Pink kann man auch essen

Nun sind sie wieder auf dem Markt, die runden, roten Randen. Man bekommt sie zwar gekocht und abgepackt das ganze Jahr hindurch in den Lebensmittelabteilungen, aber mal ehrlich, wollen wir wirklich gekochtes Gemüse kaufen? Randen schmecken nämlich auch fantastisch roh, gebraten oder geröstet. Man kann mit ihnen die feinsten Suppen kochen, Pasta oder Risotto zubereiten. Und die Farbe ist ganz einfach bestechend. Lassen Sie sich von diesen feinen und wunderschönen Rezeptideen verführen.
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Borschtsch, osteuropäische Randensuppe 

Als ich vor vielen Jahren in New York lebte, war das East Village noch abenteuerlich und sehr multikulturell. Auf unserem täglichen Sommerspaziergang ins Schwimmbad an der Avenue C kamen wir jeweils an einem osteuropäischen, jüdischen Lebensmittelgeschäft mit kleinem Restaurant vorbei. Da hingen Pastrami und andere Würste von der Decke, das Häuschen sah so aus, wie ich mir eine verlassene Bahnstation in Sibirien vorstelle, und es war dort, wo ich zum ersten Mal Borschtsch gegessen habe. Er war eisgekühlt, fantastisch und erfrischend. Borschtsch ist eine klassische, einfache Randensuppe, die selbstverständlich auch gekühlt, mit Joghurt oder Crème fraîche vermischt, genossen werden kann.

Zutaten:
  • 50 g Butter
  • 1 grosse Zwiebel, gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, gehackt
  • 500 g Randen, geschält und in Würfel geschnitten
  • 2 Rüebli, geschält und in Würfel geschnitten
  • 2 Kartoffeln, geschält und in feine Scheiben geschnitten
  • 150 g Tomatenpassata
  • 2 Esslöffel (EL) Mehl
  • 1,5 l Fleischbouillon
  • 1 EL Rotweinessig
  • 1 EL Rohzucker
  • Salz und Pfeffer
  • gehackte Petersilie
  • Crème fraîche

Zubereitung:
Erhitzen Sie die Butter und geben Sie die gehackte Zwiebel bei. 5 Minuten dünsten und dann den Knoblauch beigeben. Sobald dieser zu duften beginnt, die Rüebli und die Randen beigeben. Gut durchmischen, einige Minuten andünsten. Das Mehl mit der Tomatenpassata mischen und beigeben, 5 Minuten köcheln. Essig, Zucker, Salz und Pfeffer beigeben, die Bouillon dazugiessen und aufkochen. Die Kartoffeln dazugeben, zudecken und so lange köcheln, bis die Kartoffeln weich gekocht sind. Alles mit einem Rührstab pürieren, mit Crème fraîche und einer Handvoll gehackter Petersilie verfeinern. Oder alles mit Eis abkühlen und mit Sauermilch in einem Mixer mischen und kalt zum Trinken servieren.

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Randennudeln mit Roquefort und Walnüssen 

Dieses Rezept geht superschnell und eignet sich perfekt für eine Einladung. Es ist speziell, wirkt elegant, ist aber sehr einfach. Pinkfarbene Randennudeln kann man in ausgewählten Lebensmittelabteilungen fertig kaufen. Man kann sie natürlich auch selber machen, indem man Randensaft in den Pastateig mischt. (Bild über: Cake Walk)

Zutaten für 4 Personen:
  • 400 g rote Randennudeln
  • 200 g Roquefort
  • 2 dl Rahm
  • 2 Handvoll Baumnusskerne
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Kochen Sie die Nudeln al dente. Erhitzen Sie den Rahm, würzen Sie mit Salz und Pfeffer, geben Sie die Hälfte des Käses bei und rühren Sie, bis der Käse geschmolzen ist. Mischen Sie die Sauce zu den Nudeln und bröseln Sie den restlichen Käse über die Pasta, zerstampfen Sie die Nusskerne ganz grob im Mörser und streuen Sie diese über die Pasta.

