Die superschicke Strohhütte

Wenn man an Strohdächer denkt, kommen einem sofort idyllische Landhäuser in den Sinn. Dass mit Stroh zu bauen durchaus auch urban und ganz schön stilvoll wirken kann, beweist dieses Haus des Architekten Arjen Reas in Zoetermeer, nördlich von Rotterdam.

Architektur: Arjen Reas
Quelle: The Contemporist

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Dieses private Wohnhaus wurde für eine Familie gebaut, die an den Stadtrand ziehen wollte. Dort, wo Stadt und Land fliessend ineinander übergehen, hat der Architekt traditionelle Elemente und moderne Formen gemischt. Stroh, das früher traditionellerweise in dieser Gegend für den Bau von Dächern gebraucht wurde, wird in dieser Architektur auch an Wänden eingesetzt.
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Die verschiedenen Elemente und Materialen kommen in diesem Haus puzzleartig zusammen.
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Sehr formal und karg wirkt das Haus. Doch die eingesetzten Materialien sorgen für Wärme und Lebendigkeit.
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«Living on the Edge» nennt sich das Haus. Damit wird sowohl auf den Stadtrand wie auch auf die moderne, kompakte Architektur, die in ihrer Materialität die umliegende, holländische Landschaft aufnimmt, verwiesen.
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Tradition und Zeitgeist treffen harmonisch aufeinander.

Keine Kommentare zu «Die superschicke Strohhütte»

  • fenitania sagt:

    Meine Frage :
    Wie und was würde unternommen betreffend der Brandschutz?

  • Veronica sagt:

    Das Haus wirkt wie eine Kirche.
    Strohdächer sind sehr feuergefährlich. Der Inhaber und die Nachbarn mussen extra Feuerprämie zahlen. Die Niederländische Stadt Utrecht hatte eine Schule mit Strodach (Rietendak school, Utrecht). Da hat es einige malen gebrennt. Googlemaps zeigt jetzt einen Ziegeldach. Dass ist wohl nach dem letzten Feuer von 2004 geändert worden.
    In einem Haus mit auch noch Strowänder würde ich also nie wohnen wollen.

  • wow, das ist nun sehr mutig. Zuerst dachte ich auch gleich, nach dem Grundsatz „Stroh darf niemals nass werden!“ Gibt es doch einige historische Bauten mit Strohdächern und Lehm und Sumpfkalk verputzten Fassaden aus den frühen Jahunderten, auch noch in der Schweiz stehen. Und speziell sind auch die dauerhaft verarbeitete Mischform von Hloz, Stroh, Lehm und Kalk im Freilichtmuseum Ballenberg zu sehen und hautnah zu berühren. Wir haben diese Mischform an unserm Haus selber angewandt und mit vielen Foros auf haus-im-holz.ch dokumentiert.
    Die ursprünglichen urbanen Naturbaustoffe in die heutige moderne Architektur, in so klare, unverblümte Formen, der direkten Einflüssen der Umwelt (Sonne, Regen, Wind und Schnee) auszusetzen, weiss die Materialien den Eigenschaften entsprechend „Bauschadenfrei“ zu verwenden.
    Unsere Vorfahren wussten zu ihren Zeit und im ihrem Naturverbundenen Bewusstsein, mit ihren reduzierten einfachen (primitiven = positiv) Mitteln sehr gut, wie dauerhaft gebaut werden musste, um nicht schon nach einer Generationsphase abzubrechen, Sondermüll zu erzeugen und wieder Neu zu bauen. Denn diese Häuser aus Stroh, der Pioniere aus Amerika konnrten weit und breit keine Bäume zu Bauholz verarbeiten und nutzten die Strohhalme der Ernte für ihre Behausung. Die Gebäude überdauern Jahrhunderte.
    Der heutige und künftige Mensch täte gut daran sich wieder an das naturverbundene Bewusstsein zu erinnern – wie man an diesem Architekturbeispiel sieht, können wir trotzdem „modern“ bauen – und mit der Mutter Erde im Einklang ZUSAMMEN zu leben, gesund zu ernähren und mit natürlichen Resourcen zu bauen. Denn es gibt für UNS nur EINEN solch einzigartigen blau-grünen Planeten! Wir sind von der Mutter Erde abhängig – die Erde kommt auch OHNE uns aus.

    • Stephan Baumann sagt:

      Sorry, ich sehe keine gesunde Ernährung, ich sehe nicht mal ein ökologisches Haus. Ich sehe ein teilweise schönes Haus bei dem leider sinnvolle Details (Dachüberstand,…) der Ästhetik geopfert wurden. Wenn ich die Fotos von während dem Bau richtig interpretiere, ist der Keller aus Beton und die Wände aus Backstein, der Stroh (oder das Ried) haben im besten Fall der Sinn einer Dämmung, diese verliert im nassen Zustand natürlich viel von ihrem Wert. Man kann mit Stroh, Lehm und Holz geniale Sachen bauen, auch Häuser mit moderner Linie sind gut machbar. Hier wurde es aber dem Gag geopfert. Wenn wir mit natürlichen Ressourcen und im Einklang bauen wollen, können wir uns nicht aufführen, als ob das Wetter nur wo anders stattfinden würde.

