Best of: Wunderschönes Stadtparadies

Manche Wohnungen sind ein wahr gewordener Traum, in den man am liebsten gleich einziehen würde. Genau diesen Traum haben wir bei der Familie von Susanne Wadsack und Sven Götti gefunden.

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorin. Deshalb publizieren wir einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag erschien erstmals am 10. September 2016.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Susanne Wadsack und Sven Götti wohnen mit ihrer Tochter Paula und dem Hündchen Lucky wunderschön und sehr entspannt in einer grosszügigen Altbauwohnung im Zürcher Engequartier. Susanne Wadsack kreiert wunderschöne Strickpullover und Accessoires, die man dank eines Fertigpakets schnell und einfach selber stricken kann. Sie nennt sie «pret-a- faire», und ich habe sie – als grosser Strickfan – natürlich schon auf dem Blog vorgestellt.

Als ich dann Susanne an einer Ausstellung kennen lernte, fragte ich sie: «Du wohnst doch bestimmt auch schön?» Natürlich war die Frage mit der Hoffnung auf eine tolle Homestory verbunden. Sie strahlte nur und sagte: «Ja!» Als ich dann mit der Sweet-Home-Fotografin Rita Palanikumar an einem sonnigen Sommertag in die Wohnung trete, verstehe ich dieses glückliche Strahlen, denn wir fühlen uns in der herrlichen, entspannten und eleganten Wohnung sofort wohl. Wir finden nicht nur grosse, helle und ausserordentlich wohnlich eingerichtete Räume, sondern auch farbige Wände, liebevolle Details und ein gemütliches Zuhausegefühl.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Die Familie hatte Glück. Sie leben bereits 17 Jahre in der schönen Altbauwohnung, die typisch ist für das elegante Zürcher Engequartier. Vor fünf Jahren konnten sie das ganze Haus kaufen, weil sie stets ein gutes Verhältnis mit der Besitzerfamilie hatten, und dieser war wichtig, dass das Haus seinen Charakter behält. Die Familie zog für ein Jahr in eine Mietwohnung im gleichen Quartier und liess das alte Haus sanft renovieren. Dabei haben sie ihre Wohnung um eine zusätzliche Etage vergrössert. Das Verhältnis zum Wohnen wurde dabei noch intensiver, denn das Gefühl, dass ihr geliebtes Zuhause nun ihnen gehört, hat noch viel mehr Lust auf Wohnen gemacht.

Den beiden war sehr wichtig, dass alles besser, aber nicht anders wurde. Sie beliessen alle schönen alten Bausubstanzen und suchten bei Dingen, die sich nicht renovieren liessen, nach einem identischen Ersatz. So wirken die Wohnräume und das ganze Haus frisch, aber authentisch. Typisch für Altbauwohnungen in gutbürgerlichen Quartieren, zu denen Enge gehört, sind die grosszügigen, sich ineinander öffnenden Räume. Dies wird bei Susanne und Sven durch die gekonnte neutrale Farbgebung unterstrichen. Das edle Täfer strahlt weiss in den sanften, hellen Mokkatönen der Wände. Die beiden Wohnräume wurden mit grossen Sofalandschaften und kleinen antiken Beistelltischen eingerichtet. Ein Zimmer dient übrigens auch als Gästezimmer. «Dann bekommt das Sofa ganz einfach Bettwäsche», beantwortet Susanne meine Frage, ob es denn Bettsofas seien, die da stünden.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Solch selbstverständliche Einrichtungslösungen finden wir in allen Räumen. So stehen denn zwar viele tolle Stücke da, aber so, wie sie eben gerade Platz haben und Sinn machen. Das fantastische Sideboard von Trix und Robert Haussmann hat Sven mit in die Ehe gebracht. Der Optiker, der seinen Beruf zur Passion und zu einem erfolgreichen Brillendesignunternehmen verwandelt hat, hat es in Luzern gefunden, als er dort arbeitete. Nun steht es im Esszimmer vor einem der vielen Fenster, weil es dort ganz einfach am besten Platz hat und es so ganz natürlich wirkt.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Unter dem grossen, gemütlichen Holztisch, um den elegante Wegner-Stühle stehen, ist ein klassischer weiss-schwarzer Berber platziert. Dieser bringt eine Extraportion Gemütlichkeit in das Esszimmer und bietet eine Art Bühne für Esstisch und Stühle. 

