Ein norwegisches Traumhaus aus den 50ern

Manchmal findet man auf Webseiten, die Immobilien anbieten, echte Perlen. In den nordischen Ländern geben sich die Anbieter meist sehr viel Mühe, ihre Objekte hübsch und wohnlich zu präsentieren. Dadurch erfährt man auch viel über das Wohngefühl der jeweiligen Länder. Ganz aussergewöhnlich und absolut fantastisch ist dieses Haus des norwegischen Architekten Arne Korsmo. Es steht in Oslo und wurde 1955 gebaut. Im Haus wohnte die Frau des Architekten, die Designerin Grete Prytz Kittelsen, die vorletztes Jahr gestorben ist. Auch die Designerin gehörte zu den norwegischen Pionieren der Moderne. Sie hatte ihr Atelier im Haus. Bekannt ist sie vor allem für ihre Silber- und Emailarbeiten.

Architekt: Arne Korsmo
Quellen: Finn , Whatsbloggingmyview

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Diskret, modern und in Harmonie mit der Natur: Das Wohn- und Atelierhaus wirkt sehr offen.
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Das Haus war damals seiner Zeit voraus. Es hat viele, grosse Fensterfronten, die mit leichten, beigen Vorhängen versehen sind. Arne Korsmo war auch Landschaftsarchitekt und legte viel Wert auf die Verbindung zur Natur.
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Anders als heute reichen die Fensterfronten nicht bis zum Boden, sondern nur bis Sitzhöhe. Das gibt dem Raum mehr Wohnlichkeit und lässt ihn irgendwie abheben. Der Garten wird über eine Treppe erreicht. Durch die Höhe der Fenster und den breiten Sims wirkt die Aussicht wie eine Art Bildergalerie. Um diese Wirkung zu unterstützen stehen auch noch einige Bilder auf den Simsen. Das Mobiliar ist grafisch, farbig und wirkt leicht. Das ist moderner, skandinavischer Stil in seiner edelsten und ursprünglichsten Form.
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Im ganzen Haus wird mit verschiedenen Ebenen gearbeitet. So ist das Cheminée vertieft, wodurch das Sofa wie auf einem Podium steht. Die Möbel zeigen sich in klaren Primärfarben und starken, grafischen Formen. Für Wohnlichkeit sorgt viel Holz. Korbmöbel wie Hocker oder Sessel vermitteln Leichtigkeit.
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Die vielen flexiblen Wohn- und Arbeitsflächen wirken noch immer sehr modern. So kann in der Küche vieles auf- und zugeklappt werden. Wunderschön auch die warmen Holzverkeidungen und das Licht, welches von oben und durch kleine Fenster in die Räume gelangt.
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Fast wie bei den Japanern, die Futons zum Schlafen ausrollen und tagsüber wieder versorgen: Hier sind es Klappbetten in Schränken, was auch wieder sehr viel flexibles Wohnen erlaubt. Genial ist auch die Staufläche, die unter den Fenstersimsen eingebaut ist.
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Durch die eingebauten Schrankelemente ist viel Mobiliar vorgegeben. Mann kann es  zwar nicht verstellen, aber hinter Schranktüren hervorholen, verstecken, auf- und zuklappen.
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Diese Sitzecke ist eigentlich Kunst, oder eine Spielecke für Kreative. Wie weiche Legosteine sind Sitzkissen so getürmt, dass sie verschiedene Streifen- und Karomuster ergeben und man höher und tiefer sitzen kann, ganz nach Lust und Laune. Das wird durch die Fensterfronten ermöglicht. Es wäre wünschenswert, dass die heutigen, überall hervorspriessenden urbanen Bauten nur ein bisschen von der Genialität der modernen Klassiker hätten. Dann müsste ich nämlich nicht täglich an solch seltsamen Erscheinungen vorbeispazieren, wie grosse Fensterfronten, die in der unteren Hälfte abgeklebt oder mit halben Storen verdeckt sind.
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Hier sehen wir nochmals das Cheminée aus der Perspektive des Sofas. Es ist mit ultramarinblauen Keramikkacheln versehen. Wandtafelflächen wecken Spiel- und Schaffensfreude.
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Architektur, die selbstverständlich wirkt, die die Natur spiegelt und sich harmonisch mit ihr vereinigt.
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Die Designerin Grete Prytz Kittelsen auf einem Foto, das 1961 für die «Vogue» geschossen wurde. Bild über: DN.
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Dieses Geschirr von Grete Prytz Kittelsen ist inzwischen ein skandinavischer Designklassiker. Bild über: DN

6 Kommentare zu «Ein norwegisches Traumhaus aus den 50ern»

  • Ein ganz wunderschönes Anwesen. Perfekt. Übrigens, gemäss dem Artikel auf http://trendland.net/trendhome-grete-prytz-kittelsens-home-n/# von Gonta Koide, den ich als Ausgangsbasis für den Auszug im TA halte, ist das Haus aber in den Siebziger-Jahren gebaut worden. Und auch schon damals (und schon viel früher, gabe des selbstverständlich schon eine Mehrfachverglasung und effiziente Dämmmaterialien.

  • Thomas Ingold sagt:

    Liebe Marianne: „Architektur, die selbstverständlich wirkt, die die Natur spiegelt und sich harmonisch mit ihr vereinigt.“ Alvar Aalto hat sicher noch treffendere moderne nordische Architektur geschaffen wie diese. Ob sich so viel Glas aus den 50er Jahren sich nachhaltig energetisch rechnen, sei dahingestellt. Ich bezweifle, ob dies dies die passende Antwort auf die heimische Architektursprache war resp. ist. Einfach eine Stilikone kopieren kann heutzutage nicht Konzept sein, einverstanden? LG, T

  • Werner Seitz sagt:

    Ich seh‘ da vor allem ein Problem mit der Isolation. In einem solchen Haus aus den 50er Jahre muss es im Winter ganz gehörig Durchzug geben und die Heizkosten müssen horrend sein. Nix für mich!

  • Déjà-vu sagt:

    Wunderbar! Dieses Haus lebt in seiner Reduktion und der klugen Möblierung. Nicht wie der seelenlose Einheitsbrei den wir heute viel zu oft serviert bekommen!

  • Gonta Koide sagt:

    Genial!
    Hier kann man Grete selber in diesem Haus sehen:
    http://trendland.net/trendhome-grete-prytz-kittelsens-home-n/#

  • Daniel sagt:

    Ein Traumhaft schönes Haus mit sehr vielen Platzmöglichkeiten. Genau mein Geschmack!

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