Zu Tisch im Antiquitätenparadies

Die Antiquitätenhändler und Geniesser Marlise und Roland Spirig servieren in ihrem zauberhaften Zuhause in Widnau ein herrliches Herbstmenü zum Nachkochen.

Fotos: Eric Schmid für Sweet Home

Die gemütliche Zeit des Einladens, der Festessen und der Gastgeberei zu Hause hat begonnen. Mit ihr startet auch eine neue Serie von Sweet Home. Dabei besuchen wir Menschen, die gern kochen und einladen und eine ganz besondere Beziehung zum Essen und Trinken haben. Den Anfang machen Marlise und Roland Spirig aus Widnau. Sie verraten exklusiv einige Rezepte an Sweet Home. Und natürlich bekommen wir dazu noch ganz viele Tipps und Dekoideen und können uns von den vielen liebevollen Details in der Wohnung inspirieren lassen.

Das Menü

Randenhummus, Hummus und Tomatenbrot

Randencarpaccio mit Appenzeller Mostbröckli, Granatapfelkernen
und Senfvinaigrette

Kalbsbäckli in Guinnessbier mit Kartoffelpüree Marrakesch
und Wurzelgemüse aus dem Ofen

Tarte Tatin à l’orange mit hausgemachter Vanilleglace

Wenn ich manchmal am Wochenende ein bisschen auf Instagram herumsurfe, verweile ich gern in der sinnlichen Welt von Marlise und Roland Spirig. Ich wünsche mir dabei, dass bei mir auch jemand wie Roland in der Küche steht und mich mit herrlichen Menüs und Leckereien verwöhnt. Aufgefallen ist mir das Paar tatsächlich auf den Social-Media-Kanälen. Denn sie lieben viele besondere Dinge, die auch mich begeistern. Beispiele dafür sind etwa die «Papiers peints dominotés» von Antoinette Poisson oder die poetischen Kreationen von Vox Populi aus Avignon. Von beiden aussergewöhnlichen Kollektionen sind Stücke im Antiquitätengeschäft des Paares – der «Trouvaille» – zu finden, das sie in ihrem Heimatort Widnau führen. Mit diesen handwerklich spannenden Produkten ergänzen sie ausgewählte Antiquitäten aus Frankreich.

Natürlich ist Widnau bei mir nicht gleich um die Ecke, so blieb denn unsere Bekanntschaft vorerst eine digitale und mein Shoppingtrip ein Plan. Doch irgendwie liess mich die Welt der beiden nicht los. So habe ich mich sozusagen selbst eingeladen, oder besser Sweet Home. Denn Marlise und Roland und ihre einladende und persönliche Beziehung zum Wohnen und Geniessen waren ganz einfach perfekt als Ouvertüre zu unserer neuen Foodstory-Serie. 

Ich reiste also an einem schönen Herbstnachmittag nach Widnau, zusammen mit dem Fotografen Eric Schmid, mit dem ich schon lange Food- und Interiorgeschichten produziere. Wir wurden herzlich empfangen, fast so, als besuchten wir alte Freunde. Die Wohnung befindet sich am Fluss in einer modernen Überbauung. Und kaum waren wir drin, waren wir in Frankreich. Die antiken Stücke, die Farben, die Bilder, die Bücher – sie entführen, erzählen Geschichten und lassen an französische Romane denken.  

Kein Wunder, heisst das dritte Familienmitglied, der elfjährige Mops, Balzac. Liebevoll und mit einer gewissen, seinem Alter entsprechenden Gelassenheit begrüsst er uns und nimmt schon mal Platz auf dem hübschen geblümten Webteppich neben dem Couchtisch. Auf diesem erwartet uns der Apéro. Roland öffnet eine Flasche Cava aus Barcelona. Er hat alle Weine für das Herbstmenü aus dem Weingut Casa Rojo ausgelesen. «Die Weine sind von hervorragender Qualität, und ich liebe ihre unkonventionelle Aufmachung», erklärt Roland seine Wahl. So ziert den Cava eine Etikette mit einem schwarzen Schaf mit Motorradhelm. Der Schaumwein zeichnet sich aus durch feine Perlage, Aromen von Brioche und eine frische, mediterrane Säure. «Die Weine aus Barcelona entführen mich ein bisschen zurück in die Mittelmeerstadt, die ich diesen Sommer mit meinen Studenten besuchte.» Roland arbeitet als Berufsschullehrer in Weinfelden und St. Gallen  und unterrichtet Drucktechnologie. 