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Das Paar liebt alte Dinge und Fundstücke – und natürlich Hunde, die ein wenig an Lucky denken lassen!

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Susanne hat ihre grosse Liebe zum Stricken zu ihrem Job gemacht. Sie entwirft wunderschöne, einfach zu strickende Pullover und Jacken mit tollen Schnitten und allerlei Accessoires wie Mützen und Schals. Diese bietet sie online in ihrem Shop «pret-a-faire »als Gesamtpaket an. Darin enthalten sind Wolle, Nadeln, Muster und Anleitung. Und natürlich die Garantie, dass das selbst gestrickte Stück auch wirklich toll aussieht, sitzt und gelingt. Damit hat sie den Geist der Zeit getroffen. Denn Selbermachen und etwas von eigener Hand zu kreieren, ist ein grosses Bedürfnis geworden in einer digitalisierten Welt, in der oft die Echtheit des Lebens und Kreativität vergessen gehen. Ihre Liebe zum Stricken erklärt sie: «Ich liebe die Ruhe und den Rhythmus der Stricktechnik, die Tatsache, wie Masche nach Masche ein Gegenstand entsteht. Stricken hat etwas Meditatives und sehr Erfüllendes.» Susanne hat damit auch eine Möglichkeit gefunden, zu Hause zu arbeiten, was für sie als Mutter wichtig ist. So wird die schöne Wohnung noch intensiver genutzt und genossen.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Natürlich bietet die Wohnung auch Platz für ein geräumiges Arbeitszimmer. Hier kann sich Susanne mit ihren Ideen, Wollmustern, Entwürfen und Inspirationen ausbreiten und ausleben. Stricken aber tut sie gerne in der ganzen Wohnung, einfach überall an allen Lieblingsplätzen, auch auf dem Balkon oder der Dachterrasse.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Das Paar teilt sich das Arbeitszimmer. Sven Götti entwirft nämlich seine berühmten Brillen ebenfalls zu Hause. Seine Firma ist in Wädenswil, und dort arbeitet er auch häufig zusammen mit seinem 20 köpfigen Team. Aber für die Entwurfsphase hilft ihm die ruhige und inspirierende Umgebung des eigenen Zuhauses. Als Optiker fand er nicht immer die Brillen, die er gerne seinen Kunden anbieten wollte. Er begann deshalb, selber welche zu entwerfen. Die Götti-Kollektion hat mittlerweile internationales Renommee und wird in vielen guten Optikergeschäften angeboten.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

An der Wand hängen die neusten Entwürfe von Sven Götti, und auf dem schlichten Wandregal sind Prototypen und Lieblingsfundstücke platziert. 

Das Paar teilt sich das Arbeitszimmer und arbeitet gerne und harmonisch und inspirierend zusammen.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Die Küche wurde modernisiert und hat viel Wohnlichkeit bekommen. Der Hauptdarsteller aber bleibt dabei der schöne alte Steinboden.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Susanne und Sven liessen die Wand zur Vorratskammer aufbrechen und haben dafür eine kleine gemütliche Wohnecke in der Küche kreiert.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

In der eleganten Stadtwohnung ist auch der Aussenbereich von grösster Wichtigkeit. Man spürt ihn besonders im Sommer auf schönste Weise, nämlich durch die offenen Türen auf dem grossen, wohnlich eingerichteten Balkon und die Aussicht auf Bäume und Nachbarhäuser. 

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Zur «neuen», vergrösserten Wohnung gehört nun auch das Treppenhaus, das in den oberen Stock führt. 

