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Modefans sind die wahren Fussballliebhaber

Steilpass-Redaktion am Dienstag den 12. Februar 2013

Unter dem Motto «Was ich zum Thema Fussball schon lange loswerden wollte» schreiben verschiedene Autorinnen und Autoren über das, was sie an der populärsten Sportart der Welt stört – oder fasziniert. Heute: Boris Müller*

Anziehungspunkt: Wenn der FCZ gewinnt, kommen die Fans. (Bild: Keystone)

Anziehungspunkt: Wenn der FCZ gewinnt, kommen die Fans. (Bild: Keystone)

Das Gekicke war unterirdisch, die Stimmung im Keller, die Temperaturen im Minusbereich und der FC Zürich schoss wieder einmal null Tore. Es war das letzte Züri-Spiel, das ich live über mich ergehen lassen musste – eine Mischung aus Solidarität und Mitgefühl trieb mich damals ins Stadion. Mein Erbarmen galt jedoch nicht etwa dem erbärmlich spielenden Verein. Nein, eine nette Kollegin musste etwas über die Südkurve schreiben, und ich begleitete sie.

Vor ein paar Jahren, als der FCZ unter Lucien Favre für Schweizer Verhältnisse tadellosen Fussball zeigte, war ich einige Male im Letzigrund. Wenn die Tore auf der richtigen Seite fallen sowie Alkohol- und Lärmpegel stimmen, dann kann so ein Fussballmatch durchaus unterhaltsam sein. Als sogenannter Modefan dem FCZ beim Siegen zuzuschauen war also ganz okay, nur Sitzplätze hätte ich mir damals gewünscht in der Südkurve – aber das ist ein anderes, furchtbar kontroverses Thema.

Der Begriff Modefan wird von hartgesottenen Supportern gerne für Menschen wie mich verwendet. Für Menschen also, die sich höchstens dann im Stadion zeigen, wenn die Sonne lacht und der Meistertitel winkt. Aber was diskreditierend gemeint ist, ist in Tat und Wahrheit als Auszeichnung zu verstehen. Schliesslich ist ein Modefan ein richtiger Connaisseur, ein Fussballgourmet, der sich mit Kenntnis und Sachverstand nur die qualitativ hochwertigen oder Spannung versprechenden Spiele rauspickt. Denn wie ein echter Musikliebhaber nicht regelmässig im Dorfpub langweiligen Coverbands lauscht oder ein Cineast ungern dauernd im falschen Film sitzt, sollte sich doch auch ein wahrer Fussballliebhaber nicht die ganze Zeit mediokre Spiele antun müssen. Aber genau dies tun jedes Wochenende Tausende. Warum nur?

Diskutiere ich diese Thematik mit Freunden des FCZ, betonen sie stets, sie hätten als echte Fans eben solidarisch zu sein. Gerade auch in schlechten Zeiten müssten sie ihre Clubtreue beweisen, mitleiden mit dem Verein, ihn unterstützen. Ein wahrer Fan könne nicht anders – wie rührend.

Es gibt durchaus einige Dinge, die man aus Solidarität und Mitgefühl machen kann oder muss: kranke Menschen im Spital besuchen, schlechte Kinderzeichnungen loben, Vegetarier werden oder eben Arbeitskollegen unterstützen. Aber einem streng marktwirtschaftlich geführten Verein, einem völlig abstrakten, seelenlosen Gebilde, Solidaritäts oder gar Schuldgefühle entgegenzubringen, ohne wirklich etwas dafür zu erhalten, scheint mir doch ziemlich bizarr.

Auch die Spieler geben in der Regel kaum Anlass, sie ins Herz zu schliessen. Taugen sie doch meist weder als Leistungs- noch als Sympathieträger. Ihr Handwerk beherrschen sie oft nur mittelmässig, zudem tragen sie affige Frisuren, zupfen ihre Brauen und wechseln ohne mit der Wimper zu zucken auch zum Lokalrivalen, wenn die Kohle stimmt.

Interessanterweise bedeutet nämlich den meisten Spielern Clubtreue, ganz im Gegensatz zu ihren Unterstützern, herzlich wenig. Der Verein ist der Arbeits- und Geldgeber, mehr nicht. Heute heisst er FCZ, morgen GC, übermorgen Basel. Wenn die Leistungen woanders besser sind, zieht man weiter und kommt vielleicht eines Tages auch wieder zurück. Warum sollte man das als Zuschauer denn nicht genau gleich handhaben?

Genaugenommen macht einen diese Praxis dann natürlich zum Modefan, der auch noch fremdgeht. Da holt man sich wenig Credibility-Punkte in der Kurve, aber was solls.

Auf alle Fälle ist das rigorose Einfordern von reiner Leistung nirgends angebrachter als im Passivsport. Ich sehe überhaupt kein Problem, den Verein des Herzens nach Lust und Laune zu wechseln. Denn mal ehrlich: Ein Fussballclub ist in der Unterhaltungsbranche tätig und muss für Unterhaltung sorgen, für nichts sonst. Und da ich, wie eben ausführlich erläutert, weder für den Club als Unternehmen noch für seine Angestellten echte Gefühle entwickeln kann und ich auch für lokalpatriotisches Geschwurbel enorm unempfänglich bin, bleibe ich bis auf weiteres zuhause. Und schaue mir Spiele des FC Barcelona an, die könnens wenigstens.