Hummus mit Randen 

Doch bei den Gerichten setzt Roland auf das Französische. Zum Apéro gibt es zwei Sorten Hummus und ein selbst gebackenes Tomatenbrot. In den Hummus kommt ein wenig Crème fraîche statt Olivenöl, was ihn sanft und elegant macht.   

Zutaten:

Zubereitung:

150 g Kichererbsen

1 Rande, gekocht

Olivenöl

1 Schalotte

1 Knoblauchzehe

4 EL Crème frâiche

Ein wenig Kochwasser von den Kichererbsen

1 Zitrone 

Ras el-hanout

Dukka

Meersalz

Pfeffer Valle Maggia

Weichen Sie die Kichererbsen über Nacht ein. Kochen Sie die Kichererbsen weich, und stellen Sie sie zur Seite. Schneiden Sie die Schalotte und die Knoblauchzehe sehr fein. Nun schwitzen Sie beides in Olivenöl an. Schneiden Sie die gekochte und geschälte Rande in Würfel. Pürieren Sie die Kichererbsen mit den Randenwürfeln, etwas Kochwasser und der Crème fraîche. Nun reiben Sie etwas Zitrone ab und mischen den Abrieb mit den Gewürzen unter den Hummus.

 

Rolands Tipp: Wenn Sie zweierlei Hummus machen möchten, dann legen Sie die doppelte Menge Kichererbsen ein, folgen dem gleichen Rezept mit der doppelten Menge Zutaten und teilen die Menge nach dem Pürieren. Geben Sie die Randen erst ganz am Schluss zum verbleibenden Teil bei und pürieren alles noch mal, bis sich die Randen mit den Kichererbsen verbunden haben.

«Die hohen grünen Gläser sind eigentlich Blumenvasen», gesteht Marlise ihre charmante Wahl. Im eingespielten Gastgeberduo übernimmt sie das Tischdecken und hilft beim Anrichten mit. So hat sie die Gläser auf einem kleinen Tablett platziert, das Brot aufgeschnitten und in einen Holzkorb gelegt und stellt die beiden Hummussorten in schwarzen Keramikschälchen bereit. Im Wohnzimmer stehen Möbel und Wohnaccessoires liebevoll arrangiert und machen Lust, genauer hinzuschauen. So entdecken wir in einem kleinen Schrankmöbel Amphoren, Nester, Schriften und Bücher. 

Roland schneidet Schalotten ganz fein von Hand. Sie kommen in die Vinaigrette für die Vorspeise. Dank der offenen Küche können wir den Apéro geniessen und dem Koch bei seiner Arbeit zuschauen. Man sieht Roland seine Liebe zum Kochen und Essen an; er ist ganz entspannt. Kurz nach dem Apéro klingelte das Telefon. Eine Lieferung aus Frankreich war angekommen – eine grosse, alte, ländliche Vitrine. Den beiden war es gar nicht recht, dass sich das mit dem Fotoshooting kreuzte. Doch ich nutzte die Gelegenheit, stieg mit in den Lieferwagen und konnte in der sinnlichen, prallvollen und liebevoll eingerichteten Trouvaille ein bisschen shoppen, während der französische Lieferant zusammen mit Roland die riesige Vitrine an dem von Marlise bestimmten Ort platzieren konnte. 

Eric nutzte die Zeit, um in aller Ruhe die Wohnung und die vielen Details zu fotografieren. Eines davon ist die natürliche Tischdeko. Marlise hat dafür ganz einfach herbstliche Hortensien und Zinien in eine Glasvase gestellt und üppig Birnen und Granatäpfel auf den Tisch getürmt. Dahinter eines der poetischen Kissen mit Porträtmalereidruck von Vox Populi.

Die Wohnung von Marlise und Roland ist im Gegensatz zu ihrer Leidenschaft für Antiquitäten und Dinge mit Geschichte neu. «Das ist für uns kein Grund, sie nicht fulminant und sinnlich einzurichten», erklärt Marlise ihren gemütlich eleganten, französisch inspirierten Wohnstil. Die Wände sind mit einem dunklen Grünton von Farrow and Ball gestrichen, der fast schwarz erscheint. Das dunkle Waldgrün aber unterscheidet sich deutlich von den schwarzen Möbelstücken, wie etwa der grossen Vitrine im Wohnzimmer. Die Türrahmen und Decken sind weiss. Naturholzmöbel oder das wassergrüne Bücherregal leuchten warm und stark aus dem dunklen Hintergrund hervor. Die Bücher im Regal hat die ordnungsliebende Marlise einfach umgedreht. 

