So kaufen wir morgen Möbel ein

In diesen Tagen eröffnen zwei bekannte dänische Einrichtungshäuser ein neues Zuhause – und lassen uns in die Zukunft des Shopping blicken.

Während sich hierzulande Interio einfach aufgelöst hat und Teil des österreichischen Billigvermarkters XXXLutz geworden ist, wissen dänische Firmen besser um die wichtige und emotionale Bedeutung des Wohnens und Einrichtens. Sie entdecken neue Wege, ihre Produkte dem Publikum nahezubringen. Diese Woche eröffnen gleich zwei wichtige und auch bei uns beliebte Brands ein neues Zuhause. 

Ferm Living tut dies am 19. Juni mitten in Kopenhagen mit einem echten Zuhause. Dieses befindet sich zwischen pittoresken Kanälen und idyllischen Hausboten. Darin hat es Platz für die modern-gemütlichen Wohnwelten des dänischen Interiorlabels sowie für seine Büros und Kreativstudios.

Demokratisch und typisch skandinavisch ist der Zugang zu den Showräumen, der Boutique und dem Zuhause von Ferm Living. So ist alles nicht nur den Retailkunden und der Presse zugänglich, sondern auch dem privaten Publikum. Der Ort, der zum neuen Zuhause von Ferm Living wird, ist ein historisches Gebäude, dessen Geschichte bis ins Jahr 1777 zurückgeht.

«Es war immer unser Traum und unser Ziel, einen Ort zu haben, in dem wir das Publikum in unserem Ferm-Living-Universum willkommen heissen können», schwärmt Gründerin Trine Andersen. «Wir sind natürlich total begeistert, dass dies in einer solch wunderschönen historischen Location in unserer Heimatstadt möglich ist.»

Der Wohnstil, für den Ferm Living steht, ist modern, zeitgemäss, wohnlich und sinnlich. Da Möbel und Accessoires nicht nur gut aussehen, sondern auch zwar nicht supergünstige, aber durchaus erschwingliche Preise haben, sind die Kollektionen von Ferm Living alltagstauglich, nachhaltig und sehr beliebt.

Trine Andersen über ihre Firma:

«Alles begann mit Tapeten oder, besser gesagt, einem Mangel an Tapeten … Und zwar war es 2005, als ich mit meinem Mann gerade in ein Haus gezogen war und offenbar keine Tapeten finden konnte, die uns gefielen. Ich beschloss also, meine eigenen zu entwerfen, was schliesslich zu zehn verschiedenen Tapetendesigns führte. Ich bewarb mich dann, sie auf einer Messe in Dänemark auszustellen, konnte es mir aber nicht leisten, alle zehn Entwürfe anfertigen zu lassen – und so war mit nur einer Tapete und einer Handvoll an Prints Ferm Living geboren. In den letzten 15 Jahren entwickelte sich Ferm Living zu etwas, das ich mir niemals hätte vorstellen können. Es ist, als ob wir ein Haus gebaut hätten, das allmählich zu einem Zuhause mit vielen talentierten Mitarbeitern und einem grossen Produktportfolio geworden ist und das wir nun gemeinsam ausbauen.»

Adresse: The Home of Ferm Living, Kuglegårdsvej 1–5, 1434 Copenhagen K, Dänemark

 

In einer ähnlichen Kategorie bewegt sich ein anderes dänisches Label: Hay. Skandinavisches Design, ein locker-freundlicher Look, der sich vom Kerzenständer bis zum Sessel zeigt, und eine moderne Auffassung von Wohnen zeichnen die Kollektionen aus. 

Nun ziehen sie nach Zürich, und zwar in eine Schule! Das neue Zuhause in der Schweiz wird die Schweizerische Textilfachschule (STF) sein. Am 8. Juni öffnen sich die Türen zu einem neuen, dynamischen Ort – dem Hay Designlab. Damit bedienen sich die beiden Parteien dem magischen Erfolgsprinzip, der Kooperation.

