Lust auf eine kulinarische Ferienreise?

Dank dieser neun köstlichen Ferienrezepte können Sie verreisen, ohne Ihr Zuhause zu verlassen.

1 — Mit einfacher Küche in den Süden

Nein, wir reisen nicht ins Tessin, auch nicht nach Italien und überhaupt nirgendwohin. Aber wir kochen uns jetzt so richtig Feriengefühl auf den Tisch und in die Seele. Beginnen wir mit einem Ausflug nach Griechenland und simplen Gerichten, die den Süden nach Hause bringen – ohne dass Sie dafür etwas Spezielles brauchen. Versuchen Sie dieses griechisch inspirierte Gericht, bei dem alles auf dem Blech im Backofen geröstet wird. (Bild über: Every Last Bite
Und so gehts:
Vermischen Sie auf einem Backblech oder in einer grossen Backform Pouletstücke mit Haut, in Stücke geschnittene Peperoni und Tomaten mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und getrocknetem Oregano. Geben Sie Oliven und einige ungeschälte Knoblauchzehen bei und backen Sie alles im 200 Grad heissen Backofen etwa 35 Minuten. Anschliessend die Fetawürfel darübergeben und alles weitere 10 Minuten backen. Mit Kartoffeln oder Brot geniessen.  
serious eats

2 — Mit Souvlakispiesschen nach Griechenland 

Diese griechischen Grillspiesschen können Sie mit Tzatziki und Brot servieren. (Bild über: Serious Eats)

Zutaten:

Zubereitung:

800 g Schweinefleisch, in Würfel geschnitten

1 dl Olivenöl

den Saft von einer Zitrone

1 EL getrockneter Oregano

1 EL getrocknete Pfefferminze

2-3 Lorbeerblätter, zerdrückt

2 EL Rotwein

3 Knoblauchzehen, geraffelt oder fein geschnitten

Salz und Pfeffer

Mischen Sie alle Zutaten zusammen und marinieren Sie die Schweinefleischwürfel mindestens 2 Stunden lang darin, besser über Nacht. Danach spiessen Sie die Fleischstücke auf. Falls Sie dabei Holzspiesse verwenden, sollten Sie diese zuerst in Wasser einlegen, damit sie nicht brennen. Die Spiesschen sind nun grillbereit, wobei sie aber auch gut in einer Grillpfanne grilliert werden können. 

3 —Tzatziki – der Frischmacher

Die feine griechische Joghurtsauce frischt Kartoffel-, Reis-, Fleisch- und Fischgerichte auf. Tzatziki kann auch mit Brot als Apérohäppchen genossen werden. (Bild über: Cookie and Kate
Und so gehts:
Mischen Sie griechisches Joghurt mit geraffeltem Knoblauch und geraffelter Gurke. Die geraffelte Gurke ein wenig salzen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Anschliessend die Gurkenmasse mithilfe eines Tuches auspressen. Mit einigen gehackten Pfefferminzblättchen können Sie den Knoblauch etwas neutralisieren; und schwarzer Pfeffer hilft, die Gurke besser zu verdauen. Da ich keinen Knoblauch mag, mache ich die Sauce ganz ohne Knoblauch, was ebenfalls sehr fein schmeckt. Aktuell können Sie natürlich auch ein wenig Bärlauch dazugeben, der ein wenig milder ist.

Momentan ist sogar die Stadt weit weg, zumindest für mich, die nur noch zu Hause und im Wald ist. Den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt im Quartier empfinde ich als Stress, und ab und zu spaziere ich noch mit Miss C. in die nächste Bankfiliale, um Einzahlungen zu machen. Onlinebanking habe ich nie gemacht, da ich fand, dass ich dies nicht auch noch zu Hause machen möchte. Jetzt bereue ich es. Wie wohl die meisten träume ich derzeit viel vom See, vom Meer und vom Reisen. Lassen Sie uns deshalb mit Geschichten, Erinnerungen und kulinarischen Freuden entfliehen. (Bild über: Envers du decor

«The Durells» – eine andere Familiengeschichte

Eine einfache Art zu entfliehen, geht mit einer Fernsehserie, die gute Gefühle vermittelt; die leicht, aber nicht seicht ist. Und das ist für mich die ITV-Serie «The Durells». Gerald Durell, gespielt von Milo Parker, der hier mit einem Pelikan auf der Bank sitzt, erzählt in «The Corfu Trilogie» von der Zeit, die er mit seiner Familie auf Korfu verbracht hat. Obwohl die Geschichte in einer Zeit spielt, in der die dunkle Wolke des anbrechenden Zweiten Weltkriegs über allem schwebte, ist sie exzentrisch, englisch und weltoffen.