«Mit den Buchrücken gegen

die Wand entsteht auf einfachste

Art sehr viel Ruhe auf dem Regal

Marlise Spirig

Grün ist die Lieblingsfarbe der Bewohner und dominiert in der ganzen Wohnung. So ist auch das Bett mit einem grünen Überwurf und einigen grünen Kissen bestückt. Auch das Porträtkissen und die beiden poetisch verspielten Leuchten auf den barocken Nachttischchen sind von Vox Populi. 

In der  grosszügigen, lichtdurchfluteten Wohnung steht zentral der liebevoll gedeckte Tisch. Die Küche öffnet sich zum Wohn-Essraum, und auf dem Tisch lockt bereits der Kuchen für das Dessert auf einer Glasplatte mit Haube. 

Zurück vom Geschäft und dem kleinen Vitrinenabenteuer geht es an die Vorspeise. Marlise drapiert kunstvoll Appenzeller Mostbröckli aus der Widnauer Metzgerei und hauchdünne Randenscheiben auf schwarze Keramikteller. Wir bewundern inzwischen das unkonventionelle Olivenöl, dessen Flasche eher an Whisky oder Parfüm denken lässt. Die beiden suchen und finden, ähnlich wie bei den Antiquitäten und Wohnaccessoires, besondere, edle, mit Liebe produzierte Produkte zum Kochen und Geniessen. Andere Beispiele sind der Pfeffer aus dem Maggiatal und die Weine von Casa Rojo. Wenn die Produkte sie überzeugen, werden sie auch im Geschäft angeboten. 

Randencarpaccio mit Appenzeller Mostbröckli

Auf den grossen, schlichten, schwarzen Keramiktellern leuchtet die Vorspeise wunderschön hervor. Marlise zeigt, wie man mit wenig Aufwand ein einfaches Gericht mit besten Zutaten festlich anrichten kann. Die Kombination der süsslichen Randen mit dem Fleisch, der Vinaigrette und den Granatapfelkernen harmoniert perfekt.

Zutaten:

Zubereitung:

1 grosse Rande, weichgekocht und geschält

80 g Appenzeller Mostbröckli

Granatapfelkerne

Olivenöl

Weisser Balsamico

scharfer Dijonsenf

Pfeffer Valle Maggia

Meersalz

1 Schalotte, fein gehackt

einige Schnittlauchhalme

fein gehackte Petersilie

Hobeln Sie die Rande sehr fein. Dann schichten Sie die hauchdünnen Randenscheiben abwechselnd mit den Mostbröckli-Tranchen locker auf die Teller. Mischen Sie etwas Olivenöl gut mit weissem Balsamico, Dijonsenf, Meersalz und Pfeffer Valle Maggia. Verteilen Sie die Vinaigrette ganz vorsichtig über dem Carpaccio, und geben Sie etwas fein gehackte Schalotten darüber. Nun verteilen Sie auf dem ganzen Teller in schöner und lockerer Form Granatapfelkerne und garnieren Sie mit Schnittlauchhalmen und fein gehackter Petersilie. 

Liebevolle Details entdecken wir nicht nur auf dem Teller und dem Tisch, sondern überall in der gemütlichen, eleganten Wohnung. So stapeln sich etwa alte französische Bücher und Hefte auf einem Metallhocker. Viele der Antiquitäten in der Wohnung und im Geschäft finden die beiden auf Reisen in Frankreich. So verbinden Sie gern Ferien mit Flohmarktbesuchen und Entdeckungsreisen und reisen mit dem kleinen Lieferwagen, damit sie ihre Schätze auch nach Hause transportieren können. 

Den Tisch hat Marlise festlich und üppig gedeckt. Charmante Tischsets, die alte Pläne von Parkanlagen zeigen, sind die Bühnen für die grossen schwarzen Keramikteller und das romantische Besteck. Für Wein und Wasser stehen edle grüne Gläser in speziellen Formen bereit. Die Vorspeise wird von einem Weisswein aus der Casa Rico begleitet, dem «The Orange Republic». In ihm verbinden sich Zitrusnoten mit frischen, fruchtigen Aromen von Birnen, Papaya und Soursop. Das Wasser wird serviert aus leeren Weinflaschen, und mitten auf dem grossen schwarzen Holztisch stehen einige kleine grüne Windlichtchen in Reih und Glied. Eine andere elegante, persönliche Idee, die zum Nachmachen inspiriert, sind die grossen alten Stoffservietten, die Marlise smaragdgrün eingefärbt hat. Sie hat sie zu Beginn des Essens lose auf den Tellern drapiert und danach über die Stuhllehnen gelegt. 

