Heute kochen wir unkompliziert raffiniert

Für diese einfachen aber speziellen Rezepte müssen Sie weder gross einkaufen noch über grossartige Kochkünste verfügen.

Verschönern Sie Ihren Alltag mit Pasta alla Norma 

Mein sommerliches Verwöhn-Pastarezept ist etwas Besonderes, geht aber ganz einfach! Die Pasta alla Norma ist ein marktfrisches Rezept, in dem wenige aber gute, einfache Produkte stecken. Ich mache sie nicht traditionell italienisch. Denn dazu gehört Ricotta Salata, die ich in meinem Quartier nicht finde. (Bild: MKN)

Und so gehts: 
Schneiden Sie eine Aubergine in Stücke und mischen Sie diese mit Salz. Lassen Sie sie etwa 30 Minuten bis 1 Stunde im Salz. Danach waschen Sie sie gut. Dieser Prozess nimmt den Auberginen die Bitterkeit – und entwässert sie.

In der Zwischenzeit machen Sie eine Tomatensauce. Dafür geben Sie Olivenöl in eine Pfanne und dünsten eine zerquetschte Knoblauchzehe mit einem halben Peperoncino an. Wenn alles duftet, kommen die in Stücke geschnittenen Tomaten rein. Ich mag meine Pastasaucen rustikal. So häute ich weder die Tomaten noch püriere ich am Schluss die Sauce. Mit den Tomaten gebe ich zerrissenen Basilikum bei, eine Prise Zucker und genügend Salz. Dann wird das Ganze etwa 20 Minuten langsam geköchelt.

Wenn die Auberginen bereit sind, dann brate ich sie in reichlich Olivenöl portionenweise an. Klassisch werden sie richtig frittiert, aber ich frittiere nie! Das passt nicht in meinen Alltag. Sind die Auberginen gebraten, was ein wenig Geduld braucht, denn die Auberginen saugen erst viel Öl auf und geben es dann wieder zurück, kommen sie auf ein Küchenpapier. Die Auberginen sollten schön golden werden.

Nach dem Abtropfen auf dem Küchenpapier kommen die Auberginen in die Tomatensauce. Ich nehme vorher den Knoblauch und den Peperoncino heraus. Irgendwann, zur richtigen Zeit natürlich, müssen noch Rigatoni al dente gekocht werden. Dann kommen die Rigatoni in die Sauce, eventuell mit etwas Pastawasser und fertig ist die herrliche Pasta. Zu diesem Zeitpunkt kann man nun anstelle der Ricotta Salata, Pecorino Romano über die Pasta raffeln oder Feta in dünne Stücke schneiden und diese untermischen. Legen Sie noch ein paar frische Blätter Basilikum darüber und verwöhnen Sie sich mit einem einfachen aber raffinierten Pastagericht. 

Versuchen Sie Aprikosen und Linsen

Die besten Gerichte bestehen aus ehrlichen, einfachen Zutaten und ein bisschen Fantasie. (Bild über: Bijouxs)

Zutaten:

Zubereitung:

250 g Linsen (grüne Lentilles du Puy)  

1 Rüebli, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, feingehackt

1/2 Peperoncino, feinghackt

Olivenöl

1 KL Kreuzkümmel, gemahlen

1 Prise Paprika

1 Prise Zimt

Salz und Pfeffer

1 EL gehackte Petersilie

frische Aprikosen

Käse

Geben Sie Olivenöl in eine Pfanne und dünsten Sie die Rüebli mit dem Knoblauch und dem Peperoncino an. Wenn diese duften, geben Sie die Gewürze bei und mischen alles gut. Geben Sie nun die Linsen bei und mischen diese gut. Nun giessen Sie 7.5 dl Wasser dazu und lassen alles etwa 30-40 Minuten köcheln. Am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie untermischen.

 

Entsteinen und halbieren Sie die Aprikosen und braten Sie sie kurz in Butter und mit ein wenig Salz und Rosmarin an.

