6 klitzekleine Häuschen

Kleine Häuser sind gross im Trend, zumal dort, wo es Platz dafür hat. Kleine Häuser wecken aber auch die Abenteuerlust und erinnern an Kinderfantasien und den Traum vom eigenen kleinen Reich.
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1 — Schlicht, schön und winzig!

Im Norden sind Sommerhäuser ein wichtiger Teil des Lebens, und jeder wünscht sich eins. Damit das einfacher möglich ist, bietet die dänische Firma Add a Room architektonisch schöne, schlichte Fertighäuser an. Dieses Beispiel wartet gleich mit einer kleinen Veranda auf. 

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Ein anderes Beispiel von Add a Room ist ein wenig grösser und bietet eine kleine Aussenküche. 

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Architektur und Landschaft – hier ein kleines Traumpaar. Das Tiny House wirkt mitten in der Dünenlandschaft ganz schön gross. (Architektur und Bilder: Add a Room)

 

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1 — Kleine Häuser passen überall rein

Ein ganz anderes Kleinhausprojekt ist das Haffenden House in Syracuse, New York, vom Architekturstudio Para Project. Es ist zwar kein komplettes Haus, um darin zu leben, sondern ein Schreib-Lese-Studio mit Garage. Vorbild für dieses aussergewöhnliche, kubische Haus war das Ice House von Gianni Pettena aus dem Jahr 1972.

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Auch Luxus geht im Kleinformat, das zeigt dieser meditative Raum mit Bad, Aussicht und natürlich fantastischem Bücherregal.

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Das kleine Haus zeigt eine geniale Vorhangidee für grosse Fenster. Die Vorhänge sind mit Fäden an der Decke befestigt, lassen so den oberen Teil des Fensters frei und können auch mal, wie hier, in die Mitte geschoben werden. (Architektur und Bilder: Para Project)

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3 — Modernes Holzhaus

Den Begriff und die Idee «Home Sweet Home» haben ja die Engländer erfunden. Kein Wunder, bieten die Briten auch interessante Kleinhausideen an. Ein sehr schönes Beispiel sind die Fertighäuser aus Holz von Dwelle

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Nicht nur aussen ist die Architektur praktisch und ästhetisch, sondern auch drinnen. Der Innenausbau bietet alles auf kleinstem Raum, und das erst noch mit grosszügiger Anmutung. (Architektur und Bilder: Dwelle)

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4 — Wohnen wie im Korb

Elegant und mit den vielen Holzverstrebungen korbartig ist das kleine Holzhaus von Fincube. Die Grundidee zu diesem Projekt war der Loftcube des deutschen Designers Werner Aisslinger, der 2003 in Berlin sein visionäres Wohnprojekt zur Rückgewinnung von günstigem Wohnraum in den Städten auf einem Hochhausflachdach ausstellte. Der Südtiroler Hotelier und Unternehmer Josef Innenhofer wurde auf das Projekt aufmerksam und erkannte sein Potenzial auch für den ländlichen Wohnraum. Zusammen entwickelten sie den Fincube, dessen Musterhaus in Südtirol steht.

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Aus Naturmaterialien und vollkommen recycelbar ist der Fincube eine Art Wohnwagen ohne Räder, der temporär Platz nehmen und nur noch an Wasser und Strom angeschlossen werden muss. (Architektur und Bilder: Fincube)

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5 — Die schwarze, schicke Hütte

Wieder zurück nach Grossbritannien, dem Land der grossen und kleinen Wohnträume. Die schwarze Holzhütte vom Architekturbüro Rural Design steht in der schottischen Landschaft, genauer auf der Isle of Skye, ist klein und fein und kann auch als Ferienhaus gemietet werden. 

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Das Haus ist fast vollständig aus Holz und zeigt klare Formen. Es ist in der Nähe eines Hofes gebaut und passt wunderschön in die raue Landschaft der Hebriden-Insel.

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Nur der Boden im Innenbereich ist aus Beton. Das Holz und bestimmt auch der Ofen strahlen viel Wärme und Gemütlichkeit aus. (Architektur und Bilder: Rural Design)

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6 — Das Strandhaus

Der Traum vom kleinen Haus gehört in England natürlich auch an den Strand, und da hat das Designstudio Studio Mama ein tolles Beispiel geschaffen.

 

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Es bietet auf kleinstem Raum Wohn-, Ess-, Koch- und Schlaffläche, und das auf stilvoll schlichte Art. 

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Dieses Detail zeigt, wie chic ein Lavabo auf kleinsten Raum platziert werden kann.

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Die Rückseite des Strandhauses von Studio Mama bietet einen Durchblick aufs Meer – und den Traum vom kleinen Wohnglück. (Design und Bilder: Studio Mama)

Sweet Home – Inspiration: 

Als Teenager habe ich dieses Lied in einer berndeutschen Version gehört, es ging um «chliini Hüüsli», und ich denke beim typisch schweizerischen Einfamilienhaus-Traum immer daran – hören Sie den Song «Little Boxes» von Malvina Reynolds.

 

11 Kommentare zu «6 klitzekleine Häuschen»

  • Ri Kauf sagt:

    dä hammer! so ein strandhäuschen wäre echt nicht schlecht………!!!!!