Diese ermöglicht den Besuchern, den Kunden und den Studierenden, die Produkte in einer inspirierenden angewandten Situation zu sehen und zu erleben. Das Hay Lab ist als Destination konzipiert, welche Raum für Kreativität schaffen kann. «Die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Textilfachschule ist eine sehr spannende Partnerschaft für uns», erklären Mette und Rolf Hay, die Mitgründer und Kreativdirektoren des internationalen Designunternehmens. «Hay hat schon immer junge und vielversprechende Designer unterstützt, und genau dies tut auch die Schule.» 

Das Hay Lab ist von Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die ausgestellten Produkte sind nicht zum direkten Verkauf vor Ort bestimmt, sondern über die lokalen Hay-Händler erhältlich. 

Über Hay: Hay wurde 2002 in Kopenhagen mit dem Ziel gegründet, zeitgenössische Möbel für modernes Wohnen zu schaffen. Die Vision besteht weiterhin darin, hochwertige und gut gestaltete Produkte in Zusammenarbeit mit einigen der weltweit führenden, talentiertesten, neugierigsten und mutigsten Designer zu kreieren. Inspiriert von der Originalität der Kunst, den Grundprinzipien der Architektur und der dynamischen Natur der Mode, hat die Marke Hay Bekanntheit und ein internationales Publikum gefunden. 

Adresse: Hay Designlab, Hallwylstrasse 71, 8004 Zürich

6 Kommentare zu «So kaufen wir morgen Möbel ein»

  • Heidi Arn sagt:

    Schöne Dinge dabei! Aber stört es nur mich, wenn Stühle und überhaupt Sitzgelegenheiten nur teilweise auf dem Teppich stehen? Wirkt auf mich irgendwie „geizig“ und nicht richtig gemütlich.

    • Appache sagt:

      Sie haben Recht. Die Stuhlbeinchen knapp auf dem Teppichrand erinnern an eine Herde scheuer Gnus, die sich nicht recht ans Wasserloch herangetrauen. Geizig trifft es auch ganz gut. Wenn der Platz aber knapp ist, kann es eine gute Lösung sein. Scheint aber in den obigen Beispielen nicht das Problem zu sein.

  • Appache sagt:

    Schöne Idee mit den eingerichteten Musterhäusern. Im konkreten Beispiel sehe ich aber den Vorteil dann doch eher beim Verkäufer als beim Kunden: Da werden die schönen Möbel in einer Umgebung mit tollen Fenstern, Stuk, sechs Metern Raumhöhe und Sichtbalken in Szene gesetzt. Die Wirkung des Mobiliars dürfte dann, in der eigenen Schuhschachtel von Standardwohnung umgesetzt, deutlich einbüssen. Für die Kundschaft wäre es doch transparenter, inspirierender und ein echter Mehrwert, würden die Möbel in Räumen drapiert, die selber nicht signifikant zum Ambiente beitragen. Ich würde gerne mehr Interiorideen für niedrige Räume sehen. Danke Frau Kohler! Ich lese Ihren Blog seit Jahren sehr gerne.

  • Hans-Jürg sagt:

    Die Zukunft des Möbel-Shoppings wird hoffentlich nicht die sein, dass man jede Saison neue Wegwerfmöbel kauft, die der Mode entsprechen.
    Die Zukunft sollte sein, dass man zeitlose, langlebige Möbel kauft, die man wenn möglich ein ganzes Leben behält.
    Denn diese Mode-Möbel sind doppelt schlecht für die Welt: es wird zu viel Holz verschwendet und der Energiebedarf ist einfach zu hoch.
    Das gilt übrigens nicht nur für Möbel, auch z.B. für Textilmode.

    • Jost Gamma sagt:

      Hans-Jürg
      -absolut einverstanden mit ihrer einstellung für ein zukünftiges möbel-shopping. eine solches verhalten, bringt gleich mehrere positive
      ansätze mit sich, die unser umwelt- und energieverhalten nachhaltig – schritt für schritt – zum guten verändern!

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