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Pesto mit Randen

Auch weisse Pasta kann fein und pink daherkommen. Mit Randen und Nüssen entsteht ein superfeines und gesundes Pesto.

Zutaten:
  • 500 g Randen
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Handvoll glatte Petersilie
  • 50 g Pinienkerne
  • 50 g Pecorino, geraffelt
  • 1 EL Balsamicoessig
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Schälen Sie die Randen und schneiden Sie sie in Scheiben. Legen Sie sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und geben Sie 1 Esslöffel Olivenöl darüber. Rösten Sie die Randen im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten. Nun geben Sie die Randen, den Käse, den Knoblauch, die Petersilie, das restliche Olivenöl, den Essig und die Pinienkerne in eine Küchenmaschine und zerhacken das Ganze zu einem Pesto. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer und vermischen Sie alles gut. Das Pesto passt zu Pasta wie Farfalle oder kleinen Conchiglie.

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RANDENGNOCCHI
Versuchen Sie mal Gnocchi mit Randen. Sie schmecken fantastisch und sehen erst noch superschön aus. (Bild über: Cakewalk)

Zutaten:
  • 500 g Randen
  • 500 g Kartoffeln
  • 200 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
Zubereitung:

Sie können die Randen und die Kartoffeln in Stücke schneiden und kochen. Feiner aber ist es, wenn Sie die Knollen schälen, in Scheiben schneiden und im Backofen mit ein wenig Olivenöl rösten. Geben Sie die Randen in eine Küchenmaschine und hacken Sie sie. Geben Sie die Kartoffeln dazu und mischen Sie alles nochmals gut, bis eine pinkfarbene Masse entsteht. Wenn die Knollen weich sind, können Sie diese auch mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Geben Sie das Mehl dazu und mischen Sie ein Ei darunter. Kneten Sie das Ganze zu einem Teig und lassen diesen 1 Stunde im Kühlschrank ruhen. Drehen Sie kleine Würste und schneiden Sie diese in kleine Stücke. Drücken Sie jedes Gnocchi mit einer Gabel ein. Bestreuen Sie die Gnocchi mit ein wenig Griess und geben Sie sie in siedendes Wasser. Wenn die Gnocchi an die Oberfläche kommen, sind sie fertig gekocht.

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Gnocchi mit Kräutern und Butter 

Bräunen Sie 150 g Butter in einer Bratpfanne an, geben Sie ein wenig abgeriebene Zitronenschale und 1 Handvoll Zitronenthymian oder Majoran bei und wenden dies 2 Minuten in der Butter. Giessen Sie die Butter über die Gnocchi und servieren Sie diese mit ein wenig geraffeltem Pecorino.

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Randenrisotto mit Ziegenkäse

Ein feines Risotto tut der Seele gut und stellt eine wundervolle, gesunde Mahlzeit dar. Versuchen Sie es mit Randen und geniessen Sie eine schmackhafte pinkfarbene Version. (Bild über: Healthy Delicious)

Zutaten:
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte, gehackt
  • 300 g Risottoreis
  • 8 dl Bouillon
  • 2 dl Rotwein
  • 3 kleine Randen, geschält und geraffelt
  • 200 g Ziegenfrischkäse
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung:

Erhitzen Sie das Olivenöl und geben Sie die gehackte Zwiebel bei. Geben Sie den Reis dazu und dünsten Sie ihn gut an, bis jedes Reiskorn durchsichtig ist und nur noch einen weissen Punkt in der Mitte zeigt. Giessen Sie den Wein dazu und lassen Sie ihn einkochen. Bedecken Sie den Reis mit Bouillon und lassen Sie diese einkochen, giessen Sie erneut warme Bouillon dazu und lassen Sie diese wieder einkochen. Wiederholen Sie dies, bis das Risotto fast fertig gekocht und cremig ist. Nun geben Sie die geraffelten Randen und die Hälfte des Ziegenkäses bei und kochen diese mit, bis alles warm ist. Das dauert nur 2 bis 3 Minuten. Würzen Sie mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle und servieren Sie das Risotto mit dem restlichen frischen Ziegenkäse.