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Damit dieses auch gemütlich und ein Teil der Wohnung ist, wurden auf der Treppe hübsche kleine Ecken eingerichtet.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Hier ein Sessel, da ein Tischchen – das wirkt zufällig und strahlt viel Zuhausegefühl aus.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

In der oberen Etage befinden sich die Schlafzimmer und ein grosses Bad. Das Elternschlafzimmer mit eigenem kleinen Balkon könnte auch in Paris stehen (finde zumindest ich) und ist wohl eines der freundlichsten Schlafzimmer, das ich persönlich gesehen habe. Es strahlt Entspanntheit aus und auch ein gewisses Feriengefühl.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Natürlich fehlen auch hier Wohnlichkeit und die Liebe zum Detail nicht.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Neben dem Schlafzimmer ist eine grosse offene Ankleide, bei der raffinierte Kleiderständer den bequemen und stilvollen Zugang zu Kleidern und Schuhen bieten.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Auch Paula hat ein kleines Reich im Dachgeschoss. Auf ihrem Bett hat gerade Lucky ein Lieblingsplätzchen gefunden.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Eine Rückzugsinsel im Teenagerzimmer ist der coole Hängesessel, in dem Paula gerne abschaltet.

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Ein wohnlicher Traum ist auch das Badezimmer, welches ein Regal, einen Sitzplatz und eine frei stehende Badewanne bietet. 

Sweet Home "prêt à faire";  ©Rita Palanikumar

Die Krönung der tollen Familienwohnung ist die Dachterrasse. Hier finden wir einen grossen Grill, an dem Sven gerne am Abend oder bei Einladungen etwas Feines brutzelt. Aber auch einen langen Tisch, umsäumt von gemütlichen, mit sandfarbenen Samtkissen bestückten Sesseln. Diese haben Sven und Susanne in Marseille entdeckt, als sie dort einmal in einem Bed & Breakfast, «Casa Honoré» Ferien machten, das gleichzeitig auch ein Geschäft ist und ganz besondere Retromöbel entwirft und verkauft. 

Kontakte:

Susanne Wadsack’s Webseite: pret-a-faire.ch
Sven Götti’s Webseite: gotti.ch

10 Kommentare zu «Best of: Wunderschönes Stadtparadies»

  • Astrid Meier sagt:

    Der Ankleideraum ist toll. Nur, verstauben die Kleider da nicht?

  • adam gretener sagt:

    Mich würde es interessieren, wie man an diesen Kochplatten etwas kochen soll? Wo stellt man die Pfannen zwischendurch ab, wie transportiert man z.B. 2 Kilo geschnittene Rüebli zum Topf? Also ohne Sauerei am Boden.

  • Maike sagt:

    Da bin ich echt erstaunt, wie viele Nuancen es von weiss gibt. Nix für mich – da muss Farbe an die Wände.

  • Sissi sagt:

    Tamediajournis, diesen wundervoll fotographierten Bildband mit den sensationellen Texten habt Ihr uns schon mal präsentiert.
    Warum macht Ihr es jetzt schon wieder?

    F.G. S.

    • Es ist, wie im Titel gut vermerkt ein „Best of“. Die Erklärung ist auch angefügt. hier nochmal: Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorin. Deshalb publizieren wir einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag erschien erstmals am 10. September 2

    • Joelle sagt:

      Ist doch Wurscht, Sissi – schöne Dinge sieht man auch gerne ein zweites und drittes Mal.
      Kannst dich ja anderswo rumschauen…

    • adam gretener sagt:

      Den „tamediajourni“ pflegen wir hier einfach Frau Kohler oder Marianne zu nennen. Hat sich weltweit irgendwie so durchgesetzt, dass man Menschen mit ihrem Namen anspricht.

      Ausserdem steht das schon ganz zu Beginn des Artikels, man müsste kognitiv nur in der Lage sein, diesen Absatz A) zu lesen und B) auch zu verstehen.

  • sophie sagt:

    Also diese Dachterrasse, wouah ! Für einmal finde ich die Wohnung gemütlich und angenehm. Ein solches Dressing ist mein Traum ! Nur der Hund auf dem Bett ist no way für mich, meiner darf nicht ! Schöne Bilder.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.