Ein verlassener Bauernhof in der Maremma wird zum Ferienparadies

Ein 100-jähriges Gehöft zu renovieren und einzurichten macht Spass, braucht aber auch seine Zeit. Podere Genova, in der Alta Maremma zwischen Grosseto, Montalcino und Siena gelegen, hat durch die sanfte Renovation sein charmantes, wohnliches Ambiente samt viel Italianità erhalten

Renovation und Interieur: Martina Schober
Fotos: Alessandra Leimer
Styling: Alex Rawlison

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Wie die Besitzerin Martina Schober berichtet, war die Entdeckung des Gehöfts vor vielen Jahren wie Liebe auf den ersten Blick. Verlassen stand Podere Genova auf einer kleinen Anhöhe. Im Dach des ehemaligen Kuhstalls klaffte ein grosses Loch, der Ziegenstall war von Efeu überwuchert, aber der Hausteil, wo einst die wechselnden Landarbeiterfamilien wohnten, konnte gleich genutzt werden.

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Über fast zwei Jahrzehnte zogen sich die kleineren und grösseren Renovationen hin. Martina Schober, die auch beruflich einrichtet, hat natürlich sehr viel Zeit ins Interieur gesteckt und immer wieder umgestellt. Gegenstände aus dem Brockenhaus finden sich genauso im Haus wie Schwarzweissfotos eines befreundeten Fotografen.

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Die vorerst letzte Renovationsetappe fand letzten Frühling statt. Der ursprüngliche Wohnteil erhielt ein neues Bad und die knorrigen Olivenbäume eine Beleuchtung. Martina Schober liess sich durch eine Freundin, die Stylistin Alex Rawlinson-Lang, die bezüglich Raumgestaltung viel Erfahrung hat, beraten. Eine Woche nahm man sich Zeit für Farbkonzept, Möbelschieberei, experimentelles Malen – sozusagen für einen Remix.

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Ein kleines Zimmer wurde zur edlen Schlafkammer. Farbstreifen an der Wand und ein Vorhang «à la nonna» aus guter Ikea-Spitze haben den Raum aufgewertet und sehr wohnlich gemacht.

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Vieles stammt aus einer Trödel-Halle in Grosseto. Dort wird man zwischen Schrott, neueren Antiquitäten, Konkursmöbeln und authentischen Trouvaillen immer fündig. Die beiden Leuchtkästen mit den schiefen Abziehbuchstaben geben in den beiden Küchen das Thema vor.

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Die Fotografin Alessandra Leimer hat mit der Stylistin Alex Rawlinson die drei Hausteile in Szene gesetzt.

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Nicht alles lief während der Renovation immer nach Plan, zum Beispiel die schwarze Treppe im ehemaligen Kuhstall: Weil der Boden in diesem Hausteil komplett erneuert werden musste, sollten schlichte Zementböden eingezogen werden, da die Kühe ja nicht auf Cotto standen. Doch das Grau geriet Schwarz, da sich der einheimische Maurer nichts unter «Loftcharakter» vorstellen konnte. Die Hausbesitzerin fand die Farbe überraschend modisch und beliess sie, wie sie war.

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Überall sind  Fundstücke aus Brockenhäusern oder von Flohmärkten zu finden. Martina Schober hat sie mit viel Liebe gesammelt und ihr Ferienhaus sehr wohnlich eingerichtet.

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Abends wird das sehr stilvolle Cheminée angezündet.

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Wie eine italienische Mamma Pasta fachgerecht ausrollt, zeigt die Nachbarin Anna (Bild unten). Für die Einheimische ist es eher kurios, wie drei Städterinnen das Landleben sehen: Die vielen Kerzen erinnern die lebhafte Bäuerin eher an einen Friedhof. Besonders eigenartig findet sie, dass in keinem der drei Hausteile ein Fernsehapparat steht.

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Vier Frauen in Aktion: Alex streicht den Teppich, Alessandra fotografiert, Nachbarin Anna steht vor ihrem Teig und Martina selbst shoppt.

11 Kommentare zu «Ein verlassener Bauernhof in der Maremma wird zum Ferienparadies»

  • Ich hoffe ich werde die Gelegenheit, diesen Ort einmal zu sehen haben.

  • Sie hat einen tollen Job halten die rustikale Atmosphäre.

  • Rainer Hochmuth sagt:

    Nur so nebenbei (auch wenn’s off-topic ist):
    In den Kommentaren zur Zweitwohnungsinitiative wurde ja von unseren strammen SVP-Wählern auch immer wieder gegen die „Ausländer“ gepoltert die sich erdreisten in der Schweiz ein Feriendomizil zu erwerben.
    Wenn allerdings Schweizer das selbe im EU-Ausland tun (und hier reden wir nicht über eine muffige 1-Zimmer-Wohnung sondern über ein ganzes Gehöft) ist das natürlich völlig in Ordnung. Zumal wenn man selbst renoviert und möglichst wenig lokalen Handwerker beschäftigt.
    Scheinheiligkeit pur…

    • Swer die Toskana kennt wird immer wieder an Gehöfte stossen die nicht bewohnt, baufällig und ilvio Meier sagt:

      Herr Hochmuth
      wer durch die Toskana reist wir in ländlichen Gebieten immer wieder auf verlassene, unbewohnte und baufällige Gehöfte stossen. Lange Zeit wollten die Italiener lieber etwas neues, modernes besitzen und waren an diesen Häusern gar nicht mehr interessiert. Daher hinkt ein Vergleich mit der Zweitwohnungsinitiative etwas hinterher. Hier wird nicht etwas störendes sondern etwas Altes bewährt und zur Benutzung vorbereitet. Auch scheint es dass die Besitzerinnen sich in die bestehende Gemeinschaft der Toskaner integriert haben, sonst würde die Signiora keine Pasta für sie erstellen.

    • Home_Improvement_Queen sagt:

      Genau! völlig off-topic! verklemms das nächste Mal, danke!

  • Patrick Keller sagt:

    Charmantes Podere, aber durchaus im Deko-Mainstream, so wie er in Italien, vor allem aber in Frankreich mancherorts zu finden ist.

  • Sehr schön abgestimmte Farben und optimale Architektur im Innenbereich. Die Maremma bietet immer noch sehr schöne Investitionsmöglichkeiten mit Charme. Viele Grüße aus München

  • Rene R. Meier sagt:

    Haz auch ein WC & Bad ?

  • Adi Zimmermann sagt:

    eine Künstlerin! Ich schmelze…

  • Robert Franz Reichmuth sagt:

    Neidlose Anerkennung meinerseits. So oder ähnlich wird/könnte es dereinst (selbstredend in ungleich kleinerem Massstab, und nur punktuell) in unserem schnugeligen „Voralpen-Resort“ aussehen.

    NB. Ein hoch auf die „Trödel-Läden“ …

  • Peter Wyler sagt:

    Ich will au…! Wunderschön gelungen… allerdings ziehe ich bequeme Möbel vor… und für Stühle ohne Lehne oder Klappstühle – auch wenns zugegebenermassen cool aussieht – findet sich ja vielleicht eine Verwendung unter der Pergola ;-).

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