Balzac, den wir natürlich sofort ins Herz schliessen, spaziert mit uns gemütlich durch die Wohnung und will uns dabei aber immer wieder in die Küchenkammer führen, in der sein Futter ist. 

Doch wir bleiben lieber bei den vielen poetischen Details stehen, bei denen die Lieblingsfarbe Grün überall wieder auftaucht. 

Der grosse Hauptgang

Nun ist es so weit: Der Hauptgang wird angerichtet, und es ist ein prächtiges, deftig raffiniertes Gericht. Zu geschmorten Kalbsbäckli gibt es Kartoffelstock, dem Roland einen marokkanischen Twist verliehen hat. Als saisonale Beilage krönt im Ofen geröstetes, wunderbar caramelisiertes Wurzelgemüse das Menü.

Die beiden Gastgeber, ein eingespieltes Team, richten den Hauptgang zusammen an – an der grossen offenen Küchentheke, die sich gleich hinter dem Esstisch befindet. 

Kalbsbäckli in Guinnessbier

Das Fleisch wird mit Liebe und Guinnessbier langsam geschmort, und die Sauce verführt mit ihrer schokoladenbraunen, cremigen Konsistenz dazu, ein besonders tiefes Seelein im Kartoffelstock anzulegen. 

Zutaten:

Zubereitung:

4 parierte Kalbsbäckli

(parieren bedeutet in der Küchensprache, dass das Fleisch von Sehnen, Häuten und Fett befreit wird)

4 dl Guinnessbier

1 dl Rindfleischfond

2 grosse Zwiebeln, in Ringe geschnitten

1 Sternanis

1 Zimtstange

1/2 Reihe schwarze Schokolade (64% Kakao)

1 bis 2 EL Tomatenpüree

Olivenöl

Meersalz

Pfeffer Valle Maggia

1 EL Mehl

Den Ofen auf 140 Grad vorheizen. Würzen Sie die Kalbsbäckli mit Meersalz und Pfeffer. Braten Sie sie danach im Olivenöl scharf an. Nehmen Sie das Fleisch aus dem Bräter, und stellen Sie es zur Seite. Nun geben Sie die Zwiebeln in den Bräter, schwitzen diese an und geben das Tomatenpüree bei. Braten Sie dieses kurz mit, und streuen Sie dann das Mehl dazu. Alles noch einen Moment weiter braten. Nun löschen Sie mit dem Guinnessbier ab und geben dann den Rindfleischfond bei. Alles zwei bis drei Minuten kochen lassen und dabei gut rühren. So, dass sich alles gut vermischt. Nun kommen die Kalbsbäckli in die Pfanne. Im Backofen bei 120 bis 140 Grad zwei Stunden garen. Dann kommen der Sternanis und die Zimtstange dazu. Noch mal eine Stunde weitergaren. 

Wenn Sie nun den Backofen für die Beilagen brauchen, können Sie das Fleisch auf dem Herd fertig garen. 

Nehmen Sie das Fleisch vom Herd, schmecken Sie die Sauce mit Salz und Pfeffer ab, und rühren Sie die geschmolzene Schokolade ein. Servieren. 

Wurzelgemüse aus dem Ofen

Das farbige Wurzelgemüse wird mit dem Honig und der Harissa wunderbar würzig caramelisiert.

Zutaten:

Zubereitung:

500 g verschiedenfarbige Rüebli

1 Knollensellerie

3 EL Akazienhonig

1 EL Harissa

Meersalz

Pfeffer Valle Maggia

1 dl Olivenöl

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Schälen Sie das Wurzelgemüse, und schneiden Sie es in nicht zu kleine Stücke. Nun mischen Sie es gut mit Meersalz, Pfeffer, Akazienhonig, Harissa und Olivenöl. Garen Sie das Gemüse ungefähr eine Stunde im vorgeheizten Ofen. So, dass es noch etwas bissfest ist. 

In dem grossen französischen Kupfertopf garen die Kartoffeln für das Püree. Roland gibt mithilfe von Kräutern, die er in einen Teepapierfilter verschliesst, diese raffinierte Extraportion Geschmack.  

