Sommer, Sonne und gutes Essen

Weniger, leichter, frischer: Das zeichnet die gute Sommerküche aus. 7 verblüffend einfache Rezepte.
1 – Taglierini mit frischen Tomaten
Als ich in München lebte, war das Essen daheim besser und sogar billiger als auswärts. Weil ein Dinner zu Hause zudem gemütlicher ist, haben wir uns oft Pasta vom Italiener um die Ecke geholt. Die Gerichte waren einfach herrlich und immer frisch zubereitet. Weil sie rasch gekocht sind, hat der Koch oft Taglierini benutzt. Diese feine Pasta eignet sich gut für unkomplizierte Sommergerichte. (Bild über: Spache the spatula)
Und so gehts: 
Schneiden Sie frische und schmackhafte Tomaten in kleine Stücke. Zerpflücken Sie reichlich Basilikum, und mischen Sie alles zusammen mit gutem, cremigem Olivenöl, ein wenig Zitronensaft und Salz in einer grossen Schüssel. Kochen Sie die Taglierini al dente, und mischen Sie sie dann unter die Tomaten. Dazu passen zerkrümelter Feta oder geriebener Pecorino Romano vorzüglich. 
2 – Griechische Grillspiesschen
Wenn es die Temperaturen zulassen, ist ein Grillabend auch unter der Woche eine gute Idee. Ich habe eben einen feinen griechischen Stand auf dem Bürkliplatz entdeckt. Seither schwärme ich für alles Griechische. (Bild: Closet Cooking)
Und so gehts:
Mischen Sie eine Marinade aus fein gehackten Knoblauchzehen, griechischem Olivenöl, Zitronensaft und getrocknetem griechischem Oregano. Nun reiben Sie Fleischstücke wie Poulet oder Lamm mit der Marinade ein. Schneiden Sie Gemüse nach Wahl in grosse Stücke. Das können auch Artischockenherzen sein. Oder feine Peperoni. Spiessen Sie die Gemüsestücke und die Fleischstücke abwechslungsweise auf einen eingeweichten Holzspiess oder einen Metallspiess. Reiben Sie alles nochmals reichlich mit der Marinade ein, und grillieren Sie die Spiesschen. Servieren Sie dazu einen Zaziki. Dafür mischen Sie griechisches Joghurt mit gepressten, geraffelten und ausgepressten Gurken, Knoblauchzehen, Salz, ein wenig getrocknetem Oregano und viel gehackter frischer Pfefferminze.
3 — Vegetarisches Ofenallerlei
Die schnelle Alternative bei schlechtem Wetter: Klappt es nicht mit dem Grill, schiebt man eben ein ganzes Gericht in den Backofen. (Bild: Sheer luxe)
Und so gehts:
Schneiden Sie Blumenkohl in Röschen, und legen Sie sie auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Geben Sie reichlich Olivenöl und etwas Salz darüber. Im 200 Grad heissen Backofen etwa 7 Minuten rösten, herausnehmen, die Röschen wenden und eine Dose abgetropfte Kichererbsen darunter mischen. Nochmals etwa 7 Minuten rösten, dann herausnehmen. Mischen Sie nun frische Zutaten dazu wie Avocado, Radieschen und Stangensellerie. Garnieren Sie mit Kräutern wie Pfefferminze und gehackter Petersilie, und servieren Sie alles mit einer Sauce, beispielsweise mit Zaziki oder Raita. Letztere ist eine indische Sauce und geht so: Mischen Sie einfaches Naturjoghurt mit gepressten Knoblauchzehen, Salz, Kreuzkümmel, geraffelter und ausgepresster Gurke und gehacktem Koriander.  
4 — Erdbeerdrink
Ich bin immer noch auf der Suche nach wirklich feinen, schmackhaften Erdbeeren. Dieses Jahr habe ich aufgegeben, nachdem ich viele probiert habe – und alle eine Riesenenttäuschung waren. Dafür habe ich allerfeinste Erdbeerkonfitüre gefunden, «Baselbieter Gomfi» aus Walderdbeeren (im Manor Food Basel erhältlich). Ich bin fast süchtig danach, denn sie erinnert mich an eine Sorte, die wir einmal in den Ferien in der Normandie von einem Bäcker gekauft hatten. Sie eignet sich auch, um damit einen Erdbeer-Milchshake oder ein Frappé zu machen. Selbstverständlich können Sie frische Erdbeeren nehmen, wenn Sie bessere finden als ich – oder gar welche im Garten haben. (Bild: The awesome green)
Und so gehts:
Geben Sie einen Becher griechisches Joghurt und 3 Becher Milch (benutzen Sie dafür gleich den Joghurtbecher) mit 2 EL Erdbeerkonfitüre in einen Mixer und verquirlen alles mit ein wenig Eis. Geben Sie einen Kaffeelöffel Konfi in ein Glas, und giessen Sie dann mit dem Frappé auf. Sie können auch statt Eis ein wenig Glace wie Vanille oder Frozen Joghurt beifügen. Gut schmeckt das Ganze auch mit einem Bananenshake über Erdbeerkonfi angerichtet. Wenn Sie frische Erdbeeren benutzen, schneiden Sie diese in Stücke, und mischen Sie sie mit ein wenig Vanillezucker. Etwa eine Stunde zugedeckt ruhen lassen, ein wenig zerstampfen und gleich wie Konfitüre anwenden. Sie können statt Joghurt und Milch auch Mandelmilch nehmen. Versuchen Sie zum Beispiel die handgemachte Schweizer Mandelmilch von Alder Glarus.
5 — Peperonata
Meine neue grosse Sommerliebe heisst Peperonata. Jetzt haben die italienischen Peperoni Saison. Sie sind länger als andere Peperoni, schmackhafter und erst noch leichter zu verdauen. (Bild: Lavender and lovage)
Und so gehts:
Schneiden Sie rote und gelbe italienische Peperoni in Streifen. (Sie können auch grüne nehmen, aber ich finde rote und gelbe besser.) Schneiden Sie Schalotten in Streifen. Ich brauche für je 2 rote und 2 gelbe Peperoni 2 Schalotten. Dann dünsten Sie die Schalotten und zwei ganze Knoblauchzehen in reichlich Olivenöl langsam etwa 10 Minuten. Geben Sie die Peperoni und etwa 400 g geschnittene Tomaten bei. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer, und decken Sie die Pfanne zu. Alles etwa 30 Minuten köcheln lassen und danach mit etwas zerpflücktem Basilikum mischen. Ich serviere die Peperonata einfach mit einem Stück feinem Feta. Vorzüglich schmeckt sie auch mit Rigatoni, zum Beispiel mit zerkrümeltem Feta oder etwas Ricotta. 
6 — Tortellinisalat
Die Sommerküche ist immer auch eine Ferienküche. Viele Gerichte – Sie merken es – wecken bei mir etwas Nostalgie. So soll das Kochen auch sein, es ist oft ein Einfangen von Gefühlen, von Sehnsüchten oder Erinnerungen an Reisen. Tortellini im Salat erinnern mich an einen Aufenthalt in New York vor langer Zeit. Damals waren Salad Bars angesagt, und man ging sich seine Sommersalate fixfertig aussuchen. Am Schluss konnte man aus vier Saucen wählen: Bluecheese, Thousand Island, French und Italian – ein wenig wie eine Kinderparty –, und es hatte eben immer Tortellini dabei. (Bild: Creme de la crumb)

