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Wie ich GC-Fan wurde, Teil 2

Steilpass-Redaktion am Donnerstag den 21. Februar 2013

In unserer Serie «Was ich zum Thema Fussball schon lange loswerden wollte» schrieb Samuel Reber, wie er GC-Fan wurde. Seine Sympathie für die Grasshoppers hatte jedoch einen Grund: Sie verhalfen 1989 dem FC Luzern indirekt zum einzigen Meistertitel. Das konnte Tobias Meyer*, ein echter GC-Fan, nicht auf sich sitzen lassen.

Das Zürcher Derby am 5. Mai 1984. (Keystone/Str)

Ein Spiel, das in Erinnerung blieb: Das Zürcher Derby am 5. Mai 1984. (Keystone/Str)

Als Sohn von Pfadi-Eltern im fussballerischen Niemandsland des Zürcher Weinlandes war Fussball bei uns nie Thema – bis ein Familienfreund mir aus unbekanntem Motiv ein GC-Leibchen schenkte. Noch im Vorschulalter, war ich sofort fasziniert: symmetrisch und gegengleich blau und weiss nach dem Zürcher Wappen, das wir auf unserer Autonummer hatten? So cool. Ein Club der sich «Heugümper» nennt? Klasse.

In kindlicher Neugier brachte ich alsbald die Namen sämtlicher Spieler in Erfahrung und repetierte sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit (Kader 1983 – wer erinnert sich an Livio Zanetti?). Mein Vater hatte mir fortan, etwas widerwillig, jeden Montag die Resultate des vergangenen Spieltages samt Tabellenlage aus dem Sportteil der «Schaffhauser Nachrichten» vorzulesen, worauf ich jeweils ungeduldig wartete – an «FC Zürich – Grasshoppers 3:2» im Mai 1984 und das anschliessende Getobe erinnere ich mich noch lebhaft.

Platini live für 15 Franken: Ticket für das Juve-Spiel vom 7. November 1984. (Bild: grassmokers.ch)

Platini unter Trapattoni live für 15 Franken: Ticket für das Juve-Spiel vom 7. November 1984. (Bild: grassmokers.ch)

Ein besonderes Prozedere auch bei Meistercup-Spielen an Abenden unter der Woche: Weil ich längst vor dem Abpfiff im Bett war, schriebt die Mutter, mittlerweile wohlwollend desinteressiert, die Resultate an die Wandtafel in meinem Zimmer, so dass ich am Morgen beim Aufwachen sofort Bescheid wusste. Und so muss ich eines Morgens – ungläubig, da siegesgewiss – lesen: GC – Juventus 2:4.

Auch der erste Besuch im Hardturm ist eine bleibende Erinnerung – über einen Militärfreund meines Vaters erhielten wir Plätze auf der alten Haupttribüne, Gegner war Xamax: der Vater mühsam bemüht, die Buben einigermassen still zu halten; Heinz Hermann mit wehendem Haar und langen Schritten durchs Mittelfeld; Maurizio Jacobacci dribbelt uns an der Seitenlinie schwindlig; ein Mann in der Nähe brüllt stakkatomässig «Hopp GC, Hopp GC». (Erst viel später lerne ich, dass er ein Habitué ist und aufgrund seiner salvenartigen Ausrufe den Spitznamen «Maschinegwehr» trägt.) Das Spiel, dramatisch, endete 4:4.

Und weg war er: Heinz Hermann verliess GC für Xamax, wo er unter Gilbert Gress spielte. (Bild: Keystone, 5. Oktober 1988)

Und weg war er: Heinz Hermann verliess GC für Xamax, wo er unter Gilbert Gress spielte. (Bild: Keystone, 5. Oktober 1988)

Als Weihnachtsgeschenk einer Tante lag nun der «Sport» dreimal die Woche im Briefkasten; am Montag, Mittwoch und Freitag eilte ich jeweils von der Schule nach Hause, um vor dem Mittagessen mehr Zeit zur Lektüre zu haben. Heinz Hermann geht zu Xamax!? Eine Welt brach zusammen. Ein gewisser Mats Gren kommt aus Schweden und trifft im ersten Spiel gegen YB viermal? Euphorie!

