5 Lieblingsrezepte aus meinen Scrapbooks

Früher, als ich noch nicht bloggte, viel weniger arbeitete und keinen Hund hatte, klebte ich! Büchlein um Büchlein mit Textilmüsterchen, Inspirationen, Modegeschichten und natürlich mit Rezepten. Ich verarbeitete so Abertausende von Magazinseiten, kochte im Kopf alles nach und manchmal auch in Wirklichkeit. Einige dieser Rezepte sind – oft ein wenig nach unserem Gusto abgeändert – zu Lieblingsgerichten geworden, andere warten immer noch darauf, nachgekocht zu werden.

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WERDEN SIE ZUM BUCHMACHER
Persönliche Bücher mit Rezepten, Inspirationen, Notizen und Ideen sind eigentlich die Grossmütter der Blogs. Es lohnt sich, ab und zu wieder ganz altmodisch Kreativität mit Papier und Schere auszuleben. Ich liebe meine alten Bücher, sie sind immer noch Inspirationsquelle und Dokumente aus anderen Zeiten.
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ORECCHIETTE MIT ERBSEN UND SPARGELN
Eine feine Pasta, gemischt mit frischem Frühlingsgemüse, ergibt eine perfekte, schnelle und superfeine Mahlzeit. (Bild über: Flourishing foodie)

Zutaten: 
  • 400 Gramm Orecchiette
  • 500 Gramm frische Erbsen, ausgepuhlt
  • 300 Gramm grüne Spargeln
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 Zitrone, die Schale abgerieben und den Saft ausgepresst
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt, 
  • 1/2 Peperoncino, fein gehackt
  • 200 Gramm Ziegenfrischkäse
  • 100 Gramm Pecorino Romano, geraffelt
  • 1 Handvoll Erbsensprossen
Zubereitung: 
Kochen Sie die Orecchiette al dente gemäss Packungsangaben. Schneiden Sie die Spargeln in gleichmässige Stücke und dämpfen Sie diese mit Erbsen, sodass sie noch ein wenig knackig sind. Erhitzen Sie das Olivenöl mit dem Knoblauch und dem Peperoncino, geben Sie das Gemüse mit dem Zitronensaft bei. Aufkochen und die Hälfte des Ziegenfrischkäses beigeben. Die Hitze reduzieren, würzen und die Orecchiette mit ein wenig Pastawasser beigeben. Mit ein wenig Ziegenfrischkäse, Olivenöl und Sprossen servieren.
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PENNE MIT BUTTERTOMATENSAUCE 
Diese einfache, aber raffinierte Tomatensauce ist ein kleiner Alltagsluxus, den wir uns regelmässig gönnen. 

Zutaten: 
  • 100 Gramm Butter
  • 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 Kilogramm Cherrytomaten, halbiert und entkernt
  • Salz und Pfeffer
  • 1/2 Muskatnuss, geraffelt
  • die Blätter von 1 Bund Basilikum
  • 400 Gramm Penne
  • 120 Gramm Pecorino Romano, geraffelt
Zubereitung: 
50 Gramm Butter in eine Bratpfanne geben und schmelzen. Die Hälfte des Knoblauchs beigeben und so braten, dass er nicht braun wird. Die Tomaten und eine gute Prise Salz beigeben, 20 Minuten köcheln lassen. Zerdrücken Sie die Tomaten ein wenig, wenn Sie sie umrühren. Wenn sich eine Sauce gebildet hat, raffeln Sie die Muskatnuss hinein, geben die zweite Hälfte des Knoblauchs bei und würzen mit Salz und Pfeffer. Alles noch einige Minuten köcheln lassen. Die Basilikumblätter zerreissen und beigeben. Nehmen Sie die Sauce von der Herdplatte. Kochen Sie die Penne al dente gemäss Packungsangabe. Absieben und die zweite Hälfte der Butter sowie die Hälfte des geraffelten Käses beigeben. Nun mischen Sie die Pasta mit der Sauce und servieren Sie sie mit dem Rest des Käses.
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PAN BAGNAT
Dieses sommerliche Sandwich gehörte zu meiner Grundnahrung, als ich als junge Textildesignerin in Paris arbeitete. Es war günstig, gross und superfein. (Bild über: Sass and veracity )

