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Danke für die Repressiönchen

Alexander Kühn am Freitag den 8. März 2013

Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein FCZ-Spiel gerne mal von der Südkurve aus verfolgen. Und weil Sie zufällig mit ein paar Fans, die bereits einmal auffällig wurden, das Stadiontor passieren wollen, könnte man Sie mit Verweis auf einen konkreten Verdacht gemäss dem verschärften Hooligan-Konkordat einer Leibesvisitation unterziehen. Das wäre ganz schön mühsam oder? Auch wenn sich Zürich dafür eingesetzt hat, dass private Sicherheitsdienste nur über den Kleidern abtasten dürfen, während die Polizei auch darunter nachprüfen darf.

Stellen Sie sich zweitens vor, Ihr 18-jähriger Sohn liesse sich im Stadion zu einem Fackelwurf hinreissen und müsste sich nun an Spieltagen nicht nur drei Jahre lang einem Rayonverbot unterwerfen, sondern sich auch noch bei der Polizei seines Wohnorts melden. Das wäre dann mehr als mühsam, sondern würde Sie irgendwie an einen Polizeistaat erinnern. Und trotzdem ist dies ein mögliches Szenario, wenn das Hooligan-Konkordat kommt.

Sind Sie jetzt irgendwie sauer auf die Politiker und Juristen, die sich das alles ausgedacht haben? Finden Sie, das geht doch alles eindeutig zu weit? Dann überlegen Sie einmal, wem Sie es letztlich zu verdanken haben, dass sich der Staat genötigt fühlt, eine härtere Gangart einzulegen. Schuld sind jene Fans, die sich partout nicht benehmen können. Jene Fans, die verbotene Pyrotechnik zünden, sich in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt fühlen, wenn Sie das nicht tun dürfen, und Streit anzetteln, wenn sie am Eingang darauf aufmerksam gemacht werden, dass Feuerwerk im Stadion nichts zu suchen hat.

Stellen Sie sich einmal vor, ein Anhänger von Rafael Nadal würde während des French-Open-Finals gegen Roger Federer eine Petarde zünden oder gar aufs Feld werfen. Da würden Sie fluchen wie ein Rohrspatz. Aber wenn einer das im Fussballstadion tut, dann finden Sie das nicht so schlimm. Gehört ja zur Fankultur, gabs ja schon immer.

Damit sind wir beim Kern der Problematik angelangt. Bei den Clubs, die sich scheuen, eine konsequente Fanarbeit aufzuziehen und bei den Zuschauern in den Kurven, die selbst zwar keine Gewaltakte oder Zündeleien ausführen, solches Fehlverhalten aber tolerieren, verharmlosen und vielleicht sogar ein wenig bewundern. Frei nach dem Motto: Hei, der starke Anführer hat es den gegnerischen Fans aber gezeigt, als er sie angepöbelt, am Kragen gepackt, mit einem Raketchen beschossen oder in den Hintern getreten hat! Und Verrat wäre dann das Allerletzte. Man ist ja schliesslich eine Einheit und steht zusammen. Einer für alle, alle für einen …

Natürlich gibt es juristische Überlegungen, die gegen das vom Kanton sowie den Städten Zürich, Winterthur und Kloten befürwortete Hooligan-Konkordat sprechen. Trotzdem wäre es durchaus keine Katastrophe, wenn die Bestimmungen in Kraft treten würden und die Fans jene Suppe auslöffeln müssten, die sie sich selbst eingebrockt haben. Durch Toleranz an der falschen Stelle oder gedankenloses Fehlverhalten. Die Befürworter des Hooligan-Konkordats sind keine Hardliner, der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr ist sogar ein erklärter Fussballfreund. Und wenn Fehr sagt, die Bestimmungen würden auf jeden Fall pragmatisch und mit Augenmass umgesetzt werden, darf man ihm das ruhig glauben. Ob Zürich und Basel tatsächlich zu Pilgerorten für Hooligans würden, wenn das Konkordat gekippt wird, sei dahingestellt.

Und noch etwas: Das gern angeführte Beispiel, dass ein Zürcher Fan des FC Basel erst nach Basel, dann mit dem Fanzug zurück nach Zürich und schliesslich unter Polizeibegleitung in den Letzigrund fahren müsste, um den Klassiker FCZ – FCB im Gästeblock zu verfolgen, ist Unsinn. Es werde ganz einfach einen separaten Eingangspunkt geben, wenn das Hooligan-Konkordat greift. Dort wird freilich mit schärferen Kontrollen zu rechnen sein. Aber ist das so schlimm, verdient das die Bezeichnung Repression? Ich selbst hatte vor Jahren bei einem Spiel des FCZ in St. Gallen einmal das Vergnügen, zur Inspektion in ein Kabäuschen vor dem Stadion gebeten zu werden. Ich habe mich natürlich auch geärgert, doch die folgenden Treffer gegen mein Team haben weit mehr geschmerzt.

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120 Kommentare zu “Danke für die Repressiönchen”

  1. Mike Glarner sagt:

    FCZ in St. Gallen und dann schreiben Sie “mein Team”, nachdem Sie sich im letzten Blog als “Fähnchen im Wind” und neuerdings GC-Fan geoutet haben. Herr Kühne, für mich sind Sie seit ihrem GC-Blogeintrag unglaubwürdig geworden. Da hilft es auch nicht, wenn Sie beim Thema Hooligan-Konkordat grundsätzlich recht haben. Übrigens, wie beurteilen Sie die Hooligan-Problematik in Dresden?

    • Mäse sagt:

      Völlig dran vorbeigeschrieben Mike. Man mischt nicht Themen. Hier gehts um was anderes als im Blog über GC und auch Dynamo hat hier nichts zu suchen. Und ich bin mir sicher, dass Herr Kühne zum Thema Dresden dasselbe äussern würde. Nur äussert er sich hier im Blog ein Mal über Dresden, wird er auch auf’s Übelste angemacht.

    • Tobias Bopp sagt:

      Da kann man nur zustimmen!

  2. tom hellmüller sagt:

    Herr Kuhn, Sie scheinen auch zu jenen zu gehören, welche einer Regierungsperson oder der Polizei (oder auch gar privaten Sicherheitsdiensten) per se mehr Glaubwürdigkeit schenken als einem Fan. Regierungsrat Fehr hat an der Pressekonferenz sehr schwammig und zum Teil auch nicht ehrlich argumentiert (http://www.kollektivbestrafung-nein.ch/news#newsid_12).

    Das Konkordat gibt den Behörden einen Blankoscheck für die Umsetzung. Da kann Herr Fehr noch lange davon sprechen, dass man dies pragmatisch machen werde. Sein Nachfolger wird dann vielleicht schon eine ganz andere Haltung haben und die gesetzlichen Grundlagen brutal ausnutzen und entsprechend umsetzen.

    Auch Sie spielen mit den gezeigten Bildern mit Emotionen. Sie zeigen Fotos von drei Spielen – im Zeitraum von gut 8 Jahren. Dass in dieser Zeit Eishockey- und Fussballspiele mit jährlich gut 5 Millionen Zuschauer zu 99% problemlos über die Bühne gingen, wird dabei ausgeblendet. Leider wird man auch mit den Verschärfungen des Konokordats dieses eine Prozent nicht verhindern können . Deshalb ist es auch sinnlos solch massiven respressiven Massnahmen einzuführen, welche schliesslich nicht mal die effektiven Störer sondern die breite Masse treffen.

    • martin sagt:

      8 Jahre mit 5 Mio. Zuschauern zu 99% problemlos über die Bühne?!? Auch schon mal vor, nach und an einem Match gewesen??? Wohl eher nicht…

      • beat buerki sagt:

        ja, martin, schon an hunderten über jahre. und tatsächlich, ich fühle mich sicher genug um mit frau und kind in die kurven in der schweiz zu gehen. sogar in die muttenzerkurve. tatsächlich steigt nicht nur die zahl der besucher, sondern auch die zahl der familien und frauen in den stadien, trotz der misserablen berichterstattung. stellen sie sich vor, wie viele mehr kommen würden, würde man nicht diese schauermärchen erzählen.

        • rechner sagt:

          In den obersten Spielklassen im Fussball finden pro Saison 420 Spiele (Nati A: 180, Nati B: 240) statt.
          Dies mal 8 (Jahre) gibt 3360. 1 Prozent wären also 33 Spiele.
          Zählen Sie mal bitte 33 Spiele auf, wo es zu Problemen kam. (Und zwar nicht so Rangeleien, wie sie am Wochenende in (fast) jedem Club vorkommen)
          Es gibt keine Zunahme von Gewalt, und die wenigen Ereignisse werden auch nicht verhindert durch mehr Repression.
          Und wenn man erhrlich ist, gibt es die meisten Verletzen durch Repression und nicht durch Fackeln oder Gewalt.

          Das Konkordat verkauft uns für dumm.
          Die Kompetenzen der dubiosnen Sicherheitsfirmen werden erweitert und druch die “Kann-Artikel” werden der Polizei willkür Tür und Tor geöffnet. Das Gesetz muss für alle Gleich sein!
          In Dubio Pro Reo – Nur nicht für Fussballfans!?
          Wenn es nicht ab und zu kracht haben die “Sicherheits” Firmen auch keine Arbeit mehr. Schon darüber nachgedacht?
          Und das Politiker, welche Ihre Karriere auf dem “Hooliganismus” aufgebaut haben, jetzt natürlich nicht zurückkrebsen können und sagen, “hei, es ist gar nicht mehr schlimm an die Spiele zu gehen”…

          • Marc sagt:

            Also, in mehreren Punkten sind wir uns klar einig.
            1. Das Konkordat darf aus verschieden genannten Gründen nicht in Kraft treten, da wir ansnsten Polizeistaatähnliche Zustände haben.
            2. Die Gewalt um Fussballstadien nimmt garantiert nicht zu und dieser Promillebereich würde auch anderst nicht ausgemerzt werden können.

            Jedoch muss ich sagen, dass die Arbeit der “Sicherheits”Firmen, wie man sie so schön nennt, keine Begründung für das Fehlverhalten einiger Fans sein darf.

        • Tobias Bopp sagt:

          So ist das!

  3. Martin Häberli sagt:

    Das wird wohl viele Kopfnicker finden, ich jedoch bleibe lieber bei den Fakten, und da hat beispielsweise eine Fanumfrage beim BSC YB ergeben, dass sich 99% der Zuschauer im Stadion sicher fühlen. (ungefähr gleich viele hätten angekreuzt “Ist die Erde tatsächlich eine Kugel?”). Somit hat man sich das Problem nicht selbst eingebrockt, sondern es wird schlicht herbeigeschrieben. Zudem: Wenn das Problem tatsächlich im dargestellten Masse existieren würde, wäre es immer noch besser, wirkungsvolle Massnahmen zu finden, die die 0.001% betreffen, die sich tatsächlich daneben benehmen, anstatt komplett unsinnige Scheinlösungen, die vorallem für die sich korrekt verhaltenden Fans mühsam sind. Und wer Probleme mit ein paar Fackeln und Fussballstimmung allgemein hat soll halt Tennis schauen gehen. Punkt.