Als Halbwüchsiger dann die ersten selbständigen Matchbesuche im Hardturm mit einer Gruppe Gleichgesinnter aus dem Dorf. HB, Tram Nummer 4 bis Station Hardturm, Estrade Ost – eine neue Welt tat sich auf: Bier; Schlachtgesänge («Der Meister vom See» – jeweils dann am Montag auf dem Schulweg grölend repetiert); Hooligans im Fanblock; die Dynamik der Masse. Wir sahen grosse und weniger grosse Spiele. (Ewigen Dank, Alain, für das Traumtor und die absolute Weltklasseleistung gegen die AS Roma (4:3 nach 0:2 Rückstand), aber was genau war im Cupfinal gegen Lugano (1:4) los?)

Verbannung in die Abstiegsrunde 1992 und die Erkenntnis: GC-Fan zu sein, ist charakterbildend. Nicht nur lehrt es, die Häme und Schadenfreude Dritter zu ignorieren. Es lehrt überdies, eine unpopuläre Minderheitsposition zu vertreten, mithin ein «Contrarian» zu sein; die blosse Erwähnung, GC-Fan zu sein, macht einen oft im Handumdrehen zur Persona non grata, evoziert zuweilen gar Hass – gerade in intellektuelleren Kreisen, welche sich gerne als «Fans» des «Arbeiterklubs» ausgeben und im Allgemeinen vorgeben, «Toleranz» gegenüber anderen Positionen hochzuhalten. So be it.

6:5 gegen den Stadtrivalen: Nunez bezwingt FCZ-Goalie Taini am Derby vom 3. März 2004. (Bild: Keystone)

6:5 gegen den Stadtrivalen: Nunez bezwingt FCZ-Goalie Taini am Derby vom 3. März 2004. (Bild: Keystone)

Apropos FCZ. Die Rivalität der beiden Klubs war in den Achtziger- und Neunzigerjahren kein prägendes Element (meines) GC-Fantums. Wohl schlicht, weil der FCZ in jenen Jahren keine bestimmende Rolle spielte (ausser in der Auf-/Abstiegsrunde gegen Schaffhausen im Letzigrund, wo Jogi Löws Freistoss an der Latte statt im Tor landete, was für den FCZ NLA und für Schaffhausen NLB bedeutete). Im Gegenteil, ich empfand für den FCZ, dessen Handvoll Fans und den damaligen Präsidenten eine Art Achtung. Dies änderte sich erst mit den Hipstern und anderen Modefans, welche den FCZ in den letzten zehn Jahren wie eine Plage befielen. Hierüber ist anderenorts zur Genüge geschrieben worden. Der Aufstieg des FCZ zu einem ernsthaften Rivalen macht die GC-Fanexistenz jedenfalls spannender. Man gewinnt lieber 6:5 nach hartem Kampf, als 6:0 bei Einbahnfussball (Resultate jetzt nur so als Beispiel).

Mit den Jahren hat sich die Fussballpassion etwas abgekühlt (zu den Gründen eine treffliche Analyse von Simon Kuper im «FT Magazine»), geblieben ist das Leiden mit und die Leidenschaft für die Grasshoppers. Im Ausland lebend, schätze ich die sechs Stunden Zeitverschiebung am Spieltag – die Anspannung ist verkürzt, in der Regel kenne ich den (in letzter Zeit zum Glück wieder öfters positiven) Matchausgang schon vor dem Lunch. Bei den periodischen Besuchen in der Schweiz gehe ich wann immer möglich in den Fanblock (obwohl an sich nicht mehr ganz meine Altersklasse), um «Hopp GC» in das halbleere Rund zu schleudern.

*Tobias Meyer lebt und arbeitet als Anwalt in den Vereinigten Staaten. Er spielt in einer Hobbymannschaft und glaubt bis heute, dass er es irgendwann einmal noch zu GC  ins «Eins» schafft.

