Diese Farben geben den guten Ton an

Genderneutral, sinnlich und frisch: Das sind die neuen Trendtöne für das Zuhause.

1 — Cassis

Farbtrends sind, wie alle Trends, nicht willkürlich von Fachleuten bestimmt worden, sondern ergeben sich aus dem gesellschaftlichen Befinden heraus. Da muss gerade alles korrekt sein. Man hat ja gerade sehr viel Angst vor Kategorisierungen wie feminin und maskulin und dass sich dabei irgendjemand verletzt oder ausgegrenzt vorkommt. So ist die Genderneutralität entstanden. Alles ist gerade genderneutral, die Parfüms, die Mode und nun auch die Farben. 

Da Wohnen aber immer viel mit Lebensfreude zu tun hat, können wir uns trotzdem auf Wunderschönes freuen. So ist der Farbton Cassis wichtig geworden. Wie sinnlich er wirkt, zeigt dieses Beispiel von Farrow and Ball. Es handelt sich dabei um die Farbe Rangwali. Man denkt dabei an schwarze Johannisbeeren, die sich mit Joghurt mischen, aber auch an das indische Pink, das Diana Vreeland einmal wunderschön als Marineblau von Indien bezeichnete. Und wenn eine Farbe neutral ist, dann wohl Marine! (Bild: James Merell für Farrow and Ball

Wie wunderbar sich die Trendfarbe Cassis kombinieren lässt, zeigt diese Beispiel mit Beige. Zudem hat die fruchtige Tiefe der Farbe gleichzeitig eine beruhigende wie auch eine belebende Wirkung. (Bild: James Merell für Farrow and Ball

Weihnachten ist bald um die Ecke. An der Zürcher Bahnhofstrasse sind bereits die Lichtchen bereit, und ich werde von den Firmen mit Weihnachtsgeschenksideen überflutet. Doch dieses charmante Beispiel, welches zeigt, wie festlich und wohnlich Cassis als Wandfarbe sein kann, ist noch von der letztjährigen Zara-Home-Weihnachtskollektion. Aber es macht Lust, schon mal Beerenzweige reinzuholen und mit Bildern, Glas und Kerzen Wohnlichkeit zu schaffen. 

2 — Jeans

Wir bleiben genderneutral. Die Erfindung ist ja nicht neu. In der Mode gab es schon immer die Androgynität, und dabei spielt in neuerer Geschichte die Jeans eine bedeutende Rolle. Klar, macht sich dieses beruhigend alltägliche Blau auch in der Wohnung breit. Es zeigt sich natürlich in vielen Schattierungen. Hier in dem leicht grünlichen Ton Blue Shell von Dulux. (Bild von Dulux, über Italian Bark

Mit dem Farbnamen De Nimes erklärt die englische Farbfirma auch gleich, woher die Jeans eigentlich kommen, nämlich aus Nîmes. Von dort importierte Levi Strauss den Stoff nach Amerika, mit dem er besonders robuste Arbeitshosen herstellen liess, aus der sich denn die Jeans ergaben. Auch dieser Farbton strahlt Ruhe aus – aber mit einer Portion Eleganz! (Bild: Farrow and Ball

Wenn es um neue Wohnfarben geht, dann spielen natürlich nicht nur die Wände eine Rolle. Versuchen Sie es auch mal mit einem Jeanssofa, Jeanskissen oder einem indigofarbenen Teppich. (Bild über: Blissful Blog)

3 – Pfefferminze

Cool, aber nicht kühl ist die Wohnfarbe Pfefferminze. Als Trendton machen diese frischen Grüntöne auch als Neo-Mint die Runde. Leuchtend, aufweckend und frech ist das Grün Pall Mall von Little Greene. (Bild: Little Greene)

Wie erfrischend das coole Grün an einem Sofa aussehen kann, zeigt dieses Beispiel, das Mayor von &Tradition. Denken Sie in Sachen Farben einfach mal um – es lohnt sich. (Bild: &Tradition

Noch weniger Mut braucht es bei der Bettwäsche. Helles Grün beruhigt und wirkt frisch. Es ist also die perfekte Einstiegsfarbe für alle, die bis jetzt bloss auf weisse Bettwäsche schwören. (Bild: H+M Home)

4 – Melone

Mal ehrlich, Rosa ist gar keine schlechte Wohnfarbe. Doch wie nimmt man dem Rosa das allzu Süsse weg? Man gibt ihm einen Schuss Gelb und schon kommt der Ton Melone ins Rennen. Und er hat es gewonnen, denn Melone (wie übrigens auch Orange) erobert die Wände, das Polstermöbel, die Accessoirewelt und natürlich auch unser Herz. Hier sehen wir die Tapete Shapeshifter von Drop it Modern. Kombiniert dazu zwei runde Poufs in Melone. (Bild über: Doris Lesley Blau

