Lassen Sie es ruhig schmoren

Schmorgerichte lieben wir besonders. Man kann alles in einen Topf schmeissen, es ganz ruhig ein paar Stunden schmoren lassen und braucht nur eine Pfanne dafür. Die Gerichte schmecken fantastisch, eignen sich auch gut für Gäste und können erst noch mit ruhigem Gewissen aufgewärmt serviert werden, denn am anderen Tag sind sie noch besser.
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1— Rindfleisch mit Äpfel und Majoran 

Harmonisch verbinden sich in diesem Gericht die verschiedenen Geschmacksrichtungen des Fleisches, der Früchte und der Kräuter. (Bild über: Tesathome)

Zutaten:
  • 1 kg Rindsvoressen
  • 2 Zwiebeln, gehackt
  • 3 Knoblauchzehen, gehackt
  • 4 Tomaten, in Stücke geschnitten
  • 3 EL Tomatenmark
  • 3 Boskop-Äpfel, geschält und in Schnitze geschnitten
  • 2 Selleriestangen, gehackt
  • 1 Rüebli, gehackt
  • eine Handvoll Majoranblättchen, grob gehackt, plus weitere für die Garnitur
  • Salz, Pfeffer
  • 2 dl Fleischbouillon
  • Olivenöl
Zubereitung:

Erhitzen Sie das Öl in einer Gusseisenpfanne und braten Sie die Fleischstücke in Portionen an, herausnehmen und zur Seite stellen. Dann die Zwiebeln, den Sellerie, das Rüebli und den Majoran einige Minuten dünsten, den Knoblauch beigeben und wenn er zu duften beginnt, die Tomaten beigeben und weiterkochen, bis sie weich sind. Dann das Fleisch, das Tomatenmark, die Äpfel und die Bouillon hinzugeben. Aufkochen, dann die Hitze reduzieren und auf kleiner Hitze 2 Stunden köcheln. Schmeckt gut zu Brot oder Kartoffelstock.

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2 — Vietnamesisches Schweinefleisch mit Caramelsauce

Auch in der asiatischen Küche kennt man Schmorgerichte, ein feines Beispiel ist dieses Gericht mit Schweinefleisch, Caramelsauce und gekochten Eiern. (Bild über: A little bit turnt)

Zutaten:
  • 1 kg Schweinsvoressen
  • 6 hartgekochte Eier, geschält
  • 3 dl Kokosnusssaft
  • 100 g Rohzucker
  • 0,8 dl Wasser
  • 0,6 dl Fischsauce
  • schwarzer Pfeffer
Zubereitung:

Kochen Sie das Wasser auf und geben Sie den Zucker bei. Kochen Sie die Mischung so lange unter Rühren, bis sich eine dunkle Caramelsauce entwickelt hat. Dann geben Sie den Kokosnusssaft und die Fischsauce dazu, würzen mit Pfeffer und geben die Fleischstücke dazu. Aufkochen und dann Hitze reduzieren, zudecken und auf kleinem Feuer 1 Stunde kochen lassen. Dann die Eier dazugeben und nochmals mindestens 30 Minuten weiterkochen, solange bis das Fleisch weich ist und fast zerfällt. Mit Reis und Gemüse servieren.

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3  — Rindfleisch mit Bier und Bohnen 

Dieses Gericht braucht keine Beilagen mehr und gibt, mit Salat und Brot serviert, eine köstliche, einfache Mahlzeit ab. (Bild über: Smithratliff)

Zutaten:
  • 1 kg Rindsvoressen
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 Peperoncino
  • 2 Dosen rote Bohnen
  • 1 kleine Dose gehackte Tomaten
  • 2 dl Lager-Bier
  • 1 dl Fleischbouillon
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Mehl
  • Crème fraîche
Zubereitung:

Erhitzen Sie das Olivenöl in einer Gusseisenpfanne und braten Sie das Fleisch portionenweise an, dann herausnehmen. Im gleichen Öl die Zwiebeln, den Peperoncino und den Knoblauch anbraten, das Fleisch wieder dazugeben, das Mehl beigeben, umrühren, das Tomatenmark dazugeben, umrühren, die Bohnen beigeben und dann das Bier und die Bouillon darübergiessen, die gehackten Tomaten beigeben. Aufkochen, Hitze herunterstellen und auf kleinem Feuer ca. 1–2 Stunden  köcheln, bis das Fleisch weich ist und die Sauce dicklich. Servieren Sie das Gericht in rustikalen Schalen mit ein wenig Crème fraîche und gehackten roten Zwiebeln. Nach Geschmack passt auch ein wenig grob geraffelter Käse dazu, etwa Cheddar.

sweetsensation-monchi.blogspot

4 — Coq au vin 

Ein Klassiker aus Frankreich mit Poulet und Rotwein, schmeckt gut zu Kartoffelstock und gibt ein fantastisches Sonntagsessen ab. (Bild über: Sweetsensation)

