Was serviert man Freunden, wenn man nicht kochen kann?

Kennen Sie das Problem: Sie werden oft von Freunden zum Essen eingeladen und nun warten alle auf eine Einladung Ihrerseits? Die Ausrede, dass Sie nicht kochen können, nehmen sie Ihnen auch nicht ewig ab. Höchste Zeit, dass Sie sich etwas einfallen lassen, sonst sitzen Sie bald allabendlich alleine zu Hause mit einer Tiefkühlpizza!
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Im Sommer können Sie eine Grillparty organisieren, das können auch Kochbanausen. (Bild von bcommebon)

Wann passt ein Caterer?

Sie können natürlich immer einen Caterer engagieren, ich finde aber, dass das ein wenig arrogant wirkt engen Freunden gegenüber, die sich selber immer die Mühe gemacht haben, Ihnen einen selbst gemachten Braten oder die perfekte Pasta zu servieren. Caterer sind eine gute Lösung für eine etwas grössere Einladung wie eine Cocktailparty, ein Geburtstag etc. Ein gemütliches Abendessen mit Freunden sollte selbst gemacht sein. Es darf improvisiert wirken, aber man muss spüren, dass Sie sich Mühe gemacht haben und gastfreundlich sind.

sweet home Salat

Gemüse und Salate, schön angerichtet, machen Eindruck und Appetit.

Einfallsreichtum und Stil statt Können

Nur: Was machen, wenn man wirklich nicht kochen kann? Hier sind Einfallsreichtum und Stil gefragt. Der Sommer ist die beste Jahreszeit, um sich mit einer Grillparty durchzumogeln. Kaufen Sie gute Würste, bereits marinierte Fleisch- und Fischstücke und viele frische Bürli, die Sie in einem Korb bereitstellen. Servieren Sie allerlei rohes Gemüse und Salate wie Tomaten, Kresse, Rucola, Fenchel, Zucchetti, Peperoni, Gurken und Rüebli und richten Sie es auf grossen Platten an, mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer.

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Ein gutes Buffet mit Wurstwaren, Käse und Gemüse schmeckt viel besser als mittelmässig Selbstgekochtes.

Wurst statt Braten

Eine andere originelle Idee ist ein bayrischer Bierabend. Ich bin oft beruflich in München und habe die bayrischen Snacks, die dort «Schmankerl» heissen, lieben gelernt. Viele kann man ohne grosses Können selber nachmachen. Zum Beispiel Schnittlauchbrote. Kaufen Sie genügend gutes, dunkles Roggenbrot. Lassen Sie es nach Möglichkeit beim Bäcker in dünne Scheiben schneiden. Nun heisst es Butterbrote streichen und diese mit sehr viel fein geschnittenem Schnittlauch bestreuen. Eine andere Leckerei ist Obazda. Dafür zerdrücken Sie mit einer Gabel einen grossen, weichen Camembertkäse, mischen einen Frischkäse darunter und würzen die Mischung mit Salz, Pfeffer, Paprika und Schnittlauch. Serviert wird der Obazda in einer Schüssel zum Selberbedienen. Zur Vervollständigung Ihres Buffets kaufen Sie beim Metzger einige feine Leberstreichwürste und Landrauchschinken. Nun brauchen Sie noch Essiggurken, ein gutes Stück Käse, zu welchem Sie süssen Senf dazustellen, viele frische, grosse Salzbrezeln und Meerrettich. Letzteren schneiden Sie in feine Scheiben und bestreuen ihn mit Salz. Zum Trinken gibt es natürlich gutes, bayrisches Weissbier.

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Schnittlauchbrote machen kann jeder: Schwarzbrot, Butter und Schnittlauchringli

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Wieso nicht ...

... ein Spiegelei häkeln?

Es müssen nicht immer Spitzendeckchen sein – eine Häkelei in Spiegeleiform ist viel witziger und kann zum Beispiel als überraschendes Tischset dienen. 

Keine Kommentare zu «Was serviert man Freunden, wenn man nicht kochen kann?»