Frisch, frech und sehr fruchtig sind Melone und Orange im Doppelpack! Da scheint auch an einem grauen, dunklen Wintertag die Sonne. Die Wandfarbe heisst Yolande und ist von Dulux. (Bild von Dulux, über Italian Bark

Wer wagt, gewinnt. Und zwar einzigartige Farbkombinationen und ein persönliches Zuhause. Melone und Tannengrün sind hier das Geheimrezept. Das Sofa heisst Keele und die Lampe Hadley, beides von Habitat UK. (Bild: Habitat UK)  

5 – Champagner

Von frech zu purer Eleganz und der Farbe der Champagners. Viele sehen es einfach als Beige, aber wenn Sie an Champagner denken, dann sprudeln doch die Farb- und Wohnideen einfach ein bisschen mehr! Gekonnt neutral gehalten ist hier die Farbe Jitney von Farrow and Ball – wäre da nicht der charmante Aufwecker, das smaragdgrüne Samtkissen! (Bild: Farrow and Ball

Wenn es um neutrale Wohnfarben geht, dann sind die Skandinavier ganz weit vorne mit dabei. Wie hübsch, frisch und modern Champagner aussehen kann, zeigt das Beispiel von der schwedischen Farbkollektion Jotun Lady. (Bild: Jotun Lady

Zum Schluss nochmals zurück nach England und zu Farrow and Ball. Purbeck heisst dieses sanfte Beige und macht Lust auf einen Totalanstrich! (Bild: Farrow and Ball

Credits: 

Farbkollektionen: Farrow and Ball, Jotun Lady, Dulux, Little Greene
Blogs: Italian Bark, Doris Lesley Blau, Blissful Blog
Shops und Kollektionen: Habitat UK, &Tradition, Zara Home, H+M Home, Drop it Modern

6 Kommentare zu «Diese Farben geben den guten Ton an»

  • jrcallaghan@aol.com sagt:

    Tolle Farben………..wunderbar

  • marlise spirig sagt:

    cassis braucht ja ganz schön mut finde ich, passt aber zum richtigen typ und ich würde es mit schwarz kombinieren. das ganze kann auch in kleinen wohnungen toll wirken, es kommt auf die richtigen kombinationen an und kissen mit passenden decken runden das ganze ab.
    pfefferminze erfrischt, ist leicht und bringt grösse ins wohnen.
    danke für die tollen inspirationen, ich erfreue mich daran!

  • Thomas Sinniger sagt:

    Frau Kohler, Gelb haben Sie wieder vergessen. Dabei finde ich Gelb eine tolle Farbe. Sie strahlt Kraft, Energie und Helligkeit aus. Gerade in der dunklen Jahreszeit fördert Gelb positive Gedanken und Energie.

  • Maike sagt:

    Was um alles in der Welt sind genderneutrale Farben ???

  • Marusca sagt:

    Tolle Bilder. Allerdings ist dafür nicht allein die Farbgebung verantwortlich. Die Grösse und Gestaltung der Fenster, die Raumhöhe, die verzierten Wände und die mit Stuckaturen versehenen Decken sowie die Beschaffenheit der Fussböden etc.spielen dabei eine massgebende Rolle. Eine 60 Quadratmeter-Wohnung aus den Sechzigerjahren irgendeines Quartiers (um die man sich allerdings zufolge Wohnungsmangel auch heute noch reisst) kann man noch so lange „cassisrot“, „pfefferminzgrün“ etc. anmalen, sie wird deswegen nicht attraktiver, weil eben das Drumherum fehlt. Leider wird dieser Tatsache meist zu wenig Rechnung getragen. Man streicht die Wohnung zwar an, wie man es bei Sweet Home gesehen hat, um nach getaner Arbeit verwundert festzustellen dass es nicht wie bei Sweet Home aussieht..

  • peter grütter sagt:

    frau kohler, es geht aus meiner sicht nicht darum, dass sie, ihre texte oder irgendwelche farben korrekt sein sollen, sondern dass sie in ihren jeweiligen blogtexten mit ‚rosa/lieblich/raschelnd zu weiblich und herb/braun/leder zu männlich‘-undsoweiter-texten immer wieder zuschreibungen und stereotypen transportieren, die für mein empfinden veraltet sind. und so eben weiterhin solche stereotypen und kategorisierungen fördern. mich erstaunt das jedes mal wieder, wenn ich ihre texte lese, da ich sie eigentlich für eine aufgeschlossene person halte. dies im jahr 2019 in einer nicht so konservativen tageszeitung, die sich ihrer rolle bewusst sein sollte, macht mich persönlich doch etwas stutzig. und das schreibe ich nicht aus einer angsthaltung heraus (siehe ihre einleitung:)

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.