    • R. Fehr sagt:

      Danke!!!!
      Ich besuche nun schon seit 2002 nahezu jedes Heimspiel und die meisten Auswärtsreisen, vier mal gab es Probleme, zwei mal davon ohne jegliche Einwirkung gegnerischer “Fans”, geschweige denn eigenen… Aufgabe der Polizei ist es, Probleme zu lösen und nicht welche zu schaffen!! Fragt mich nicht wie, ich sage schliesslich auch keinem Maurer wie er die Mauer zu konstruieren hat, ich zahle sie einfach nur dann, wenn sie stabil und gerade gebaut wurde…
      Die einzige Forderung welche ich habe, ist die, mich als freier und RECHTSCHAFFENER Bürger dieses Landes frei bewegen zu können ohne irgend wem, irgend welche Rechenschaft schuldig zu sein, solange ich niemanden schädige. Egal ob ich nun einen Fussballschal, Eishockeyschall oder ein rosa Tutu trage ich bin und bleibe ein freier Mensch!!!

      Wenn Chaoten mich bedrängen und beängstigen ist dies in erster Linie ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft und ein bedauerlicher Ausnahmefall, wenn dies jedoch seitens der Polizei, vom Gesetz abgesegnet geschieht, stellt sich mir die Frage, wie ernst diese kaputte Gesellschaft und ihre paranoiden Gesetzte heute noch zu nehmen sind…

    • B. Tertre sagt:

      Ich zweifle keine Sekunde daran, dass sich 99% der Stadionbesucher sicher fühlen, sonst wären Sie nicht dort. Diejenigen, die sich nicht sicher fühlen bleiben zu Hause und sind vermutlich nicht befragt worden.
      Und da Sie ja bei den Fakten bleiben wollen, Sie sagen 0.001% benehmen sich daneben? Bitte nochmals nachrechnen, überdenken, über sich selber schmunzeln 😉 (Bei Ihnen in Bern bei 20000 Zuschauern wäre das 0.2 Person).

      • Andi Gentsch sagt:

        Befragen Sie denn zur Qualität der Schweizer Strassen die Bahnfahrer? Natürlich sollte eine solche Umfrage an die Betroffenen gerichtet sein, sehe nicht ein weshalb man die Fernsehzuschauer entscheiden lassen sollte? Merkwürdige Ansicht wie ich finde…

  4. Dani sagt:

    Hooligans beim Tennis. wie geil wär das denn !!

  5. Andi Meier sagt:

    Zum ersten Beispiel: Das ist absolut nicht in Ordnung. Dass ich gerne in der stimmungsvollen Kurve das Spiel verfolge, liefert keinen Hinweis darauf, dass ich ein Gewalttäter sein könnte. Als jemand, der noch nie mit dem Gesetz in Konflikt kam, sehe ich nicht ein, dass ich eine Leibesvisitation über mich ergehen lassen müsste.
    Zum zweiten Beispiel: Ich bin zwar ein Fan von Pyrotechnik als Stimmungsmittel, aber jemand der eine brennende Fackel auf andere Menschen wirft, hat jede Strafe verdient, die er bekommt.

    • Fredi Moser sagt:

      “Als jemand, der noch nie mit dem Gesetz in Konflikt kam, sehe ich nicht ein, dass ich eine Leibesvisitation über mich ergehen lassen müsste.”
      Ich zähle mich zu den absolut friedfertigen Leuten und verurteile jegliche Form von Terrorismus. Trotzdem muss ich vor jedem Flug eine strenge Sicherheitskontrolle über mich ergehen lassen. Da ich aber weiss, dass diese Kontrollen auch meiner Sicherheit dienen, habe ich diese akzeptiert.
      Sie kommen mir vor, Herr Meier, wie derjenige, der solche Flugsicherheitskontrollen mit dem Satz kommentiert: “Die sollen doch gefälligst nur die Terroristen kontrollieren und nicht alle anderen Passagiere auch.” Oder bei der Billettkontrolle im Zug: “Kontrolliert doch nur diejenigen, die kein Billett haben und lasst die anderen in Ruhe.”

      • Schlumpf sagt:

        Fredi Moser, sie glauben wirklich noch an den Storch. Sicherheitskontrollen am Flughafen sind reine Schikane und tragen nur psychologisch zu einer falschen Sicherheit bei. Bei Ihnen hat diese Alibiübung auf alle Fälle gewirkt. Dann wünsche ich Ihnen einen guten und sicheren Flug. Sicherheit findet in unseren Köpfen statt. Oder glauben sie eine schlecht beleuchte Strasse ist gefährlicher?

        • Fredi Moser sagt:

          Da muss ich einfach nur den Kopf schütteln. Fragen Sie mal Papa-Schlumpf, was er zur Sache meint…

          • Gugus sagt:

            Was tut da Papa-Schlumpf zur Sache? Hier werden nur Spekulationen gemutmasst. Wer aber bringt facts? Ich sehe keine Belege oder irgendetwas anderes, was der Meinungsbildung hier auch die nötige Glaubwürdigkeit verschaffen würde…

      • Andi Meier sagt:

        @ Fredi Moser: Also gegen die Ticketkontrolle am Eingang oder das übliche Abtasten durch die Security habe ich nichts gesagt.
        Mussten Sie sich denn am Flughafen schon einmal im Hinterzimmer ausziehen für die Kontrolle? Auch da wird das nur bei einem konkreten Verdacht gemacht.

        • Andi Meier sagt:

          PS: Auf den Tausch meiner Persönlichkeitsrechte gegen angebliche Sicherheit verzichte ich lieber.

          • Fredi Moser sagt:

            Zu Ihrer ersten Frage: Als Vielflieger ist mir dies schon mehrmals passiert. Die Metalldetektoren sind nämlich mit einem Zufallssystem ausgerüstet, das auch einmal den Piepston ertönen lässt, wenn auch kein Metall in der Nähe war. Und schon bin ich verdächtig…
            Waren Sie auch schon mal in den USA an einer Sportveranstaltung, z.B. NHL-Spiel?
            Jeder Zuschauer muss – ähnlich wie am Flughafen – alle metallenen Gegenstände aus seinen Taschen nehmen und anschliessend durch den Metalldetektor gehen. (Minutiöse Taschenkontrollen und Leibeskontrollen bei Piepston selbstverständlich!)
            Wenn Sie Ihre Persönlichkeitsrechte höher gewichten als das Bedürnis der Gesellschaft nach (in Ihren Augen nur angeblicher) Sicherheit, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Konsequenzen zu ziehen. Bleiben Sie zuhause, vernichten Sie Kreditkarten, lassen Sie sich den Lohn in bar auszahlen, schaffen Sie Handy, Computer, Auto, SBB-Abo etc. ab. Alles hinterlässt Spuren und beeinträgt Ihre selbstdefinierten Persönlichkeitsrechte.
            Ansonsten muss ich Sie darauf aufmerksam machen, dass – zumindest in der Schweiz – die Spielregeln demokratisch abgesegnet sind. Entweder halten Sie sich an die von der Mehrheit beschlossenen und/oder abgesegneten Spielregeln oder Sie verabschieden sich aus diesem “Spiel”.

          • Tom Turbo sagt:

            @Fredi: Wäre doch einfacher wenn die zuhause bleiben, welche sowieso selten oder nie da sind und daher die Kriegsszenarien, welche sich laut einigen Medienvertrettern rund um die Sportanlässe jedes Wochenende abspielen für bare Münze nehmen.

          • Fredi Moser sagt:

            @Tom Turbo
            Wäre durchaus eine Lösung. Dazu müssten aber einige Voraussetzungen gegeben sein:
            – keine Beanspruchung von öffentlicher Sicherheitsinfrastruktur ausserhalb der Stadionmauern, also
            – Absolut friedliche Anreise der Fans. Der ‘rechtsfreie’, eigenverantwortliche Raum beginnt erst im Stadion.
            – Stadion und gesamte Infrastruktur gehört dem Klub und ist privat finanziert.
            – Keine Versorgung von verletzten Fans durch öffentliche Einrichtungen wie Ambulanzen, Spitäler oder so.
            – Keine Entschädigung von Arbeitsausfällen durch öffentliche Institutionen wie Krankenkassen, Suva etc.
            – usw. usw.
            Sie sehen, dass dies nie möglich sein wird. Und sobald die Gesellschaft für irgendwelche Dienstleistungen oder Kosten beigezogen wird, müssden Sie dieser Gesellschaft auch die Entscheidung über die Spielregeln überlassen. Egal, ob die Entscheidungsträger je in einem Stadion anzutreffen sind oder nicht. Wenn also eine Mehrheit der Gesellschaft (Stimmbürger, Parlamente, Regierungen) meint, Pyros seien gefährlich und daher zu verbieten, akzeptieren! Personenkontrollen seien nötig, akzeptieren! Klubs sollen mehr für die Sicherheit bezahlen, akzeptiern! Spiele seien bewilligungspflichtig, akzeptieren! …

          • Andi Meier sagt:

            @ Fredi Moser: Nur gehen die Forderungen nach mehr Repression und stärkeren Kontrollen (welche übrigens nur von einigen Kantonsregierungen aber nicht vom Volk abgesegnet wurden) an der Realität vorbei. In den Stadien ist ein Matchbesucher schon jetzt sicher, das bestätigen jedes Wochenende tausende Menschen (auch Familien mit Kindern) die sorglos in einer Fankurve stehen können. Kommt es dennoch einmal zu einem Zwischenfall, haben die Behörden mit Videoüberwachung, Internetfahndung und Schnellgerichten auch nach der bisherigen Gesetzgebung die Möglichkeit, angemessen zu reagieren. Ein gewisses Restrisiko wird bei so grossen Menschenansammlungen immer bestehen und kann auch mit schärferen Kontrollen nicht eliminiert werden.