Die «erwachsene» Version geht so:
Kochen Sie gute Tortellini vom Traiteur al dente. Schneiden Sie Gurken, Tomaten und rote Zwiebeln in Stücke. Mischen Sie alles mit den Tortellini, gehackter Petersilie, Salz, schwarzem Pfeffer aus der Mühle und griechischen Oliven. Dann geben Sie griechisches Olivenöl und Zitronensaft darüber und geniessen eine unkomplizierte Sommermahlzeit auf dem Balkon. 

Die «Old School American Version» geht so: 
Kochen Sie gute Tortellini vom Traiteur al dente. Mischen Sie dazu Gemüse nach Wahl wie Tomaten, Gurken, Rüebli und Stangensellerie. Mischen Sie eine Sauce aus Ketchup, Mayonnaise, Salz und Weissweinessig. Ja, und geben Sie trotzdem ein paar Kräuter wie Schnittlauch und Peterli dazu. Oder garnieren Sie alles mit den «Scallions», dem Grün der Frühlingszwiebeln.

7 — Maissalat
Mein Kollege Alexander Kühn vom «Tages-Anzeiger» hat den Maissalat erst kürzlich zu einem der Sieben schrecklichen Sommergerichte gekürt. Ich stimme ihm zu, wenn man an die Dosenmais-Salate denkt, die in den Restaurants serviert werden. Dieser hier ist jedoch mit frischem Mais gemacht und schmeckt fein und buttrig. (Bild: Cooking classy)
Und so gehts:
Grillieren Sie geschälte Maiskolben (rundum, total etwa 10 Minuten). Schneiden Sie Gurken, Peperoni und Zwiebeln in kleine Würfel. Schaben Sie die Maiskörner ab, und mischen Sie sie mit Butter und Salz, schwarzem Pfeffer aus der Mühle, dem rohen Gemüse und Fetawürfeln. Geben Sie noch etwas Zitronensaft und gehackte Kräuter wie Petersilie darüber. Eine Variante geht auch mit Avocado, Koriander und Limone – ohne Butter, dafür mit Olivenöl. Aber Mais schmeckt fantastisch mit Butter und macht aus dem Gericht ein bisschen weniger Salat und dafür mehr Mais.