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44 Kommentare zu “Wie ich GC-Fan wurde, Teil 2”

  1. Matthias sagt:

    Auch bei mir wurde die Leidenschaft für GC schon sehr früh geweckt! Das war Ende der 60er Jahre und blieb bis heute! Und wenn man mal GC-Fan ist, dann bleibt man’s wohl bis zum Ende. Aber dies ist für einen richtigen Fussballfan wohl selbstverständlich, dass man einem Club die Treue hält. Egal wie gut und in welcher Liga der gerade spielt. Zu GC kam ich allerdings eher zufällig. Mein älterer Bruder schloss sich der GC-Landhockeysektion an. Da war ich knapp 10 Jahre alt und bei mir gab es dadurch einen Impuls, der sich innerhalb von wenigen Monaten in eine Leidenschaft verwandelte. Dass man als GC-Fan weit herum eher belächelt wurde, spornte eher an. Und in der Zeit, als die Leidenschaft am meisten zum Ausdruck kam, war GC so stark, dass man mit Spott der Fans von anderen Clubs, allen voran dem FCZ sehr gut umgehen konnte. Das war das goldene Zeitalter Ende der 70er Jahre. Als Teenager fuhr ich mit dem Moped und meterlanger Fahne aus der Aargauer Provinz auf den Hardturm. GC kam in den UEFA-Cup Halbfinal und schied knapp gegen Bastia aus. GC warf Real Madrid aus dem Europacup und es gab noch einige andere unvergessliche Erlebnisse. Da konnte einem der Spott eines GC-Fans nun wirklich nichts anhaben.
    Nun, es kamen auch wieder schwerere Zeiten, wie wir alle wissen! Aber die Leidenschaft blieb. Nach schwierigen Jahren folgen immer wieder bessere. Immerhin mussten wir im Gegensatz zum FCB und FCZ nie den Gang in die NLB antreten. Auch wenn letztes Jahr dazu schon sehr viel Glück nötig war.
    Als junger Fan war es für mich das Grösste, als sich der FCZ in die NLB verabschiedete. Aber mir wurde schnell klar, dass dann die interessantesten Spiele des Jahres fehlten. Also war ich froh, dass der FCZ wieder aufstieg. Und als der FCZ vor einigen Jahren endlich mal wieder Meister wurde, mochte ich ihm das sogar gönnen. Altersweisheit möchte ich das nicht nennen, aber eine gewisse Ruhe ist mit fortgeschrittenem Alter schon eingetreten. Man betrachtet alles ein wenig nüchterner. Die Leidenschaft für mein GC ist aber nach wie vor ungebrochen.

    • Diego Sesa sagt:

      Bin selber in der Stadt Zürich aufgewachsen und habe zu einer Zeit zum GCZ gefunden als sich praktisch niemand hier für Fussball interessierte.Auch nicht für den fcz.
      Dass sich in den letzten Jahren eine gewisse fcz-lastigkeit in gewissen kreisen eingeschlichen hatte,spornte meine Liebe zum ersten Fussballklub der Stadt nur noch zusätzlich an. Besonders reizvoll waren schon in den 90ern die Reisen aufs Land zu St.Gallen oder Luzern, wo einem jeweils der blanke Hass des Publikums entgegenschlug. Das war ein Spass !Mittelmass und Mainstream war nie mein Ding und der GCZ wird für immer der perfekte Club für mich sein !

  2. Dustin Peters sagt:

    könnte ich geschrieben haben: Das mit dem Weinland stimmt zwar nicht, aber ich erinnere mich an Livio Zannetti, (oder Metin Sengör, Richi Bauer, Renato Hächler) an mein erstes GC-Leibchen, und die Depression über den Hermann-Transfer (welcher mein absoluter Lieblings-Spieler war). Als Nicht-Zürcher wurde ich genau deshalb GC-Fan wegen den lustigen Leibchen und dem schönen Namen (oder umgekehrt).

  3. Hanspeter Zwicker sagt:

    Schön!

  4. Hans sagt:

    Schön! Aber gut: Was bleibt einem GC-Fan anderes übrig als in Nostalgie zu schwelgen? GC war vorgestern. Gestern, heute morgen ist FCB!!

    • E. Schönbächler sagt:

      Als nach langen Jahren des Mittelmasses der FC Basel die nötigen finanziellen Mittel hatte (Gigi Oeri sei Dank) wurde kräftig Personal beim Rivalen vom Hardturm rekrutiert. Ohne GC stünde der FCB nicht so gut da wie er jetzt ist und vorallem gemacht wird!