«Kräuter im Teepapierfilter sind so

 ähnlich wie ein Bouquet Garnie, aber einfacher

und cleverer in der Handhabung

Roland Spirig

Auf dem matten, schwarzen Keramikteller wirken die Köstlichkeiten noch verführerischer und sinnlicher. Zum Hauptgang gibt es einen Tempranillo, der «Tim, The Invisible Man» heisst. Dunkelrot mit Granatapfel-Reflexen verführt er mit Aromen von Wildfrüchten, dunklen Beeren und weissem Pfeffer und passt hervorragend zum Herbstmenü. 

Kartoffelpüree Marrakesch mit Topping

Kartoffelstock ist bei Spirigs nicht einfach Kartoffelstock. Im Kräutersud gegart, mit orientalischen Gewürzen verfeinert und mit einem Topping gekrönt, ist er einfach himmlisch. 

Zutaten:

Zubereitung:

800 g mehlig kochende Kartoffeln

1 Süsskartoffel

6 Zweiglein Thymian

6 Zweiglein Pfefferminze

4 Knoblauchzehen

Zitronenzesten

Gemüsebouillon

Meersalz

Pfeffer Valle Maggia

1 dl Olivenöl

1 Teepapierfilter

Schälen Sie die Kartoffeln und die Süsskartoffel, schneiden Sie sie in Stücke, und geben Sie sie in eine Pfanne mit Wasser. Nun füllen Sie einen Teepapierfilter mit dem Thymian und der Pfefferminze und geben ihn verschlossen zu den Kartoffeln. Knoblauch, Zitronenzesten und Gemüsebouillon beigeben und alles weichkochen. Dann entfernen Sie das Kräutersäckli und giessen die Kartoffeln ab. Fangen Sie dabei ca. 1,5 dl Kartoffelwasser auf, und stellen Sie dieses beiseite. Bearbeiten Sie das Ganze mit dem Kartoffelstampfer, bis es fein ist. Rühren Sie langsam Olivenöl und Kartoffelwasser bei, bis das Püree die gewünschte Konsistenz hat. 

Zutaten für das Topping:

Zubereitung Topping und Fertigstellung:

8 EL Olivenöl

1 Knoblauchzehe zerdrückt

2 KL Thymianblätter, sehr fein gehackt

2 KL Pfefferminzblätter, sehr fein gehackt

1 KL Zitronensaft

Die abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone

Meersalz

Vermischen Sie alle Zutaten gut. Frittieren Sie vier Thymianzweiglein in Olivenöl. Schmecken Sie nun den Kartoffelstock mit Meersalz ab, richten Sie ihn auf dem Teller an, und garnieren Sie ihn mit dem Topping und mit den frittierten Thymianzweiglein. 

Marlise krönt nun den Kartoffelstock mit dem aromatischen Topping, welches dem Gericht auch eine zusätzliche Textur verleiht. 

Da wir unser Fotoshooting an einem Nachmittag planten, konnten wir vor dem Dessert die Sonne auf dem gemütlich eingerichteten Balkon geniessen. Man sieht zum Fluss, was seine französische Anmutung noch verstärkt. 

Tarte Tatin à l’orange

Als Dessert servieren Marlise und Roland Spirig eine Tarte Tatin mit Orangen. Die Glashaube wird abgehoben, und der Duft von Orangen und Vanille entfaltet sich. Als Dekoration dienen zwei Vanilleschoten, eine weitere einfache und liebevolle Idee der beiden Gastgeber.

Zutaten Belag:

Zubereitung Belag:

110 g Zucker

1,5 dl Wasser

1 Vanilleschote längs halbiert, Mark ausgekratzt

2 Orangen mit Schale, hauchdünn geschnitten 

1 EL Orangenkonfitüre

Sie brauchen eine Springform von 16 cm Durchmesser. Heizen Sie den Backofen auf 160 Grad vor. Kochen Sie in einer grossen Bratpfanne etwas Wasser mit dem Zucker, der Vanilleschote und dem ausgekratzten Mark auf. Nun kochen Sie darin die Orangenscheiben sorgfältig weich. Nehmen Sie sie danach heraus, und giessen Sie das restliche Zuckerwasser darüber. Zur Seite stellen. 

Zutaten Kuchenteig:

Zubereitung Teig und Fertigstellung:

2 Eier

60 g Zucker

1 KL Vanilleextrakt

75 g Mehl

1/4 KL Backpulver

75 g Butter, geschmolzen

60 g Mandeln, gemahlen

Rühren Sie den Zucker mit dem Vanilleextrakt und den Eiern ca. 8 Minuten schaumig. Sieben Sie das Mehl und Backpulver darüber, geben Sie die Mandeln und die Butter bei. Alles gut mischen.

