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Warum GC in Basel die nächste Schlappe kassiert

Steilpass-Redaktion am Samstag den 23. Februar 2013

Ein Gastblog von Florian A. Lehmann*


4:0, 6:3, 4:1 – das sind nicht etwa irgendwelche Resultate aus der 4. Liga, sondern das Skore der letzten drei Heimsiege des FC Basel gegen die Grasshoppers in der Super League. Am Sonntag hat die rot-blaue Offensivwelle die nächste Gelegenheit, die blau-weisse Maginot-Linie aus Niederhasli zu demütigen und mit einer gesegneten Packung über den Bözberg nach Hause zu schicken. Das Schlimme aus Zürcher Sicht: Es gab noch eine höhere Niederlage im schmucken Stadion St. Jakob an der Birs. Das 1:8 vom 12. September 2004 ist legendär und vor allem für GC-Anhänger noch gegenwärtig. Von «Ohrfeigen-Wetter für GC» schreibt das nationale Boulevardblatt im Hinblick auf den Schlager vom Sonntag. Kein Wunder, bekommen GC-Fans automatisch Kopfschmerzen, wenn sie einen Trip nach Basel unternehmen.

Wer auf die Absenzenliste der Hoppers schaut, ahnt Ungutes für die Mannschaft von Trainer Uli Forte, die ja erstaunlicherweise die Tabelle immer noch anführt. Captain Vero Salatic, die Seele des Teams, ist verletzt, der Walliser Abwehrturm Stéphane Grichtig ist gesperrt – das sieht aus Zürcher Sicht gar nicht gut aus. Und wenn der Schiedsrichter einen solchen Mist pfeift wie Herr Daniel Wermelinger bei seinem Abschied am 18. November 2012, dann kann GC-Keeper Roman Bürki noch so viele Penaltys halten, am Ende wird es bei ihm deftig einschlagen, um im Jargon der Maginot-Linie zu bleiben. Die Ausnahme bestätigt auch hier die Regel: Das 1:2 der Basler gegen die Zürcher am 6. März 2010 war eher ein Betriebsunfall und hielt den rot-blauen Fussball-Express nicht davon ab, wieder Champion zu werden.

Der Hauptgrund, dass sich der FCB auch am Sonntag klar durchsetzen wird, liegt nicht an der Statistik, sondern an der Stärke dieser Elf. Die Mannschaft ist mittlerweile wieder gut drauf, das hat sie gegen diesen ukrainischen Verein mit dem unaussprechlichen Namen bewiesen. Dass Alex Frei nicht mehr dabei ist, beflügelt die rot-blaue Harmonie sichtlich. Und selbst den Ausfall von Captain Marco Streller scheint die Fussball-Clique um Murat Yakin zu verkraften.

Wobei nun der Hauptgrund kommt, warum der FCB spätestens in zwei Wochen das überraschende GC von der Spitze verdrängen wird: der Trainer. Murat Yakin ist ein schlauer Fuchs. Und er bringt reichlich Erfahrung von einem Club mit, der vor gar nicht allzu langer Zeit grosse Erfolge feierte und die beste Mannschaft des Landes war – GC. Yakin verbrachte seine beste Zeit als Aktiver, als er das blau-weisse Dress trug und sogar in der Champions League überzeugend auftrat.

Ein Trost wird es morgen Abend nach Spielschluss aus Zürcher Sicht dennoch geben: Schlappe hin oder her – Entwicklungshilfe fängt östlich vom Bözberg an.

*Florian A. Lehmann ist Sportjournalist bei Tagesanzeiger.ch.

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