*Boris Müller ist Bildredaktor bei Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Vereinstreue ist ihm so wichtig wie den meisten Profifussballern.

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75 Kommentare zu “Modefans sind die wahren Fussballliebhaber”

  1. mäse sagt:

    Herrlich….. 🙂

    • Franky sagt:

      Als FCZ’ler bin ich jedenfalls sehr froh,dass die Modefans langsam wieder verreisen.Lieber mit 4000 echten,als 10’000 windigen Fans mitfiebern!
      Allerdings scheinen sich Canepa und Co. nicht so recht damit abfinden zu wollen,dass nur noch Hardcore Fans an die Spiele pilgern. Anders kann ich mir die peinliche Zuschauerzahlen-Frisiererei beim FCZ nicht erklären: ZB. letzten Sonntag, Effektiv durch die Drehkreuze gegangen sind 3900 Personen, offiziell angegeben hat man 8420 Zuschauer….Was soll das? Sieht ja sowieso jeder,dass niemals so viele Leute anwesend sind!
      Hopp FCZ !!

      • John G. sagt:

        Herr Canepa träumt wahrscheinlich immer noch davon,den FCZ zum FC Bayern der Schweiz zu machen,da nimmt man es mit der Realität halt nicht so genau…

    • Peer Meier sagt:

      Das Hütchen auf dem Foto gehört aber eigentlich als Fanutensil zu einem ganz bestimmten Verein in Zürich…
      Ich war als GC Fan in den erfolgreichen Jahren des FCZ auch schon mit Freunden in der Südkurve. Stimmung, Spiel und Alkoholpegel stimmten. Trotzdem kamen nie Emotionen für den FCZ auf.

      Ganz im Gegensatz zu GC Spielen, die ich zugegeben immer weniger besuchte, weil das Gekicke unter Sforza teilweise unterirdisch war. Wenn ich mal da war, dann lautstark und mit vollem Herzen.

      Insofern bin ich Modefan, jedoch immer nur für den gleichen Verein. GCZ, Rekordmeister!

  2. Michi sagt:

    Herr Müller,
    Sie können im Laufe Ihres Lebens die Automarken, Partnerinnen und Unterwäsche wechseln, so oft sie wollen. Das flatterhafte sympatisieren mit Fussballmannschaften, welche aktuell gerade erfolgreich sind, nennt man unter loyalen und leidgeprüften Fans auch schon mal einen Charakterlumpen und ist verpönt.
    Der hiesige Fussball lebt nun mal davon, dass man nicht regelmässig verzückt mit der Zunge schnalzen kann, wie es an einem Spiel des FC Barcelona der Fall wäre. Das oftmals auch nur bemühte gekicke Gekicke gibt aber eben schon mal Anlass zu Kontroversen und angeregten Diskussionen.
    Und bietet ein Verein nach Jahren der Erfolglosigkeit endlich wieder einmal Anlass zum Jubeln, wie dies aktuell beim GCZ und vor einigen Jahren beim FCZ der Fall war, so gibt es für die vereinstreuen Anhänger nichts, nichts schöneres als diesen Erfolg endlich wieder einmal mit seinen langjährigen Leidensgenossen aus dem Stadion auskosten zu können.

    • thedude sagt:

      den “verein des herzens” kann mann nicht wechseln, herr müller. das wird einem in die wiege gelegt. meine vater steht z.b. hinter yb, mein grossvater stand hinter yb, ich hatte da keine wahl 🙂 sie werden nie so mitfühlen können, sie tun mir leid. aber sonst gute provokation.

      • Lisa Fäh sagt:

        genau – bei mir verhält es sich gleich, man ersetze einfach yb durch fcsg 🙂 Schon als kleines Kind erlebt man, wie der Vater und Grossvater mit den Grün-Weissen mitfiebern und irgendwann ist man dann alt genug & darf den Papa mal an ein Spiel begleiten – und spätestens dann packt einen die Leidenschaft!

        Wenn man als Fan den Verein wechselt, kann er nicht der “Verein des Herzens” sein!

      • mäse sagt:

        Mir tun Leute euch leid, die sich durch ein farbiges T’shirt mit Emblem identifizieren. Die Welt bietet einiges mehr als einen Ball den ein paar verwöhnte Bürschen versuchen zu kicken. Die Provokation dürfen sie geniessen 🙂 Andererseits, wenn man ein wenig Eier hat, dann kann man sich sehr wohl den Gepflogenheiten seiner Familie widersetzen. Zumindest konnte ich mit dem Verein neben dem stinkenden Schlachthof nie was anfangen. Heute müsste ich genau in dieses Stadion gehen, was ich garantiert nie tun werde.

    • Mäsi sagt:

      Ganz ehrlich, ich find’s absolut pervers, dass es normaler ist, seine Frau/Freundin zu wechseln als einen Fussballverein, in welchem dutzende seelenlose, geldgesteurte Charakterlumpen spielen… (bevor nun einige losschreiben – dies ist bewusst überspitzt formuliert)

      Und nochmal ganz ehrlich – auch ich würde in der Schweiz nie ein anderes Team als den FCL unterstützen (und hatte demzufolge mehrere Partnerinnen als Fussballvereine), jedoch schwankt die Sympathie für den FCL sehr stark (und nein, dies ist nicht erfolgsabhängig) und ich kann mich nicht immer bedingungslos hinter den Verein stellen.