  • Thomas Dimov sagt:

    Ich habe den ernsthaften Verdacht, dass es sich hier nicht um eine „superschicke Strohhütte“ handelt, sondern um eine „superschicke Schilfhütte“ (niederländisch „Riet“, siehe Homepage des Architekten Arjen Reas). Stroh würde in der gezeigten Konstellation in kürzester Zeit verrotten, Schilf wäre dagegen ziemlich dauerhaft, wie zb die traditionellen Reet-Dächer beweisen. Es gibt tatsächlich schon seit langem Stroh-gedämmte Häuser, sogar zahlreiche Passivhäuser. Dabei befindet sich aber die Stroh(ballen)-Dämmung meistens unsichtbar innerhalb der Konstruktion. Lehm eignet sich etwa sehr gut zur Konservierung von Stroh. Bei richtiger Ausführung gibt es übrigens keine Probleme mit Brandschutz, Schädlingsbefall und Verrottung.

  • Felix Ackermann sagt:

    Bei einem traditionellen Strohdach tritt das Stroh an die Stelle der dichtenden Haut, also der Ziegel. Solche Dächer zu machen ist eine wahre Kunst, und sie müssen regelmässig gewartet bzw. erneuert werden.

    Hier hingegen wird das Stroh als hipper Gag an ein modernes Haus geklebt. ‚Funktionieren‘ wird das nicht, genausowenig wie die rohen Tannenbretter, die schon seit Jahren en vogue sind und die oft so eingesetzt werden, dass die Probleme vorprogrammiert sind (viel zu dünn, schlechte Qualität, gehobelt statt gesägt usw.). Allenthalben kann man sehen, dass sie einfach hässlich vor sich hingammeln, sich verziehen, reissen usw. und keineswegs so altern wie historische Holzbauten und Speicher in den Alpen, an welche die Architekten wegen ihrer schönen Oberfläche gedacht haben mögen…

    Es wäre sehr heilsam und würde zahllose dumme Trends, Moden und Experimente vermeiden, wenn die Architekten Materialenscheidungen vermehrt im Einklang mit Funktionsgerechtigkeit treffen würden…

    • roland sagt:

      Es wäre sehr heilsam und würde zahllose dumme Trends, Moden und Experimente vermeiden, wenn die Architekten Materialenscheidungen vermehrt im Einklang mit Funktionsgerechtigkeit treffen würden…so das wir am Ende eine Landschaft aus funktionell, gleichförmigen Zweckbauten haben! Es wäre eher heilsam die Dinge weniger Voreingenommen zu betrachten.

    • Richi sagt:

      Dafür kommt der Architekt in der Zeitung!!! Bin mit Ihnen einig: Ist wohl eher ein Gag – mich würde noch interessieren, mit wie viel Aufand das Haus über die nächsten 10 Jahre unterhalten werden muss.

    • René van Saramacca sagt:

      Es scheint doch, dass die Architekten für dieses Projekt Fachleute konsultiert haben – wozu also diese negative Energie? – eine traditionelle Bauweise wurde zeitgemäss interpretiert – wo ist das Problem – ich kann mir vorstellen, dass diese Bauweise im holländischen Klima durchaus funktioniert. Ich persönlich stehe nicht zu sehr auf die Giebel-Gemütlich-Geschichte, aber im Zusammenhang trotzdem eine stimmige Lösung. Der Garten als Höchststrafe: Die Niederlande sind ein sehr künstliches Gebilde, die Natur bleibt da immer im engen Rahmen – man schaue sich die Bäume, den Garten mal in 10, 20 Jahren an.
      Das ist kein dummer Trend – mehr eine versöhnlicher Akt – ich frage mich, wo denn die Beton-Nachhaltigkeitskritiker geblieben sind. Kurzum – ich mag es eigentlich nicht; ich stehe auf gross-hoch-weiss-karg-Beton-Glas-Würfel, aber doch: eine gute Lösung – chapeau!

  • Stephan Baumann sagt:

    Ich frage mich, ob das eine gute Idee ist, dass das ganze Wasser vom Dach die Wände runterläuft? Dachüberstand und Dachrinne wurden nicht zum Spass erfunden. Traditionelle Materialien verlangen auch gewisse traditionelle Elemente. In Zürich wurde auf einem Sportplatz ein Gebäude aus Stampflehm gebaut, moderne Würfelarchitektur, kein Dachüberstand, hier kann man die Erosion richtig beobachten. Schade

    • christoph müller sagt:

      strohdächer haben traditionell keine dachrinnen. sie haben einen überstand zur wand. da dieser hier nicht besteht, hat der architekt den überstand in der fassadenebene auf sockelhöhe gemacht. hier tropft das wasser auf den boden und läuft nicht der wand entlang.
      auch hier wurde das traditionelle element mit klaren formen („moderne würfelarchitektur“) zeitgenössisch übersetzt.

      können sie sich vorstellen, dass eine verwitterung A erwünscht sein kann? und B durchaus natürlich ist?

      • Stephan baumann sagt:

        Wenn eine Strohwand genug lange verwittert schimmelt sie. Das ist heute nicht erwünscht. Ein trockener Sockel ersetzt keine trockene Wand. Der Ausdruck ist nicht abschätzig gemeint, ich mag moderne Häuser. Lehm, Stroh, Kalk ect finde ich auch toll, die Mischform davon heisst aber leider Bauschaden.

  • beat buerki sagt:

    lustige idee, auch wenn mir das haus nicht sonderlich gefällt.

    ABER, der „garten“ ist ja höchststrafe…. wie kann man nur….. mit land hat das dann aber nichts zu tun….

    über geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten.

  • Fred Büchi sagt:

    Dafür muss ich nicht nach Holland fahren, das sehe ich in der Westschweizer Nachbargemeinde auch.

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