  6. Reto Leutwiler sagt:

    Sicher, und um in ihrer Logik gleich fortzufahren ist es auch oke, sämtliche Roma zu drangsalieren, weil einige aus ihrer Volksgruppe regelmässig Diebstähle begehen. Oder man könnte ja auch bei allen Katholiken Intimkontrollen durchführen, weil einige ihrer Leitwölfe schwere Straftaten verüben. Zudem haben sie etwas Grundlegendes nicht verstanden: Ein solches Gesetz bietet Raum für zukünftiges, staatliches Handeln. Wer gibt uns denn Gewähr, dass die ausführenden Polizisten wirklich mit Augenmass vorgehen? Und was wenn einst Fehr nicht mehr Regierungsrat ist? Das Konkordat wird jedenfalls bleiben…

  7. Fischer Jan sagt:

    Alexander Kühn von einem angeblichen Fussball-Experten und Blogger ist einen differenzierten Kommentar zu erwarten. Sie sprechen über Dinge von welchen Sie keine Ahnung haben und wissen nichts über die aktuelle Situation der Schweizer Fankultur. Berichte von richtigen Experten (Fanarbeiter etc.), welche sich auch sehr nah an der Realität und des Brennpunkts befinden, wiederholen immer wieder, dass der Weg der Repression gescheitert ist, wobei die Fanarbeiter auch absolut Recht haben! Schauen wir einmal über die Grenzen: Deutschland: auch durch die immer stärker werdende Repression konnten die Probleme nicht eingedämmt werden, sie haben in den letzten Jahren eher noch zu genommen (auch durch grossartige Unterstützung von Dynamo Dresden); Italien: gibt es so viel Repression, dass die Zuschauer nicht mehr kommen und das in einem Land wo die Begeisterung für Fussball einst keine Grenzen mehr kannten. Trotzdem kommt es nicht selten vor das bei Auseinandersetzungen gegnerischen Fans Waffen eingesetzt werden und Leute niedergestochen werden (siehe Lazio – Tottenham)!!
    Also bitte ich Sie, Ihre Ansicht noch einmal zu überdenken und möglicherweise auch ein bisschen genauer zu recherchieren und nicht noch mehr Stimmung fürs “Hooligan-Konkordat” zu machen!!

  8. Josef Gutenberg sagt:

    In diesem Text hat es soviel Überlegungsfehler, dass ich garnicht weiss wo Anfangen. Die meisten Einbrüche finden während der Dämmerung statt. Einbrüche sind ein Problem das nicht in den Griff zu bekommen ist. Alle Leute die bei Dämmerung unterwegs sind sollten keine verfassungsmässigen Rechte mehr haben und präventif 72 Stunden in Haft genommen werden. Lokig Kühe live. Schild an Repressionen sind ausschliesslich die Politiker und die Polizei. Kühne meint also, wenn ein ein Probelm nicht sinnvoll Lösen kann, soll man solange mit Repressionen eskalieren (egal wie unverhältnissmässig), bis es das Probelm nicht mehr gibt. Ich nehme an, wenn es trotz Konkordat noch Pyros geben würde, Kühne würde es befürworten alle Fussballfans einfach Wahllos zu erschiessen. Sorry, aber die Dummheit der Argumente von Kühne sind devinitiv zu viel des Guten!

  9. dude sagt:

    Sorry, aber ich habe noch selten etwas dümmeres gelesen als das hier..

  10. Kollege sagt:

    Finde es schon bedenklich, wie wenig sich hier der Herr Kühn mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
    Neben Intimkontrollen, Reisebestimmungen (welche Herr Kühn nun einfach anders darstellt als jegliche Politiker, die sich das ausgedacht haben) gibt es weitere unhaltbare Änderungen in der Gesetzgebung. Beispielsweise darf gemäss Konkordat ein Sicherheitsangestellter (also ein nicht ausgebildeter Securitas) sagen, diese und diese Person hat dies und das getan. Person x bekommt für 3 Jahre Rayonverbot und wenn er das nicht möchte muss dieser seine UNSCHULD BEWEISEN! Dies hat nicht mal ansatzweise mit einem Rechtsstaat zu tun, sondern ist höchst gefährlich. Denn es wäre etwa so, wie wenn ein Securitas von einem Quartierverein angestellt wird um zu schauen dass in der 30er Zone niemand zu schnell fährt. Aufgrund der (glaubwürdigen) Aussage des Securitas das Person y zu schnell in der 30er Zone fuhr, wird dieser Person den Ausweis für 3 Jahre entzogen, es sei denn er könne beweisen, dass er sich an das Tempolimit hielt.

    Weiter geht es mit dem Konkordat. Auch ein Teil ist das Bierverbot (Alkoholverbot). Gegen dies wehrt sich nur ein kleiner Teil, aber hier liegt in meinen Augen der grösste Hund begraben. Denn die VIP’s dürfen weiterhin schlürfen. Der Familienvater im Sektor C hingegen darf nicht zur Wurst ein Bier geniessen. Dies ist eine 2 Klassengesellschaft, welche in keinster weise mit dem Gesetz der Gleichstellung steht. Gemäss Art 8. BV sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Sollte dies eingeführt werden, wird dieser Grundsatz nicht mehr stimmen und müsste (wären die Politiker ehrlich) angepasst werden. Im Sinne von Vor dem Gesetz sind alle gleich, ausser wenn die Person Betrag xy an Steuern zahlt.

    Natürlich gibt es noch weitere Faktoren, die gegen ein Hooligankonkordat sprechen, wie zum Beispiel die wachsenden Zuschauerzahlen zeigen deutlich, dass sich die Menschen im Stadion, wie auch ausserhalb sicher fühlen. Dieses Gesetz solle auch nur für Fussball und Eishockey zählen. Bedenkt man, dass am Eidgenössischen Schwingfest einiges mehr passierte als an den meisten Fussballspiele, ist es schon einwenig verrückt.

    Kühn sagt auch, dass die Fans daran schuld seien. Ich frage Fehr nun an, ob er denn die Temposünder, die Falschpakierer und die Litterer auch der Polizei gemolden hat? Oder zählt dieses “Moralbild” denn nur für 2 Sportanlässe und nicht allgemeingültig?

    Alles in allem sind es unsinnige Gesetzesänderungen, die weder zur Sicherheit beitragen noch günstig umsetzbar sind. Das Problem sind nicht die Fanatiker, sondern die Populisten.

    • Je sagt:

      Der Familienvater im Sektor C hingegen darf nicht zur Wurst ein Bier geniesse…

      Das ist ja schrecklich! Kein Alkohol für den Familienvater! Unrechtsstaat! Skandal!

      Ihr Weltbild scheint mr etwas beschränkt, sorry.

      • Mensen Sann sagt:

        Nur weil man Fam.Vater ist muss man nicht auf ein Bier verzichten…..aber sie sind sich er ein VIP…so wie so abgehoben und nicht bei uns auf der Erde(WELT)

  11. peter deichsel sagt:

    wieso schreiben sie solchen unsinn nicht ins dynamo dresden forum und ueber deren verein? habe selten so billig verpackte polit propaganda gelesen.

  12. Ernesto sagt:

    und kurz nach der Einführung dieser Sippenhaft wird man feststellen, dass das alles so gut wie nix bringt und eine vollständige Sicherheit niemals garantiert werden kann.

    Ich bin absolut für eine harte Bestrafung von Gewalttätern Aber ich sehe weder das korrekte abbrennen von Pyro als einen Gewaltakt (der Staat schon), noch befürworte ich die Einschränkung von Freiheiten aller, die ein Fussballspiel besuchen wollen.

  13. Marc sagt:

    @ Alexander Kühn: Sie finden es sicherlich auch in Ordnung, dass ein Rayonverbot und Eintrag ins Hooliganregister auch erfolgen kann, ohne dass ihnen eine Verfehlung des Gesetzes nachgewiesen wurde!? Rechtsstaatlich sehr fragwürdig!

    Zum Punkt, dass das Hool-Konkordat pragmatisch umgesetzt würde – den Rahmen setzt man, ist der nächste Polizeichef nicht mehr so “pragmatisch”, Pech gehabt…

    Mich stört es, wenn ich im und ums Stadion kein Bier erhalte, da sich auf 4.5 Millionen Stadioneintritte in der Schweiz jedes Jahr, ca. 200 Leute (500 sind aktuell mit einer Massnahme – ob gerechtfertigt oder nicht – in der Hool-Datenbank – diese Massnahmen sind mehrjährig) nicht benehmen können.

    Auch bin ich ein freier Mensch in einem freien Land, ich entscheide somit selber, wie ich wohin anreise! Alles andere sind gefährliche Tendenzen!

    In Stadien kommt es übrigens seit Jahren beinahe ausschliesslich nur noch bei den Eingängen zu Auseinandersetzungen – beim Kontrollieren nach Pyro. Was ist also das Ziel? Gewaltfreie Stadien, oder Stadien mit 0% Gesetzesverstösschen – durchgesetzt mit regelmässiger Gewalt? think about it…

    Zudem wird hier suggeriert, dass Pyrowürfe häufig geschehen würden – dem ist in der Schweiz nicht so! Ich gehe seit ca. 10 Jahren regelmässig an Fussballmatches und habe noch nie einen gesehen.

    Und im Allgemeinen: Die totale Sicherheit ist nicht erreichbar – weder in Ausgangsvierteln, noch um Stadien – erst recht nicht durch Kollektivstrafen, die zu 99.99% friedliche Matchbesucher treffen!

  14. Chris Chelios sagt:

    Was für ein dämlicher Kommentar! Wünsche Ihnen auch einmal in Bern mit Schlagstock und Pfefferspray in Richtung Bahnhof Wankdorf geprügelt zu werden, obwohl man mit dem PW angereist ist und auch gerne mit diesem zurückfahren möchte. Aber das ist gem. ihrer Logik ja die eigene Schuld der Fans. Mit dieser Logik lässt sich jedes Verbrechen rechtfertigen, unglaublich dumm sowas.

    Das Beste ist noch, dass wir die aktuelle Situation zu einem wesentlichen Teil unseren Medien zu verdanken haben, die jeden Bericht über “Ausschreitungen” mit Pyro Bildern unterlegen und somit das Volk in Sachen Pyro geradezu einer Gehirnwäsche unterzogen haben. Ohne diese Kampagne wäre dieser Feldzug gegen Fussballfans niemals möglich gewesen. Darum kommt das Ganze hier noch heuchlerischer daher.

  15. Gazza sagt:

    Absoluter Schwachsinn…, nach dem Motto: “Wer nix zu verbergen hat, der hat auch nix zu befürchten”… Aber genau da ist das Problem… ich weiss nicht wies den meisten hier geht.., aber per se kontrolliert zu werden weil ich dem Herrn Polizisten nicht passe, das ist nicht unbedingt meine Vorstellung von einem gelungenen Fussballabend.

  16. Tomatenkicker sagt:

    Allein das Sie den Tennis-Vergleich bringen, zeigt, dass Sie die Sache nicht verstanden haben. Da herrscht ja auch unglaubliche Stimmung, bei jedem Federermatch rollen die zahlreichen Hardcore-Fanclubs ihre Choreos aus und brüllen 3 bis 5 Sets lang “Wär nid gumpt, dä isch käi Federer”!
    Da können Sie gleich mit Synchronschwimmer oder Ballet vergleichen….