    • BudZH sagt:

      Sali Michi
      Bin ABSOLUT Dinere Meinig!

    • FCZ-Andy sagt:

      Deiner Meinung schliessen sich ganz viele echte Fans an. Und eh, mir ist es egal, wenn es Modefans gibt. Sollen sie doch so leben und fanen für wen sie wollen, sie werden es nie verstehen, was echte Leidenschaft ist und das wohl im gesamten Leben und nicht “nur” für seinen Verein. Aber der Blogschreiber will uns ja nur provozieren………… 🙂

  3. Chris Chelios sagt:

    Jetzt ist mir wieder einmal schön aufgezählt geworden,, warum ich solche Modefans auf der ganzen Linie verachte. Nach Lust und Laune den Lieblingsverein zu wechseln, in der Südkurve stehen und den fehlenden Sitzplatz beklagen, ätzend. Dabei herrscht doch gerade im Letzigrund an freien Sitzplätzen wahrlich kein Mangel. Aber der hippe Zürcher muss natürlich in der Südkurve stehen. Aber nur wenn auch ein entsprechendes Event geboten wird. Die Heimspiele gegen Lausanne im Februar überlässt man grosszügig dem Fussballproll.

  4. Fredi sagt:

    Herr Müller, für Sie ist selbst der Begriff “Modefan” noch gut genug. “Rosinenpickender Event-Schönwetter-Kommerz-Fan” würde es wohl eher treffen. Vielleicht sollten Sie die US-Profiligen stärker verfolgen, die dürften eher Ihrem Gusto entsprechen.

    P.S. Gewisse Fussballer tragen affige Frisuren, gewisse Schreiberlinge affige Kopfbedeckungen und Ohrringe.

    P.P.S. Was ist bloss seit Mämäs Abgang aus diesem Blog geworden?

    • A. Meier sagt:

      Sosehr ich auch mit Ihrem Eintrag übereinstimme, in einem Punkt muss ich Ihnen jedoch widersprechen: Die US-Profiligen verbessern sich bezüglich Fanverhalten (vorallem der Pöbelsport Fussball). Fangesänge gibt es immer öfters und ebenso Pyros. Sehr erfreulich, war letztes Jahr in Montreal; mir gefällt die Entwicklung die es dort gibt.

    • FCZ-Andy sagt:

      Ups, willst Du mir mein Steilpassleben zerstören???? Was lese ich da???? Mämä ist abgesprungen???? Mit Mämäs Letzter habe ich blos verstanden, der Letzte im Jahr 2012!!!!! Er ist weg????????? TIEFSTE TRAUER, ein herber Verlust, so wie wenn der FCZ die Meisterschaft wegen einem Punkt an Basel verliert!!!! 🙁 Ich “fordere” Mämä zurück!!!!!

  5. redder sagt:

    Die Hardcore-Fans bringen ihrem Club die gleiche unterwürfige Ehrerbietung entgegen, wie hirnlose Soldaten der jeweiligen Nationalflagge.

    • Paddy Müller sagt:

      Mir wird bei Fussballspielen mit grossem Zuschaueraufmarsch jeweils klar, aus welchen Gründen die Nationalsozialisten in den 1930-Jahren sich in Massenveranstaltungen zelebriert haben. Die grosse Masse lässt sich anstecken, Individuen werden zu Mitläufern und lassen sich einfach manipulieren und mobilsieren.

      • René Baron sagt:

        Anstecken und mitlaufen tun eben gerade nur die Modefans. Ein echter Fan steht aus Ueberzeugung zu seiner “Partei” weil sie für ihn viel, viel mehr ist als ein Platz in der Tabelle. Ein echter Fan läuft nicht einfach dort mit ,wo die breite Masse hinläuft, sondern ist dafür bemüht SEINEN Club dorthin zu bringen, wo er auch für die dumpfen Massen wieder attraktiv wird.
        Ein echter Fan ist, anders als der Mitläufer, engagiert, informiert und Teil seines Vereins! Wenn dieser Verein zuoberst auf dem Treppchen steht, umso besser. Kämpft sein Verein aber um den Abstieg, läuft der echte Fan eben gerade NICHT zum momentanen Glamour-Verein über, sondern hilft SEINEM Club wieder auf die Füsse.
        Wenn wir schon 1930 ansprechen müssen:
        Hätten sich Menschen mehr wie ECHTE Fans verhalten, hätte es den Nationalsozialismus nie gegeben ! Aber mit dem zunehmenden Trend zum verantwortungslosen, sich rein stupid am Tabellenplatz orientierenden Verhalten der heutigen ModeFans, bangt mir vor der politischen Zukunft ! Gerade Modefans sind wohl diejenigen, die garantiert auch dem nächsten Blender blind hinterherlaufen werden !

        • FCZ-Andy sagt:

          @ Baron; Gut geschrieben, dem schliesse ich mich an. Mitläufer sind immer nur die, die denen folgen, die vermeintlich auf der Sonnenseite des Lebens stehen und nicht zu ihrer innerer Überzeugung und Werte stehen können.