    • Thomas Meier sagt:

      irgendwie habe ich das gefühl, dass ihnen am sonntag das gegenteil bewiesen wird

      • Hans sagt:

        Sie wissen ja was mit dem FCZ und YB passiert ist als Sie versuchten zum FCB aufzuschliessen, oder? Absturz durch Selbsttäuschung und Selbstüberschätzung. Es ist einfach als “normaler” CH-Gurkenclub langrfristig und nachhaltig NICHT möglich mit dem FCB mitzuhalten, weil kein anderer Club die Möglichkeit hat sich gesellschaftlich, politisch, kulturell, finanziell und sportlich so breit abzustützen; sowie auch in all diesen Bereichen keine vergleichbare Unterstützung geniesst wie der FCB, das ist halt (leider) mal Fakt.

        GC hat eine grosse Vergangenheit und ist Rekordmeister. Aber die Zeiten ändern sich. Die Gegenwart und Zukunft gehört dem FCB (siehe oben, zurecht!) Nun, die jetzige sportliche Hausse des GCZ begrüsse ich als Sport- und FCB-Fan natürlich. Dort wird zurzeit auf sportlicher Ebene gute Arbeit geleistet, mit jungen Nachwuchsspielern. Aber bis zur Meisterschaft ist es noch ein langer Weg… Und FCB wirds packen, da bin ich überzeugt!

        • FCZ-Andy sagt:

          Aber, aber, wer weiss denn schon wirklich was die Zukunft bringen wird? Wieder ein FCB der um den Abstieg kämpfen muss? Gar noch nicht so lange her. Wie sagt der Volksmund? Hochmut kommt vor dem Fall. Schauen wir doch mal, wie die Situation in so ca 5 Jahre aussehen wird. Klar, zur Zeit ist Basel die Fussballhochburg, aber die Zeiten ändern sich schnell. Manchmal sogar schneller als einem selbst lieb ist. Meine Sympathie gehört allen denen, die sich mal für einen Club entschieden haben, aus welchen Gründen auch immer, und noch dessen Fan sein wird, wenn es nicht so rund läuft. Eagl ob FCB, GCZ, YB oder eben am Besten, FCZ ! 🙂

  5. Hans sagt:

    UND morgen ist FCB 🙂

  6. Philipp Rittermann sagt:

    also nein, herr meyer – ich bitte sie – es gibt nur EINEN fussballclub in zürich und der heisst fcz!

    • Ruedi von Steiger sagt:

      Da haben Sie vollkommen recht und ich gratuliere Ihnen zur Erkenntnis, dass es sich bei GC nicht um einen Fussball-, sondern um einen polysportiven Verein handelt.

      • Philipp Rittermann sagt:

        nun weiss ich aber nicht so recht ob ich ihnen hierfür danken – oder böse sein sollte. 🙂

        • Gregor sagt:

          Ruedi, bitte, 1886 als erster Fussballclub in Zürich gegründet. Grasshoppers bezieht sich (wer hätte das gedacht) auf die Fussball-Spielfeldunterlage und nicht auf Tennis-Wimbledon oder rudern.

          • Ruedi von Steiger sagt:

            Schon klar. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2013 und da handelt es sich bei GC um einen polysportiven Verein – mit rund 4’000 Mitgliedern übrigens der grösste der Schweiz – aus der Stadt Zürich. Mit meinem Beitrag wollte ich eigentlich nur Herrn Rittermann ein wenig auf die Schippe nehmen, welcher es – Chapeau – mit Humor nahm.

  7. Kevin sagt:

    denke mit Modefans müssen Sie als GC Fan gar nicht kommen wenn man die Zuschauerzahlen von letzter und dieser Saison vergleicht… Aber endlich mal wieder ein verhältnismässig anständiger Bericht nicht so wie die letzten paar Male…

  8. Mäsi sagt:

    Der Vollständigkeit halber und weil’s bestimmt mindestens so interessant ist:
    Ich wurde GC-Bemitleider, als es Coltorti in der 93. Minute die Energie nahm…
    https://www.youtube.com/watch?v=bx0Z_afk9zo
    (fand kein besseres Video – aber wer da war, vergisst’s nie)

  9. Andy Green sagt:

    Hätte dir der Bekannte mal besser ein FCZ-Trikot geschenkt! Der Artikel ist klasse, nun verstehe ich ein wenig besser, warum man GC-Fan wird.

