Machen Sie ruhig Fehler

Manchmal sind es gerade stilistische Fauxpas, die einer Wohnung besonderen Charme verleihen.

1 — Bücher nach Farbe ordnen

Es gibt auch beim Einrichten Tricks, Tipps und Tendenzen, die helfen, dass zu Hause alles besser aussieht, praktischer ist oder angesagter. Aber manchmal lohnt es sich, genau diese zu übergehen, damit man so wohnen und leben kann, wie es zu einem passt. So stimmt es natürlich, dass ein Bücherregal warm und lebendig aussieht, wenn die Bücher so drin stehen, dass sie Sinn machen und es auch noch Platz hat für persönliche Dinge. Aber es kann auch durchaus Sinn oder zumindest Freude machen, die Bücher nach rein optischen Kriterien ins Regal zu platzieren. Sehr frech und grafisch sieht das in diesem Wohnzimmer aus, entdeckt auf dem französischen Blog The Socialite Family, welcher zeigt, wie moderne Familien wohnen. 

2 — Knallige Farben an den Wänden

Ich habe es schon viel geschrieben: Zum Wohnen eignen sich besser warme, gebrochene, für Wohnungen entwickelte Farben. Aber momentan setzen sich auch wieder echte Knaller durch. Das geht einher mit dem poppigen, unkonventionellen Stil der Seventies, der sich schon seit einer Weile in der Mode abzeichnet. Es dauert immer eine gewisse Zeit, bis Modetrends auch zu Hause einziehen. In den Siebzigern wohnte man romantisch, frech, poppig und wunderlich. Und da hatte man, und hat jetzt wieder, leuchtende, reinere Farben an den Wänden. Wie cool das aussehen kann, zeigt dieses Beispiel, entdeckt auf Domino.

3 — Kitsch

Kitsch, Kunst und Stil sind manchmal nahe beieinander. Oft tut ein bisschen Kitsch einer Wohnung gut. Ergeben Sie sich also den Souvenirs, den Flohmarktentdeckungen und den quirligen Ideen – sie schaffen gute Laune, brechen den Ernst des Alltags und können oft richtig stark wirken. (Bild über: Noir et blanc un style)

4 — Möbel an der Wand

Es geschieht meist automatisch, dass man Sofas und andere Möbel an die Wand stellt. Und ja, oft würde es Räumen guttun, wenn man alles mehr in den Raum stellen würde. Die Möbel kriegen Luft, Atemfreiheit, und der Raum wird besser genutzt. Aber nicht immer. Manchmal ist es einfach das Beste, mit dem grossen kuschligen Sofa oder der Eckgruppe an die Wand oder in die Ecke zu rutschen. Versuchen Sie es ruhig auch mal mit Tischen. (Bild über: Blissful Blog)

5 — Zu viele Kissen

Zu viele Kissen erdrücken ein Sofa oder ein Bett. Stimmt! Aber sieht das in vielen Fällen nicht einfach hinreissend aus? (Bild über: Modern Hepburn)

6 — Poster an der Wand

Klar, irgendwann hat man echte Bilder, rahmt diese und fühlt sich dabei erwachsen. Doch es kann auch Charme haben, ein grosses Foto oder ein Plakat einfach an die Wand zu nageln. Es wirkt dann ein wenig so, wie wenn man ohne Krawatte oder mit Pulli an eine Abendveranstaltung geht. Die kleine, persönliche Rebellion, die manchmal den eigenen Stil definiert. (Bild über: Nooks)

7 — Dinge auf dem Boden

So ähnlich ist es mit Dingen auf dem Boden. Bücher gehören, wenn man erwachsen wohnen möchte, auf Regale, Bilder an die Wand und Kissen auf Sofas. Oder eben gerade nicht! (Bild über: Frenchy Fancy)

8 — Riesige Couchtische

Man kann über sie stolpern, sie versperren den Zugang zum Sofa, nehmen zu viel Platz ein – oder sehen eben wie auf diesem Bild fantastisch aus! Von den grossen Couchtischen ist die Rede. Was auf diesem Beispiel sehr gelungen ist, ist die Kombination mit den eher leichten, eleganten Sitzmöbeln, die sich locker drumherum platzieren. (Bild über: Fokus Damnit)

9 — Kleiderstangen

Auch die Kleiderstangen sind ein Symbol von jungendlichem, spontanem Wohnen. Meist hat man sie, weil man kein Geld für einen Schrank hat oder sie eben einfach cool findet, wie keine Vorhänge zu haben oder auf dem Boden zu sitzen. Warum nicht? Richtig eingesetzt, machen sie sich auch in gemütlichen Schlafzimmern manchmal ganz gut. (Bild über: 55 Kvadrat)

10 — Rotes Schlafzimmer

Rot ist eine aktive Farbe und strahlt Aktion und Energie aus. Also ist sie für das Schlafzimmer eher nicht geeignet. Ausser es sieht so toll aus wie hier auf dem Beispiel vom Blog Keltainen talo rannalla.