        • Ui, ui, ui, … Herr Baron, ich schätze Ihre Kommentare jederzeit, doch diesmal bewegen Sie sich eventuell auf Glatteis?
          Gegenthese: “Würden sich alle Menschen wie “echte Fan’s” verhalten, gäbe es MEHR Faschismus”…
          ..Die “echten Fan’s” der Nazi’s haben sich als ebensolche “echte Fan’s” verhalten, sprich: engagiert, informiert und Teil ihrer Überzeugung im Kampf gegen das Nicht-Reine gewiss. Alle Anderen waren nur Mitläufer, quasi “Modefan’s”. Und so sollten Sie sich wohl eher vor den “echten Fan’s” bangen, alle Anderen beugten sich der Gewalt, nicht aus Überzeugung sondern um des Überlebens Willen oder aus reinem Opportunismus.
          Doch genug der Politik, auch wenn Sie, ich, Herr Müller sowie Herr redder diese nun in’s Spiel brachten, jene hat im Fussball (Sport) nichts verloren bzw. im Steilpass. Einer Diskusion darüber mit Ihnen bin ich allerdings jederzeit zugeneigt,
          martin@proximametal.ch

    • Bendix Papamobile sagt:

      Wenigstens haben wir etwas, für das wir uns begeistern können, und müssen nicht in einem Sumpf von Sarkasmus und “ich find eh alles scheisse” ersticken.

    • Holger S. sagt:

      Und genau das ist völliger Blödsinn. Die von ihnen despektierlich Hardcore-Fans genannt wurden, sind heute noch die die den eigenen Klub kritisch begleiten und nicht bei jedem dummen Marketing-Supispielchen mitmachen und auch mal auf die Barrikaden gehen wenn die Vereinsbosse nicht im Interesse des Klubs handeln.

  6. redder sagt:

    Naja, ich mag Hunde, ich liebe Musik und trotzdem muss ich weder meinen Hund noch meine Band auf Flaggen und T-Shirts mit mir herumtragen. Ich misstraue grundsätzlich Fans, die etwas anbeten, dass eigentlich nur aus einer bunten Flagge besteht. Die Clubs verkörpern ja nicht mal irgendeine Aussage. Nur Patriotismus. (Patriotismus ist die Ehre der Leistungsfreien)

  7. Lisa Fäh sagt:

    und das in einem Fussball-Blog? Mämä, bitte komm’ zurück! Als Nächstes darf auch noch die Putzfrau vom Tagesanzeiger ihren Kommentar zum Fussball abgeben…

    Vereinstreue hat eben nicht nur mit Lokalpatriotismus, irgendwelchen Fahnen, Spielern etc zu tun – aber für das müsste man sich eben zuerst mal für den Sport interessieren und nicht nur einfach dann in’s Stadion gehen, wenn es “the place to be” ist, weil es die Meisterschafts-Entscheidung oder der WM-Final ist.

    Ein Fussball-Spiel ist kein Event – Herr Müller, schauen Sie sich das Spiel das nächste Mal doch in der warmen Stube zu Hause vor dem TV an!

  8. Gassmann sagt:

    Der Blog hier ist seit Mämä Sykoras Abgang zu einem wahren Jammer geworden. Es ist kaum zu glauben. Aber es ist möglich, das mittlerweile tiefe Niveau jede Woche nochmals zu unterbieten. Ich will mir das Lesen nicht mehr antun. Stattdessen abonniere ich “zwölf”.

    • Chrtis Chelios sagt:

      Zwölf abonnieren ist wirklich eine sehr gute Alternative. Das Abo ist sehr preiswert und jede einzelne Ausgabe ist jeden einzelnen Franken wert.
      Der vorliegende Blog ist natürlich eine Provokation, aber viel schlimmer finde ich die Kommentatoren die das Fansein mit hirnlosem Herdentrieb und gar dem Verhalten von Nazis gleichsetzen. Das finde ich wirklich beleidigend. Gerade der treue Fan steht ja seinem Klub alles andere als kritiklos gegenüber und von anhimmeln kann schon gar keine Rede sein. Aber ist klar, dass gerade Leute die emotional zu solchem Verhalten nicht fähig sind, glauben auf den gemeinen Fussballfan hinunterblicken zu können. Ich leide seit vielen Jahren mit dem FCSG und ich möchte nicht einen Moment missen, auch wenn es so bittere sind wie das Cupfinale 1998. Und ich möchte mit niemandem tauschen der diese Gefühle nie kennenlernen durfte.

