Verkohltes Haus

Mithilfe einer traditionellen japanischen Methode wurde die Holzfassade dieses Hauses verkohlt – und damit robust und elegant zugleich.

Architektur: Desai Chia Architecture und Environment Architects

Ein bisschen Drama darf sein, dachten sich die Architekten dieses Hauses am Lake Michigan. So ragen zwei Wohnkomplexe wie verspiegelt über die kleinere Basis und Veranda. Die Fassade wurde mit einer traditionellen japanischen Methode, «Shou sugi ban», verkohlt. Diese Technik verhindert, dass das Holz morsch oder von Parasiten befallen wird.

Zudem verleiht die natürliche schwarze, matte Farbe dem Haus noch mehr Dramatik. Sie lässt es zugleich aus der Landschaft herausstechen und bei Dunkelheit verschwinden. Die in alle Richtungen platzierten Wohnkomplexe fügen sich zu einer Einheit zusammen.

Auch im Innenbereich dominiert das geschwärzte Holz. Dazu gesellt sich warmes Eschenholz aus der Umgebung, welches die Architekten für Böden, Decke und eingebaute Schränke gewählt haben. 

Wärme, Grosszügigkeit und starke Linienführung ziehen sich durch die Räume. Grosse Fenster ermöglichen den Blick auf den See.

In der Architektur wird auf interessante Art mit Schwere und Leichtigkeit gespielt. Die leichten, schwarz gerahmten Fensterfronten sind bedacht mit Behäbigkeit.

Interessant spielen die Farbe, Textur und Formensprache des Hauses mit Licht, Schatten und Umgebung.

Bei Dunkelheit wird das Haus zum Schatten und verschwindet allmählich in der weiten Seelandschaft

Credits:

Architektur:  Desai Chia Architecture und Environment Architects
Fotografie: Paul Warhol

6 Kommentare zu «Verkohltes Haus»

  • Dimpl67 sagt:

    In Kanada werden bei den Blockhütten die Dachbretter immer vorher „geröstet“, danach ist nur die oberste Schicht schwarz und es gibt keinen Bewuchs und keine Holzwürmer. Also diese Technik scheint mir nicht sooo unbedingt traditionell japanisch zu sein.

  • Feldman irene sagt:

    Sehr interessantes Haus! Ein bisschen Zuviel Holz auf der Gesamtfläche, mehr Farbe, Bambus und ein wenig stahl fände ich dann so perfekt für mich.:)

  • Ri Kauf sagt:

    Hat was gemütliches – trotz der Höhe.

  • Filosof sagt:

    Wenn es innen mit viel Holz, vor allem dunklem Holz ausgekleidet ist oder dunkel gestrichen, kann man noch so viele Lampen anbringen – es bleibt schummrig. Wers mag. Für mich wäre es ein Alptraum, so zu wohnen. Ich brauche taghelle Räume. Ausserdem sieht man bei Schummerlicht Schmutz und Ungeziefer kaum.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Interessant. Was macht das Dach, wenn 1 Meter Schnee draufliegt? Das Haus kann in einer gemäßigten Klimazone ohne starke Winde und ohne starken Schneefall gut aussehen, riskieren wollte ich es nicht. Mein persönlicher Favorit beim Holzschutz ist Leinölfirnis mit Eisenoxid als farbliche Gestaltung und als UV-Schutz.

    • markus sennhauser sagt:

      Mit Schnee biegt sich das Dach einfach ein paar Millimeter mehr durch. Statische Höhe ist genug vorhanden, statische Gesetze gelten weltweit.

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