11 — Kunstblumen

Bei den Kunstblumen scheiden sich die Geister. Die einen finden sie eklig, andere kokettieren gerne damit. Mir sind schon oft Kunstblumen bei Floristen aufgefallen, die sie ganz selbstverständlich in die Deko mischen und sie dabei echt aussehen lassen. Gerade jetzt im Winter, wo das Blumenangebot klein ist und die Blumen schnell welken, können üppige Kunstblumensträusse gut aussehen. (Kunstblumen und Vasen von Interio)

12 — Wilde Muster

Grelle Farben und Muster gehören nicht in grossen Flächen in die Wohnung. Oder doch? Manchmal wecken sie auf oder beruhigen eine Unordnung. Sie können auch die Fantasie anregen und langweilige Räume spannend machen. (Bild über: Design Inspiration)

13 — Unordnung

Gehören Sie auch zu denen, die als Kind manchmal nicht mit Freunden zum Spielen duften, weil das Zimmer nicht aufgeräumt war? Ordnung ist oft eine individuelle Wahrnehmung. Es gibt Menschen, die brauchen sie, und andere fühlen sich davon eingeschränkt. Ich persönlich mag Ordnung, die nicht ganz so ordentlich wirkt, weil sie vieles offen lässt und inspirieren kann. (Bild über: Design Sponge)

Credits: 

Blogs und Magazine: Design SpongeDesign InspirationKeltainen talo rannallaFokus DamnitFrenchy FancyModern HepburnBlissful BlogNoir et blanc un styleDominoThe Socialite Family
Shops und Kollektionen: Interio
Immobilienagenturen:  55 KvadratNooks

 

9 Kommentare zu «Machen Sie ruhig Fehler»

  • Viktoria sagt:

    Knallige Farben Bild zwei gefällt mir. Ausser den Vorhängen, die sind zuviel des Guten!

  • Marie-Françoise Eigner sagt:

    Warum welken Blumen gerade jetzt schnell?? Feedback meiner Kunden: die Chrysanthemen, die Nelken, die Disteln, die Hortensien, die Amaryllis etc haben 14 Tage gehalten! Herbst/Winterblumen haben gerade eine gute Haltbarkeit. Wenn die Qualität gut ist.

    • Lichtblau sagt:

      Zumindest bei den Amaryllis kann ich das bestätigen. Ob im Topf mit Erde, im Glas ganz ohne Substrat oder als Schnittblumen mit etwas „Grün“: Das extrem dekorative Gewächs (am liebsten in Rosa oder Weiss) macht tatsächlich lange Freude..

  • Thomas Sinniger sagt:

    Die grellen Farben an den Wänden sehen in den hohen Räumen toll aus. Wie wirken so grelle Farben in Räumen mit 2.40 Meter Raumhöhe und die Fläche beträgt 12 bis 20 qm2?

  • Christina sagt:

    Immer wieder diese Buchstapel bei Frau Kohler! Bild 1, 3 und 6: Bücher sind zum Lesen und Anschauen da. Das geht mit Stapeln nicht. Gestapelte Bücher als hohle Dekoration? Für Parvenus ok., aber dann genügen auch leere Buchrücken. Kitsch, wenn er falsche Tatsachen vorgespiegelt werden. . Gilt auch für am Boden gestapelte Bücher.

  • filosof sagt:

    Bild 11: Kunstblumen? Sind das nicht eher Trockenblumensträusse, zum Teil gefärbt?

    Ich habe mehrere schöne Haselzweige, die so kunstvoll verdreht wachsen, vom Laub befreit und türkis, blau und grün angemalt. Die sind echt ein Hingucker!
    Brauchen kein Wasser und verstauben nicht so fies wie Trockenblumen. Nach zwei, drei Monaten einfach unter einem Badewannen – Wasserstrahl halten und sie sind wieder frisch.

  • V. Gerzner sagt:

    Scheint mir fast zu sehr auf äusseres Erscheinungsbild bedacht. Wie Schaufenster präsentieren sich die Räume. Sicher schön, als Betrachter komme ich da und dort auf meine Rechnung. Farbliches Zusammenspiel stimmt; jedes Ding an seinem Ort. Doch: Irgendwie kühl, distanziert; etwas mehr Wohnlichkeit, etwas sympathisch-persönliches würde meiner Meinung nach die Gefühlswelt aufwärmen. Die Buntheit gefällt mir, sie sollte aber nicht überladen sein.

  • Marie Bornand sagt:

    Grelle Farben auf der Wand lieben sie … aber kurzfristig. Dasselbe gilt für zu viele Muster in einer Tapete. Farben sind ok wenn sie weich sind. Tapeten sind auch ok aber wenn schon mit Muster dans sehr diskret oder nur auf einer Wand.

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