  • Rainer sagt:

    Ich kann ja verstehen, dass manche lieber das vormarinierte Fleisch kaufen wollen (machen meine Eltern ja auch).
    Allerdings ist es wirklich so, dass man beim vormarinierten Fleisch nicht mehr wirklich viel über die Ausgangs-Qualität sagen kann.
    Abfall ist es vielleicht nicht gerade, aber es wird schon einen Grund haben, warum die Stücke mit Marinade oft billiger sind als die ohne (unabhängig davon, woher das Fleisch kommt – die Zollfrei-Menge von mariniertem Fleisch ist wesentlich grösser als die für „a la nature“).

    Und diese Marinaden kann man doch wirklich relativ simpel selber machen. Man erkauft sich die Gewissheit, das kein Geschmacksverstärker drin ist und nur soviel Salz, wie man will.

    Wenn man nicht grillen will, sollte man etwas kochen, was entweder sehr kurz geht, oder sich schon am Vortag zubereiten lässt und ohne grossen Geschmacksverlust wieder aufwärmen lässt.
    Gleiches gilt für Salate: wenn man die Sosse weglässt, kann man grünen Salat schon einen Tag vorher anrichten und in einem luftdichten Gefäss im Kühlschrank lagern (bitte keinen Fertig-Salat kaufen… das schmeckt man).
    Man kann auch in den Archiven der Kochsendungen etwas suchen, aber meistens kann man die Rezepte nur als „Inspiration“ gebrauchen, weil sie für’s 1:1 Nachkochen viel zu komplex sind oder zu exotische Zutaten benötigen (oder beides).

    Kochen ist Kunst, Kunst kommt von Können – und Können kriegt man nur durch Übung. Wer nicht oft kocht, wird bei einem entsprecheden „Anlass“ enormen Stress haben.
    Wer eigentlich gar nicht kochen will, der soll es gleich bleiben lassen und seine Gäste anderweitig verpflegen. Man wird es den Gerichten ansehen (oder -schmecken).

  • Fauler Gourmet sagt:

    Och, halb so wild: zur Vorspeise guten Parmaschinken und dazu reife Feigen, etwas Pfeffer, fertig. Oder Carpaccio: Rindfleisch ganz fein schneiden lassen, etwas Parmesan drüber hobeln (nicht rapsen), etwas Ruccola, Olivenöl, Zitronensaft, Aceto Balsamico, Salz und Pfeffer. Fertig. Haupspeise: Tagliatelle al limone, einfacher geht es nicht. Nudeln normal machen, Salbeiblätter in Olivenöl anbraten, Zitronensaft dran, Salz und Pfeffer und die Nudeln drin wenden. Tomaten Mozzarella ist auch ein Schnellmenue. Basilikum drüber, Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer. Mann, ich kriege Hunger…

  • Peter Bieri sagt:

    Holzfällersteaks? Pfui. Ich hoffe Ihr Gaeste hatten wie Sie keine Ahnung von einem guten Stueck Fleisch. Sogar eine St. Gallerbratwurst ist noch 10 x besser als das und das ist sogar noch in Aktion beim Denner ;-)

    • Gundula sagt:

      „Pfui“ finde ich eine etwas magere Erklärung: Jetzt möchte ich es aber genau wissen von unseren Fleischexperten hier::
      1. Was ist jetzt genau nicht gut an einem Holzfällersteak vom Denner?
      2. Was ist an einer St. Galler Bratwurst besser als an einem Holzfällersteak und kommt es da auch darauf an, aus welchem Laden sie stammt? und warum ist das so?

    • Peter Spelt sagt:

      Ich lebe sonst in Brasilien und kaufe das Fleisch nur am Stück. Wir hatten vor 30 Jahren eine Metzgerei in Bern und ich habe selber geschlachtet. Ich habe also Ahnung vom Fleisch. Das Holzfällersteak vom Denner ist gutes Fleisch und perfekt zum Grillen geeignet, vom Metzger gibt es in dieser Preisklasse keine Besseres Fleisch. Es ist auch nicht jeder ein Snob und kauft nur beim Gourmetladen, dazu kommt noch dass sich das auch nicht jeder leisten kann. Ich habe da in Zürcher Restaurants schon Fleisch von wesentlich minderer Qualität vorgesetzt bekommen für 45.- Fr. das Menue.