  9. René Baron sagt:

    Das wiedergibt genau die Einstellung der Charakterlumpen die den Fussball in diese Wahnsinnskommerzialisierung treiben. Was bleibt denn noch für den Breitensport und die Liga übrig, wenn sämtliche Gelder nur noch in einen einzigen nationalen In-Club wandern, dessen Performance nicht mehr durch die Leistung des eigenen Nachwuchses, sondern primär durchs Portemonnaie seiner Sponsoren besticht ? Zumal es dann noch Sponsoren sind, die man weder kennt oder gar nicht erst kennenlernen möchte und die – last but not least – sich nie im Traum auch mal um den Breitensport oder den Nachwuchs kümmern würden?
    Diese gottlosen Modefans kanibalisieren mit ihrem Mainstreamverhalten die Liga, den Fussball, und damit auch den einzigen Breitensport, den sich auch sozial Schwächere noch leisten können.
    Indirekt handeln Modefans bezüglich integrativer und jugendförderlicher Bemühungen verantwortungslos, ja geradezu asozial und – wenn sie Fussball als reine Show betrachten, irgendwo auch beschränkt und armseelig. Ego Eins! Soziales Gewissen, Null!
    Denn beim Fussball geht es ja immer auch um die sozial Gesundheit und die Entwicklung einer Stadt und ihrer Region. Wenn Fussball durch die zunehmende Polarisierung und damit Kommerzialisierung durch Modefans an Stellenwert verliert , bezahlen wir ALLE – und damit auch alle die mit Fussball überhaupt nichts am Hut haben – das mit höheren Krankenkassenprämien, Betreuungsaufwand für verwahrloste Kids und Sicherheitskosten für zunehmende Gewalt, die sich dann nicht mehr durch tausende freiwillig und unentgeltlich in Vereinen engagierte Trainer kanalisieren lässt, sondern sich zunehmend im öffentlichen Raum frei entfalten wird.
    Modefans sind somit nicht einfach nur Freigeister in der Wahl ihrer Clubs, sondern implizit auch charakterlose Lumpen, denen die Verantwortung gegenüber ihrer Stadt und Region nicht nur am eigenen Arsch vorbeigeht, sondern die in ihrer Naivität geradezu aktiv die Hand an die Schaufeln legen, die dem Breitensport Fussball seine Grube gräbt !

    • Bendix Papamobile sagt:

      Sie haben Recht, René. Danke nochmal an Boris und seine tollen Modefanfreunde, mit der tollen Modefanhaltung. “Ich mach im Fall nur, was mir grad passt und die andere sind mir sowieso glich!”

    • Roland sagt:

      Vielen Dank!

    • Markus sagt:

      Schlimmer Kommentar. Der Graben in dieser Welt geht nicht durch Regionen, Städte, Fussballvereinen… sondern zwischen oben und unten. Fussball war ist und wird (innerhalb vom Kapitalismus) immer nur Spektakel sein, Brot und Spiele, was die Massen davon abhält, die wirklichen Probleme (das System) zu bekämpfen. Stattdessen bauen sie eine völlig absurde Identität mit einem (marktwirtschaftlichen, wie eigentlich alles marktwirtschaftlich ist in dieser Welt) Unternehmen auf… also Bitte. Und dann irgendwas Schwaffeln von Unsozial etc.. echt schwach!

      • Markus sagt:

        PS: ich mein damit natürlich den Profifussball, nicht wenn ich mit meinen Kollegen am Samstag Nachmittag selbst Fussball spiele…

      • Gusti Ganz sagt:

        Der Fussball und speziell seine Fan Kurven schliessen eben genau diesen Graben zwischen oben und unten!!
        Man bildet eine einheit egal von wo du kommst Reich, Arm, Alt, Jung, Herkunft
        “Stattdessen bauen sie eine völlig absurde Identität mit einem Unternehmen auf” wenn es hier um das Unternehmen mit dem Apfel ginge wär dieser Kommentar angemessen! lassen sie mich raten sie besitzen bestimmt kein iPhone und iPad
        Denken sie echt Fussball fans haben nur Fussball im Kopf?
        echt schwach!

  10. Dan sagt:

    absolut genialer artikel! sehe das genau so. besonders hierzulande, wo das niveau der kickenden schön-frisuren-bubis oft so grottenschlecht ist, dass man seine zeit lieber für andere tätigkeiten einsetzt. warum soll ich mich mit leib und seele einem loser-verein verschreiben? selbstkasteiung? na ja, wems gefällt…..mir jedenfall nicht.

  11. kurt abächerli sagt:

    er hat recht, aber eben doch nicht. und verpasst damit viel emotionen (auch negative muss man aushalten können). wahrscheinlich ist er gar kein fussballfan und ist nur eine erneute gewolle provokation in diesem ehemaligen fussball-blog. zudem: den achtzigerjahren nachtrauern mit lächerlichem outfit (alter stefan-eicher-verschnitt) ist wohl noch hirnrissiger als wie ich mit achtundvierzig ein gc-shirt überzustreifen…

  12. Calvino sagt:

    Ein Grund, weshalb die loyalen Fans die rosinenpickenden Cupfinal- und Finalissima-Besucher nicht ausstehen, ist die Trittbrettfahrer-Problematik: Während sich die Dauerbesucher für eine Hochphase ihres Teams durchaus mitverantwortlich fühlen (Unterstützung an Auswärtsspielen, Anfeuern des Teams trotz Rückstand, oder den 600 Stutz fürs Jahresabo), profitieren die Schönwetterbesucher von dieser harten Arbeit (ja, das ist es), in dem sie die Nutzniesser eines Produktes sind, für dessen Erfolg sie nichts getan haben. Aus der Optik der Dauerbesucher betrügen die Kurvenverstopfenden, Bierstandschlangeverlängernden Modefans die loyalen Fans um die Frucht ihrer Arbeit.
    Zwar erhöht der Erfolg eines Clubs auch seine Präsenz in Alltag und ein volles Stadion ist immer besser als ein leeres; das gefällt allen. Aber Anhänger eines erfolgreichen Produkts zu sein ist nicht immer alles, manchmal siegt der Underground eben über das Rampenlicht des Mainstream.