Zutaten:
  • 1 grosses, rundes Brötchen, halbiert
  • Thon, nachhaltig gefischt und in Olivenöl eingelegt
  • Sardellenfilets
  • Tomatenscheiben
  • 1 hart gekochtes Ei, in Scheiben geschnitten
  • 1 halbe grüne Peperoni, in Scheiben geschnitten
  • einige Gurkenscheiben
  • einige Radieschen in Scheiben geschnitten
  • Zwiebelringe, am besten von 1 mittleren Schalotte
  • einige Lattichblätter
  • einige schwarze Oliven
  • Olivenöl 
  • Weissweinessig
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2-3 Basilikumblätter
Zubereitung: 
Die Brothälften mit einer Knoblauchzehe einreiben. Mit Olivenöl bestreichen und mit ein wenig Essig beträufeln. Die restlichen Zutaten einfüllen und als grosses, leckeres, sommerlich frisches Sandwich servieren, das nach Ferien schmeckt. 
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VANILLECREME IM TÖPFCHEN
Selbstgemachte Vanillecreme schmeckt fantastisch und man fühlt sich wie Gott in Frankreich. Dieses Rezept aus meinem Scrapbook klappte bisher immer. (Bild über: Mignerdises)

Zutaten: 
  • 8 Ramequins, Puddingförmchen oder feuerfeste Porzellantassen
  • 4 dl Milch
  • 2 Vanilleschoten
  • 4 Eigelb
  • 65 Gramm Zucker
Zubereitung: 
Den Backofen auf 165 Grad vorheizen. Schneiden Sie die Vanilleschoten längs in zwei Hälften. Geben Sie die Milch in eine Pfanne und kratzen die Vanilleschoten aus. Die ausgekratzte Vanille und die 4 Schotenhälften in die Milch geben, aufkochen und vom Feuer nehmen. 15 Minuten zugedeckt stehenlassen. Die Eigelb mit dem Zucker verrühren, am besten mit einem Mixer. Es sollte sich eine dicke, zitronengelbe Masse ergeben. Nun erhitzen Sie die Vanillemilch wieder und giessen diese in einem dünnen Faden und unter ständigem Rühren in die Eimasse. Giessen Sie die Creme nun durch ein Sieb und verteilen Sie sie in die Förmchen. Platzieren Sie die Förmchen in eine tiefe Form, giessen Sie heisses Wasser in diese Form, sodass es bis zur Hälfte der Förmchen reicht. Bedecken Sie alles mit Alufolie und geben Sie es in den Backofen. 30-35 Minuten backen. Die Förmchen herausnehmen, zudecken und im Kühlschrank abkühlen lassen. 
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FIADONE – EIN KÄSEKUCHEN AUS KORSIKA
Dieser feine Kuchen, eigentlich eine Art Flan, schmeckt zum Beispiel gut mit einigen frischen Beeren. Seine Hauptzutat ist Brocciu, ein korsischer Frischkäse – Sie können aber einfach Ricotta verwenden.

Zutaten: 
  • 500 Gramm Brocciu bzw. Ricotta
  • 100 Gramm Zucker
  • 5 Eier
  • die abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • Butter für die Form
Zubereitung: 
Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, den Käse in einer Schüssel verrühren und die Eier teilen. Die Eigelb mit 80 Gramm Zucker, der Zitronenschale und der Prise Salz mischen. Alles zu einer weisslichen Masse verrühren. Die Eiweiss zu Schnee schlagen, 20 Gramm Zucker beigeben und nochmals ganz kurz schlagen. Nun den Käse in die Eigelbmasse geben, alles gut vermischen und dann den Eischnee darunter ziehen. Eine runde Backform ausbuttern, die Käsemasse reingeben und den Kuchen 30-35 Minuten backen. Abkühlen lassen und aus der Form servieren.

 

18 Kommentare zu «5 Lieblingsrezepte aus meinen Scrapbooks»

  • Patrik sagt:

    Fiadone ist nicht gleich, ob man sie mit Brocciu oder Ricotta macht. Wo kann man Brocciu in der Schweiz kaufen?

