So wohnen Männer in der Schweiz

In der Schweiz gibt es einige kreative Männer, die viel von Wohnen und Stil verstehen. Sweet Home hat vier entdeckt, die ihren Wohnraum mit sehr viel Geschmack gestaltet haben.

 Wohnpionier Ivano Colombo zelebriert zu Hause die Welt des italienischen Designs. Der Fotograf David Küenzi hat in seiner Stadtwohnung eine stylishe Wohngemeinschaft eingerichtet und Designprofi Martin Hauser in seinem Haus die Möbel selbst entworfen. Fotos: Rita Palanikumar

 

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1 — Mario Rosinus baute sich eine Wohnung aus zwei Garagen

Der junge Architekt Mario Rosinus hat sich eine schicke Wohnung aus zwei Garagen gebaut.Als Mario Rosinus bei einem Auftrag Kunden auf seine Wohnungssuche aufmerksam machte, meinten diese, dass sie im Moment leider nur zwei Garagen zu vermieten hätten. Kein Problem für Mario, der fand, auch Garagen könnten hübsche Wohnungen werden. Aus der Diskussion entstand ein Plan und später Marios erste selbstgebaute Wohnung. «Wären nur alle Wohnungsprobleme so einfach gelöst», lacht Mario.

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Zwei einfache Garagenboxen hat Mario Rosinus in eine moderne, komfortable Studiowohnung verwandelt und sie schlicht und praktisch mit seinen Lieblingsmöbeln eingerichtet.

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Wo einst Garagentore waren, hat Mario mit Sichtglassteinen eine Wand und Lichtquelle gestaltet. Draussen sieht man die geparkten Autos, die daran erinnern, dass die Wohnung einmal eine Garage war. Der Platz am «Fenster» wird als Essecke genützt. Hier hat Mario einen Saarinen-Tisch mit den passenden Stühlen platziert. Die Art-déco-Hausbar ist ein Erbstück, das er von seinem Vater bekommen hat. Jeder Quadratmeter wird optimal ausgenützt: Der Fenstersims wird zum Bücherregal, und an der Wand entsteht dank einer superschmalen Pultinstallation der perfekte Computerarbeitsplatz. Entdecken Sie hier noch mehr von Mario Rosinus‘ Wohnideen.

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2 — Ivano Colombo wohnt mit seiner Liebe zu italienischem Design

Ivano Colombo ist ein Wohnstil-Pionier. In den 70er-Jahren hat er im «Neumarkt 17» angefangen, den Zürchern italienisches Design näherzubringen. Das Geschäft verwandelte sich in eine stylishe, supercoole Designermöbel-Boutique und wurde in der ganzen Schweiz bekannt und mit ihm Ivano Colombo, der bald Geschäftsführer und Mitinhaber wurde. 1985 eröffnete er sein erstes eigenes Geschäft, das «Colombo Centro Mobili» in der umgebauten Mühle Tiefenbrunnen, und vor 7 Jahren gründete er dann zusammen mit Peter Kern und Karin Bollinger auf dem Zürcher Hürlimann-Areal mit «Colombo La Famiglia» einen neuen Wohntempel und eine Wohnexperten-Familie. Auch zu Hause am Lützelsee,  zelebriert der Tessiner den italienischen Wohnstil und das mediterrane Lebensgefühl.

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Der absolute Männertraum: Ivano Colombo kann von der Garage direkt ins Schlafzimmer. Ganz klar, dass das Bett ein Designklassiker ist, es heisst «Amphibio», ist von Giovanetti und kann auch als Sofa benutzt werden. Die Kunst hinter dem Bett stammt von einer Ausstellung, für die Ivano Colombo verschiedene Künstler das Thema Stuhl interpretieren liess.

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Ivano Colombo liebt sein offenes Haus. Der einzige Bereich, der ein wenig abgetrennt ist, ist das Gästezimmer. Hier sorgen farbige Schiebewände für ein abgeschlosseneres Raumgefühl. Entdecken Sie hier  noch mehr von Ivano Colombos Wohnideen.

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3 — David Küenzi verwandelte seine Stadtwohnung in eine Wohngemeinschaft

Eigentlich wohnt David Küenzi nicht mehr so oft in seiner Stadtwohnung, denn er ist ins Tessin, in die Nähe seiner Familie gezogen. Deshalb hat er sich Mitbewohner gesucht und nun ist die Wohnung zu einer WG geworden. Die grosszügigen Räume und die urbane Lage mitten im belebten Zürcher Kreis 3 waren für den Künstler und Fotografen die wichtigsten Gründe, weshalb er sich für die Wohnung entschied.

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David Küenzis Wohnung befindet sich im erhöhten Erdgeschoss und bietet freien Blick auf das Strassen- und Quartierleben. Der langgezogene Hauptraum der Wohnung ist der eigentliche Wohnraum. Momentan stehen hier ein Korbsofa, ein Kelim-Teppich und ein asiatisches Beistelltischchen. Den eigenartigen Keramik-Kerzenständer hat David Küenzi von seiner Grossmutter bekommen, die mit Leidenschaft  solche Objekte gesammelt hat. Der grosse, helle Raum kann auch zum Fotostudio werden. So steht ein riesiges Stativ ganz selbstverständlich da und wird fast als Mobiliar wahrgenommen. Interessant an der Inneneinrichtung ist eine grosse Regalwand, die mit grauen Schiebetüren zum Teil abgeschlossen und immer wieder verändert werden kann.

