So wird der Znacht zum kleinen Festessen

Was kochen heute Abend? Diese Frage beschäftigt viele von uns täglich. Einerseits stresst sie uns, weil wir ans Kochen und Einkaufen denken müssen, andererseits ist das Abendessen in vielen Haushalten die einzige Mahlzeit, die gemeinsam eingenommen wird. Sie ist für viele ein kleines Fest, eine Belohnung für ihren arbeitsreichen Tag. Es ist der langersehnte Moment, in dem man zusammensitzt, um zu geniessen und zu plaudern. Diese vier Rezeptideen sind einfach zum Nachkochen, günstig und brauchen nicht viele Zutaten.
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Bratkartoffeln mit Kräuter und Speck 

Am schnellsten geht dieser Znacht, wenn man bereits gekochte Kartoffeln vom Vortag hat. Dann können Sie sie einfach schälen und in Stäbchen schneiden. Hacken und schneiden Sie Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Salbei. Wer mag, kann auch noch Peperoncino und Knoblauch ganz fein hacken. Nun braten Sie die Kartoffeln in Öl rundum knusprig goldgelb, geben die Kräuter, den Knoblauch und Peperoncino bei und würzen mit Salz und Pfeffer. Braten Sie in einer anderen Pfanne Speckwürfeli oder -streifen knusprig. Mischen Sie alles zusammen und raspeln Sie Käse darüber. Nun schieben Sie die Kartoffeln in den Backofen und grillieren das Ganze einige Minuten, bis der Käse geschmolzen ist. Servieren Sie die Kartoffeln mit Sauerrahm, Schnittlauch und einem frischen, knackigen Salat. (Bild über: Ubiquitous)

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Reis mit Gemüse und Poulet

Dieses Reisgericht kann man in einer einzigen Pfanne kochen. Das ist doch schon mal was. Wer es gerne schnell mag, kauft eine Tüte gefrorenes Gemüse im Supermarkt oder nimmt einfach gefrorene Gartenerbsen. (Bild: Singapore Shiok)

Zutaten:
  • 1 Zwiebel,
  • 1 grosse Knoblauchzehe
  • 1 kleines Stück frischer Ingwer
  • 2 Pouletbrüstchen in Würfel geschnitten
  • 1 Esslöffel (EL) Currypulver
  • 150 g Basmati-Reis
  • 6 dl Hühnerbouillon
  • 100 g Gemüsemischung oder Erbsen
  • Erdnussöl
Zubereitung:

Schälen und raspeln Sie Knoblauch und Ingwer und vermischen Sie beides zu einer Paste. Raspeln Sie die Zwiebel und mischen Sie diese dazu. Erhitzen Sie das Öl in einer Gusseisenpfanne und geben Sie die Paste bei, goldgelb braten. Geben Sie die Pouletwürfel bei und streuen Sie das Currypulver darüber. Alles vermischen, anbraten und den Reis dazugeben. Bringen Sie alles zum Kochen, so dass die Flüssigkeit reduziert wird und sich kleine Löcher im Reis bilden. Stellen Sie die Hitze zurück. Decken Sie die Pfanne zu und lassen Sie alles 10 Minuten auf kleinstem Feuer köcheln. Nun geben Sie das Gemüse bei,  alles mischen, die Pfanne vom Herd nehmen, zudecken und 15 Minuten geschlossen stehen lassen. Nun können Sie den Deckel wegnehmen, den Reis auflockern und in hübschen Schälchen servieren. Dekorieren Sie mit Koriander. Dazu passen zum Beispiel Gurkensalat oder frische Früchte wie Mangos, Ananas und Orangen – aber separat in einem anderen Schälchen serviert.