10 Kommentare zu «Pink kann man auch essen»

  • Lemuria sagt:

    Tolle Knolle, die Rande! Doch wenn ich diese Fotos anschaue und unvermittelt an ein zerhacktes Lebewesen denke (Pesto, Gnocchi…), wird mir so schlecht. Ja, das Auge kann wirklich mitessen. Mein Tipp: Den Fotografen wechseln!! (Wie kann nur jemand das Gnocchi-Foto zulassen…).

  • jenny callaghan sagt:

    yummmm yummmmm

  • Adam Gretener sagt:

    Ich musste gerade schmunzeln. Vor einiger Zeit hatte ich Gäste eingeladen und wollte – unter anderem – rote Spätzli machen. Irgendwie habe ich zuwenig Randen genommen und die fertigen und leckeren Spätzli sahen aus wie rohes Hühnerfleisch und ich lies die Gäste zu Beginn auch im Glauben daran, was dem Appetit nicht gerade zuträglich war und bei Vegis eher nicht so gut ankommt, ich freute mich allerdings diebisch in mich rein.

    Mir schmecken Randen noch besser, wenn ich sie nicht im Wasser koche, sondern in Alu-Folie im Ofen quasi schmore. Perfekt.

    Mir erzählte mal ein befreundeter Gastronom, dass z.B. schwarzes Risotto oder schwarze Nudeln quasi nie bestellt würden. Das Auge würde beim Essen sehr oft unterschätzt, obwohl man ja sagt, das Auge würde mitessen. Das deckt sich irgendwie mit diesen Test ohne direkten Blick auf den getrunkenen Wein. Sogar fortgeschrittene Weinkenner können dann Weiss- von Rotwein nicht unterscheiden.

    Aber das Risotto sieht genial aus.

  • Cori sagt:

    Einfach wiedermal alles mega gluschtig, für mich sowieso als Fan von Ziegenkäse und der Farbe Pink. Da wird am Wochenende was ausprobiert!

  • Michel Riess sagt:

    Sehr schöne Rezepte. Randen sind tatsächlich was sehr feines, v.a. wenn man sie frisch zubereitet. Das von Ihnen vorgestellte Suppenrezept, so verführerisch es sich auch liest, ist allerdings kein Borschtsch im eigentlichen Sinne, sondern kommt einer Variante nahe, die ich als Cholodnik kenne (von russ. cholodno = kalt), die mit dem eigentlichen Borschtsch fast nur die Verwendung von Randen gemeinsam hat. Der klassische Borschtsch entspricht eher einem Pot-au-feu. Es werden reichlich Gemüse verwendet, neben den Randen v.a. auch Weisskabis sowie Rindfleisch um die notwendige Rindsbouillon zu gewinnen. Es heisst, er sollte so viel Gemüse enthalten, dass ein Holzlöffel im Suppentopf stehen bleibt. Püriert wird ein solche Suppe ebenfalls nicht und zeichnet sich auch durch eine lange Garzeit bei geringer Hitze aus.

    Nichtsdestotrotz werde ich das oben beschriebene Rezept auf alle Fälle ausprobieren.

  • Thomas sagt:

    Feine Randengnocchi habe ich auch hier gefunden: http://www.lombardopasta.ch

  • Laura sagt:

    Das sind ganz tolle, ausgefallene und hübsche Rezepte! Vielen Dank für die Inspiration!

  • yvonne sagt:

    mmmmmmh. am liebsten würde ich einkaufen gehen und heute mittag das randenrisotto mit ziegenkäse mache. danach eine tarte mit himbeeren, dazu einen kühlen rosé.

    danke für ihre tollen ideen. immer wieder eine freude!

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