Wohnen wie im Museum

Manche lieben es, aus ihrem Zuhause ein Kunstwerk zu machen. Bildschön – so wie diese rosa Wohnung in London.

Bilder: Light Locations

Diese Wohnung in London besticht durch Sanftheit und wirkt wie ein Gemälde. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes bildschön. So schön, dass man sie auch als Location für Fotoshootings oder Filme mieten kann. 

Wohnen hat in England eine besondere Bedeutung. Kein Wunder, stammen wichtige Redewendungen wie «Home sweet Home» oder «My Home is my Castle» aus Grossbritannien. Gemäss der Autorin Judith Flanders, die Bücher über die Kulturgeschichte des Wohnens geschrieben hat, haben Länder, in deren Sprache das Wort «Heim» vorkommt, eine stärkere Beziehung zum Wohnen. Dazu gehören vorwiegend nördliche Länder. Das ist wenig erstaunlich, denn im Süden findet das Leben vorwiegend draussen statt. Darum gilt: Je schlechter das Wetter, desto wichtiger das Daheim. Kommt hinzu, dass in England Exzentrik und Individualismus geachtete Eigenschaften sind. Man will anders sein als die Nachbarn – und dieser Wille hilft, die Wohnungen persönlicher zu gestalten.

Die Wände sind in einem zarten Make-up-Ton gehalten, die Möbel stammen aus Juni-Shops, aus Antiquitätengeschäften oder vom Flohmarkt. Auch sie haben zarte Farben und lasierende, matte Anstriche. Ausgewählte Kunst – eher Skizzen als dominante Bilder – unterstützen die feminine Anmut und die Leichtigkeit der Einrichtung.

Bildschön sind auch die Stillleben, die überall stehen. Gekonnt zufällig wirken die Arrangements von Wohnaccessoires, Objekten aus der Natur und Kunst. Als ob sie zum Malen bereitgestellt worden wären. 

Ein sanftes Rosa beherrscht den grössten Teil des Wohnbereichs – im Schlafzimmer kommt ein mildes Mitternachtsblau dazu. Als samtiger Polsterbezug eines antiken Bettes, als Kunst an der Wand oder als Textilien wie Kissen und Teppiche.

Zur Zartheit der Farben kommt die Rohheit der Materialien. Da gibt es unbehandeltes Holz, getünchtes Mauerwerk, Strukturen von Metall und bäuerliche Keramik. Der Koch- und Essbereich befindet sich in einem offenen, ebenerdigen Raum. 

Den Kern der Einrichtung bilden eigenständige Einzelstücke. Diese sind allerdings in der Farbigkeit und in ihrem Ursprung miteinander verwandt.

Von der Küche führen Glastüren in einen kleinen, charmanten Stadtgarten. Hier weht ein südlicher Wind, und es fühlt sich stilmässig an wie in der Provence oder zumindest in Frankreich.

Im Gartenzimmer steht ein rosa Samtsofa vor pudrig gestrichenen Wänden auf einem rohen Holzboden. Auch hier wirkt die Kombination kunstvoll, wie auf einem gemalten Bild. 

5 Kommentare zu «Wohnen wie im Museum»

  • filosof sagt:

    Das letzte Zimmer unten sieht aber wie ein Abstellraum aus. Ein Gartenzimmer? Ich wüsste nicht, wie es benutzt werden soll. Der eine sitzt dann auf dem weichen Sofa, der andere auf dem harten, rutschigen Holzstuhl – *grübel*.

  • sabina sagt:

    Schade, jetzt werden immer weniger differenzierte Kommentare abgegeben, da es jetzt diese „JA“ „Nein“ Schaltflächen gibt. Nicht Alles, lässt sich damit beantworten!

  • maiu sagt:

    Wohnen wie in der Brocki, wäre die treffendere Überschrift gewesen.

    • Anita sagt:

      Ja, das finde ich auch, meiner Meinung nach: es tötelet… Ich täte da überall noch Pflanzen hin und überall ein wenig Unordnung machen. Das Grün würde beleben und etwas auflockern. Aber wahrscheinlich würde ich da einen unverzeihlichen Stilbruch begehen… :-)

Kommentar

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