    • Wishaw Thomas sagt:

      Ich versuche und gebe mir alle Mühe, um zu verstehen warum man GC Fan wird. -es gelingt mir nicht. 😉

      Man merkt klar und deutlich, dass Herr Meyer den Fussball liebt.
      Kein bashing – keine persönlichen negativen Wahrnehmungen und Veränderungen im privaten, werden dem Fussball(spiel) angekreidet/untergeschoben, wie es die letzten SchreiberInnen machten.

  10. Roman Z. sagt:

    Als Zolliker war man sozusagen genetisch vorbestimmt GC-Fan zu werden.. Wir hatten zu meiner Schulzeit (vorwiegend 70er Jahre) genau zwei FCZ Fans bei uns und das waren -wen wunderts- zwei Zugelaufene aus dem Limmattal

    • Kraft sagt:

      Wie auch als Erlenbacher. Schade, haben sich diese wohl definierten sozialen Linien heute aufgelöst.

    • Philipp Rittermann sagt:

      genau das ist der punkt – richtige stadtzürcher sind fcz-fans! ich schwör.

      • Roman Z. sagt:

        Stimmt nicht wirklich so. Eher ist es so, dass Rechts der Limmat tendenziell GC-Gebiet ist (Also z.B. Höngg, Witikon etc.) und Links der Limmat war man eher auf den FCZ ausgerichtet (z..B. Wiedikon, Aussersihl etc.). Obs heute noch so ist entzieht sich allerdingds meiner Kenntnis.

      • Kraft sagt:

        Genau, lieber Herr Rittermann, die ‘richtigen’ Stadtzürcher, die sich krampfhaft eine urbane Reputation aufbauen möchten, um ihre Herkunft aus der tiefsten Provinz zu verbergen. Roman sagte es richtig: Höngg, Witikon, Zürichberg, Seefeld, Goldküste, sprich einfach dort, wo die Sonne scheint, war immer GCZ Stammland. In den Niederungen der Stadt und im Schatten gedieh der Geist der armen, unterdrückten Verlierer von Natur aus besser. Geändert hat sich das erst, als aus den Verlierern Gewinner wurden. Zum Glück stimmt der Kurs jetzt wieder.

  11. KayaDee sagt:

    Ach immer wieder kommen die Bebbi Stimmen zum Vorschein mit Ihrem FCB.
    Klar der FCB ist seit ein paar Jahren das Mass aller Dinge im schweizer Fussball. Leider vergessen aber viele, dass das lange Zeit nicht so war. Ich kann mich an die glorreichen 90er Jahre erinnern, da war Basel gar kein Thema wenn es um den schweizer Spitzenfussball ging, es war einem nichteinmal klar, dass es einen FCB gibt;-) Erst als die reiche Gigi kam und Geld schüttete, wurde aus dem FCB das was es jetzt ist.
    Kann man so mit vielen Mannschaften vergleichen, Manchester City, Chelsea, Paris u.v.a sind erst Konkurrenzfähig geworden seit x Millionen Euro investiert wurden. OIhne Geld geht es nun einmal nicht auf dieser Welt. Früher wurde dies GC vorgeworfen als noch Spross Jahr für Jahr Millionen in den Verein butterte. Dann war Schluss mit dem Geldsegen und auch durch einige Fehlinvestitionen durch den damaligen Vorstand hat dann dazu geführt dass GC plötzlich nicht mehr um den Meistertitel mitreden konnte. Nun scheint es (auch finanziell) wieder aufwärts zu gehen und nochmal an alle Bebbis, ihr glaubt nicht im Ernst dass der FCB für ewig die Topmannschaft in der Schweiz bleibt!? Und bis der FCB nur annähernd soviele Titel holt wie GC, ja da müssen noch sehr sehr viele erfolgreiche Jahre vergehen. Wie dem auch sei, es soll doch jeder für die Mannschaft seines Herzens sein und der ewige Vergleich mit anderen Mannschaften und wer heute top ist und morgen flop, weiss keiner, es kann alles sehr schnell gehen im Fussball und plötzlich ist man wieder unten. (Siehe auch Ajax Amsterdam, früher National sowie europäisch unter den Topvereinen, seit vielen Jahren spielen sie europäisch keine Rolle mehr und national kommen sie auch erst seit 2-3 Jahren wieder vorwärts)

  12. Thomas S. sagt:

    Irgendwie sehe ich mich in diesem Bericht wieder. Am Sonntagmorgen die 164 anrufen, um zu hören was GC und der ZSC gemacht haben oder am Sonntagmittag auf DRS1 die GC Spiele mit den Reportern Jean-Pierre Gerwig und Gody Baumberger mit verfolgen. Schön war sie, die Zeit…….