Griechenland auf dem Bücherregal

Wenn Sie sich noch mehr in griechische Stimmung versetzen möchten, dann tauchen Sie in Kochbücher wie «Falling Cloudberries», in dem die Autorin Rezepte aus allen Stationen ihres Familienlebens gesammelt hat, unter anderem auch von Griechenland und Zypern. Ein anderes griechisches Kochbuch, das ich in meiner Bibliothek habe, ist «The Real Greek at Home». Für spannende Lesestunden sorgt «Captain Corelli’s Mandolin», und wer sich von griechischen Wohnstilen inspirieren lassen möchte, der schmökert in den antiquarisch verfügbaren Taschenbüchern. (Bild: MKN

Ab nach Frankreich 

Ich liebe Frankreich und vermisse, dass ich diesen Januar nicht nach Paris reisen konnte für die Interiormesse «Maison et Object». Ich hatte den Arm im Gips, und da waren auch Streiks. Auch denke ich manchmal an unsere Ausflüge ins Elsass, das besonders stark vom Virus getroffen wurde. Aber alles wird eines Tages wieder besser, und Reisen werden wieder möglich sein. Wir brauchen nur Geduld, Disziplin und unsere Träume und Erinnerungen. (Bild: MKN

sweet home
4 — Mit einem Flammkuchen ins Elsass 
Der typisch elsässische Flammkuchen ist eine fantastische, unkomplizierte Mahlzeit, die man schnell und jederzeit zubereiten kann.  (Bild: MKN

Zutaten:

Zubereitung:

250 g Mehl

Rapsöl

1,5 dl lauwarmes Wasser

2 grosse Zwiebeln

120 g Speckstreifen

20 g Butter

100 g Fromage blanc (Frischkäse)

1 dl Crème fraîche

Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Mischen Sie das Mehl mit einer Prise Salz, ein wenig Öl und 1,5 dl lauwarmem Wasser. Kneten Sie einen elastischen Teig und lassen Sie diesen zugedeckt 1 Stunde ruhen. Den Backofen auf der höchsten Stufe vorheizen, am besten 280 Grad. Schneiden Sie die Zwiebeln in feine Ringe und braten Sie diese sanft in der Butter an, sodass sie keine Farbe annehmen. Geben Sie die Speckwürfeli kurz bei. In Frankreich sind das längliche Speckstreifen. Am besten lassen Sie sich diese vom Metzger schneiden. Mischen Sie den Frischkäse mit der Crème fraîche und würzen Sie mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Anschliessend den Teig etwa 1 mm dünn auswallen und auf ein Blech legen. Die Käsemischung daraufstreichen und diese mit den Zwiebeln und den Speckstreifen belegen. Zum Schluss einen Esslöffel Rapsöl darübergeben und den Kuchen ca. 10 Minuten im heissen Backofen backen.

Was wir auch vermissen, sind Strassencafés, die vor allem in Frankreich zur Alltagskultur gehören. Was uns bleibt, ist die Möglichkeit, ein kleines Bistrotischchen auf den Balkon oder ans offene Fenster zu stellen. Geniessen Sie typische Bistrodrinks wie einen Menthe à l’eau, einen Pfefferminzsirup mit Wasser, oder einen Kir, also Weisswein mit Cassislikör. Lesen Sie dabei einen Maigret und hören Sie anstelle des Strassenlärms die Vögel zwitschern. (Bild: MKN

5 — Französische Sandwiches

Machen Sie sich ein feines, typisch französisches Sandwich mit einem Baguette. Dafür schneiden Sie ein halbes Baguette längs in die Hälfte. Die Baguettehälften mit Butter und etwas Senf bestreichen und dann mit Schinken, Salami oder Käse belegen. Anschliessend dünne Cornichonscheiben darauflegen, das Sandwich schliessen und auf einem ovalen weissen Bistroteller mit Stoffserviette servieren. (Bild: MKN