  17. Wishaw Thomas sagt:

    Was jetzt Herr Kühn?… wieder FCZ Fan?
    Wieso schreiben sie nicht einmal einen Blog, über die Eigenschaften einer Fussballfahne? Ich glaube und bin mir auch fast sicher, dass würde der beste Blog von ihnen werden.
    Schönes Wochenende + freundliche Grüsse

  18. Eddy Beutter sagt:

    Für die Autoren der meisten der hier veröffentlchten Reaktionen, gilt ein bekanntes Sprichwort: “Es jaulen nur die Hunde, welchen man auf den Schwanz getreten ist”. Tatsache ist, dass diese “Hooligan/Pyro-Welt” ein tiefgründiges Gesellschaftproblem ist, welches mit der heutigen, verantwortunglosen und nur immer fordernden Generation sich noch zugespitzt hat. Man verlangt sogenannte Freiheiten und vergisst dabei ziemlich schnell, dass man damit einige Freiheiten von anderen Mitbürgern einschränkt (gilt nicht nur für Fussballfans). Man kommt eventuell zur Einsicht, wenn man dann selbst einmal schlimme , damit zusammenhängende Folgen zu tragen hat, so etwa ähnlich wie dieser Bastler welcher beim Einschlagen eine Nagels sich ständig auf den Finger haut und es nur einsieht als er sein Finger stark bluten sieht

    • Reto Leutwiler sagt:

      Inwiefern beeinträchtige ich den ihre Freiheit, wenn ich an einem Match mein Bier trinken und ohne Fummellei im Intimbereich das Stadion betreten will? Das Problem ist ja gerade, dass die Massnahmen nicht auf Gewalttäter sondern alle zielen.

    • Marco sagt:

      Also meine Freiheit wird nicht eingeschränkt, wenn eine Pyro gezündet wird – im Gegenteil, es ergibt sich mir dadurch die Freiheit, ein schönes Stimmungsbild ansehen zu können.

      • Eddy Beutter sagt:

        Bis Sie mal einen solchen Pyro “erhalten” und dann haben Sie die Freiheit im Spital zu landen (oder im Friedhof, wie letzte Woche in Bolivien)

        • beat buerki sagt:

          in bolivien war es eine rakete, etwas dass aus schweizer stadien so gut wie verschwunden ist. in der schweiz gab es erst eine hand voll verletzte in all den jahrzenten, in denen es schon pyro gibt. in dieser zeit wurden viel mehr leute wegen alkoholkonsum, wegen treppenstürzen und stürzen über die stühle.

          genau diese stühle sollen übrigens auch zwingend sein, im ganzen stadion. derweil sich ganz istanbul überlegt, ob man die stühle nicht verbieten soll, denn sie sind potentielle wurfgeschosse.

        • Pedro sagt:

          @E.B. das war eine Rakete! (Übrigens gibt es an jedem 1.August irgendwelche Unfälle…)
          Wohl auch die letzten 10 Jahre nur den Blick gelesen und nie ein Spiel besucht?!?
          Sie fahren wohl auch nicht mehr Auto, da es ja jeden Unfälle gibt?

          Wenn die Politik wollte, hätte schon lange das Gesetz so angewendet werden können, dass die Schuldigen bestraft werden und alle friedfertigen und anständigen Matchbesucher in Ruhe den Match besuchen können.

    • Marc sagt:

      Fragen sie sich einmal diese Fragen Herr Beutler:
      Ist es gerechtfertigt, wenn ein nicht genügend ausgebildeter eine Leibesvisitation durchführen kann?
      Ist es gerechtfertigt, dass zünden von Pyro gesetzlich gleich zu bewerten wie das werfen von Fackeln?
      Und zum Schluss,
      was bringt ein verstärktes Konkordat wenn die Strafen dann doch so niedrig ausfallen das es nicht wehtut?

      Zu Frage Nr 2.
      Jeder Fan weiss, dass Pyros verboten sind und die wenigsten würden sagen was dagegen dass es halt bestraft wird, aber es kann nicht in der selben Höhe bestraft werden wie der Gewaltakt selbst, dass wäre als würde man für das ballen einer Faust in gleicher Höhe bestraft als hätte man mit der Faust auf jemanden eingeschlagen.

      Zu Frage Nr 3.
      Wir haben die gesetzliche Grundlage um wirkliche randalierer zu bestrafen, wenn es die Richter nicht handhaben die Bestrafung in Richtigem Masse zu vollziehen kann dies das Gesetz auch nicht ändern.

  19. Marco Gerber sagt:

    Eindrückliche Bilderauswahl vom Mai 2006. Mein Tipp: schreiben Sie am 13.5. einen Artikel mit folgender Überschrift: ‘7 ruhige Jahre ohne Polizeieinsätze in der Muttenzerkurve. Die Erfolgsgeschichte des Basler Fanmodells’

    • Nuñez sagt:

      Haha, aber Polizeieinsätze an fast jedem Auswärtsspiel des FCB! Was für eine Erfolgsgeschichte einfach Unfassbar “Schulterklopf”! Glaubst du was du schreibst? Was wären wir nur ohne auch Basler, eure Selbstbeweiräucherung würde uns allen fehlen, ihr perfekten Mitglieder der Gesellschaft! *Ironie Off*

      • beat buerki sagt:

        unwissen oder lüge? ja, es gibt wohl polizeieinsätze, allerdings ohne sicherheitsrelevante vorfälle. tatsache ist, dass gerade der basler weg in ganz europa als vorbild gilt. er wird nie verhindern, dass es zu keinem einzigen vorfall kommt, aber eine absolute sicherheit gibt es nirgends, egal mit welchen mitteln die gewalt bekämpft wird. aber sie wird auf ein minimum begrenzt. so wie das (im moment) in basel und rund um den fcb der fall ist.

      • Marco Gerber sagt:

        Lieber Herr Nunez,
        die Bilderauswahl (mehrheitlich vom 13.5.06, alle INNERHALB vom St. Jakob) suggeriert, dass es ein akutes Gewaltproblem innerhalb der Stadien gibt. Was so nicht wahr ist. Ich war gestern Sonntag mit meiner 4-jährigen Tochter am Match. Das gefährlichste an diesem Nachmittag war die Autofahrt ans Spiel. Womit ich nicht behaupte, dass es keine Gewalt im Umfeld vom Fussball gäbe und womit ich nicht behaupte, dass sich in Basel nur lammfromme Kreaturen bewegen würden. Ich bin aber für rechtsstaatliche Bestrafung von Gewalttätern und gegen diskriminierendes, willkürliches Sonderrecht wo jeder Rambo-Security einen Fan ins Gefängnis bringen kann (wenn Sie aufmerksam die Presse lesen, wissen Sie dass es schon mehrfach zu Fehlurteilen kam). Wo bleiben dann das Sonderrecht für Blaufahrer und Strassenrowdies? Aber Stopp das sind ja nur Kavaliersdelikte. Herr Ständerat und notorischer Blaufahrer Lombardi ist bestes Beispiel dafür… Im Gegensatz zu Pyro kann man da ja auch nicht wirklich von Gefährdung reden. Ein Auto auf dem Trottoir hat ja auch keine 1000 Grad…

      • Marc sagt:

        Und diese Polizeieinsätze sind alle berechtigt, denke nicht. An allen Auswärtsspielen hat die Polizei einen Einsatz und da es immer ein vergrössertes Gewaltpotenzial darstellt, wenn solche Emotionen fliessen wie im Fussball, hat dies zu einem gewissen Teil seine Berechtigung, jedoch hat die Polizei höchst selten wirklich einzugreifen. Also bitte, Mau halten wer keine Ahnung hat.

  20. Amir Mehmedi sagt:

    Stellen Sie sich einmal vor, ein Anhänger von Luciano Pavarotti hätte während eines Konzerts eine Petarde gezündet. Dieser Vergleich ist etwa auf dem selben Niveau wie Kühns French Open-Vergleich.
    Und ja, nur weil Pyros vor einigen Jahren verboten wurden, schlugen die Kommentare in der Presse extrem um. Beispiel Schweizer Fernsehen: Dani Kern, noch vor einigen Jahren mit dem Kommentar “Wie die Basler wieder eine wunderschöne Atmosphäre schaffen” (als in Basel dutzende Pyros gezündet werden), kommentiert nun die gleichen Szenen mit “[…]weil diese Dummköpfe wieder Pyros zünden”.
    Also: Polemik wo’s nur geht (auch oder vorallem in Ihrem Beitrag), für die Fakten interessieren sich wie immer nur die Betroffenen.

  21. Alex sagt:

    Lieber Herr Kühn,

    wenn Sie in Zürich Aufmerksamkeit brauchen, dann spendieren Sie jedem eine Stange im Xenix auf dem Kanzleiareal und schreiben nicht solch widersprüchliche Texte. Kommt besser!!!!! Sportliche Grüsse

  22. Christian Meierhans sagt:

    Selten so ein Schwachsinn gelesen! Widersprüche noch und nöcher!
    Lieber Alex, setze Dich zuerst mal vertieft mit der Materie auseinander und versuche dann noch einmal das ganze Thema mit journalistischer Distanz anzugehen. Nicht einfach das Wählerfangggeplapper der noch unwissernderen Politiker rezitieren…

  23. kurt abächerli sagt:

    erstens: war nicht mehr im grundsatz bestimmt, dass der hr. kühn nicht mehr über fussball schreibt, oder ist demokratie ein fremdwort (in jedem blog, nerven sich 99,9% über den fehlenden sachverstand).
    zweitens: die vertreter der wahren stimmung mit choreo, pyros etc. im kommentatorenbereich nerven. seit mein sohn im match gegen basel von einer abschrankung getroffen wurde, bin ich der meinung, dass 99,9% der fans in schwarzen kapuzenpullis idioten sind (und zwar von allen klubs) und sich nicht für fussball interessieren, sondern im stadion ihr leben such, dass sie draussen nicht haben. da helfen auch bescheuerte sprüche wie, ich wechsle die politische ausrichtung, die frau, das auto, die familie, das heimatland aber niemals den klub, nicht weiter.
    drittens: hopp gc (jetzt wieder ohne kühn).

    • Fabien sagt:

      Kann dir nur recht geben. Als ich mal in der Nähe eines Dutzend Lausanner Fans (mehr sind es ja selten) “Allez Servette” rief, war es für ein paar dieser spätpubertären Primitivlinge schon zuviel. Nur ein sog. Steward, der diese unreifen, angetrunkenen, gewaltbereiten Bubis beaufsichtigen musste, konnte sie davon abhalten, sich auf mich zu stürzen. Er sagte mir dann, ich solle aufhören zu provozieren. Das ist wohl auch die sog. Fankultur. Fans, die sog. Fanbeauftragte brauchen, vom eigenen Verein finanziert, Babysitter für Halbwüchsige und Nie-ganz-Erwachsene, um sie vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen. Was leider längst nicht immer gelingt. Und deshalb befürworte ich alle Eingangskontrollen und stehe voll hinter den Deltas. Gab es das früher? Nein, da wurden die eigenen Fans mit solchen Asozialen fertig und sortierten sie eigenhändig aus. Zivilcourage war mal, ist auch zu gefährlich geworden heutzutage. Zero Tolerance!