 

Nun richten Sie die Aprikosen über den Linsen an und servieren ein feines Stück Käse wie Roquefort oder Mascarpone mit Gorgonzola dazu. Garnieren Sie alles mit Kräutern nach Ihrem Geschmack. Rosmarin passt gut, Estragon oder etwas Pfefferminze. 

Kochen Sie immer langsam und mit Liebe 

Wie alle treuen Sweet Home-Leserinnen und -Leser wissen, bin ich keine Freundin von komplizierter Küche oder kompliziertem Leben. Letzteres kann man nicht immer auswählen, aber kochen kann man wie man will. Die typischen Sweet Home-Rezepte funktionieren deshalb für alle. Es sind Alltagsrezepte mit Alltagszutaten, die man um die Ecke an seinem Wohnort findet. Nur für ganz wenige Sachen muss man in ein Spezialgeschäft oder in einen grösseren Supermarkt gehen. Für bestimmte Gewürze etwa, für Fisch oder Dinge wie zum Beispiel Halloumikäse. Fleisch kaufe ich grundsätzlich nur in bester Qualität und von meinem Metzger, dem ich vertraue. Damit aber bei all dieser Einfachheit trotzdem ein Festessen entsteht, geht das Kochen halt nicht huschhusch. (Bild: MKN)

Kochen Sie langsam und mit Genuss. Trinken Sie ein Glas Wein dazu, hacken Sie die Kräuter von Hand und mischen Sie sie überall unter. Es geht einfacher, mit Kräutern zu kochen als mit vielen Gewürzen. Parfümieren Sie Öl, indem Sie Knoblauch und Peperoncino mitkochen. Und verleihen Sie einem einfachen Gericht einen kleinen, feinen Unterschied mit einem Gutsch Wein. Auch Zitronensaft oder abgeriebene Zitronenschale sind Zutaten, die man öfter einsetzen sollte, auch bei Dingen wie Röstgemüse, Pasta, Bratkartoffeln oder Salat. 

Verwenden Sie in Kräutern gebratenen Speck

Wenn Sie Speck langsam mit vielen gehackten Kräutern und zerdrückten Knoblauchzehen knusprig gebraten haben, dann können Sie ihn zum Beispiel zu Bratkartoffeln mischen und daraus ein köstliches Festessen kreieren. Servieren Sie Joghurt dazu und/oder ein Spiegelei. (Bild über: The Cookie Writer)

Carbonara: 
Mit solchem Kräuter-Speck entsteht auch im Nu eine herrliche Carbonara. Schlagen Sie 6 Eigelb mit einer Gabel und mischen Sie 150 g Parmesan unter. Dann kochen Sie 300g Spaghetti oder Casarecche al dente. Mischen Sie die warme Pasta mit der Eiermischung und etwas Pastawasser. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer und mischen Sie dann den Speck mit den Kräutern – aber ohne Knoblauch – unter. 

Salat: 
Der Zugang zum Salat ist meist ziemlich konventionell. Nichts gegen knackige Blätter und ein feines Dressing. Aber warmer, gebratener Speck mit Rosmarin, Salbei und Peperoncino unter einen Tomatensalat gemischt, ist auch einen Versuch wert! Mischen Sie ihn mit dem Bratöl unter die Tomaten und geben Sie dann noch etwas Rotweinessig und Salz dazu. 

Polenta: 
Bereiten Sie eine Schnellpolenta zu und mischen Sie am Schluss nicht nur Parmesan, sondern auch Speck mit Kräutern unter. 