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Bangers und Mash – Würstchen mit Kartoffelstock

Der englische Pub-Klassiker ist wie Sonntagsdinner mitten in der Woche. Machen Sie aus einer grossen Schweinsbratwurst zwei kleine. Braten Sie die Würste in ein wenig Öl rundum an, nehmen Sie sie heraus und stellen Sie sie warm. Nun geben Sie ein Stückchen Butter in das Bratfett und braten grobe Zwiebelstücke darin an. Geben Sie Kräuter Ihrer Wahl dazu, zum Beispiel Majoran oder Thymian. Geben Sie ein wenig Mehl bei und löschen Sie alles mit 1 Glas Wein ab. Dieser kann weiss, rot oder rosé sein, was Sie gerade offen daheim haben. Giessen Sie 1 Glas Bouillon dazu und kochen Sie alles auf, mit Pfeffer würzen. In der Zwischenzeit kochen Sie geschälte Kartoffeln in Salzwasser oder Bouillon weich. Abgiessen und mit einem Stampfer zermantschen. Kochen Sie ein wenig Milch mit viel Butter auf, mit Pfeffer und Muskatnuss würzen. Vermischen Sie alles mit den Kartoffeln. Servieren Sie die Würstchen auf dem Kartoffelbrei und giessen Sie die Zwiebelsauce darüber. Die Engländer essen dazu Erbsen, es passt auch Salat. (Bild über: Mostly Savory)

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Kartoffelgraten mit Lauch 

Versuchen Sie diesen feinen, würzigen, cremigen Kartoffelgratin mit Lauch. Sie brauchen nur ein wenig zu rüsten, schnetzeln und zu köcheln – und können ihn dann einfach in den Ofen schieben. (Bild: Luna Café)

Und so gehts: Schälen Sie 1 Kilogramm Kartoffeln und schneiden Sie diese in Scheiben. Schneiden Sie 700 Gramm Lauch in Ringli und braten Sie ihn sanft in ein wenig Butter an. Giessen Sie 6 Deziliter Rahm dazu und würzen Sie mit Salz, Pfeffer und Muskat. Nun buttern Sie eine Gratinpfanne aus und legen eine Schicht Kartoffeln rein. Geben Sie einen Teil des Rahmlauchs darüber und raspeln nach Belieben Parmesan oder Pecorino darüber. Nun legen Sie die zweite Schicht Kartoffeln darüber und wiederholen den Prozess, bis sie alles aufgebraucht haben. Zuoberst kommen Kartoffeln, übergiessen Sie diese mit ein wenig Butter und schieben Sie alles in den heissen Ofen. Bei 200 Grad ca. 1 Stunde backen. Mit Salat servieren.

Keine Kommentare zu «So wird der Znacht zum kleinen Festessen»

  • Oskar Jablonski sagt:

    Beim Reis mit Poulet und Gemüse kommt sicher irgendwann auch noch die Bouillon dazu … oder?

  • Albert sagt:

    Das tönt alles sehr lecker. Als Anfänger: kann mir jemand sagen, für wieviele Personen diese Rezepte gedacht sind? Vielen Dank.

  • Daniel sagt:

    Danke für die Tips, ich habe gerade überlegt was ich heute Abend Koche? Nun ist alles klar!

  • Kurt Gerber sagt:

    2 – 3 Tomaten vierteilen, in eine kleine Schüssel geben, >3/4 Cervelat (kann auch Schwinswürstli sein) reinschnätzeln, Wasser dazu und für 3min bei 650 W in die Mikrowelle. E voilà. Tomatensuppe mit Fleischeinlage. Dazu Brot nach Wahl (mein Tip: Nussbrot vom Detailhändler mit dem grossen umgekehrten W). Sogar das lästige Tomaten schälen entfällt. Die Haut schwimmt nach der mikro-Kur oben auf. Rausfischen, wegschmeissen, auslöffeln, auftunken. En Guäte an alle Jungesellen.