      • Hans sagt:

        Fabien, erzähl doch bitte keinen Schwachsinn. Wenn du mal alte Zeitungsartikel oder Fanzines aus den 80er-Jahren lesen würdest (Basel, Zürich, St. Gallen usw.), dann wüsstest du, dass es damals Gang und Gäbe war, an ein Spiel zu reisen, die “Zecken” in der fremden Stadt zu jagen und zu verdreschen, das Inventar des Gästesektors inkl. Fackeln auf dem Platz zu entsorgen, die Absperrungen zu zerstören und in den gegnerischen Block zu stürmen. Das gab es alles schon. Nur weil heute eine solche Aktion den Zeitungen (die das dankbar aufgreifen) 2 Wochen lang die Seiten füllt, heisst das nicht, dass irgendetwas schlimmer geworden ist.

        Dass du aber meinst, eine fremde Fangruppe durch einen unbedachten Spruch konsequenzenfrei provozieren zu können und dich nachher noch beklagst, dass das einige nicht goutiert haben, sagt doch einiges über dich aus. Und deswegen völlig unreflektiert “voll hinter den Deltas” zu stehen, ist nicht gerade eine denkerische Meisterleistung. Bei den Deltas arbeiten schliesslich genau solche, die auf dich losgehen, wenn du nur den Anschein einer Provokation erweckst – und zwar unabhängig, ob sie im “Dienst” oder privat unterwegs sind.

  24. Fredi sagt:

    Nein, Herr Kühn, nein nein nein. Nix begriffen, zurück auf Feld 1, bitte! Sie schreiben:

    “Dann überlegen Sie einmal, wem Sie es letztlich zu verdanken haben, dass sich der Staat genötigt fühlt, eine härtere Gangart einzulegen. Schuld sind jene Fans, die sich partout nicht benehmen können.”

    Genau das ist der springende Punkt. Der Staat sieht sich zu gar nichts genötigt, es sind schlicht Politiker, die sich profilieren wollen. Oder um es noch deutlicher zu sagen: Es gibt kein Gewaltproblem im Schweizer Fussball, es wird schlicht herbeigeredet. Wer regelmässig Spiele besucht, weiss, dass ein Stadionbesuch in der Schweiz sicherer ist als ein Besuch eines Dorffestes oder einer 1. August-Veranstaltung. Dieser grundfalsche Eindruck entsteht durch die irrsinnige Assoziierung von Pyro = Gewalt und durch die aufgestockten Sicherheitsaufgebote, die mehr Gewalt erzeugen als sie verhindern. Die 2-3 schlimmen Ereignisse (Saisonfinale Basel – FCZ, Fackelwurf in Zürich), die ich wie jeder andere vernünftige Mensch aufs Schärfste verurteile, haben bei bestimmten Leuten, vorwiegend Politikern und Journalisten, eine Profilierungsneurose entfacht. Seither steht jeder Fussballfan unter Generalverdacht, es wird pauschalisiert ohne Ende und es kommen völlig hirnrissige Massnahmen wie das jetzige Konkordat dabei heraus, die weder rechtsstaatlich vertretbar sind, noch irgendetwas bringen.

    Tut mir leid, dass ich so harte Worte brauche, aber wenn ich einen solchen Quatsch von jemandem lesen muss, der sich eigentlich besser auskennen sollte, dann platzt mir der Kragen. Um es noch einmal in aller Deutlchkeit zu sagen: ES GIBT KEIN GEWALTPROBLEM IM SCHWEIZER FUSSBALL!

  25. Peter Meier sagt:

    Ach Herr Kühn. Sorry Sie sind für mich einfach lächerlich. Zuerst der Wechsel über die Gleise. Nun das. HALLO? Ich bin jetzt über 20 Jahre alt. Ich kann mich an die ersten Derbys meines Lebens erinnern. GC und FCZ Fans haben sich um den Hardturm gejagt! Sich auf offener Strasse geprügelt. Pyros sind hin und her geflogen! Doch es hat niemanden interessiert! Und was ist heute? Dank Profilierungssüchtigen Politiker die Angst vor den wahren Problemen der Schweiz habenund lieber auf Fussballfans herumhacken.

    Wenn ich das revidierte Hooligankonkordat lese wird mir als unbescholtener Bürger schlecht! Es beinhaltet zahlreiche Grundrechtsverletzungen! Das ist einfach nicht akzeptabel in einem Rechtsstaat wie es die Schweiz ist. Ich besuche jedes Wochenende Fussballspiele und im Gegensatz zu früher ist die Gewalt massiv zurück gegangen. Grundrechte gelten für alle, ist dies nicht mehr der Fall, werden Sie fallen. Sie sind eine teuer bezahlte Errungenschaft der westlichen Welt!

    Bitte schreiben Sie doch mal einen Artikel über die WAHREN Probleme in der schönen Schweiz! Mörder kommen bei guter Führung nach 15 jahren frei, Kinderschänder und Vergewaltiger müssen mit lächerlichen Strafen rechenen! Internationale Multis mit höchst zweifelhaften Geschäftspraktiken nisten sich in der Schweiz ein (Glencore, Transocean, Blackwater, Aegäis usw.) Dann gibt es noch unsere Banken, welche via Asien und USA genau gleich weiter machen mit Steuerbetrug, Mithilfe im Geld waschen etc., Sozialwerke mit Defiziten im Mia. Bereich, Woorking Poor Familien, die trotz doppeltem Einkommen auf keinen grünen Zweig kommen, Jugendarbeitslosigkeit, Zuwanderung, Platzmangel, zahlbare Wohnungen ich könnte den ganzen Tag weiterschreiben! DAS SIND UNSERE PROBLEME! Ich komme mir jeweils am Montag morgen beim lesen der News wie im falschen Film vor! In den nächsten Jahren kommen gealtige Probleme auf meine Generation zu und die Vollpfosten von Politiker reden über irgendwelche Jugendlichen welche sich mit der Polizei prügeln wollen!!?!? SHAME ON YOU SWITZERLAND!!!!!!!

    • Mensen Sann sagt:

      lesen sie einfach keine mainstream medien mehr…es giebt ganz viele gute alternativ medien die genau diese probleme ansprechen,hintergründe offen legen wieso,warum,wehm nüzt es was,etc. z.b in DE gibt es die cooparations groupe on undercover activitis (ECG) und die internatinal working group on police undercover activitis (IWG) tätig auf dem gebiet der überwachungs technoligie,die ECG und die IWG wurden früher zur grenz übergreifender überwachung gewaltätiger fussball fans gebraucht….nun wirt das einfach auf unliebsame bürger umgewelzt…..SEHT IHR UM WAS ES GEH??

  26. toni sagt:

    Kontrollen bis in die Unterhosen im Gästesektor treibt die Gäste samt den ja so gefährlichen Pyros in den Familiensektor.

  27. Boris Jäggi sagt:

    Menschen, die ich irgendwie ein bisschen blöd finde, denen darf man von der Verfassung garantiere Grundrechte auf blossen Verdacht hin einfach mal so wegnehmen, und zwar weil, eben, weil ich die ja ein bisschen blöd finde und andere Leute auch. Die sind ja selbst schuld. Das ist die Logik des Konkordats. Dabei bedeutet ein liberaler Rechtsstaat eben auch die Rechte derjenigen zu beschützen, mit denen man überhaupt nicht einverstanden ist!

    Für was braucht es da noch Justiz und Polizei, Prozesse, Beweisführung und Urteile wenn Verdachtsmomente gegen unliebsame Menschen (=junge Männer) reichen um Rayonverbote auszusprechen?

    Solange man selber nicht von irgendjemandem einer Gruppe von unliebsamen Menschen zugeordnet wird, hat man das Gefühl es beträfe einem nicht. Aber das kann sich auch ändern, und plötzlich wird man Opfer der Repression ohne irgend etwas mit einer Straftat oder einem Straftäter zu tun gehabt zu haben…. Deshalb sollte sich jeder (auch der Autor) überlegen ob ihm der Rechtsstaat etwas Wert ist. Mir ist er wichtig.

  28. Stefan sagt:

    Das wirklich störende an diesem Blog ist doch, dass nur noch möglichst provozierende Einträge von Leuten erscheinen ( zumeist inzwischen Gastautoren) die sich offenbar nur für Fussball interessieren, wenn es Zeilengeld dafür gibt. Ein Blog böte die Gelegenheit, die verbreiteten Thesen mit den Kommentatoren, die sich hier zum grossen Teil sehr sachlich verhalten, eine Diskussion zu führen. Dies wird, im Gegensatz zu anderen Blogs im Newsnetz, offenbar gescheut. Wenn dann ein Admin nichts weiter zu sagen hat, als einen Kommentator zu korrigieren, der den Namen des Autors falsch geschrieben hat, ist das einfach nur noch peinlich.

    War das damals schön, als man hier noch etwas über Fussball lesen konnte. Was macht eigentlich Mämä Sykora?

    • Lukas Rau sagt:

      Sie treffen den Nagel… Da empfehle ich mal das Magazin Zwölf und den Fussballtalk auf dem Schweizer Sportfernsehen (ja das gibt’s) am Mittwochabend.

  29. Fabian frei sagt:

    Nachdem bereits der opportunistische GC-Beitrag von Herrn Kühn nicht gefallen hat, hat er hier beinahe wieder die Tiefpunkte des Steilpass-Blogs zu Renggli Zeiten erreicht. Pseudo neutrale Politpropaganda mittels Verharmlosung der einen (Fan Diskriminierenden) und Aufbauschen der anderen (lebensgefährliche Pyros, die in den letzten 20 Jahren zu hunderten Schwerverletzten geführt haben) Seite und der schwierigen Debatte um Fan(kultur) und Sicherheit sicher nicht dienlich.

  30. Miguel sagt:

    Man merkt schön die inneren Widersprüche des Autors, der ja selber ein Fan ist. Korrekt zu sein, ist noch lange kein Verrat, eher das Gegenteil. Bei Gegenwind nicht einzuknicken, dran zu bleiben, zueinander zu halten, das sind schöne Werte und das hat nichts mit Knabenritualen zu tun oder “dem Führer”. Aber das muss man ja wohl einem Fussballfan nicht sagen, der so seine Meinung sagt. 🙂

  31. Markus Mühlbacher sagt:

    Also ehrlich Leute, so gehts einfach nicht. Ich gehe seit 35 Jahren ins Stadion (FC Luzern) und bin klar für eine Verschärfung der Sicherheitsmassnahmen. Nur Vollidioten gehen mit Petarden, Fackeln und anderem Zeug ins Stadion – alles Dinge, die lebensgefährlich sein können und die absolut nichts mit “Fankultur”, “Freude zeigen”, “Unterstützung für die eigene Mannschaft” usw. zu tun haben – das ist einfach nur bullshit. Leute, die nichts zu verstecken haben, müssen auch vor dem Zeigen eines Ausweises, Videokameras usw. keine Angst haben. Leute, die gegen solche Massnahmen sind, HABEN etwas zu verstecken, und solche Leute gehören nicht in ein Fussballstadion, sondern in eine Erziehungsanstalt, wo sie Respekt, Anstand und gute Manieren lernen. Punkt.