  • Peter Spelt sagt:

    @vormariniert
    letzte Woche hatte ich die spontane Idee für meine Arbeitskollegen ein Grill-Mittagessen auszugeben. Zeit bis zum Essen: 40 Minuten. Im Denner „vormaninierte“ Holzfällersteaks gekauft (der oberste Teil von Schinken mit Knochen), dann noch die tiramisu und vom Coop „Sunnebrot“. Grill anwerfen, grillieren und hat gepasst. Alle haben das Fleisch, das Brot und das Dessert gelobt und gekostet hat es für 10 Personen ca. 70.- Franken. zum Glück werden hier in der Schweiz gerade Grossverteilen sehr genau kontrolliert, nix mit Schlachtabfällen!

  • Hermann Klöti sagt:

    Versucht’s doch, saisongemäss, einmal mit neuen Kartoffeln: In mittelgrosse Stücke schneiden, ganz langsam – wirklich langsam – in Olivenöl ungestört und unter Deckel anbraten lassen, sukzessive Rosmarinblätter (es kann davon fast nicht zuviel geben), etwas Salz befügen. Steigerungen sind möglich: gegen Schluss eine Runde fein gehackten Knoblauch und /oder dito Schalotten; in Streifen oder wie auch immer geschnittenen Schinken zugeben, weitere Gewürze nach Belieben. Die ganzen Vorbereitungen schafft Jeder und Jede in ca. 20′ – und wenn die Kartoffeln golden werden, ist die Mahlzeit bereit & perfekt. Als musikalische Begleitung empfehle ich z.B. Dizzy Gillespie & Band (Hey Pete, Let’s Eat Mo‘ Meat)

  • Hans sagt:

    Habe noch nie in einem Buchladen Fleisch gekauft, gehe dafür eher in eine Metzgerei!!!

  • Lore sagt:

    Also mein Metzger schneidet mir das gewünschte Fleisch und mariniert es mir dann mit der von mir gewünschten – und von ihm gemachten – Marinade. Da sind garantiert keine Fleischabfälle drin! Fleisch kauft man eh am besten beim Metzger!

  • Mia sagt:

    Gundula bitte laden Sie mich NIE ein! Ankerbier… Pfui!

    Ich kann sämi und Jürg nur beipflichten, wenn das Fleisch so grusig ist, dass man es nicht ohne Marinade essen kann dann gehört es in den Abfall!

    • Gundula sagt:

      Liebe Mia

      Ich glaube sie haben die Funktion von Marinade nicht begriffen. Natürlich wird Fleisch durch Marinieren haltbarer. Aber es wird auch zarter und würziger, weil Aromen ins Fleisch eindringen und nicht einfach an der Oberfläsche verbrennen. Das ist insbesondere beim Grillieren wichtig.

      und ich weiss schon… „….dann lieber gar keinen Alkohol“ :-) Sie sind lustig.

  • Gundula sagt:

    Dann musst Du das nächste mal halt dein mit im Modnschein gepflücktem Rosmarin gepdudertes und mit gesegnetem Olivenöl gesalbtes Tenderloin-Steak selber mit nehmen, wenn Du irgendwo eingeladen bist. Und vergiss nicht, dein Leffe-Bier mitzunemen, falls die Gastgeber nur Ankerbier in Dosen parat haben.

    • Gundula sagt:

      Sorry Jaron. Meine Replik vom 16. Juli 2010 um 08:18 hätte eigentlich in die obenstehende Diskussion gehört.