    • Peter Riese sagt:

      164…. das habe ich schon ganz vergessen, richtig. Wurde durchaus auch x-mal hintereinander gewählt wenn der gesuchte Spielausgang noch nicht verkündet wurde. Mein GC-Herz verdanke ich v.a. Mäse Koller, welcher Mitte der 80er-Jahre mal ein Training unserer Junioren-Mannschaft im ZH-Oberland leitete… Der hat auf einen Schlag eine ganze F-Mannschaft als Fans rekrutiert gefolgt von unzähligen Hardturm-Besuchen. Ob es solche Trainings von Profis heute wohl noch gibt? Sie dürfen die Idee sonst gerne verwenden, Herr Dosé…

  13. Peter Baur sagt:

    Ich wurde 1974 GC-Fan und bin es bis heute geblieben. Berbig, Ponte, Sulser usw… Alle meine Freunde halfen entweder dem FCZ oder dem FCB, welche in dieser Zeit das Sagen hatten. Nun denn: Danke GC für die schönen Momente und hoffentlich ist das Theater um den neuen Hardturm bald auch Geschichte!

  14. Kudi sagt:

    Einmal GC, immer GC! Mein Vater hat mich 1953 im Alter von 7 Jahren auf den Hardturm mitgenommen, wo ich hinter dem Tor oft Ballenbub sein durfte. Ich erinnere mich auch noch an Balamann, Bäni, Duret, Robbiani, Scheller, Vonlanten, Vuko und co. und an viele der folgenden Generationen. Ich glaube, dass ich mehrere hundert Namen behalten habe. Heute freue ich mich aus weiter Ferne am Äquator über die neue Erstarkung meiner Lieblinge, wenn ich auch nicht mehr alle Spieler auswendig kenne. Hopp GC! Baut endlich dieses Fussballstadion oder seit ihr ????

    • FCZ-Andy sagt:

      Kudi, einmal GC, immer GC. davor habe ich Respekt, bleibt man seinem Club treu, in guten wie auch in schlechten Zeit. Schade nur, hat man Dich mit 7 Jahre in das falsche Stadion gezerrt. 🙂 DerLetzi wäre das Richtige gewesen 🙂

  15. Andy Ungricht sagt:

    Ich habe den Bericht mit Freude gelesen. Mit Jahrgang 1967 war ich zur gleichen Zeit Fan geworden, jedoch von Xamax. Mein erstes Spiel sah ich auf der Maladiere gegen Sparta Prag 1981 (3:2). Ich wurde als Basler, der Xamax – Fan war, nie ganz ernst genommen. Jetzt ist “meine” Mannschaft in der 2. Liga, ich schaue mir die Resultate im Teletext an. Bei mir lief es ähnlich, wie bei T. Meyer, ich kannte alle Spieler – nicht an der Rückennummer, sondern von den Bewegungen und dem Aussehen. Ich hätte alles live kommentieren können. Wenn ich einzelne Spieler herausheben möchte, sind dies Daniel Don Givens, Robert Lüthi, Philippe Perret, Joel Corminboeuf, Carsten Nielsen, Uli Stielike, Heinz Herrmann und Adrian Kunz. Nicht vergessen – Gilbert Gress, der Trainer. Gut erinnern kann ich mich an die Jahre, wo sich GC (Berbig, Koller, Herrmann, Egli, In-Albon) sich viel mit Servette (Burgener, Favre, Decastell, Brigger) duellierte. Die Meisterschaft war oft auf Messers Schneide. Schöne Zeit, sie kommt nimmer, jetzt ist alles Komerz.