Orientalischer Reis

Zwei einfache Zutaten wie Hackfleisch und Reis sorgen zusammen gekocht und hübsch angerichtet für ein kleines Festessen, das in die Ferien oder in ein Restaurant entführt. (Bild: MKN)

Zutaten:

Zubereitung:

300 g Basmatireis

6 dl Hühnerbouillon

450 g gutes Hackfleisch vom Rind oder Lamm 

1 Schalotte, fein gehackt

1 Rüebli, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1/2 Peperoncino, fein gehackt

1 EL Kreuzkümmel

1 Prise Zimt

2 EL Rosinen

Salz und Pfeffer

1 Handvoll Pfefferminzblättchen

1 Handvoll Petersilie

Olivenöl

Griechisches Joghurt

Gurkenscheiben

Pinienkerne 

 

Waschen Sie den Reis im Sieb unter kaltem Wasser, bis das Wasser klar herausrinnt, und stellen Sie ihn zur Seite. Geben Sie Olivenöl in eine Pfanne und erhitzen Sie es. Geben Sie die gehackte Schalotte und das Rüebli bei und dünsten Sie das Gemüse an. Anschliessend den Knoblauch und den Peperoncino hinzufügen. Wenn alles duftet, das Hackfleisch, den Kreuzkümmel und den Zimt beigeben. Alles mischen und gut anbraten, sodass das Fleisch rundum braun ist. Das dauert etwa 8–10 Minuten. Nun geben Sie den Reis dazu und braten alles zusammen nochmals etwa 3–4 Minuten an. Anschliessend die Bouillon darübergiessen, rühren und die Rosinen beigeben. Alles aufkochen und anschliessend die Hitze reduzieren, den Deckel auf die Pfanne geben und bei kleiner Hitze etwa 15–20 Minuten köcheln, bis alle Flüssigkeit aufgesogen und der Reis gar ist. Nun stellen Sie die Pfanne vom Herd und lassen alles noch 5 Minuten ruhen. Rösten Sie Pinienkerne und hacken Sie die Kräuter. 

 

Verteilen Sie etwas griechisches Joghurt auf hübschen farbigen Keramiktellern mit der Hinterseite eines Löffels und servieren Sie den Reis auf dem Joghurt. Bestreuen Sie das Ganze mit gehackten Kräutern und gerösteten Pinienkernen und garnieren Sie rundum mit Gurkenscheiben. 

Tafeln wie in Positano

Mit schönem Geschirr, einem chic gedeckten Tisch und farbigen Kerzen entsteht immer ein Festessen, auch wenn es bloss Pasta gibt. Meine Teller, die Sie auf dem vorherigen Bild zum Reisgericht gesehen haben, habe ich vor langer Zeit im Koffer im Flugzeug von Amalfi nach Hause geschleppt. Sie sind mittlerweile alle ein bisschen angeschlagen, aber wir lieben die bunten Teller! In ihnen steckt die Sonne, das Meer und die schönen Erinnerungen. Ich bin keine Freundin von weissem Geschirr. Irgendwie bin ich immer enttäuscht, wenn am Schluss des Mahls nicht wenigstens irgendein Bildchen auf dem Teller zum Vorschein kommt. Ok, ich bin keine Puristin, ich finde das Leben ist definitiv zu kurz dafür. Auf meiner aktuellen Wunschliste stehen übrigens diese fantastischen Teller und eigentlich das ganze Geschirr «Il viaggio di nettuno», das Luke Edward Hall für Richard Ginori entworfen hat. Man kann in Zürich ausgewählte Stücke und Geschenksets zum Beispiel bei Frohsinn kaufen. (Bild: MKN)

Und ja, Sie fragen sich nun bestimmt, wieso Positano? Positano ist eben viel chicer als Amalfi. Es ist der Ferienort, an den die Menschen gehen, die sich Richard Ginori Geschirr oder Gucci Outfits einfach mal so bestellen und dann nach Hause liefern lassen. Auch der Designer und Künstler Luke Edward Hall geht oft dorthin und logiert im Hotel Le Sirenuse. Aber ich, ich liebe halt Amalfi, es ist einfacher und deshalb schöner für mich!