  • Jaron sagt:

    Macht doch einfach Sushi. Dann können die Freunde ihr Essen gleich selber rollen. Beim Fischhändler Lachs und Thun einkaufen (Sushiqualität). Reis, Algenblätter, Reisessig, Wasabi, Ingwer, Soyasauce findet mal alles im Asiashop. Für Anfänger zu Empfehlen ist eine Sushimatte. Dazu noch ein bisschen Gemüse schnibbeln und fertig. Vorbereitung geht 45 Minuten (hauptsächlich wegen des Reis waschen und kochen). Ich empfehle einen Probedurchlauf wegen dem Reis, dem rollen und damit man sich vor den Gästen nicht blamiert. Rezepte findet man überall, z.B. auf Chefkoch.de.
    Da meine Freunde auf Fleisch stehen gibt’s bei mir zusätzlich noch Aufschnitt, Philadelphia und Avocado. Natürlich nur zum rollen.

    • Gundula sagt:

      Achja… und die Sushi-Idee ist super. Wenn’s auch nicht wirklich klappt, ist damit sicher für einen unterhaltsamen und spassigen Abend gesorgt.

  • Mia sagt:

    Bereits mariniertes Fleisch??? Die absolute Todsünde! Dann lieber kein Fleisch….

    • Gundula sagt:

      Du Puristin… Ich glaube, der Metzger kann auch ganz gut marinieren. Spielt doch keine Rolle! Besonders nicht für Leute, die eher ungern kochen.

      • Jürg sagt:

        Doch – ich hab es diese Woche ausprobiert: das beste Grillfleisch wird roh und ungewürzt gegrillt.
        Und erst danahc gewürzt. Und dann reichen Pfeffer und Salz aus der Mühle. Genial……

      • Gundula sagt:

        Nuja… dann ist die Würze nicht im Fleisch sondern auf dem Fleisch. Aber jeder nach seinem Geschmack. Es geht mir eher um diese alürenhaften Meinungsäusserungen. „Huch… ein Martini ohne Olive aus Tessalien… dann lieber gar keinen Alkohol“ „ui Todsünde… Eine Salami ohne Mehlstaub aus apulischem Ur-Dinkel… dann lieber gar keine Wurst“. Das ist doch wirklich egal. Dann hat halt der Herr Migros die Marinade gezabert… dafür ist sie genug lange eingezogen. Sorry… nervt!

    • sämi sagt:

      war letzte woche zu besuch und bekam vormariniertes fleisch serviert. das war so zum kotzen.. wie kann man sich das antun? nur fleischabfälle werden vormariniert!

      • Gundula sagt:

        Das ist Blödsinn. Wenn Fleisch hinüber ist, ist’s hinüber und wird nicht mehr verkauft. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand gerne selber würzt und mariniert. Aber vormanieriertes Fleisch als Abfall zu bezeichnen oder als Todsünde ist übertrieben, unwahr und prätentiös.
        Man kann doch zu einem Blog-Eintrag über Nicht-Köche nicht ernsthaft verlangen, dass diese Leute kein voramanierertes Fleisch kaufen sollen.

        @ monique: Behalte Deine germanophoben, rassistischen Bemerkungen für Dich. Das gehört nicht hier her. Wenn das die gewohnten „Töne“ sind, dann ist das bedenklich.

  • Auch beim Grillen kommt eine Überraschung bei ‚Freunden immer gut an – warum nicht mal Pizza grillen? Das geht leicht, wenn mean einen Fertigteig nimmt, aber selber belegt und auf dem Grill ist die Pizza nach wenigen Minuten fertig und schön knusprig. Jeder Gast kann beim Belegen sogar mitmachen. Ausprobieren lohnt definitiv! Hier noch eine kurze Anleitung: http://www.pizza-experten.de/de/Zutaten-und-Naehrwerte/Rezepte/Pizza-vom-Grill.html

  • Danny sagt:

    eine weitere variante für „nicht-küchen-akrobaten“:

    ein feines rezept aussuchen, die zutaten einkaufen und das rezept zusammen mit den gästen/freunden zubereiten und kochen. meine freunde und ich haben das auch schon gemacht und es waren immer absolut interessante, spannende und lustige abende !

  • chuchichaeschtli sagt:

    Es wird wohl kaum Meerrettich gewesen sein, den die Autorin in Bayern mit Salz serviert bekommen hat, sondern Bierrettich.
    Beides ist lang, weiss und scharf, Meerrettich isst man jedoch nicht ungestraft als Gemüsebeilage…

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