    Zum Vergleich: Jetzt wo die “Nerd-Kultur” langsam ein fester und mainstreamiger Bestandteil der Popkultur wird, unter den Ur-Nerds ähnliche Gefühle des Betrugs vorstellbar. Wegen ihren Vorlieben wurden ihnen in der Schulzeit wohl 100x die Brille zerbochen und die Jacke mit Schnee gefüllt, und nun strömen massenweise Modefans in dieseEcke, ohne auch nur das geringste für den Genuss des Produktes erlitten zu haben. Das ärgert.

  13. Roland sagt:

    Interessanter Blogbeitrag. Provokativ. Auch etwas daneben. Ich bin, was man umgangssprachlich als “linksextrem” bezeichnet. Also das Gegenteil eines (Lokal-)Patrioten. Und trotzdem liebe ich meinen Verein. Ich war als kleines Kind auf der Tribüne und bin es heute immer noch. Ich liebe es, wenn mein Club mit begrenzten Mitteln, den “grossen Reichen” ein Bein stellt oder sie auch mal an die Wand spielt. Ich liebe es mit meinen Freunden an den Spielen unsere Mannschaft anzufeuern, denn schlussendlich sind wir auch Teil dieser Mannschaft. Und trotzdem bin ich nicht Fan der Spieler (vielleicht bis auf einzelne Ausnahmen), sondern des Vereins. Denn wie Sie schon richtig erwähnt haben – die Spieler wechseln den Verein wie ihre Unterhosen. Der Verein, der absolut nicht seelenlos ist und bei uns auch durch viel Freiwilligenarbeit besteht, bleibt. Genau wie die Kurve. Und in folgendem Punkt widerspreche ich Ihnen vehement: Fussball- und Eishockeyclubs sind NICHT in der Unterhaltungsindustrie tätig! Sondern im Sport. Und Sport ist emotional. Sport ist keine Show. Kein Entertainement. Sport ist und bleibt Sport. Auch wenn die Kommerzialisierung dem Sport immer mehr die Seele raubt und daraus eine “Erlebnis” schaffen möchte. Die Fans weden dieser Entwicklung trotzen, auch wenn man sie langfristig wohl durch Leute wie Sie, durch Eventbesucher ersetzen wird. Entweder weil es den Sport wie man ihn gekannt hat nicht mehr gibt oder man sich das “Erlebnis” nicht mehr leisten kann. Schlussendlich sind es Leute wie Sie, die Leuten wie mir (dumme Lokalpatrioten, seelenlose Mitläufer etc) unseren Sport zerstören. Der Verein ist kein seelenloses Gebilde. Er ist ein sozialer Treffpunkt, leistet gute Jugendarbeit, bringt jung und alt, Schweizer und Ausländer zusammen. Vielleicht ist einfach derjenige seelenlos, der diese wichtigen Gebilde und ihre Anhänger als seelenlos bezeichnet.

  14. Fanatic sagt:

    Lieber Herr Müller

    Mit Sarkasmus und Provokation können Sie ja gut umgehen. ABER erzählen Sie diese Geschichte einmal den Anhängern der Glasgow Rangers. Auch in der 4. Liga sind dort jede Heimspiele mit 50’000 Fans ausverkauft . Wie von vielen Usern schon erwähnt, wird einem meist der Club schon froh in die Wiege gelegt und ansonsten spielen Religion und Wirtschaft auch im Fussball keine kleine Geige…Ein wahrer Fan geht mit dem Verein durch gute wie schlechte Zeiten. Des weitern gibt es neben Ihnen noch genug andere Menschen die in schlechten Zeiten (und sei es nur am Arbeitsplatz) durchhalten und nicht davonlaufen, hat auch mit Charakter zu tun.

  15. Ruedi Fahrni sagt:

    Laut einer Studie hat YB die meisten Modefans. Denke das überrashct auch nicht wenn man die auf und absteigenden Zuschauerzahlen der letzten Jahre sieht.

    • kurt abächerli sagt:

      laut einer studie ist der mond viereckig und ruedi fahrni ein fussballgott. lassen sie doch die fans anderer club in ruhe und bringen ihre kraft für etwas positives ein, z.b. den fc basel unterstützen, der braucht das…

  16. Simon Kaiser sagt:

    Da kann ich mal zustimmen. Ich bin auch ein Fussballliebhaber und schaue mir nur “gute” Spiele an. Das heisst höchstens CL-Spiele mit CH-Beteiligung.

  17. Rolf Strähl sagt:

    Herr Müller,

    Ich frage mich schon, was 1. die Motivation des Steilpass-Blogs war, Ihre zeilen abzudrucken und 2. Ihre persönliche Motivation war so etwas zu schreiben, ist es doch pure Provokation.

    Ein Mensch wie Sie wird nie verstehen, warum wir uns den “Grümpelturnierfussball” in der Schweiz antun, wieso wir Wochenende für Wochenende bei minustemperaturen in Kurven stehen oder auf Tribünen sitzen, wieso wir uns immer und immer wieder “plagen” lassen von den Diven auf dem platz.