    • Reto Leutwiler sagt:

      Ich mir bin sicher, dass sie jeden morgen freiwillig auf dem Polizeiposten zur Intimkontrolle erscheinen würden. Sie haben ja nichts zu verbergen….

    • beat buerki sagt:

      herr mühlbacher, sie gehen wohl zu fuss ans fussballspiel, oder? denn das auto ist potentiell eine tödliche waffe. genau gleich wie meine hand, wenn ich die als waffe missbrauche. das problem sind nicht die fackeln, dass sieht man ja daran, dass sich mehr leute auf dem weg ins stadion bei “normalen” unfällen verletzen, als an fackeln im stadion.

      • Markus Mühlbacher sagt:

        Ganz recht Herr Bürki, ich gehe mit dem Velo oder zu Fuss ins Stadion! Zurück zum Thema: Beim Fussball geht es in erster Linie um Emotionen. Wenn Emotionen im Spiel sind, wird vieles plötzlich zur Waffe. Deshalb gehören solche potenzielle Gefahren schlicht und einfach nicht in ein Stadion, weil es leider immer Leute gibt, die ihre Emotionen nicht im Griff haben. Aus meiner Sicht reicht es völlig, wenn man seine Mannschaft mit Worten, Sprechchören, Gesängen und meinetwegen mit Fahnen und Tenues unterstützt.

        @ Reto Leutwiler: Ihre Aussage trägt nichts zur Lösung des Problems bei. Warum soll es ein Problem sein, alle zwei Wochen am Eingang des Stadions den Ausweis zu zeigen und sich abtasten zu lassen?? Nochmals: Wer nichts zu verstecken hat, hat auch nichts zu befürchten. Und so lange es Vollidioten gibt, die sich um Anstand und Respekt foutieren, dann muss es eben sein. Ich werde lieber kontrolliert als von einer Petarde getroffen!

        • Hans sagt:

          Markus, wenn du seit 35 Jahren an die Spiele gehst, dann hast du ja den Fall der Berliner Mauer noch miterlebt. Die Stasi, die Fichen-Affäre, all die tollen Sachen über die man sich heute empört. Als gesetzestreuer Bürger habe ich nichts zu verbergen, trotzdem will ich nicht, dass meine Wohnung verwanzt ist und mir Leute auf dem Klo zuhören können. Ich will nicht, dass der Stadt weiss, welche Webseiten ich besuche, weil es MEINE Sache ist. Das was ich und viele verteidigen wollen, nennt sich Privatsphäre. Eben jene will ich auch nicht ablegen müssen, weil sich einige Politiker von ihrer Profilierungssucht genötigt fühlen, hirnrissige und letztlich kontraproduktive Massnahmen gegen angebliche Gewaltprobleme zu verabschieden. Wenn du nichts zu verbergen hast, dann gib mir Zugriff auf einen Festplatte, ich schaue deine Fotoordner an, lese deine Bankauszüge, deine Emails, ich schaue, mit wem du telefoniert hast und wie lange, ich finde heraus, wo du zu welcher Uhrzeit warst und wieso. Das ist ja kein Problem, denn du hast nichts zu verbergen? Jeder normale Mensch will das aber nicht, weil es SEINE Sache ist, unabhängig davon, ob er nun am Hauptbahnhof war weil er seine Affäre getroffen hat, weil er Gras gekauft hat oder sich eine Creme gegen Intimentzündungen gekauft hat. Es schockiert mich, wenn ausgerechnet Schweizer Bürger, die ja als staatskritisch gelten, solchen – mit Verlaub – pauschalen Stuss herauslassen, wie “wer nichts zu verstecken hat, hat auch nichts zu befürchten”. Zudem enthält das Konkordat ja auch ganz andere Punkte, wie den Anreisezwang im Extrazug oder das Bier-Ausschankverbot. Auch hier gilt doch: Wenn ich einen Kollegen in Bern besuchen gehe und deshalb schon am Samstag an ein Spiel reise, selbiges am Sonntag dann aber mit meinen Freunden im Gästesektor anschauen will, dann lasse ich mir das doch nicht von irgendwelchen Massnahmen verbieten. Wenn ich bei Sonne und Wurst ein Bier zum Spiel geniessen will, dann habe ich nichts gemacht noch etwas zu befürchten, trotzdem will mir der Staat selbiges, ohne dass ich ihm einen Anlass gegeben hätte, verbieten. Sippenhaft und Kollektivstrafe nennt man das, der Staat sagt dem witzigerweise “Prävention”, was an Absurdität wohl kaum zu überbieten ist, aber zeigt, welch Geistes Kind die entsprechenden Politiker sind.

          • Jean-Luc sagt:

            Daumen hoch für diesen Beitrag. Genau um das geht es.

          • Markus Mühlbacher sagt:

            Hallo Hans, ich kann Deinen Ansichten insofern folgen, dass niemand will, dass der Staat ÜBERALL reinschaut. Hier geht es aber nicht um ÜBERALL, sondern um FUSSBALLSPIELE! Wenn Gewalt (und die gibt es, wer etwas anderes behauptet, macht auf Schönfärberei), Pyros usw. nicht da wären, wäre die Repression nicht nötig. So einfach ist das – lasst Pyros und die schlechte Kinderstube zuhause, und jeder kann wieder mit dem Zug anreisen, mit dem er will. Apropos Stasi usw.: Ja, ich hatte auch eine Fiche, weil ich dummerweise zu Zeiten der Sowjetunion dort war. Und? Habe ich irgend etwas davon bemerkt? Nein. Natürlich war das ein Skandal, und ich habe keine Lust, Steuern für so was zu bezahlen. Aber das heimliche Treffen einer Affäre oder das Kaufen einer Intimcreme haben mit Gewalt im Stadion in etwa so viel zu tun wie die chinesische Regierung mit Demokratie, nämlich null.

        • Mensen Sann sagt:

          @Müghlbacher….es geht hir um mehr alls nur fussball….schauen sie sich mal die welt an…massen arbeitslosigkeit=auafstände etc. sieht bei uns noch nicht danach aus….nur genau solche neuen gesetze werden dan wen es da zu kommt bei unds gaaanz schnell auf normale protestierende bürge übenommen….DEKMANTEL FUSSBALL UND DI EACH SO SCHLIMMEN FANS…..

  32. beat buerki sagt:

    lieber alex kühn

    auf deine punkte muss ich kaum noch eingehen, das wurde oben schon sehr treffend getan. grundsätzlich verstehe ich halt schon nicht, wieso ich als gesetzestreuer bürger im stadion meine rechte ablegen muss.

    dann aber zum thema von einer anderen seite beleuchtet. was werden die “repressionchen” denn an zusätzlicher sicherheit bringen?

    beispiel extrazug der basler nach münchen. ein helikopter begleitet den zug ab basel bis münchen. bei ankunft wird jeder einzelne von der polizei kontrolliert, die fans werden darob von der polizei während stunden überwacht und noch 2 mal kontrolliert, dann noch einmal vom sicherheitsdienst von bayern. die kosten sind enorm, die überwachung auf einem absoluten maximum, der friedliche matchbesucher fühlt sich langsam gnervt bis leicht agressiv.

    dann endlich das spiel beginnt und was passiert? es wird so viel gezündet wie lange nicht mehr.

    bringt also das konkordat wirklich eine verbesserung oder ist es nicht so, dass die friedlichen fans in sippenhaft genommen werden? und werden nicht einfach die kosten steigen, für uns steuerzahler?

  33. Heinz Stalder sagt:

    Nach eine Frage: Wie stellen sie sich das im Detail vor? “eine konsequente Fanarbeit aufzuziehen”… Mit einem Delta als Chef? Mal ein paar Ideen bitte von Ihnen!!

  34. Ingemar Stenmark sagt:

    So Herr Alexander Kühn. Ich möchte von Ihnen hier drin eine Gegenkommetnar lesen wie sich Ihre Mitbürger (ich spreche von den Dresedenern) auslassen würden wenn Sie solch einen “scheiss” (entschuldigen Sie meine Wort wahl) in einer Dresdener Tageszeitung bringen würden?
    Bitte Herr Kühn, setzen Sie sich mit der ganzen Problematik auseinander. Schrieben Sie erst wenn Sie mit allen Protagonisten gesproche haben. Hierzu zählen die Xenix, Obererletten und Kaufleuten Modefans leider nicht dazu.
    in diesem Sinne bitte etwas mehr Demut vor Ihrem Beruf und eben erinnern Sie sich an die erste Stunde im Studium. evtl. vielleicht noch die Grundsätze des Journalismus aus dem 1. und 2. Semester nachholen.

    Danke

  35. Scheichegingger sagt:

    Ein grosses allgemeines “HURAAA!!!” auf die Kollektivstrafen!

    Ein Raser fährt jemanden tot? Kein Problem, alle Autofahrer einsperren.
    Ein Alkoholisierter prügelt sich? Kein Problem, alle die Alkohol bestellen sofort verzeigen.
    Eine alte Frau fällt auf einen Enkeltrick-Anruf herein? Kein Problem, alle die ein Telefon besitzen zur Rechenschaft ziehen.
    Jemand ertrinkt während des Rheinschwimmens? Kein Problem, leiten wir das Ding eben um Basel herum.
    Es verhält sich ein Einwanderer seltsam? Juhu, ganze Familie ausschaffen.
    Die Herrliberger Parteibonzen fordern mal wieder Müll? Kein Problem, Zürich aus der Eidgenossenschaft werfen.
    Es zündet eine Person eine Petarde? Kein Problem, die gesamte Kurve wird als Terroristische Organisation deklariert.

  36. wechsel sagt:

    noch aeltere bilder haben sie keine gefunden???

  37. chuurel w. sagt:

    Bei allem Respekt: das Hooligankonkordat verstösst gegen, in der Schweiz anerkannte, Menschenrechte und in dem Sinne ist es unwichtig wie man es nennt, Repression, Prävention, etc. Und Sie sagen, Mario Fehr sei ein Fussballfreund – qualifiziert ihn diesen Umstand, juristisch höchst problematische, politische Entscheidungen zu unterstützen?
    Sie können besser damit leben, grundlos gründlich bis auf die Knochen durchsucht zu werden, als ein Gegentor für Ihre Mannschaft hinzunehmen? Ich bin selber ein Fussballfanatiker, aber in erster Linie ein Mensch – und wie heisst es in einem bestimmten Land, in einer bestimmten Stadt, auf einem bestimmten Gebäude?
    DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR.

  38. Amadeus sagt:

    …dass “die Fans jene Suppe auslöffeln müssten, die sie sich selbst eingebrockt haben”….

    Jaja, bei dieser Suppe darf man rechtsstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung oder Menschenwürde natürlich getrost vergessen. Und selbstverständlich sind auch ihre pauschalisierten “Fans” (also die Zuschauer) alle selber verantwortlich für diese Kollektivstrafen, Intimbereich-Durchsuchungen ohne Verdacht und Kombiticket-Zwang, nur weil ein Teil unter ihnen Pyros schön findet oder gerne in der Kurve steht.