  • Heidi Arn sagt:

    Mmmmmmmh! Und solche Bücher wären besser gewesen, ich Chaotin sitze auf Kisten voller ausgeschnittener Rezepte etc. … Seit ich alles gleich in die zum Thema passenden Bücher klebe/lege, läufts besser (ja, ich hänge noch an papiernen Büchern). Auch Sweet-Home-Sachen landen manchmal ausgedruckt in der „richtigen“ Bibliothek, in der zum Anfassen.

  • baba sagt:

    ganz toll, Marianne.
    J’adore

  • peter muster sagt:

    2kg Cherrytomaten?? Im Ernst?

  • Zora sagt:

    Gerne würde ich Ihnen zuschauen, wie Sie dieses lecker aussehende Pan Bagnat verpeisen… wohl nicht in der Öffentlichkeit?! Weiss nicht, wie Leute es schaffen, so etwas sauber zu essen, ohne dass es flutscht und rutscht… auch Crèmeschnitte geht überhaupt nicht – oder hat mir jemand einen Tipp? :-)

  • adam gretener sagt:

    Das Pan Bagnat sieht lecker aus und ist schnell zubereitet und einfach variiert. Und man kann das Gericht prima für die nächste Gartenparty verwenden oder zum Pick-Nick einpacken.

    Habe letzthin einen erschütternden Artikel auf die Zeit gelesen von einem Segler, der von Australien über Osaka nach San Fransico schippert und den Zustand des Meeres beschreibt. Ich muss glaub mal über die Bücher.

  • Michael sagt:

    Eine Seelenverwandte !!! Ich habe meine Rezepte in zwei DIN A 4 Ordnern abgelegt, das jüngste Rezept stammt aus 1980… Ich liebe es, diese Ordner vorzunehmen, durchzublättern und die Rezepte mit der derzeitigen Stimmung abzugleichen, was ich denn wohl kochen könnte. Das, tut mit leid lieber Andy, geht verloren, wenn diese Rezepte im Internet verschwinden.

    • adam gretener sagt:

      Beide Möglichkeiten sind genial, und schliessen sich gegenseitig gar nicht aus. Auch bei grosser Kocherfahrung braucht es hin und wieder neue Anstösse. Und da finde in Online sehr gut. Gewisse Seiten bieten an, gewisse, vorhandenen Zutaten einzugeben und dann sprudeln Gerichte. Und die kann man dann wiederum variieren.

      Ich erwische mich öfters, wie ich immer wieder dasselbe koche. Das durchbreche ich gerne.

  • steiner sagt:

    tolle rezepte! einmal mehr ein toller sweethome beitrag. und trotzdem kann ich mir eine frage nicht verkneifen. wieso schreibt man beim pan bagnat ins rezept „thon, nachhaltig gefischt…“? ich versteh das echt nicht. will man dem leser sagen, dass er bitte schön nachhaltig einkaufen soll? wieso schreibt man nicht im gleichen rezept dass die eier aus bodenhaltung und das gemüse aus biologisch zertifiziertem anbau zu sein haben? …das wirkt auf mich sehr aufgesetzt.

    • Oliver sagt:

      Ja, und die Sardellen sind nicht nachhaltig gefischt… Vielleicht, weil’s die so nicht gibt (zumindest nicht im Coop meines Vertrauens…)?
      Aber sonst, sieht’s lecker aus! :-)

  • lieberlecker sagt:

    So spannend solche Scrapbooks irgendwann sind, ich bin froh kann ich jetzt meine Rezepte in meinem Blog abspeichern (und mit anderen teilen :-) ). Bei den obigen Rezepten finde ich vor allem den mehlfreien Käsekuchen spannend – danke!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  • yvonne sagt:

    mmmmmmh, die Penne mit Buttertomatensauce sieht lecker aus!
    Die Italiener haben noch eine andere Geheimwaffe für Tomatensauce. In eine, wie oben beschriebene, Tomatensauce, am Schluss, statt Butter ein Ei darunter ziehen. Das wird auch ganz sämig.

    Danke für die glustigen Aufsteller!

  • Hans Arnold sagt:

    Vielen Dank für diese Rezepte. Ich probiere sie immer wieder aus. Dank guter Beschreibung problemlos nachkochbar.

  • Steiner Jeanette sagt:

    Bravo, seit langem die besten Rezepte. Einfach, günstig, gut und doch speziell. Bitte um mehr :-)

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