Wunderbare Winterferien

Wir feiern ein Schweizer Kulturgut – Berge, Skisport, Chalets, Fondue und Gemütlichkeit inbegriffen.

Lovely Switzerland

Mindestens einmal im Winter in die Schweizer Berge gehen, egal ob mit oder ohne Ski, verbessert die Beziehung zur bei den Städtern unbeliebten Jahreszeit. Und wer weiss, vielleicht wird sogar eine kleine Liebesgeschichte daraus?

Chaletstil

Nie hat die Gemütlichkeit eine grössere Bedeutung als in den Winterferien. Man wünscht sich ganz einfach ein Holzstübchen, einen dicken Pullover, ein gutes Buch, Karten- oder Brettspiele und etwas Warmes fürs Herz. Der Chaletstil hat eine Weltkarriere gemacht und wird in dieser Jahreszeit auf allen Blogs und in allen Interiorzeitschriften zelebriert. Nicht immer spielt das typisch Schweizerische die Hauptrolle. Aspen, Prunk, aber auch Kühle und Modernität sind begehrenswert geworden. Oft wird es meiner Meinung nach übertrieben mit Kuh- und Hirschmotiven oder Geweihen und Fellen. Es lohnt sich aber, dieses hübsche Chalet in den französischen Alpen auf dem interessanten, ebenfalls französischen Blog The Socialite Family anzuschauen. Man findet einige charmante Ideen, die sich auch daheim umsetzen lassen. Eine gemütliche Winterbalkonecke etwa mit Decken, Fellen und Teppichen, Pionierstühle um den Esstisch, die in ganz ungewohnten Farben gestrichen und mit Jeanskissen belegt sind, oder Schlafzimmereinrichtungen im Ralph-Lauren-Stil. 

Heisse Schokolade

Ich bin kein Freund von Grogs, Punsch oder Glühwein. Mein Lieblings-Wintergetränk ist eine gute heisse Schokolade, am liebsten mit einer grosszügigen Portion Schlagrahm. (Bild: The kitchen mccabe)

Und so mache ich meine Lieblingsschokolade: 
Für zwei Personen 1l Milch langsam erwärmen, 1,5 Tafel Crémant-Schokolade reinraspeln, so lange unter Rühren sanft köcheln lassen, bis die Schokoladenstückchen geschmolzen sind. Mit Schlagrahm und der restlichen halben Schoggitafel darübergeraffelt servieren. Wer mag, kann Zimt, Vanille, Honig, Ahornsirup, Haselnusslikör oder Haselnusssirup beigeben. Natürlich kann man seine heisse Schokolade mit jeder Lieblingsschokolade zubereiten, auch mit weisser. 

Spielzeit

Zu meinen Kindheitserinnerungen gehören Skiferien in Davos. Dort haben wir Skifahren gelernt. Meine Mutter nähte uns superstylishe Skioutfits, meines war in leuchtendem Türkis, das meines Bruders in Knallrot. Zu meinem gehörte eine Keilhose, eine Windjacke und eine sogenannte Pilotenmütze, die ich mit Klettverschluss unter dem Kinn verschliessen konnte. Diese, wie auch die passenden Handschuhe, war aus türkisfarbenem Falschpelz. Natürlich trug ich darunter einen türkisfarbenen Skipullover, den meine Mutter mit Shetlandmustern selbst gestrickt hatte. Ich habe es auf der Piste zwar nie weiter als zum Bronzetest gebracht, aber ich war superchic! Wir mieteten ein kleines, für mich urgemütliches Ferienhäuschen. Es gab keinen Fernseher, dafür umso mehr Zeit zum Lesen und für Spielabende mit Eile mit Weile und anderen Brettspielen. Auch wer gerade keine Winterferien hat, kann wieder einmal einen Spielabend mit Freunden oder Familie planen. Spiele wie Matterhorn von Helvetiq sind interessant und grafisch schön aufgemacht.

Draussen im Schnee

Zu echten Winterferien gehören Stunden im Schnee! Egal ob mit Ski, Snowboard, Schlitten, Schlittschuhen oder einfach zu Fuss. Eine Schweizer Berglandschaft in Weiss ist so betörend, dass der Winter (fast) zur Lieblingsjahreszeit wird.

Ein kleiner Schatz

Letzte Woche hatten wir kleine Winterferien. Wir entschieden uns für Klosters GR, weil es nicht zu weit weg von Zürich ist – unser Hündchen Miss C. fährt nicht gerne Zug. Vor allem aber hatte ich auf einem Instagramposting einer Kollegin ein hübsches Hotel entdeckt – und vor Ort einen Schatz gefunden: Das Hotel Chesa Grischuna bietet eine Art von Luxus, die man nicht mehr oft findet, vor allem nicht in der Schweiz. Der Luxus ist die Handwerkskunst, echte Schönheit, die Liebe zu den Details und natürlich eine diskrete herzliche Gastfreundschaft. 