  • Mark O. Vischer sagt:

    Wenn’s drum geht, was ich heute abend rasch kochen soll, dann kann ich mit dem Tipp „Kartoffeln vom Vortag“ herzlich wenig anfangen. Denn wenn es Vortag überhaupt Kartoffeln gab, dann habe ich die sowieso schon alle augfegessen.
    Bratkartoffeln macht man so: Festkochende Sorte in ca. 2×2 cm Würfel schneiden, 5-10 Minuten in kaltes Wasser legen, abtropfen, dann roh in Butter auf mittlerer Hitze (5 bis 6 von 10) in einer Antihaft-Bratpfanne zugedeckt (!) gut 30 Minuten braten, dabei alle 5 Minuten wenden. Salz und Pfeffer nicht vergessen, andere Gewürze nach persönlichem Geschmack. Fünf Minuten vor Schluss starte ich eine zweite Pfanne mit Speck und Spiegeleiern. Gemüse kann mir gestohlen bleiben… aber während des Kochens reicht die Zeit, um einen Gurken-Tomaten-Salat zu machen und das Echo der Zeit zu hören.

    • Jonas Feist sagt:

      Für Bratkartoffeln gibt es wohl so viele Lieblingsrezepte, wie Menschen auf dem Planeten. Ich liebe Bratkortoffeln auch, jedoch vorgekocht und auf langsamer Hitze gebraten. Aber für mich persönlich gibt es nichts Besseres, als aufgebrochene Kartoffeln mit Meersalz, Knoblauch, Rosmarin, Pfeffer und Chilli aus dem Ofen, wenn möglich, Holzofen oder zumindest offenes Feuer.

      Unübertroffen!

      • Mark O. Vischer sagt:

        „Für Bratkartoffeln gibt es wohl so viele Lieblingsrezepte“ – Ok, wo Sie Recht haben, haben Sie Recht! Aber leider hab ich weder Holzofen noch offenes Feuer, muss mich mit Pfännlein begnügen…
        Trotzdem danke für den Tipp.

      • Jonas Feist sagt:

        Tja, Herr Fischer, ich habe auch keinen Holzofen. Leider. Aber ein Backofen funktioniert sehr wohlt.

        Als ich früher als Skilehrer arbeitete, habe wir zum Abschluss der Woche jeweils ein grosses Feuer gemacht, Tee ausgeschenkt und in grossen, gusseisernen Brätern die mitgebrachten Kartoffeln einfach mit Stöcken nahe ans Feuer gerückt. Und anschliessend mit grossem Hallo, Autsch, Uh und heiss mit den Fingern gegessen. Das war immer ein Spass für alle Beteiligten.

    • Daniel Münger sagt:

      @Vischer – Kein Wasserbad nötig. Alle Würfel rundherum schön anbraten. Mit einem normalem Deckel trocknen die Kartoffeln aus, deshalb mit einem Teller der in die Pfanne passt die Kartoffeln zudecken. Dann reicht sogar einmal wenden.

  • Karl Knapp sagt:

    Kartoffeln rüsten, vorbereiten und dann noch eine Stunde im Ofen ??? Also ich habe auch gerne Kartoffelgratin, das machen wir jeweils aus Zeitgründen am Wochenende. Wer frühestenes um 18 Uhr zu Hause ist, will nicht noch Stunden in der Küche verbraten. Mein Tipp: Ofen vorheizen, einen Fertig-Pizzateig nehmen, Tomaten/Mozzarella, Oliven und zusätzliches nach Belieben verteilen und hopp ! Viel mehr geht an Werktagen nicht.

    • Mike sagt:

      Den Teig kann man auch schnell selber machen. Geht fünf Minuten plus Aufgehzeit.

      • Je nach Raumtemperatur kann das „Aufgehen“ viel Zeit in Anspruch nehmen. Man kann den Teig aber auch am Vorabend zubereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, sofern, je nach Pizzateigrezept, ein Aufgehen erforderlich ist. Für Zeitgeplagte ist der gekaufte Pizzateig definitiv schneller!

  • Peter Nis sagt:

    Mein Geheimtipp: Ein Nature Joghurt mit Haferflocken.