    Ich war jahrelang Fan des FCZ, habe es mir Wochenende für Wochenende seit Anfang 90er Jahre angetan, das Gefühl am 13. Mai 2006 – in der 93. Minute des Spiels FCB-FCZ war eines der schönsten Gefühle in meinem Leben – Da Sie aber nicht bereits sind so zu leiden, so mitzufiebern sondern sich halt “nur” als Connesseur sehen – werden Sie NIE so ein Gefühl erleben können – und das gibt mir / uns eine enorme Genugtuung…….Ich bin froh, nicht so zu sein wie Sie (und das meine ich jetzt nicht mal abwertend……)

    • Alfred Meier sagt:

      Das mit der 93min ist mir auch so ergangen. Als ich dann später gesehen habe wie dieses Tor zustande gekommen ist, war meine Freude leider etwas getrübt.

      • FCZ-Andy sagt:

        Ach Herr Meier, da wurden schon soooooo viele “Fehlentscheide” für oder gegen einen Klub gepfiffen und entschieden, dass Sie sich die Freude, über den Tatsachenentscheid des Schiedsrichter vom 13. Mai 2006 in der 93. Minute, nicht trüben lassen sollten. 🙂

    • FCZ-Andy sagt:

      Kommentarlos 100 pro einverstanden!

  18. René Baron sagt:

    Liebhaber sind Leute die Dinge lieb haben. Weder wissen sie woher es kommt, noch was es braucht um das Produkt aus dem frei verfügbaren Sortiment der Unterhaltungsindustrie pflücken zu können. Verschwindet das Produkt vom Markt, kein Problem, es gibt immer Alternativen und am Schluss wird das “Beste” die anderen vom Markt verdrängen.
    Nur beim Fussball bringt es eben nichts, wenn nur noch ein einziger Verein übrig bleibt. Fussball braucht eine gesunde und breite Konkurrenz damit Fussball überhaupt funktioniert. Wenn zwar Madonna ohne Lady Gaga funktioniert, dann ist es eben beim Fussball genau umgekehrt – oder wer will denn schon Spiele schauen wo der Gewinner immer schon zum vornherein feststeht, geschweige denn in einer Mannschaft spielen die eh nie Chancen hat.
    Fussball ist eben weit mehr als triviales Show-Business. Fussball ist immer wieder neu aufgelegter Wettbewerb mit dem Ziel der MarktERHALTUNG für alle und nicht Marktverdrängung!
    Nur eben – welcher Modefan denkt denn so weit. Die sind nicht wie Madonna, sondern wohl eher Gaga !!

  19. Auguste sagt:

    hmm…,so lesenswert auch einige dieser sympathischen blickwinkel auf das fussballgeschehen sein mögen, aber am wochenende startete die rückrunde der super league und heute die champions league. das füllen der winterpause könnte nun aus gutem grund beendet werden. wenn selbst unsere amerikanischen freunde keine hemmungen haben, selbst beste serien gestaffelt zu bringen…

    fussball ist einfach: wenn der ball rollt, rollt der ball – alles andere tritt dann zurück ins glied. themen hätte es ja genug gegeben: sind beim fcl narren am werk oder nur fasnächtler? was tun, gc, wenn das mittelfeld sechs bis acht wochen mit bänderriss ausfällt? dye meisterschafts-vorentscheidung in basel? yb vs. fcl – auf dieses resultat hätte ich nicht mehr gewettet. wieviele unparteiische braucht es in der schweiz für einen richtigen abseits-pfiff?

    kommt langsam in die gänge, sportsfreunde.

  20. Markus sagt:

    “Aber einem streng marktwirtschaftlich geführten Verein, einem völlig abstrakten, seelenlosen Gebilde, Solidaritäts oder gar Schuldgefühle entgegenzubringen, ohne wirklich etwas dafür zu erhalten, scheint mir doch ziemlich bizarr.”

    Fan eines Fussballclubs zu sein, ist wie Religion oder TV-Serie, Ausdruck eines notwendigermassen falschen Bewusstsein. Man sucht sich etwas, woran man sich halten kann, nach einer Identität, in einer (kapitalistischen) Gesellschaft, wo grundsätzlich jede/r gegen jeden kämpft. Aber wer das durchschaut (dass im Prinzip FCZ Fan oder CS/UBS Fan zu sein das Gleiche bedeutet) kann das nicht wirklich ernst nehmen. Ja, ich bin Barca Fan aber nur solange, wie sie diesen sympathischen Fussball spielen. Aber einer Aktiengesellschaft oder einem profitorientierten Verein, einer juristischen Person die Treue zu schwören ist tatsächlich bizarr…!

    Wer dann was von hype oder “im Februar FCZ Spiele schauen den Prolls überlassen” schreibt, hat eigentlich keine Ahnung. Denn gerade die Prolls sollten sich lieber ihrer Befreiung (der Bekämpfung der Verhältnisse) widmen, statt der Religion, den Fussballvereinen etc.

  21. dänu sagt:

    Einer der besseren Steilpass-Beiträge. Entspricht genau meiner Ansicht, deshalb gehe ich seit Gross alles kaputt gemacht hat auch nicht mehr an die Spiele von YB

    • Bendix Papamobile sagt:

      Und darob sind wir alle, die wir noch ins Wankdorf gehen, sehr traurig! Komm zurück dänu, wir alle vermissen dich! Ohne dich können wir fast nicht sein!