    • jodok güntzel sagt:

      ich war neben gc-fan, noch xamax-supporter zu eben jener oben beschriebene zeit. ich besuchte damals die handelsschule und besuchte zuerst aus langweile die spiele. unglaublich karl engel rauchte kurz eine zigarette im goal gegen st. gallen weil er so unterbechäftigt war. st. gallen mit einem gewissen cholerischen christian gross mit haarkranz. doch die uefa-reise von xamax gegen sparta, celtic, sporting, hsv… unbezahlbar. don givens der langsamste profi-spieler aller zeiten, aber unüberwindbar. trotzdem gc, der meister vom see.

  16. Robert sagt:

    Ein interessanter Artikel. Doch leider hört er zeitlich genau da auf, wo GC-Fan zu sein nicht mehr charakterbildend war. Neben den Meistertiteln 1990 und 1991 folgen 1995, 1996, 1998, 2001, 2003 weitere Meistertitel. Diese Dominanz und die damit einhergehende Arroganz der GCZ-Fans respektive die in den 90er Jahren omnipräsenten Modefans sind der Grund, warum ich die Grasshoppers nicht leiden kann. Schon immer nicht konnte. Das nun in den 00er Jahren mit dem FCZ dasselbe passiert ist, ist ebenfalls traurig. So bin ich froh, dass mein Club weiterhin charakterbildend bleibt und ich meine Leidenschaft nicht mit Modefans teilen muss. Sie haben es ja gesagt: “aber was genau war im Cupfinal gegen Lugano (1:4) los?)” Ich weiss es nicht, aber für einmal hat es gepasst. Aber bereits 2000/2001 hat GC die Suppe wieder versalzen. Auch darum mag ich meine Abneigung gegen den GCZ. Und doch gefällt es mir, zu sehen, dass Fan-Sein sich auch für einen GC-Fan nicht in Siegen, sondern im hoffnungsvollen Bangen, in durchzogenen Saisons – kurz im Leiden manifestiert.

  17. Martin Urs sagt:

    Ich wurde mit 8 Jahren im 1973 FCZ Fan, weil da ein Bekannter meiner Eltern mich in den Letzigrund anfing mitzunehmen, wenn sein Sitz-/Saisonbillet-Nachbar nicht hinging. Ich war total fasziniert und feuerte die Mannschaft an mit den Gesten und Sprüchen, die ich links und rechts aufschnappte (“Schiidsrichter as Telefon, d’Frau hät Feufling” – LOL). Ich fing an, Zeitungsausschnitte auszuschneiden und sogar die Spielkurzberichte von Hand in ein Heft abschreiben. Irgendwie kam ich zu Autogrammen einiger Spieler und hatte eine FCZ “Fan Wand” in meinem Zimmer. Meine Eltern kauften mir endlich das offizielle FCZ Leibchen (zu der Zeit mit dem Agfa Logo) beim Ochsner Sport (?) am Schaffhauserplatz. Für 50.- konnte man noch die Aufbügelnummer für den Rücken aussuchen. Als Teenager und in meinen 20igern verlohr ich mehr oder weniger das Interesse am Fussball. Seit 1993 lebe ich selber in den USA und habe eigentlich erst in den letzten wieder entdeckt, dass FCZ (von mir aus GCZ für GC Fans) ein Bund für Leben ist. Mit Internet, Smartphone Apps, Live Tickers kann ich auch wieder etwas die Spiele verfolgen. Bei den letzten 3 Schweizerbesuchen ging ich mit meinem Vater in den Letztgrund (leider auch an das Spiel das in der 77. abgebrochen wurde) und ich habe meine Sammlung an Schals und Pins wieder etwas erneuert.
    Klar, ich mach mir immer noch einen Witz draus, “gegen” GC zu sein. Klar möchte ich, dass FCZ wieder oben ist (einzige Möglichkeit hier eine CH Mannschaft im TV zu sehen ist, wenn sie in der CL oder EL sind und beim letzteren gegen einen Gegner spielen, den Fox Soccer interessant genug findet). Aber eben, es ist mit dem Alter eine Art Ruhe eingekehrt. Von der Ferne ist es noch glatt, CH Fussball so gut als möglich zu verfolgen. Egal wer spielt, aber mit dem FCZ fühle ich mich einfach verbunden. Hopp! 🙂