Geschmack entsteht zu Beginn

Einmal habe ich bei einem Anlass eine superhippe Bowl zum Lunch bekommen. Alle Teilnehmerinnen waren hip, auf Nachhaltigkeit eingestellt und demonstrierten dies gerne so oft es nur ging. Gut, dann kamen also diese Bowls in Kartonausführung und man sah nicht so genau, was drin war. Das einzige, was ich sofort erkennen konnte, war Avocado. Alle grapschten ihre Bowls und schütteten, ja, das ist das richtige Wort, haufenweise Saucen aus Plastikgefässen darüber. Es war kein Ketchup dabei, aber Teriyaki, Tahini und so weiter. Einmal mehr erkannte ich, dass ich definitiv nicht hip bin! Für mich entsteht der Geschmack eines Gerichts ganz am Anfang. Entweder röstet man Gewürze, gart etwas in einer Currypaste oder man sorgt sonst für einen starken Beginn. Bei mir gehören zu diesem Start Dinge wie Knoblauch, Peperoncino, Sardellen oder Kapern in gutem Öl – oder ein Soffrito. (Bild über: Bijouxs)

Pasta aus dem Vorratsschrank

Diese würzig aromatischen Spaghetti sind genau das Richtige, wenn man mal nichts eingekauft hat. Denn die Zutaten dafür findet man in jedem Vorrat. (Bild über: Charlotte Fashion Plate)
Und so gehts:
Spaghetti al dente kochen. Hacken Sie einige Sardellenfilets, eine Handvoll Kapern und einige Oliven grob, von Hand mit einem Messer. Hacken Sie eine Knoblauchzehe, einen Peperoncino und eine gute Handvoll Pinienkerne fein mit der Maschine. Geben Sie reichlich Olivenöl in eine tiefe Bratpfanne, erhitzen Sie das Öl sanft und geben Sie alles zusammen in das Öl.  So lange sanft dünsten bis alles duftet und die Geschmäcker sich verbunden haben. Dann mischen Sie die Spaghetti mit etwas Pastawasser unter und servieren alles mit oder ohne geriebenem Pecorino und feingehackter Petersilie.  

Brombeer-Omelette

In Deutschland hat man selbst für Genuss eine praktische Lösung. So ist der deutsche Pfannkuchen gross und wird einfach und unkompliziert im Backofen fertig gebacken. Sie können den Pfannkuchen danach in Stücken servieren. (Bild über: Nutmeg Nanny

Zutaten für 1 Pfannkuchen für 4 Personen:

Zubereitung:

1 Tasse Weissmehl

1 EL Zucker

1 Päckli Backpulver

1 Prise Salz

1 Tasse Milch

2 Eier

1 EL zerlassene Butter

400 g Brombeeren 

Mehl, Backpulver, Zucker und Salz mischen. In einer anderen Schüssel Milch, Butter und Eier verrühren, beigeben und alles gut mischen. Ein wenig Butter in eine Bratpfanne geben, erhitzen und die Pfannkuchenmischung in die Pfanne geben. Die Brombeeren darauf verteilen. In den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen schieben und ca. 15 Minuten backen. Mit Puderzucker servieren.

Credits: 

Bilder über Foodblogs und Magazine: The Cookie Writer, Bijouxs, Charlotte Fashion Plate, Nutmeg Nanny 

3 Kommentare zu «Heute kochen wir unkompliziert raffiniert»

  • Ellynelly sagt:

    Freue mich schon darauf, einige Rezepte auszuprobieren!
    Dankeschön.
    Finde die Ideen immer wieder sehr inspirierend. Und toll, dass die Rezepte so sympathisch unkompliziert sind.

  • Calabrone sagt:

    Hallo Frau Kohler. Wieder wunderbare Gerichte und Geschichten dazu. Darf ich sie mal fragen, welche Sardellen sie brauchen. In so vielen Gerichten kommen sie immer wieder vor. Herzlichen Dank und ich (wir alle) freuen uns auf weitere tolle Gerichte und Geschichten.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.