später als Frauen? Das habe ich im amerikanischen Vormittagsfernsehen gehört, ich glaube, bei Live with Kelly and Michael. Ein weiteres potentielles Argument gegen die allermeisten Beziehungen. Well, jedenfalls heterosexuelle. Und überhaupt kein Argument gegen Freundschaften, im Gegenteil. Feiern Sie mit Ihren Freunden! Auf keinen Fall sollten Sie jedoch Dating in der Weihnachtszeit in Betracht ziehen. Wegen des hohen Stress- und Druckpegels ist das die schlimmste Zeit für sowas. Essen und trinken Sie mit Freunden. Oder erkunden Sie die Welt. Auf Bali ist Weihnachten nicht so ein big deal. Und auf dieser Note möchte ich Sie heute entlassen mit einem Zitat der wundervollen Amy Poehler, die unter anderem ihre Trennung vom ebenfalls wundervollen Will Arnett in ihrem frisch erschienen Buch «Yes Please» behandelt und im Fragebogen von Vanity Fair auf die Erkundigung «What do you regard as the lowest depth of misery?» zur Antwort gab: «Having to listen to someone describe their workout.»