    Ihre bedenkliche Argumentation erinnert mich zb. an die US-Aussenpolitik: Indem ein bestimmtes Land, ein Diktator (oder wie in Deutschland vor dem 2. WK jüdische Menschen) pauschal als böse oder gefährlich hochstilisiert wird, können anschliessend völlig übertriebene und menschenverachtende Massnahmen/Einsätze gerechtfertigt werden.

    Gratulation, das ist definitiv der dümmlichste, ignoranteste Text, den ich zu diesem Thema bislang gelesen habe. Lassen Sie um Gotteswillen bitte Ihre Finger von diesem Blog, es ist einfach nur noch peinlich, was Sie hier aus Ihrem offenbar arg begrenzten Fundus zum Besten geben.

  39. Stefan sagt:

    Dieser Artikel versenkt sich bereits selber, weil als erstes ein Bild der Ausschreitungen in Basel gezeigt und danach der Fackelwurf im Letzi assoziiert wird. Diese Ausnahmen werden immer gerne als Beispiel genommen, um die ganze Fanszene zu bestrafen. Ich bin selber Fan und habe mir die Suppe nicht selber eingebrockt. Ich war nie gewalttätig oder habe mich in irgendeiner Weise daneben verhalten. Warum genau soll ich mir jetzt von jemanden an Weichteile fassen lassen?
    Fakt ist, dass die Sicherheit in den Stadion noch nie so gut war. Das Konkordat ist aus dieser Sicht überhaupt nicht nötig und lässt so oder so jede Verhältnismässigkeit vermissen. Wenn Mario Fehr von Augenmass spricht ist das schön und gut, ob das auch umgesetzt wird weiss niemand. Die Einführung würde auf jeden Fall die Möglichkeit zur Willkür weit aufstossen und Securitas und Polizei Kompetenzen einräumen, welche sogar die Menschenrechte ritzen. Wie unprofessionell und gewaltbereit sich diese beiden Akteure teilweise Verhalten, ist jedem Stadiongänger bekannt

  40. Matthias Steiner sagt:

    Wie war das noch, Herr Kühn. Als ihre jetzige Lieblingsmannschaft ihre frühere Lieblingsmannschaft 6:5 geschlagen hatte, traten Sie (gemäss Ihrer eigenen Aussage in früherem Blog) auf den Reifen eines Autso ein.

    Ist Ihnen klar, dass so eine Aktion mit den neuen “Repressiönchen” ihre Zukunft ruinieren kann, wenn Sie dabei beobachtet werden? Finden Sie das angemessen?

    Fazit: Echte Gewalttäter sind von der Polizei zu eruieren und zu bestrafen. Trotzdem ist es grundfalsch, Fackelzünder als Schwerkriminelle gleich zu behandeln wie Schläger. Sonst wäre die halbe Schweiz, die in den 80.er Jahren aktiv war, im Gefängnis. Uned noch was: Zu behaupten, die Klubs würden die Fanarbeit scheuen und insgeheim Gewalttäter bewundern ist nicht nur unsäglich falsch, sonder schlicht eine Frechheit.

    • danilo e sagt:

      Das ist in der Tat eine Frechheit. Da muss man sich ja schämen, einem solch lächerlichen Artikel noch einen Hit geschenkt zu haben….

  41. Ivana Sikman sagt:

    1. Die hier dargelegte Argumentation für die repressiven Massnahmen des Konkordats laufen darauf hinaus, dass man, um schlimmere Verbrechen als Fackelwürfe, wie z.B. Vergewaltigung und Mord, zu verhindern, eigentlich von jedem Bürger die DNA abspeichern müsste. Überwachungskameras an jedem erdenklichen Ort , auch zu Hause, sollten auch niemand stören, der nichts zu verbergen hat. Das, natürlich, wäre kein Generalverdacht und keine Einschränkung der Bürgerrechte. Das ist ja nur der Sicherheit zudienlich.

    2. Von einem Fussballblogbetreiber, der in einem Beitrag schreibt “Eine Liebe, die zuvor schon durch den penetranten Selbstbeweihräucherungsdrang der FCZ-Fanszene gelitten hatte…” erwarte ich, dass er analytische, fachbezogene Beiträge, wie z.B. die überraschende Tabellenansicht der Super League, Sions Trainersituation, etc., in den Vordergrund stellt und diese ganzen touchy-feely-Beiträge mit dem Informationsgehalt eines weissen Blattes eher die Ausnahme bilden, denn was sind diese “Ich bin Fan von…”, “Ich finde Fussball tol, weil….”-Postings anderes als Selbstbeweihräucherungen, egal von wem, dass diese verfasst wurden.

    Bei allem Respekt, Herr Kühn und Tagi-Redaktion: beendet doch diesen langsam aber sicher allgemein beelendenden Blog.

  42. Meines Wissens nach sind:

    -Gesetzesentwürfe dem Referendum unterworfen, die Fussball-Anhänger werden es sicher problemlos schaffen, eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung für ihr Anliegen einzunehmen. Die vollgepissten Gärten, die demolierten Züge, die beschädigte Stadioninfrastruktur, die (teilweise) steuerbezahlten Polizeiaufgebote sowie das permanente Nichteinhalten einer Verordnung ( Sprengstoffgesetz) sind zwar nicht gerade Image-fördern, aber da schauen wir Bürger grosszügig hinweg, hauptsache es wird Fussball gespielt.

    -Verstösse gegen das Grundgesetz/Verfassung, welche scheinbar die Konkordatsbestimmungen beinhalten, vor Bundesgericht anfechtbar. Also wo ist das Problem?

    Und so wünsche ich den ca. 98% Kommentatoren oberhalb meines Beitrages viel Glück mit dem Marsch durch die demokratischen Institutionen. Im Falle eines Scheiterns vor Bundesgericht wie Stimmbürger können jene verantwortlich gemacht werden: (Zitat Alexander Kühn)
    “Schuld sind jene Fans, die sich partout nicht benehmen können.”

  43. rechner sagt:

    Lässt man das Zünden von Pyros aussen vor, und zählt nur die geworfenen Fackeln, so gab es in den letzten 5 Jahren weniger als 5 Vorfälle. Jährlich haben im Schnitt 2 Mio Menschen Fussball in der obersten Liga geschaut.
    wegen 5 Leuten werden also 10 Mio drangsaliert?
    Erklären Sie mir bitte inwiefern die Pauschastraffen diese Vorfälle verhindern und inwiefern diese wenigen Vorfälle ein solches Mass an Repression rechfertigen.
    Gewalt nimmt nicht zu, und mit dem neuen Konkordat werden Einzelfälle nicht verhindert.

  44. Marco Webber sagt:

    Erstens, lieber Blogger, nennen Sie die Verusacher bitte beim richtigen Namen: Das sind keine Fans, sondern Ultras. Die halten sich für etwas Besseres und missachten alle möglichen Regeln, weil sie glauben, durch ihre bunten Plakate und militanten Auftritte mehr Rechte zu haben.
    Fans sind von den Konkordatsbestimmungen nur betroffen, bis die Ultras ausgesiebt worden sind. Alles andere ist nur Angstmacherei. In ein paar Jahren hat sich das erledigt.
    Zweitens: Wenn sich mein Sohn zu einem Fackelwurf hinreissen lassen würde, wären die Meldepflicht und das Rayonverbot die für ihn noch angenehmsten Folgen. Das weiss er und für ihn kommt so ein Verhalten gar nicht in Frage. Man kann, darf und muss seine Verantwortung als Erziehender auch im 3. Jahrtausend noch wahrnehmen.

  45. Auguste sagt:

    hmm…, dass es soweit kommen musste, ist eine bankrotterklärung der “überfan”-szene. bei der wichtigtuerei einer szene, der nicht einmal der gewöhnliche superlativ zur eigendarstellung genügt, und die im positiven zwar zu bemerkenswerten “choreo”-leistungen, im negativen aber zu gefährdung an leib und sogar leben führen kann, bleibt unter dem strich das negative im öffentlichen gedächtnis stärker haften als das positive. das nennt sich pr-gau.

    ich gebe wieder einmal zu bedenken, dass ein spiel einer mannschaft “wertvoller” wird, wenn man sich mit einem guten gegner messen kann. am ende sind es die grossen siege, die die tradition eines vereins am leben halten und zu diesen erlebnissen braucht es zwingend die grossen widersacher und deren fans – siehe geisterspiele. weil man im fussball nicht durch den physischen triumph über gegnerische anhänger titel erringen kann, sind solche händel also völlig unsinnig und widersprechen dem eigentlichen geist sportlichen messens in geradezu grotesker weise. das hat mit fussball nichts zu tun.

    fan sein, mag zwar in erster linie eine herzensache sein, aber der kopf gehört eben auch dazu. wenn verstärkte repression hilft, die grössten idioten aus dem verkehr zu ziehen, dann bin ich zu diesem zeitpunkt uneingeschränkt dafür. vielleicht überdenken dann ein paar leute ihre grundsätzliche haltung vertiefter und setzen ihre beträchtliche energie dafür ein, dass der matchtag zu dem wird, was er eigentlich sein sollte: eine friedliche gefühlsachterbahn. lassen wir die chaoten ins leere oder zur leibesvisitation laufen. die typen braucht kein mensch.

    • Hans vom Hübel sagt:

      Fussball ist ritualisierter Stammeskrieg. Ich empfehle hierzu die Lektüre von Desmond Morris, einem Britischen Zoologen und Verhaltensforscher, der sich in seinem Buch “Das Spiel. Faszination und Ritual des Fußballs” unter Anderem eingehend mit der Gewalt im und rund um den Fussball aus ethologischer Sicht auseinander setzt und dabei auch soziologische und psychologische Aspekte mit einbezieht.

      Aggression und Gewaltpotential sind dem Menschen, besonders dem Manne inhärent. Wir können natürlich gerne so tun, als sei eine Gesellschaft bar jeder Gewalt ein erstrebenswertes Szenario. Ich möchte allerdings festhalten, dass das friedfertige Zusammenleben im Stile diverser Scince-Fiction Klassiker wie “Demolition Man” oder “Minority Report” auf mich nicht wirklich sexy wirkt. Und lassen wir mal Mittel wie Drogen, Beugehaft oder lückenlose Repression aussen vor, so wird die Menschheit auch durch soziale Kontrolle oder Intellektualisierung ihre eigene Natur nicht überwinden.

      Will man mein Statement jetzt mutwillig als plakatives Plädoyer dafür missinterpretieren, dass der menschlichen Natur kein Einhalt geboten werden könne und daher keine Grenzen gesetzt werden sollen, so sei’s drum.

      Aber wie zum Teufel kann man allen Ernstes den Anspruch auf gewaltfreien Fussball stellen? Im Wissen darum, dass Aggression und Gewalt Teil unseres Wesens, Teil unserer Gesellschaft ist und sich naturgemäss im Fussball – einer ritualisierten Form der gewaltsamen Auseinandersetzung – ganz besonders akzentuiert, ist diese Forderung absurd!