Credits:

Foodblogs und Magazine: Lavender and lovageCooking classyCreme de la crumbThe awesome greenSheer luxeCloset CookingSpache the spatula

14 Kommentare zu «Sommer, Sonne und gutes Essen»

  • Ralph Müller sagt:

    Die „Fettwürfel“ im Maissalat (Rezept Nr. 7) erscheinen mir etwas merkwürdig.
    Ich werd’s mit FetA-Brösmali probieren, und dann sieht der Salat wohl ungefähr so lecker aus wie auf dem Foto…

  • Jsabel sagt:

    Hallo
    Den üblen Nachgeschmack von Knoblauch kann man verhindern, indem man ihn ca. 5 Mal während je einer Minute in kochendem Wasser wellt.
    Also:
    Wasser kochen, Temperatur niedriger stellen, Knoblauchzehen rein ins Wasser. Nach einer Minute rausnehmen, Wasser abschütten und von vorne nochmals. Tipp –> Wasserkocher benutzen.
    Diese Prozedur dauert max. 10 Minuten und man kann sich während dieser Zeit z.B. mit Rüsten beschäftigen oder sonst auch was (Rasenmähen, Autowaschen, Kehricht entsorgen oder vielleicht auch das Bébé schöppeln) ;-)))

  • Benno Dominik Vogler sagt:

    Danke, Mampf!

  • Barbara Kaufmann sagt:

    Wenn schon keinen Buechsenmais, warum dann also Buechsenkichererbsen, die IMMER nach nassem Hund schmecken? Getrocknete Kichererbsen einweichen, ueber Nacht ruhen lassen, am naechsten Morgen kochen mit Salz und einer Messerspitze Bicarbonat, das gibt absolut keine Arbeit und das Resultat ist 100X besser. Aus dem Rest bereitet man einen frischen Humus, mmmhhh!

  • Siggi sagt:

    Wer für solche Gerichte ein Rezept braucht, ist im Restaurant wohl doch besser aufgehoben ;)

  • beatrice sagt:

    warum lese ich diese Artikel immer just vor dem Lunch? Masochismus PUR

  • Sibylle sagt:

    Komisch… Am Markt in Oerlikon habe ich seit einem Monat an verschiedenen Ständen Erdbeeren gehabt, die diejenigen der letzten 5 Jahren in den Schatten gestellt haben.

  • N.B. sagt:

    Die Erbeeren aus dem Eigenanbau von Frucht- und Gemüsehändler Gujer, der jeweils auf den Märkten von Zürich verkehrt, haben mich aus den Söckli gehauen. Soooo gut!

  • mimi sagt:

    ….und wenn Sie jetzt überall die Zwiebeln und vor allem den Eigengeschmack der einzelnen Zutaten tötenden Knoblauch weglassen und die Peperoni schälen, dann sind die Gerichte nicht nur schmackhaft sondern auch noch „gesellschaftsfreundlich“ und magenvertäglich.

    • Andrea sagt:

      Chnobli isch gsund. Frög mal diis Härz.

      • Leonora sagt:

        Gesund ist noch vieles, und dennoch kein Grund, Knoblauch flächendeckend anzuwenden. Der Geschmack ist einfach zu dominant. Und was das olfaktotische Nachspiel betrifft: da helfen leider auch die Chlorophylltabletten nix, nur sagt einem das keiner, weil wir alle zu Höflichkeit erzogen wurden ;)

    • Madeleine sagt:

      Herzlichen Dank für die inspirierenden und bestimmt leckeren Sommerrezepte! Das eine und andere wird bald ausprobiert.

      @mimi
      Wenn man Knoblauch mag, jedoch Bedenken hat von wegen nicht „gesellschaftsfreundlich“, kann man die Knoblauchzehen halbieren und vor dem Weiterverarbeiten die oft grünlichlichen Triebe herauslösen. Und wenn man ganz sicher gehen will, nach dem Essen eine kleine (auf natürlicher Basis hergestellte) Chlorophyltablette einnehmen.

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