  18. Cecci sagt:

    Als Teil der von Tobias Meyer erwähnten Gruppe Gleichgesinnter aus dem Dorf kann ich zu Deinem Artikel nur applaudieren.
    Für einen Moment wähnte ich mich wieder in der guten alten Zeit, in welcher sonntägliche Zugfahrten nach Zürich oder auch an die Auswärtsspiele Vorfreude auslöste. Fussball ist wie Geschichte. Sie wiederholt sich immer wieder. Darum glaube ich, dass die goldene GC Zeit wieder aufleben wird. Vielleicht erleben wir sie gerade jetzt?
    Sicher ist, dass die Schweizer Fussballmeisterschaft ohne GC (natürlich auch ohne FCB, FCZ oder YB) uninteressant wäre. Und darum ist doch jeder ein kleiner GC Fan 😉

    • FCZ-Andy sagt:

      Stimme Dir zu, die Meisterschaft wäre ohne GC, FCB, YB und vor allem FCZ nicht so spannend. Aber wo Du total im Unrecht bist, KEINER ist auch nur annähernd ein kleiner GC Fan!!!

  19. Eckfahne sagt:

    Ein schöner Beitrag, Herr Meyer. Ich verstehe sogar ihre Beweggründe, GC-Fan zu werden. Aber mal Hand auf’s Herz; der einzig wahre Fussballclub mit den tollsten Fan’s und dem einzig wahren Fussballstadion im Kanton Zürich ist und bleibt der FC WINTERTHUR !! Ja ich weiss, die grossen Zeiten im A sind schon lange vorbei, aber die Leidenschaft der friedlichen Fan’s, von der Bierkurve über die zur Sirupkurve bis zur Tribüne, ist in der Ostschweiz unübertroffen. Sorry, liebe (Heimweh-) Zürcher.

  20. Thomi sagt:

    GC GC der Meister vom See………….
    Hallo Tobi. Super Beitrag hast du da geschrieben. Auch bei mir wurden viele Erinnerungen wieder wach. Es ist jetzt wirklich wieder einmal Zeit das GC Meister wird, und ich habe ein soooooo gutes Gefühl das GC heute als Sieger aus dem Joggeli geht und den Vorsprung auf Basel 7 Punkten ausbaut. Hopp GC

  21. Chileno sagt:

    Seit doch froh, dass sowas wie ein “grosses” Fussballintresse gibt in der Schweiz-Als ich als 8 jähriger zum ersten mal vom schweizer Fussball Notiz nahm wahr das als beim FC St.Gallen ein gewisser chilene namens Ivan Zamorano spielte. Als Sohn eines chilenen war dies natürlich ein Highlight, was mich aber nicht zum St.Gallen Fan machte. Also Zamorano dann nach Sevilla wechselte, war mein Interesse zum schweizer Fussball wieder weg, bis ich mit 12 mit meinem Götti ein Spiel des FCZ im Letzigrund schauen ging. Damals hatte es in der “Kurve” 20 Leute. 10 davon eingefleischte 40 Jährige alkoholisierte Hardcore Fans und die restlichen waren Jungs wie ich. Als mein Götti mir darauf hin noch ein FCZ Trikot schenkte, war es um mich geschehen. Ich wurde FCZ Fan. Gegen GC hatte ich stehts eine Antipathie obwohl ich zwei Tram Stationen von Hardturm aufgewachsen bin. Ich kenne einige GC Fans und mit denen kann man ganz normal diskutieren auch nach einem Derby. Aber was Momentan auf den Sozialen Netzwerken abgeht ist krass. Modefans wo man hinschaut. Leute, die im 2009 beim bisher letzten Meistertitel noch auf dem Helvetiaplatz standen, haben das FCZ Trikot im Schrank versorgt und das GC Trikot hervor geholt. Ich habe grossen Respekt vor treuen Fans. Egal welchem Vereins. Aber die Modefans kann niemand austehen.

  22. GC Humpä sagt:

    Schöner Beitrag! Vorallem jenes:

    „gerade in intellektuelleren Kreisen, welche sich gerne als «Fans» des «Arbeiterklubs» ausgeben und im Allgemeinen vorgeben, «Toleranz» gegenüber anderen Positionen hochzuhalten.“

    Daumen hoch!