Zutaten:
  • 1 Poulet, in Stücke geschnitten
  • 50 g Speckwürfeli
  • 200 g braune Champignons, halbiert
  • 2 Zwiebeln, in grobe Stücke geschnitten
  • 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 2–3 Rüebli, in Stücke geschnitten
  • 2 EL Tomatenpüree
  • 2 EL Cognac
  • 2 dl Rotwein
  • 3 dl Hühnerbouillon
  • 1 Bouquet garni mit 1 Lorbeerblatt, 1 Thymianzweig und 2 Rosmarinzweigen
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Esslöffel Mehl
  • Olivenöl
  • 1 Handvoll gehackte Petersilie
Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Pouletstücke waschen und trocknen, salzen und pfeffern und im Mehl wenden. In einer Gusseisenpfanne Öl erhitzen und die Speckwürfeli knusprig braten, herausnehmen, die Pilze goldbraun braten, herausnehmen. Nun die Pouletstücke portionenweise rundum anbraten, herausnehmen, die Zwiebeln anbraten, den Knoblauch beigeben. Die Pouletstücke wieder beigeben, die Hitze hochstellen und mit Cognac ablöschen, nach Wunsch flambieren. Nun die Rüebli und das Tomatenpüree beigeben, würzen, den Wein und die Bouillon dazugiessen, das Bouquet garni beigeben und die Speckwürfeli. Im Backofen 1 Stunde kochen, eine Viertelstunde bevor das Poulet fertig gekocht ist, die Pilze beigeben. Vor dem Servieren mit Petersilie bestreuen. Servieren Sie dazu einen buttrigen Kartoffelstock und geröstete Cherrytomaten.

19 Kommentare zu «Lassen Sie es ruhig schmoren»

  • monika walker sagt:

    Danke fuer die Rezepte. Habe mir vorgestern einen Slow cooker gekauft ! Einfacher gehts nicht mehr. Einfach das Fleisch oder Poulet ,Gemuese nach Wahl und Fluessigkeit reinwerfen , einstellen und kochen lassen.

  • danny sagt:

    hi hr jürg gassmann – den crock pot gibt’s in ihrer migros….ist auch gar nicht teuer und funktioniert tadellos ;-)

    • Jürg Gassmann sagt:

      Ich habe mich immer wieder umgesehen aber nie einen gefunden. Ich schaue nochmal nach, vielleicht sind unsere hier zu klein. Aber danke für den Tip.

  • Thomas Maurer sagt:

    Ist Kokosnussaft das gleiche wie Kokosnussmilch? wenn nicht, wo kann man das kaufen?
    Ist Fischsauce das gleiche wie Fischfond?

    Vielleicht kann mir jemand helfen, danke!

    • Archibald sagt:

      Fischsauce ( Vietnamesisch: nước mắm) ist eine asiatische Würzsauce, die auf fermentiertem Fisch basiert. Rieche unangenehm, deshalb dünktmich 0.6dl ziemlich viel. Ob mit Kokossaft die Kokosnussmilch gemeint ist ist anzunehmen, erhältlich in Dose oder Tetra pack

  • Jürg Gassmann sagt:

    In Amerika wird für so etwas ein „crock pot“ verwendet, die Zutaten werden am Morgen hineingelegt und bis Abend ist alles gar, auf sehr tiefer Temperatur sehr langsam gekocht. Ich habe weder in der Schweiz noch in Deutschland etwas vergleichbares finden können.

  • Peter Furger sagt:

    Anstelle von Gusseisenpfannen verwende ich Pfannen aus Seifestein oder Speckstein – wie sie in Minas Gerais/Braslien heute noch viel im Gebrauch sind. Das bringt das gewisse Etwas – nicht nur beim Kochen sondern auch beim Essen.

  • Kurt Schwob sagt:

    Kleiner Einwand – nicht gegen die Rezepte, aber gegen die Wort- und die Fleischwahl in Verbindung miteinander: Wenn Sie für „Coq au vin“ ein Poulet vorschlagen, können Sie sich bei wirklichen französischen Klassikern ganz schön unbeliebt machen. Ein Coq ist ein Hahn, kein Poulet – wir wussten das früher auch nicht, fragten in einem Restaurant nach, was für Flesich das sei, und erhielten die würdig-beleidigte Antwort: Mais, Madame, on ne vous sert pas un poulet! Es war übrigens hervorragend. Allerdings ist es schwierig, auf dem Markt überhaupt einen Hahn zu finden.

    • Alain de la France sagt:

      Ein klassischer „coq au vin“ nach Burgunder-Art kann auch teuer werden;
      mit einer Flasche „Chambertin dedans“ ;-)

  • Alain de la France sagt:

    Chapeau!
    Immer wieder super Rezepte hier :-)

  • Doris sagt:

    :-) habe vor 80 Minuten einen Topf Schweinsragout für den Mittag auf den Holzofenherd gestellt…

  • Daniel sagt:

    Danke für den Beitrag, ich liebe Coq au Vin und werde dies am Wochenende mal nachkochen! (bzw. nachschmoren)

  • sentimental sagt:

    phantastische Gerichte, noch vor ein,zwei Wochen wäre ich dankbar für diese Rezepte gewesen! Aber was soll’s? Unter-Null-Grad-Tage kommen ja immer wieder und dann schmeckts noch mehr!
    Auch in der italienischen Küche gibt es unzählige Schmorgerichte die einfach nur göttlich schmecken!
    En Guätä zämä!

  • Ina Müller sagt:

    Ihre Poulet rezepte hab ich schon fast alle ausprobiert ,schmeckte super, danke!!

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