SWEET HOME

6 — Mit einem Pain Bagnat nach Marseille

Der Süden von Frankreich bedeutet Meer, aromatische Düfte, Fischmärkte, kleine Cafés und ein Pain Bagnat, welches all das in ein ganz besonderes Sandwich packt. (Bild über: Saveur)

Zutaten:

Zubereitung:

Eier, gekocht

Sardellenfilets

Thunfisch in Olivenöl, aus der Dose (bitte wählen Sie hier solchen aus nachhaltiger Fischerei)

Tomaten

Peperoni, in Streifen geschnitten

Gurken, in Scheiben geschnitten

Stangensellerie, in kleine Stücke geschnitten

Radieschen, in Scheiben geschnitten

schwarze Oliven

Salatblätter

Zwiebelringe

grosse, runde weisse Brötchen

Zutaten für die Sauce:

Olivenöl

Estragonessig

Dijonsenf

Schnittlauch

Honig

Salz

Pfeffer

Mischen Sie in einer Schüssel das Gemüse, die Oliven, den in Stücke gebrochenen Thunfisch und die Sardellenfilets mit der Salatsauce. Die Salatsauce mischen Sie in folgendem Verhältnis: 2 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel Estragonessig, 1 Esslöffel Dijonsenf, 1 Esslöffel Honig, Salz und Pfeffer und 2 Esslöffel Schnittlauchringli. Nun belegen Sie das Brot mit dem Salat und den Eierscheiben und geniessen es zum Lunch, Picknick oder Abendessen – am besten mit einem Glas kühlem Rosé.

Abheben und verreisen in Richtung Marseille können Sie nicht nur mit dem herrlichen Sandwich aus Südfrankreich, sondern auch mit der zauberhaften Liebesgeschichte von Marius, Fanny und César von Marcel Pagnol. Lesen Sie die Bücher – eine Trilogie, die auch einfach in Französisch zu lesen ist – oder tauchen Sie in die Filme aus den 30er-Jahren mit Raimu als César. Die «Trilogie Marseillaise» von Marcel Pagnol ist meine grosse provenzalische Liebe. Ich habe sie als Kind in Hörspielform im Auto auf einer Familienferienreise gehört mit dem stimmstarken Leopold Biberti als César. Sie wurde zu meinem ersten Buch, das ich auf Französisch gelesen habe, und ich geniesse natürlich immer noch die alten Filme. 

Willkommen in Spanien

Spanien ist ein anderes Land, das mediterrane Lebensfreude in kulinarischer Form bietet. Tapas, die kleinen, feinen Häppchen zum Apéro, sind einfach in der Zubereitung. Geniessen Sie sie auf dem Balkon oder vor dem offenen Fenster und denken Sie dabei an eine hübsche, alte Bar in Barcelona oder Madrid. (Bild über: Francisco Segarra

sweet home

7 — Mit einer Tortilla nach Barcelona

Die reichhaltige spanische Omelette ist ein Klassiker in jeder Tapas-Bar und kann ganz einfach auch zu Hause gemacht werden. (Bild über: Laylita)

Zutaten:

Zubereitung:

8 Eier

500 g Kartoffeln, gekocht

1 Schalotte, in Streifen geschnitten

200 g Schinken, in Streifen geschnitten

1 Bund Schnittlauch, in Ringli geschnitten

Salz, Pfeffer

Olivenöl

Petersilie, gehackt

Verrühren Sie die Eier in einer Schüssel. Würzen Sie mit Salz und  Pfeffer und geben Sie die Schnittlauchringli dazu. Anschliessend Olivenöl in eine Pfanne geben und die Zwiebeln und den Schinken anbraten. Die Kartoffeln dazugeben, alles gut mischen und dann die Eiermischung darübergiessen. Sanft köcheln lassen, bis die Eier fest werden, und am Schluss noch 2 Minuten unter dem heissen Grill fertigkochen. Die Omelette abkühlen lassen, in kleine Würfel schneiden, mit Petersilie bestreuen und als Tapas zum Apéro servieren.

