Sommerferien mit Dorothée Vogel

Die bekannte Schweizer Modedesignerin Dorothée Vogel ist umgezogen. Diesen Frühsommer verlegte sie ihr Atelier und ihren Showroom in das Zürcher Binzquartier, und zwar in einen grossen, glänzend weissen Raum. Dieser hat sie gleich zu einer neuen, farbigen Ferienkollektion inspiriert. Entdecken Sie hier Schweizer Modedesign erster Klasse, und bekommen Sie zugleich noch einige persönliche Sommertipps von der kreativen Designerin.

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Wenn die Schweiz so etwas wie Coco Chanel hat, dann ist es die Modedesignerin Dorothée Vogel. Sie ist mit ihrer Mode immer einen Schritt voraus und trotzdem nahe am Leben der Frauen. Als erste Schweizerin brachte Vogel ihre Kollektionen auf die New Yorker Laufstege, und ihre Modeschauen, Happenings und Kollektionsvernissagen in Zürich haben den internationalen Fashionglamour, an dem es sonst hierzulande ein wenig mangelt. Entscheidend dabei ist vor allem der künstlerisch-kreative Zugang, den Dorothée Vogel in ihre Arbeit einbringt: Sie erzählt mit jeder Kollektion eine Geschichte – eine ganz persönliche. Diesen Sommer ist es eine Feriengeschichte.
Sweet Home Dorothée Vogel

Beim Umzug flatterten nämlich Stoffmuster und Ferienfotos aus Ponza aus den Kisten, die der Designerin die Idee zu ihrer fröhlichen, sommerfrischen Ferienkollektion gaben: Tupfen, starke Farben, Muster, die an Memphis erinnern, und Kleider, die ein wenig italienischen Fifties-Glamour ausstrahlen, ziehen sich durch die Kollektion.

Dorothée Vogel, lieben Sie Farben?
Der grosse, weisse Raum brauchte Farbe, und am besten kann ich diese mit Kleidern einbringen. So kreierte ich mit meinen Ferienfotos von einem Sommer auf Ponza, den Stoffmustern, die mir beim Umzug in die Hände gerieten, und vielen Inspirationen ein Moodboard, aus dem heraus dann die neue Ferienkollektion entstanden ist.
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Sie haben mit Absicht einen anderen, sehr persönlichen Weg im Modebusiness gewählt. Was genau unterscheidet Sie von den klassischen Modelabels wie Gucci, Prada und Co.?
Die Modeindustrie ist, wie es das Wort sagt, eine Industrie geworden, die sich zudem von der reinen Mode hin zu den Luxusgütern bewegt hat. Zu meinen Kollektionen können Frauen eine persönliche Beziehung aufbauen. Bei mir können Frauen vieles selber wählen, die Farben, die Stoffe, Grössenanpassungen. So ein wenig wie in den ersten Modesalons in Paris, kann man bei mir persönlich vorbeikommen, sich von mir beraten lassen, die Kleider in Ruhe anprobieren, auf Wunsch bestellen oder, wenn etwas Passendes da ist, gleich mitnehmen. Meine Kleider werden alle in der Schweiz produziert. Was ich mache, nenne ich Modern Couture. Handarbeit, Qualität und gutes Design mischen sich mit Individualität – meiner und derjenigen meiner Kundinnen.

Sie machen Sommerkleider in einer Zeit, in der bereits Wintermäntel in den Schaufenstern hängen.
Auch da gehe ich sehr emotional vor. Jetzt haben wir Lust auf Ferien, auf Tupfen, Sommer, Sonne und leichte Kleider. Der Anachronismus im schnellen Rennen des Modebusiness verdirbt oft die Freude am Moment und zelebriert das Vergängliche. Meine Kleider halten länger als eine Saison, sie werden zu Lieblingsstücken, die einen lange begleiten.
Sweet Home Dorothée Vogel
Diese Fotos von einer Sommerreise auf der italienischen Insel Ponza kamen Dorothée Vogel beim Umzug in die Hände. Sie zeigen genau das Lebensgefühl, das sie mit ihrer neuen, unkomplizierten Sommerkollektion ausdrücken will.
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Was genau haben Sie von Ponza in die Kollektion aufgenommen?
Die warmen Töne der Natur auf der Insel habe ich in einen Sommertweed verweben lassen, die Farbigkeit und die italienische Fröhlichkeit haben mich zu einem collageartigen Druckdessin inspiriert, und die Formen der Kleider erinnern ein wenig an den Glamour und die Eleganz einer Gina Lollobrigida oder Sophia Loren.