Die Welt von gestern

Das Chesa Grischuna wurde und wird von vielen bekannten Persönlichkeiten besucht. Solche, die den Starrummel nicht suchen, sondern ihm entfliehen wollen. Prinz Charles etwa diniert regelmässig im gemütlichen Restaurant. Das erfuhr ich so ganz nebenbei, er sei supernett, und den König von Schweden treffe man ganz selbstverständlich im Coop an – mit einem Einkaufswagen. Niemand starrt ihn dabei an oder macht gar Selfies – das ist der wahre Luxus von Klosters. Dieses berühmte Bild des amerikanischen Fotografen Slim Aarons habe ich auf der wohl schönsten Shoppingseite im Netz entdeckt, auf 1stdibs, wo es zum Verkauf angeboten wurde.

Liebe zum Detail

Alles wurde bewahrt im wunderschönen Chesa Grischuna. Es gibt keine renovierten Badezimmer mit Granit und Glastürenduschen, sondern hübsche, kleine, typisch schweizerische Badezimmer mit Plättchen, Blümchen und Spirella-Duschvorhängen. Dafür findet man immer frische Tüechli, die wie von Zauberhand gewechselt werden. Auch stehen keine fürchterlichen Duftstäbchen herum. Es gibt wunderschöne Bettwäsche statt (so absolut unstylische und unangenehme) Jersey-Fixleintücher. Nichts ist hässlich, nichts ist gestylt. Handwerkskunst ist überall fassbar, und das Schönste: Man spürt das spannende Leben des Hotels und seiner Bewohner. Fotos und Erinnerungen sind gerahmt an den Wänden, im Restaurant sind alle Familienmitglieder mit edlen, diskreten Monogrammschnitzereien verewigt. Die Vorhangstoffe sind aus schönstem Leinen, handbedruckt, die Menükarten beste Grafikkunst – die Liste ist endlos. Ich habe auch gar nicht alles entdeckt, aber werde mir bestimmt wieder einmal Zeit dafür nehmen.

Handwerkskunst

Mein persönliches Lieblingsdetail: Ein edler, schwerer Leinenstoff, der mit bunten Farben und folkloristischen Motiven handbedruckt ist und die kleinen Fenster ziert. 

Heimatstil vom Besten

Ein Kunstwerk ist auch die Kegelbahn im Chesa Grischuna mit Wandmalereien von Alois Carigiet. (Bild: Chesa Grischuna)

Fondue

Zu echten Schweizer Winterferien gehört ein Fondue. Servieren Sie es mit den klassischen Raclettebeilagen wie Cornichons, Silberzwiebeli und Bündnerfleisch. Bereiten Sie es auch einmal zu mit ungewohnten Zutaten wie Steinpilzen, Birnenschnitzen oder Tomaten. Entdecken Sie dafür herrliche Fondue-Rezepte auf Swiss Milk. (Bild über: The simple things)

Norwegerstrickerei

Meine Mutter und meine Grossmutter waren beide Handarbeitslehrerinnen und strickten die allerschönsten Norwegerpullis, -mützen und -handschuhe. Die Technik ist nicht die einfachste, aber das Resultat lohnt sich. Vielleicht ist ein kleines Norwegerstrickprojekt gerade das Richtige für gemütliche, lange Winterabende. Tolle Inspirationen dazu finden Sie übrigens in alten Strickheften aus den 50er–70er-Jahren. Und die wiederum entdecken Sie auf Flohmärkten, in Brockenhäusern oder vielleicht auf dem Estrich als alter Familienschatz. (Bild über: Weheartit)

Credits: 

Blogs und Magazine: The Socialite FamilyWeheartit, The simple things, The kitchen mccabe
Alle unbezeichneten Fotos: Styles and Stories
Fonduerezepte: Swiss Milk 
Hotel: Chesa Grischuna
Antiquitäten: 1stdibs 

 

Shoppingtipps: 

Auch wenn Sie kein Chalet haben, ein bisschen vom Charme eines solchen holen Sie sich zum Beispiel mit der charmanten Bettwäsche der Schweizer Firma Christian Fischbacher ins Haus.

Wer Lust hat, in die alte und neue Skiwelt einzutauchen, der kann das auch gemütlich zu Hause auf dem Sofa tun. Diese Suchtipps helfen dabei: (v.l.n.r.) «In the Spirit of Gstaad» von Assouline, «Stylish Life of Skiing» von TeNeues und «Aspen Style» von Aerin Lauder von Assouline.

Wenn die Grafiker von heute auch nur halb so gute Plakate wie einst kreieren würden, hätten wir die Werbung lieber. Links: Plakat Klosters von Jacques Charmoz aus dem Jahre 1957 von Poster Auctioneer. Rechts: Ein neu aufgelegtes Plakat von Davos von Pierre Wonnerat aus dem Jahre 1947 vom Ferienshop Davos. In der Mitte der Designklassiker für Schweizer Winterferien: Der Davoser Schlitten von Manufactum.

5 Kommentare zu «Wunderbare Winterferien»

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