8 — Pan con Tomate

Als Moderedakteurin produzierte ich oft Modeshootings in und um Barcelona. Die Models, meist Spanierinnen, haben mich in die lokale Küche eingeweiht, kannten die besten Restaurants und empfahlen mir alle Spezialitäten. So lernte ich nicht nur Barcelona, sondern auch die spanische Küche kennen und lieben. Wenn wir jeweils auf das Essen warteten, gab es immer Pan con Tomate, oder wie es richtig heisst: Pa amb tomàquet. Man braucht dafür gutes Brot, schmackhafte Tomaten und – weil es spanisch ist – Knoblauch! (Bild über: Pies and Fries)
Und so gehts: 
Toasten Sie Scheiben von einem guten, rustikalen Brot. Dann reiben Sie es in noch warmem Zustand mit einer Knoblauchzehe ein. Anschliessend eine grosse, fleischige und schmackhafte Tomate halbieren und damit das Brot einreiben. Etwas Salz darüberstreuen und mit Olivenöl beträufeln. 

Spanien auf dem Bücherregal

Für mich ist «Fiesta» von Hemingway eine Reise nach Spanien, die man immer wieder lesen kann. Es tut auch gut, wieder einmal in das Werk von Spaniens grossen Künstlern wie Picasso, Miro oder Dali zu tauchen. Alle drei haben in der Zeit der beiden Weltkriege und des Spanischen Bürgerkriegs gelebt. Wer sich eingehender durch die spanische Küche kochen möchte, dem empfehle ich «Spain: The Cookbook» von Simone und Inès Ortega. (Bild: MKN

 9 — Patatas bravas

Frei übersetzt, heissen diese spanischen Kartoffeln «Mutige Kartoffeln». Gut zu wissen, dass man seinen Mut auch kulinarisch stärken kann. Dieses Rezept ist ein typisches Beispiel für die spanische Küche – eine einfache, geschmacksstarke Alltagsküche voller Leidenschaft. (Bild über: Lauren Caris Cooks)

Zutaten:

Zubereitung:

1 kg festkochende Kartoffeln

frischer Rosmarin

Olivenöl

Salz

2 Schalotten, gehackt

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 Peperoncino, fein gehackt

1 EL scharfes, geräuchertes Paprikapulver

1 grosse Dose gehackte Tomaten (800g)

Sherry-Essig

Die Kartoffeln wenn nötig schälen, in Würfel schneiden, mit etwas Wasser aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Die fertig gekochten Kartoffeln abgiessen und zur Seite stellen. Anschliessend in einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen und die Kartoffeln rundum golden und knusprig anbraten. Geben Sie etwas Meersalz, wie Maldon Seas Salt oder Fleur de Sel, und gehackten Rosmarin dazu. In der Zwischenzeit Olivenöl in eine andere Pfanne geben und die gehackte Schalotte andünsten. Anschliessend den Knoblauch, den Peperoncino und das Paprika beigeben. Wenn diese duften, die Tomaten und etwas Sherry-Essig beigeben und salzen. Alles aufkochen, auf kleinerem Feuer ohne Deckel etwa 20 Minuten köcheln lassen und zum Schluss pürieren. Nun die Papas bravas mit der Tomatensauce darüber und Aioli servieren. Die Knoblauchmayonnaise können Sie dabei gut selber machen. 

 

Und so geht Aioli: 
Zerdrücken Sie 4 Knoblauchzehen und pürieren Sie sie im Mörser mit etwas flockigem Meersalz zu einer Paste. Vermischen Sie den cremigen Knoblauch mit etwas Cayennepfeffer und 4 Eigelb. Anschliessend mithilfe eines Mixers nach und nach 2 dl gutes Olivenöl dazurühren. 

Credits: 

Bilder über Foodblogs:  Lauren Caris Cooks, Pies and Fries, Laylita, Saveur, Cookie and Kate, Serious Eats, Every Last Bite)
Blogs und Magazine: Envers du decor
Filme und Serien: The Durells

5 Kommentare zu «Lust auf eine kulinarische Ferienreise?»

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