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Mustermix auf die elegante Art – ein typisches Outfit von Dorothée Vogel aus leichten, edlen Stoffen, deren Design die Modemacherin zeichnete.
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Was darf in Ihrem Ferienkoffer nicht fehlen?
Ein kleiner, weisser Baumwollhut und das frische Rosenwasser von Santa Maria di Novella (in Zürich bei Ines Bösch erhältlich).
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Tupfen auf leichter Seide und Baumwolle in allen frischen, leuchtenden Sommerfarben.
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Ponza ist eine kleine italienische Insel im Tyrrhenischen Meer zwischen Rom und Neapel. Sie hat noch sehr viel Ursprüngliches und besticht durch eine starke Schönheit.
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Ein schlichtes Kleid aus leichtem Sommertweed.

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Dorothée Vogels neues Atelier ist grossräumig und ganz in Weiss gehalten. Da leuchten die bunten Kleider an den Ständern fröhlich heraus.

Dorothée Vogel, was unterscheidet Ihr jetziges Atelier von dem vorherigen?
Ganz klar die Grösse. Vorher hatte ich einen kleinen Atelierraum im Obergeschoss des Hauses, in dem auch meine Wohnung ist. Hier können Kundinnen viel einfacher mal vorbeikommen und sich umschauen.
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Farben, Grafik, Stimmung und viel Italianità sind die Inspirationen der unkomplizierten, leichten Ferienkollektion.
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Welches Buch nehmen Sie mit in Ihre Sommerferien?
Die neue Biografie von Diana Vreeland, der legendären Stilmacherin und Moderedaktorin von «Vogue» und «Harper’s Bazaar».
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Gina Lollobrigida, Sophia Loren, Künstler, welche die Riviera für den Sommer entdeckten, ein wenig Pop, Glamour und viel Farbe: Für Dorothée Vogel bedeutet Mode auch Leben, Geschichte, Träume und Stimmung.

6 Kommentare zu «Sommerferien mit Dorothée Vogel»

  • Dorothée Vogel entwirft immer wieder die schönste Festmode Schweiz und Sommerkleider die entzücken. Einen Besuch in Zürich muss ich mir daher mal wieder gönnen und die neue Kollektion studieren.

  • adam gretener sagt:

    Ob Frau Kohler einen Kommentar durchlässt, das lässt sich leider nie sagen. Leider.

    • déjà-vu sagt:

      erklären sie sich, lieber herr adam?

      @ heidi arn: ich hüte mich, mir ‚billige‘ kleider zuzumuten. wir alle wissen, was qualität (und gutes design!!) bedeutet, was kontrollierte produktionsbedinungen heisst und wie wir nachhaltig mit unseren resourcen umgehen wollen. qualität hat seinen preis, das produkt ist dafür auch entsprechend kostbar und langlebig! ich unterstütze unsere tochter, sich im second hand einzudecken oder sich meine kleider ‚auszuleihen‘, um sie schlussendlich auch zu ‚erben‘. alles besser, als sich im primark mit viel zu vielen klamotten einzudecken (die nach einmaligem waschen sowieso auseinander fallen) und einem ein schlechtes gewissen hinterlassen, weil mittlerweile jeder weiss, wie diese kleider produziert werden. das ist dann nicht mehr ‚billig‘, das ist nur noch unwürdig…

    • Heidi Arn sagt:

      Ja, so ganz verstand ichs kürzlich auch nicht.

  • Heidi Arn sagt:

    Vermutlich nicht gerade billig. Aber wenigstens gucken gehen ;-)

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