  • Eduard J. Belser sagt:

    PS: Die Schweiz ist beim innovativen Holzbau Weltspitze! Schweizer Holz stammt ausschliesslich aus nachhaltiger Produktion. Das Bauen mit dem CO2-neutalen, nachwachsende und einheimischen Baustoff Holz schont die Umwelt und spart massiv Bauzeit. Ab der Kellerdecke funktioniert moderner Holzbau nach dem Motto: «Das TojToj-WC tageweise und den Baukran stundenweise mieten». Die Nachbarschaft wird auch deutlich weniger und vor allem weniger lang durch Staub, Baulärm usw. belästigt. Die erneuerten Bauvorschriften ermöglichen auch mehrstöckige Bauten in Holz. Aktuelle Vorzeigebeispiele sind z. B. das Tamedia-Haus mitten in Zürich, die neue Omega-Fabrik und der in Bau befindliche Hauptsitz von Swatch/Omega in Biel. Auch die Schweizer Industrieikone Nick Hayek setzt dabei auf Schweizer Holz.

  • Martin Eggenberger sagt:

    Das Problem in der Schweiz ist wohl eher so, dass das gar nirgends aufgestellt werden darf wo es interessant wäre: nämlich NICHT in einer Bauzone. Und mit lauter EFH oder MFH nebendran ist diese Wohnform dann vielleicht nicht mehr ganz so prickelnd… :-(

  • Markus Rotkopf sagt:

    Immer wieder spannend, solche Winzighäuser (oder auch Wohnwagen) anzuschauen. Allerdings sehe ich nicht, wie diese wirklich zusätzlichen Wohnraum schaffen können. In der Stadt, wo Wohnraum fehlt, gibt es schlicht keine Flächen, um diese Häuser aufzustellen. Wenn doch, ist der Boden so teuer, dass ein solches Haus purer Luxus ist – eine bessere Ausnutzung mit einem größeren Haus ist wohl eher angezeigt. Auf dem Land gibt es wohl Platz, in der Regel ist aber auch ein Zimmer in einem Haus günstig zu mieten. Da bleiben dann nur Designstatements im Rebberg wie in Bild 4 – kaum irgendwo erlaubt (zum Glück, finde ich), und auch kaum da, wo Wohnraum benötigt wird.

  • Eduard J. Belser sagt:

    Mini-Wohnhäuser, die sich auf nicht genutzten Flachdächern, z. B. von Garagen, platzieren lassen sind ein gutes Mittel zum Schaffen von Wohnraum durch schonendes Verdichten. Sind sie aus dem einheimischen, nachwachsenden Baustoff Holz können sie komplett in der Werkshalle des Holzbauers vorgefertigt und innert weniger Stunde auf dem vorbereiteten Fundament abgesetzt, angeschlossen und bezugsbereit gemacht werden. Holz ist ein dauerhafter Bau- und Werkstoff. Die ältesten Holzhäuser der Schweiz sind über 800 Jahre alt. Aber beim Bauen mit Holz müssen die Grundsätze des konstruktiven Holzschutzes konsequent beachtet werden und da habe ich bei einigen der gezeigten Beispiele Zweifel. Auch eine Aussenküche ist keine alltagstauglich Lösung sondern höchstens ein Gag, der schon bald nerven könnte.

    • Markus Rotkopf sagt:

      Kennen Sie Leute, die in der Stadt ein Flachdach, Vorplatz oder ähnlich vermieten, und man darf da ein solches Häuschen aufstellen, keine Nachbarn die Einsprache erheben? Und die Miete sollte nicht viel über 500.-/Monat liegen, damit man mit den Kosten für’s Haus nicht mehr bezahlt als für eine normale Einzimmerwohnung (die wohl noch ein paar m2 mehr bietet).

      Wie oben gesagt, ich bezweifle dass diese Häuser wirklich Wohnraum schaffen können, da wo er benötigt wird, zumindest in der Schweiz.

  • aurora sagt:

    Wunderschön, ich träume davon in runden Formen, wie zum Beispiel in diesem kleinen Video aus Norwegen :-) https://vimeo.com/151048885

  • Jan Holler sagt:

    Dieser Artikel löst einen „möchte-ich-auch“-Effekt bei mir aus. Drei Fragen hätte ich dazu:
    1. Wie steht es mit dem Abwasseranschluss? Respektive: Wie wird das Abwasserproblem gelöst, wo es keine Kanalisation hat?
    2. Was kostet solch ein Häuschen (inkl. Placierung), z.B. Nummer 1,3 oder 6?
    3. Sind solche Häuschen auch in der Schweiz erhältlich, resp. könnte man sie importieren?
    Merci für eventuelle Antworten.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Erhältlich schon, aber sie müssen sich durch den Baureglementsdschungel kämpfen, Zonenplan, Energievorgaben. Das Haus müsste Energiekonform sein, also würde Isolation und Strukturvorgaben bereits die ganze Kubatur auffressen. Zu Deutsch gibts in der Schweiz zwei möglichkeiten: Illegal erstellen oder erst gar nciht davon träumen.

    • André A. Perret sagt:

      Da Hr.Wehrli nur Ihre 3. Frage beantworted hat, erlauben Sie mir die Erste zu bantworten:
      Wenn keine städtische/gemeindliche Kanalisation vorhanden ist, dann wird das Abwasser mittels einer privaten Kläranlage entsorgt.
      Ich kann mir zwar vorstellen, dass der CH-Amtsschimmel möglicherweise einen Strich durch diese Rechnung machen würde.
      In Kanada (Prince Edward Island) würde eine Kläranlange für so ein Mini-House zwischen C$5,000 und C$25,000 kosten (installiert), je nach Bodenbeständigkeit.
      Ich habe die # 1,3 oder 6 Hauspreise nicht, aber ähnliche pre-fabrizierte Mini-Houses kosten bei uns ca C$90,000 installiert.

      • GM sagt:

        Eine Möglichkeit, die Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse zu umgehen bietet das Projekt zum vollkommen autarken Wohnwagon (wohnwagon.at)

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