Die Stadtwohnung wird zur WG

Eigentlich wohnt David Küenzi nicht mehr so oft in seiner Stadtwohnung, denn er ist ins Tessin, in die Nähe seiner Familie gezogen. So hat er sich Mitbewohner gesucht und nun ist die Wohnung eine Art WG geworden. Die grosszügigen Räume und die urbane Lage, mitten im belebten Kreis 3, überzeugten den Künstler und Fotografen zur Wahl seiner Wohnung.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

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David Küenzi hat Kunst studiert und arbeitet heute als Fotograf. Daneben betreut er auch andere Projekte wie die Rubrik Frage zur Woche oder vertreibt Kunst auf Porzellan in Design- und Kunstshops mit Cassuallocations. Mit Helmut und Friedrich bietet er zusammen mit einem Partner Hochzeitsfotografie für hohe Ansprüche an. Seine Zürcher Stadtwohnung ist momentan zweiter Wohnsitz und Büro. Da er nun meist im Tessin lebt und arbeitet, hat er Mitbewohner gesucht und die Wohnung in eine WG umgewandelt. «So hat sich die Einrichtung angepasst und ist eine Art Patchwork geworden», meint David Küenzi

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Die Wohnung befindet sich im erhöhten Erdgeschoss und bietet freien Blick auf das Strassen-und Quartierleben. «Trotz der grossen Fenster fühle ich mich nicht ausgestellt, da die Fenster reflektieren, fühlen sich lustigerweise eher die Passanten beobachtet», erklärt David Küenzi. «Am Abend schliessen wir dann mit den Storen.» Der langgezogene Hauptraum der Wohnung ist der eigentliche Wohnraum. Momentan stehen hier ein Korbsofa, ein Kelim-Teppich und ein asiatisches Beistelltischchen. Den eigenartigen Keramik-Kerzenständer hat David Küenzi von seiner Grossmutter bekommen, die mit Leidenschaft Keramik-Objekte gesammelt hat. Der grosse, helle Raum kann auch zum Fotostudio werden. So steht ein riesiges Stativ ganz selbstverständlich da und wird fast als Mobiliar wahrgenommen. Interessant an der Inneneinrichtung ist eine grosse Regalwand, die mit grauen Schiebetüren zum Teil abgeschlossen und immer wieder verändert werden kann. «So verschwinden die Sachen, die man nicht zeigen möchte und die Sicht auf den Fernseher wird erst dann frei, wenn wir wirklich fernsehen», meint David.

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Ebenfalls hinter einer Schiebetüre ist David Küenzis Arbeitszimmer, in dem auch seine Fotoausrüstung Platz hat. Es ist vom Wohnraum aus begehbar und öffnet sich auf die Strasse hinaus.

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Ein Blick hinter die Schiebetüren des grossen Regalelements bringt nicht nur Bücher, sondern auch liebevoll Angesammeltes zum Vorschein, wie hier eine kleine Sammlung alter Instant-Kameras.

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Das Regal ist eigentlich eher ein grosser Schrank, der Stauraum und Büchergestell zugleich ist. Mit den Schiebetüren kann man den Raum und die Einrichtung verändern und je nach Lust anders wirken lassen.

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Immer wieder entdeckt David Küenzi schöne Dinge, die ihn inspirieren, wie hier alte Blechdosen, Spielsachen und Versteinerungen, sie werden zu zufälligen, sich immer wieder verändernden Stillleben auf den Regalen, zwischen Bücher und Alltagsdingen.

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Der «WG-Computerplatz» steht am Fenster mit der interessanten Aussicht auf die Quartierstrasse. Er besteht aus einem schlichten, alten, schmalen Tischchen und einem üppigen, indischen Stuhl.

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Auf einer Kommode aus den 40er Jahren steht eine andere interessante Keramikskulptur, die David Küenzi von seiner Grossmutter geerbt hat, und auch andere Fundstücke. Die Kommode steht in einer Nische die ein Zwischenraum vom Wohnzimmer zu den Schlafzimmern bietet. Der Grundriss der Wohnung ist zwar klar und streng, er bietet aber viele Nischen und Ecken mit Fenstern und Balkonen, die die Strenge brechen und Wohnlichkeit schaffen.

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Das Projekt  «Casuallocations», das er zusammen mit einem chinesischen Freund ins Leben gerufen hat, ist eine chinesisch-schweizerische Co-Produktion und eine international wachsende Online-Plattform im Bereich Kunst und Kommunikation. Wöchentlich werden hier Fragen beantwortet und die Besucher aufgefordert, darüber nachzudenken selber Antworten zu geben und damit ein Stück Freiheit, persönliches Glück und Kultur zu erkennen. Diese Antworten werden dann von den Designern und Künstlern spielerisch umgesetzt in Form von Illustrationen, Fotografien oder Skulpturen. So entsteht ein Dialog zwischen den Künstlern und Internetbesuchern. Ausgewählte Kreationen werden seriell als Designobjekte umgesetzt, das können Tassen, Postkarten oder Textilien sein.

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Die kleine Hausbar aus den Fünfzigerjahren steht in der Küche und ist ein attraktiver Hingucker. Er dient auch als Ablage für schöne Wohnaccessoires, Kerzen, Post und Kleinzeug. David Küenzi liebt schönes, besonderes Geschirr, dieses Mokkaset vom Flohmarkt ist aus den 40er Jahren und besticht durch die modernen Formen und Farbkombinationen.

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Die Küche ist lang und schmal, hat aber genügend Platz für einen grossen Tisch und viele Stühle. Von der Küche aus führt eine Balkontüre zur grossen Terrasse, die im Sommer zu einer Gartenoase mitten in der Stadt wird.

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Für seinen Sohn hat David Küenzi schöne, alte Spielsachen gefunden, wie den Wackeldackel aus Holz oder die lustigen Püppchen aus den Fünfzigerjahren.

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Das Regal im Schlafzimmer ist voller Spielsachen und Bücher, darüber hängen Kinderzeichnungen.

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Bild links: Zwischen den Spielzeugfreunden des kleinen Sohnes stehen Familienfotos. Bild rechts: Die Vintage-Reisetasche aus Kuhfell wartet darauf ein- oder ausgepackt zu werden.

Davids Küenzis Webseiten:
David Küenzi
Helmut und Friedrich
Produkte von Casuallcations sind erhältlich bei Kunstgriff, Cabaret Voltaire oder dem Haus Konstruktiv.