  • Nadja sagt:

    Drei von vier Rezepten sind absolute Kalorien- und vor allem Fettbomben.. Nicht gerade sinnvoll, zum Znacht so etwas Schweres zu essen.

    • Gion sagt:

      Fett und Kalorien sind gut und überlebensnotwendig für Sie! Dann essen Sie eben nicht eine Riesenportion, wenn sie Angst haben zu viel zu essen.

      • Nadja sagt:

        Geht nicht ums zu viel essen – aber wenn man spätabends noch so viel isst, dann schläft man schlechter. Kommt halt drauf an, wann Ihr normalerweise esst.

    • Jonas Feist sagt:

      Die Bäuchlein wollen gehegt und gepflegt werden, sonst sterben sie noch aus.

    • barbara sagt:

      schön! Endlich wieder mal ein Rezept, das NICHT das Fett meidet wie der Teufel das Weihwasser. :-)

      Allerdings, was das Timing betrifft, würde ich diese Sorte Kochen auch gemütlich aufs Wochenende schieben und nicht auf den Feierabend nach einem Arbeitstag. Das wird dann tatsächlich etwas spät.

  • Mike sagt:

    „Giessen Sie 6 Deziliter Rahm dazu“ – habt ihr auch was, mit dem ich nachher noch in meine alte Jeans reinkomme? So zu kochen ist keine Kunst und es ist auch fein, da der Säuger so eine Tendenz hat, einen Speck anzufressen. Schwieriger wird es, etwas Leichtes und trotzdem vollwertiges zu kochen, ohne noch Lauch in Butter anzubraten. Any Ideas ohne Butter und Fett?

  • Philipp Rittermann sagt:

    braten sie die kartoffeln in kokos-öl – gibt zusätzlich einen super-geschmack.

  • Jonas Feist sagt:

    Oh, das sieht alles sehr gut aus, auch wenn ich so früh noch keinen Hunger aufbauen kann. In diese Kategorie gehört für mich auch Kartoffeln mit Lauch und Waadtländer Saucisson.

    Gestern aus lauter Faulheit entdeckt. Bund Radieschen mit dem Grün und gewaschen in einen Mixbecher. Dazu eine getrocknete Tomate, Knoblauch, Haselnüsse, ZItronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer. Mixen. Fertig. Und über die Teigis geben.

    War nicht schlecht und in 5 Minuten erledigt.

    • Jonas Feist sagt:

      Ich habe noch eine Frage. Echt 6 dl Rahm für den Auflauf? Dünkt mich etwas gar viel.

    • Amélie Müller sagt:

      Es braucht schon so viel Flüssigkeit. Man kann aber problemlos bis zur Hälfte durch Milch ersetzen. Dann einfach einen Teelöffel Maizena in die Sauce einrühren, damit sie trotzdem bindet. Oder gleich ein Papet vaudois machen, wo die Flüssigkeit aus Milch, Lauchsud und Weisswein besteht. Beides passt auf jeden Fall herrlich zum November!

    • Andi Schulz sagt:

      Ein guter Gratin braucht nun mal Flüssigkeit, da die Kartoffeln enorm aufsaugen. Sonst wird’s einfach eine (zu) trockene Angelegenheit. Um Kalorien zu sparen, nehme ich immer die Hälfte Halbrahm und die Hälfte teilentrahmte Milch (Drink-Milch). Und Knoblauch gehört zwingend dazu…

      • Jonas Feist sagt:

        Liebe Amélie, lieber Andi

        Vielen Dank, mit Maizena habe ich noch nie gekocht, aber das scheint mir ziemlich gut und einigermassen natürlich. Weisswein ist natürlich immer eine gute Idee, zumal Lauch dabei ist. Da sage ich nicht nein.

        Wie weiter unten angemerkt wurde, ist wohl auch Kokosmilch für sowas geeignet, wäre einen Versuch wert. Zumal es sich auch gut mit Muskat verträgt. Evlt. etwas Salz und Säure, damit die Süsse nicht so vorlaut auftritt.

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