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Die Küche ist lang und schmal, hat aber genügend Platz für einen grossen Tisch und viele Stühle. Von der Küche aus führt eine Balkontüre zur grossen Terrasse, die im Sommer zu einer Gartenoase mitten in der Stadt wird. Entdecken Sie hier  noch mehr Wohnideen von David Küenzi.

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4 — Martin Hauser entwirft seine Möbel selbst

Martin Hauser, Möbel- und Designprofi, wohnt in einem  70er-Jahre-Haus des berühmten Schweizer Architekten und Landschaftsgestalters Eduard Neuenschwander. Als einer der Ersten hat er in Zürich Vintagemöbel aus dem 20. Jahrhundert verkauft. In seiner «Möbelhalle» kombinierte er auf eine neue, persönliche Art Design-Antiquitäten mit ausgewählten, zeitgenössischen Stücken. Möbel sind immer noch seine Passion – und heute entwirft er sie selbst. Er kreiert aber nur Möbel, die er selber auch gerne besitzen würde. Ganz klar, dass er sein Haus mit eigenen Kreationen eingerichtet hat.

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Inspiriert vom Design der 60er- und 70er-Jahre, ist diese geschwungene Liege entstanden. Sie ist mit edlem Wollstoff in Martins Lieblingsfarbe Violett bezogen. Er hat die Liege für sich gleich doppelt produziert und auf einen roten Teppich gesetzt. So kommt die leuchtende Farbe harmonisch zur Geltung. Die Liegen dienen als Relaxmöbel in der Media-Ecke des grossen Wohnraums. Hier wird gelesen, Musik gehört oder eine DVD angeschaut. Die Wandleuchte von Flos sorgt für das richtige Licht.

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Das Haus besteht aus zwei Stockwerken. Es ist in den Hang gebaut und öffnet sich auf der ersten Etage, dem Hauptteil des Hauses, zum Garten. Martin Hauser hat den grossen Wohnraum mit einer schlichten, kubischen Polstergruppe, einer eleganten Liege und einem roten Lacktisch eingerichtet. Alles natürlich von ihm selbst entworfen. Entdecken Sie hier noch mehr von Martin Hausers Wohnideen.

Keine Kommentare zu «So wohnen Männer in der Schweiz»

  • vera bolli sagt:

    WOHNEN, ist LEBEN…!
    LEBEN, ist WOHNEN…!

    so EINFACH ist dieses thema…!

  • Erwin Lohn sagt:

    Schon der Titel amüsierte mich: „So wohnen Männer in der Schweiz“. Und zwar deshalb, weil Männer (nicht nur in der Schweiz) eben gerade NICHT so wohnen. Dass sie mal eine Garage zur Wohnung umbauen, ist noch authentisch, aber der Rest ist völlig untüpisch. Nix „Schöner Wohnen“, fast allen Männern, welche ich kenne, ist das Aeussere vollkommen egal. Wenn schon, dann leben sie in einem kreativen Chaos, wo sich all ihre Projekte stapeln und türmen. Männer interessiert in erster Linie, ob etwas funktioniert und ob es so funktioniert wie gewünscht, aber wie es aussieht, das beschäftigt sie kaum.

    • Leo sagt:

      Dem ist nichts hinzuzufügen, ausser „wo sich all ihre – unfertigen – Projekte stapeln und türmen.

  • Be Wohner sagt:

    Die Kunst des Wohnens gründet in der Fantasie, nicht im Geld…

    Wunderbare Inspirationen gibts auch auf theselby.com .

  • rudolf lehnherr sagt:

    Diese Männerwohnungen sind sauber gestylt. – Aber den Charm vermisse ich. Man spürt, sie wollen perfekt sein, kein Risiko, eingehen. Schade. Wo ist die männliche Romantik? Zuviel Weiss, in den meisten Wohnungen fehlt Farbe sowie Holz.
    Eine behagliche Wärme ist nicht zu spüren, oder einen symphatische Ausrutscher der ein Lächeln auslöst.

  • Kaspar Tanner sagt:

    Wird in den Wohnungen auch gelebt oder pennen die Männer alle bei ihren Geliebten, dass es so aufgeräumt aussieht?
    Halte mich für ordentlich, aber die abgebildete Keimfreiheit kriege ich einfach nicht hin…

    • Ursula Schmeiser sagt:

      Bitte wohnen Sie so weiter wie bisher. Die (keimfreien) Wohnungen dieses Artiikels sind ganz fürchterlich ungemütlich, kalt, tot. Vor lauter Schein wurde das Sein unterdrückt. Und darum geht es doch im Leben.

    • Lena sagt:

      Bevor Besuch kommt, räumen die meisten Leute etw. auf. Bevor ein Kamerateam kommt um die Wohnung für einen Artikel über stillvoll Wohnen abzulichten, räumen die meisten Leute SEHR viel auf. Bei einer solchen Geschichte kommen mit dem Kamerateam meistens auch Stylisten, die dann weiter aufräumen, umräumen und alles in das richtige Licht rücken. Kurz gesagt, wie die Wohnung im Artikel aussieht, muss nicht unbedingt heissen, dass sie im Alltag so aussieht.

  • Christian Werft sagt:

    Geschmack hat also nur wer viel Geld und Designer Möbel besitzt? Realitätsfremd sorry!

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