Buttern Sie nun die Springform gut aus. Legen Sie die Orangenscheiben akkurat auf dem Boden der Form aus. Verteilen Sie den Teig darüber. Backen Sie den Kuchen im vorgeheizten Backofen etwa 40 Minuten. Lassen Sie ihn abkühlen, und lösen Sie ihn aus der Springform. Dabei vorsichtig den Boden von den Orangen lösen und das Ganze auf einen Teller stürzen. 

Nun erhitzen Sie die Orangenkonfitüre in einer Pfanne und bestreichen die Tarte damit. 

Vanilleglace

In der Küchenkammer steckt auch eine Glacemaschine. Mit der hat Roland diese cremige Vanilleglace gezaubert, die sich mit der Orangentarte zu einem Liebespaar vereint. 

Zutaten:

Zubereitung:

6 Eier

100 g Zucker

2,5 dl Rahm

2,5 dl Milch

1 Vanilleschote ausgekratzt

Kochen Sie den Rahm, die Milch, 50 g Zucker und die Vanilleschote vorsichtig auf. Nehmen Sie die Mischung vom Herd.

Trennen Sie die Eier, und erwärmen Sie die Eigelbe mit dem restlichen Zucker im Wasserbad. Nun giessen Sie die vorbereitete Vanillemischung langsam dazu und erhitzen  das Ganze bis etwa 75 – 85 Grad  – so dass das Ei nicht gerinnt.

Lassen Sie die Mischung abkühlen, und stellen Sie sie danach in den Kühlschrank. Die Glace benötigt etwa 45 Minuten in der Glacemaschine und schmeckt ganz frisch zubereitet am cremigsten. 

 

Der Zucker zum Kaffee hat Charakter. Dies, weil er wie Bonbons unter einer kleinen Glashaube in einem entzückenden Schälchen steckt. 

So nimmt mit dem Kaffee der genussvolle und inspirierende Herbstnachmittag in Widnau bei Marlise und Roland Spirig ein Ende. Wir nehmen nicht nur viele köstliche Rezepte für Sweet Home mit nach Hause, sondern auch Ideen und Inspirationen rund um die Gastgeberei. Und wir fühlten uns ein bisschen wie in Frankreich, mitten in der Ostschweiz.

Marlise und Roland Spirig im Internet: 

Das Instagram: @trouvaille_spirig

Das Geschäft: Trouvaille 

11 Kommentare zu «Zu Tisch im Antiquitätenparadies»

  • Mara Kant sagt:

    Herzlichen Dank für den wunderbaren Einblick! Geschmackvoll aus dem Vollen geschöpft, alle Zeichen auf Zusammenkommen und Genuss – ein Traum! Weiterhin viele frohe Stunden in und an diesem rundum stimmigen Zuhause!

  • Iris sagt:

    Wow – einfach umwerfend!
    Diese französische Oase ist ein Traum. Grosses Kompliment an die glücklichen Bewohner inkl. Balzac und natürlich an Marianne! Vielen Dank für diese tolle Geschichte!

  • ri kauf sagt:

    T O L L ! Mehr kann ich dazu gar nicht sagen!

  • Heidi Arn sagt:

    Wenn ich solche Rezepte lese, denkt mein Magen, ich sei kurz vor dem Hungertod.

  • abundance sagt:

    Schöne, stimmige und sinnliche Bilder :-) Nur tut es mir in der Seele weh, dass die Bücher mit dem Rücken im Büchergestell stehen. Ich liebe meine vielen Bücher gut sichtbar. Wenn mein Blick an Einem davon hängen bleibt, fühle ich mich warm von der Geschichte und den Ideen darin umhüllt. Es gibt keinen Raum bei mir, der nicht irgend ein Buch hat ;-)

    • marlise & roland mit balzac sagt:

      wie schön, büchermenschen lieben halt die gemütlichkeit, wundervoll so oder so. jeder bücherwurm liebt geschriebenes und erfreut sich daran. danke für das nette feedback.

  • marlise & roland mit balzac sagt:

    liebe marianne,
    wir sitzen hier auf dem sofa mit „balzac“ und haben so grosse freude den blog zu lesen.
    für uns wird es ein unvergesslicher tag bleiben und gute gastgeber leben von perfekten und liebevollen gästen.
    herzlichen dank für alles!
    marlise & roland mit balzac

Kommentar

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