      Und gerne hätte ich von Dir, lieber Auguste noch erfahren, was genau Du unter einer “friedlichen Gefühlsachterbahn” verstehst. Für mich steckt darin ein Wiederspruch in sich.

      Sanfte Grüsse

      • Auguste sagt:

        hmm…, auch “sanfte grüsse”, hvh.

        schauen wir uns das doch am beispiel des fcb von gestern abend einmal an: zuerst freude darüber, dass sie auch in der petersburger tiefkühltruhe gut kombinierten, enttäuschung, dass witsel schneller war beim corner, schrecken als stocker niedergestreckt wurde, begeisterung über dragovic, der vielleicht sein bestes spiel für basel machte, entsetzen über diaz’ gelb-rote karte, erleichterung, dass endlich pause war. danach bangen und hoffen, anerkennung für den taktischen schachzug mit sauro, herzstillstand beim penaltypfiff, aufatmen und erleichterung, dass sommer genial parierte, und das herz noch im üblichen rhythmus schlug, soviel zürcher freude wie möglich über eine weitere finalrunde für den fcb (und auf gareth bale & friends live im st. jakobspark).

        hoffen, dass beni vielleicht doch noch zu einfachem deutsch finden könnte am ende seiner “distinguierten” reporter-karriere und auf ein “poschettli” , das nicht aussieht wie ein gefalltetes elefantenohr in sascha ruefers veston.

  46. Holger sagt:

    Als Dynamo Fan das Maul aufreissen! Ohne Worte!!!

  47. paddy sagt:

    R.I.P Fussball

    Du wurdest auf hinterhältige Art niedergerungungen von einer Horde Politiker angeführt durch KKS…

  48. 93 Minute sagt:

    Und wieder etliche Klicks generiert. Gehts nur noch darum? So viel wie möglich traffic? Herr Kühn, ich empfehle Ihnen das Lesen der Rede eines kompetenten Arbeitskollegen von Ihnen, Herrn Seibt, der den Journalismus der “Weltwoche” aufs feinste analysierte und als endlich definierte. Ihr Blog läuft Gefahr, in das selbe Fahrwasser zu geraten, und das sollte Ihnen als Vertreter des Medienhauses Tages-Anzeiger wirklich zu denken geben. http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/1769/presse-demokratie-und-meinung-eine-rede-vor-den-aktionaren-und-freunden-der-basler-zeitung/

  49. marcel finn sagt:

    Wer denkt, ist gegen das Konkordat.

  50. All jenen, die Knallkörper und falsch verstandene Solidarität in den Fankurven verniedlichen, sei der folgende Artikel empfohlen. Es geht dabei um einen Stadionordner, der schwere Folgen davongetragen hat, während die Fans, die den Täter überführen könnten, schweigen. http://www.welt.de/sport/fussball/article111899208/Pyrotechnik-zerstoerte-das-Leben-dieses-Mannes.html

  51. Shift sagt:

    @ Auguste: “…vielleicht überdenken dann ein paar leute ihre grundsätzliche haltung vertiefter und setzen ihre beträchtliche energie dafür ein, dass der matchtag zu dem wird, was er eigentlich sein sollte: eine friedliche gefühlsachterbahn. lassen wir die chaoten ins leere oder zur leibesvisitation laufen. die typen braucht kein mensch…”

    Und was ist, wenn diese “Chaoten” sich dann auf einmal wieder benehmen? Wird dann das Konkordat wieder rückgängig gemacht? Wohl kaum!

    Frage: Wie verläuft eingentlich eine friedliche Gefühlsachterbahn? “Mann bisch du langwilig!”

    Ich gehe nun seit ein paar Jahren mit meiner 6 jährigen Tochter stets in die Südkurve. Nie etwas passiert!

    Und noch was: Ich toleriere die Pyros, weil sie im Letzigrund nicht willkürlich und überall gezündet werden. Bin ich jetzt als Familienvater und Stadtangestellter ein schlechter oder gar krimineller Bürger?

    Auch wenn das Konkordat angenommen wird, wird sich nichts, aber überhaupt nicht an der Sicherheit ändern. Und sollte es mal ausserhalb oder innerhalb eines Stadions Krawalle geben, dann klatsche ich in die Hände und sag: “Danke an alle inkompetenten Sesselfurzer und naive Medienbeeinflusste, die ein weiteres Gesetz in Kraft gesetzt haben, welches für den Marder ist!”

    • Auguste sagt:

      hmm…, natürlich sind sie wahrscheinlich kein schlechter oder krimineller bürger, swift. was allerdings das in-die-hände-klatschen bei künftigen krawallszenen anbelangt – jeder macht sich zwischendurch mal so gut zum affen, wie er es halt kann.

      dass jetzt aber die staatlichen daumenschrauben angezogen werden sollen gegenüber unbotmässigem verhalten rund um den schweizer fussball bwz. eishockey, ist kein “jux und dollerei” seitens der sicherheitsverantwortlichen. das haben wir ein paar unbelehrbaren zu verdanken, die nicht wahrhaben wollten, wo die grenzen gesellschaftlich akzeptablen betragens liegen. wer für typen in schwarzen hoodies (das ist hierzulande übrigens keine club-farbe) und potentiell gefährlichem feuerwerk sympathie entwickeln kann, der hat doch einen an der waffel.

      sehen sie sich einen moment lang foto 2/7 an – vollpfosten im nebel und mittendrin ein ausdruckstänzer im weissen t-shi der ein “x” sein will. wer braucht schon solche bilder?

  52. Heinrich Leemann sagt:

    Es gibt gar nix zu bereden.
    Straftäter gehören eingelocht und andere sollen präventiv durchgecheckt werden.
    Dann kann man vielleicht bald wieder in Ruhe ins Stadion gehen.
    Wie gesagt, nix zu bereden.

    • Shift sagt:

      Und wenn Sie dann mal wieder ins Stadion gehen, werden Sie auch durchgecheckt. Denn AUCH SIE gehören zu den potenziellen Straftätern!

      Zuerst Hirn einschalten, man dankt!

  53. Fan vom Scheichegingger sagt:

    Bravo Scheichegingger.
    man könnte noch anfügen:
    massive Missbräuche in der katholischen Kirche.
    Kirche abschaffen.
    Gewalt in Ehen (von den sogenannten braven und ordentlichen Bürgern)
    Ehe abschaffen.
    Bayerischer Politiker hat im Suff einen Polen tot gefahren. Anschliessend wurde er Verkehrsminister.
    Politik abschaffen.
    abgesehen davon sind die Choreographien und Pedarden der FCB Fans wunderschön anzusehen.
    Da gabs auch nie verletzte oder anderen Stress.
    Grüsse Fan vom Scheichegingger

  54. B. Tertre sagt:

    Da sich nach Jahren des guten Zuredens und Appelierens an die Eigenverantwortung nichts zum Positiven geändert hat, muss man halt ein bisschen Repression anwenden. Sorry die Ihr Euch alle nervt ab der Kontrollen und den gewagten Worten von A. Kühn, aber das bisschen Kontrolle müsst Ihr jetzt einfach ertragen. Wer nichts illegales vor hat, muss sich vor nichts fürchten, oder lieg ich hier falsch?

  55. C.R. sagt:

    “Die Fans, vor allem die fanatischsten, sind keineswegs – man kann es nicht deutlich genug sagen – die Perversen, allenfalls die Sektierer des Fussballs: Sie sind seine Orthodoxen und Traditionalisten, seine Fundamentalisten.”

    Leseempfehlung: “Ein Tor, in Gottes Namen!”
    Ueber Fussball, Politik und Religion

    Dieser Blog ist etwas vom schlechtesten, was ich jeh gelesen habe. Ich fahre seit über 25 Jahren an die Spiele des FC Basel. Angst musste ich noch nie haben… Wer vor einem Besuch eines Fussballspiels eine Paranoia schiebt, dem ist nicht mehr zu helfen. Es scheint, als wäre dies beim Autor der Fall. Meine Empfehlung: Lassen sie sich von Papi und Mami begleiten und buchen sie ihre Karte im Familien-Sektor.

    Seien sie aber nicht überascht, wenn ein übereifriger Security ihre 80-jährigen Eltern oder vielleicht auch ihren 6-jährigen Sohn einer “gründlichen” Kontrolle unterziehen möchte. Mit Griff.. Lassen wir das. Den Security Leute traue ich aber alles zu. Da habe ich schon zu viel erlebt.

    Betreffend dem dämmlichen Vergleich zu den Flughafenkontrollen: Es liegt wohl in der Natur der meisten Menschen (nicht Fussball Fans eingeschlossen), dass ewiges anstehen, unzimperliche Befehle seitens der Sicherheit, Kontrollen und Verdächtigungen ein ungutes Gefühl hervorrufen. Ungeduld und ein gewisser Stolz hat jeder von uns.. Vor dem passieren solch einer Kontrolle fühle ich mich immer irgendwie gereizt.. Sie kennen das sicher auch. Obwohl sowohl sie wie auch ich nichts verbrochen haben.

    Ist bestimmt gut vor einem Derby, wenn man das Stadion in gereizter Stimmung betritt…

  56. Mensen Sann sagt:

    wens angenomen wirt triffts den Fussball und seine Fans….doch irgend wan den NORMALEN BÜRGER….Merk den niemand das dass in zukunft auch auf normale leute ausgedehnt werden kann? Wenn man freiheit für sicherheit aufgiebt…verliert man irgend wan beides….aufpassen bei solchen abstimmungen…denkt an die zukunft…..FUSBALL UND HOOLS SIND NUR EIN VORWAND FÜR NEUE GESETZER DIE AUCH DEN BüRGER TREFFEN KÖNNEN DER NIX MIT FUSSBALL ZU TUN HAT !!!!

  57. Tom Müller sagt:

    Sie haben absolut ins Schwarze getroffen und recht Herr Kühn! Was habe ich mich schon grün und blau geärgert über besoffene, rassistisch gröllende, Böller und Pyros zündende und werfende möchtegern “Fussballfans” im Stadion, die mir jegliche Freude am Fussballevent versaut haben! Da erachte auch ich als freiheitsliebender und liberaler Mensch einen gewissen Eingriff in die Freiheitsrechte als – leider – zwingend notwendig und gerechtfertigt!

  58. Michael sagt:

    Wer nichts zu Kravallen beiträgt oder beizutragen hat,
    hat vor einer Leibesvisitation ja gar nichts zu befürchten.
    Sicher mag das mühsam sein, aber unsere sogenannten
    Fussbalfans mit ihrer “kultur” sind ja nicht eines besseren
    belehrbar.

    Sie scheissen auf Bussen, Verletzte und Gehörschäden.

    Man sollte noch viel härter durchgreifen. Nach dem Fackelderby
    brauchte ich ein paar monate um mich wieder ins stadion zu getrauen.
    Aber die hardcores finden solche vorkommnisse ganz normal.
    Sie wollen nichts ändern, sie legen es sogar drauf an.