      • Europapokal... sagt:

        Bei YB hat man sich in den letzten 3 Jahren nur in der Europa-League einen Gefallen gemacht, leider… Es braucht halt mehr Zeit Vertrauen aufzubauen als zu zerstören – der Gross ist endlich (hoffentlich kriegt er bald einen Job, ansonsten muss man weiterhin seinen HOHEN LOHN blechen)

  22. 93 Minute sagt:

    Herr Müller,
    In vielen Punkten muss ich Ihnen wohl zur eigenen Schande Recht geben. Eine rationale Erklärung für “Klubtreue” gibts wohl tatsächlich nicht. Die meisten Argumente dafür sind komplett schwachsinnig und die anderen muss man wohl eher unter Religion,bzw. Glaubensfragen abhandeln, was nicht minder bescheuert, aber irgendwie noch schnusig ist. In einem Punkt, nämlich dem Wesentlichen Ihrer These, liegen sie aber schon fast grotesk daneben. Die Modefans seien die Fussball-Gourmets. Ein Gourmets ist ein Kenner seines selbst ausgesuchten Fachs. Als solcher befasst er sich passioniert mit seinem Gebiet, widmet ihm viel Zeit und Energie. Führt Gespräche mit Artgenossen und liest entsprechende Lektüre. Ein Modefan jedoch kommt meist mit spärlichem Wissen, ja zeigt nicht selten mässiges Interesse an dem Spiel und nur dann Emotionen, wenn ihn die Kameras erfassen, aber dann gleich so, als wäre er schon seit 15 Tagen stockbesoffen. Auch weil der Modefan meint, dass ein richtiger Fan sich schon 15 Tage vor Anpfiff warmtrinkt. Was vielleicht bei dem Gezeigten auf dem Feld oft auch ratsam wäre. Betreffend der Entartung des Fussballs, der Entfremdung der Fans und den Spielern und deren Entfremdung untereinander sei auf einen unfassbar guten Artikel von Ivan Ergic im Fanzine “Zwölf” hingewiesen.

    • Luditius sagt:

      Die Vereinstreue gibt es noch!
      Ihren Kommentar, 93 Minute, finde ich klasse. Aber Klubtreue existiert auch im Millionengeschäft noch. Hier ein paar Beispiele:

      Iker Casilla (Real Madrid)
      Joh Terry & Frank Lampard (FC Chelsea London)
      Steven Gerrard (FC Liverpool)
      Carles Puyol (FC Barcelona)

      Nicht zu vergessen Wolfgang “Teddy” de Beer, der seiner Zeit 14 Jahre lang Ersatztorwart von Borussia Dortmund war und zu gefühlten zwei Einsätzen während dieser Zeit kam.

  23. Wishaw Thomas sagt:

    Man kann über alles lästern und seinen Senf mit einem unqualifizierten Beitrag untermauern. Was ist Theater, Opern, Kunst, allg. Hobbys, Autos, Kinos usw. usw. usw…. ? Praktisch alles in unserer Gesellschaft gehört, wie sie es sagen zu Unterhaltungsbranche! Heute mal Van Gogh und morgen, weil er keine Unterhaltung bietet rennen sie in die Oper ….usw.
    Tauschen sie in ihrem Komment oben Spieler/Fussballer durch x-beliebige Menschen in den oben erwähnten Unterhaltunsbranche aus, diese ticken genauso wie Fussballer.
    Nochmals für sie, praktisch alles was unsere Gesellschaft praktiziert, gehört zur Unterhaltung – ist mal ein paar gedanken wert Herr Müller.
    Und lesen sie den Beitrag von René Baron 10:17, den dieser hats endgültig kapiert!

    Ach ja und gestern im Steilpass wurden FCZ Fans mit Talibans und Zombies verglichen. – nein, es geht nicht um die FCZ Fans sondern um die Wortwahl ohne darüber nachzudenken!
    Gruss

  24. BudZH sagt:

    Wie bereits durch diverse andere Schreiber erwähnt, geht es bei den Kurvengängern nicht lediglich um den Erfolg oder Misserfolg seines Teams, selbstverständlich will man sein Team gewinnen sehen, dennoch spielen Aspekte wie das Wiedersehen langjähriger Kurvenbesucher mit denen man sich austauscht (auch wenn man sich nicht wirklich kennt), Jubel und Enttäuschung aber auch Hoffnung und Wut eine grosse Rolle. In gewisser weise ist es ein wöchentliches Entkommen aus der Realität auch wenn nur für eine kurze Zeit aber es hilft, die täglichen Probleme für einen Nachmittag lang zu vergessen.
    Wie bereits auch schon von unseren weiblichen Mitgliedern bestätigt, ist dies eine Art Kult der einem in die Wiege gelegt wird und prägt und das ist auch gut so!
    Nur noch eine Kleinigkeit zu den Modefans. Auch ich selber bin nicht begeistert ab der Einstellung und dem Verhalten dieser “Modefans” wobei auch hier nicht alle gleich sind. Trotz allem braucht es auch diese Fans, denn auch sie spielen Geld und damit Kapital in die Kassen unserer Vereine was diese massgeblich und nachhaltig unterstützt. Meiner Ansicht nach ist jedoch die Kurve der falsche Platz für diese Anhänger des Fussballsports, denn für jene Besucher haben wir die Ost-Tribüne oder für Besserverdiener auch noch eine West-Tribüne.
    Schlussendlich soll es aber niemandem verwehrt sein, seinen Freizeitaktivitäten nachzugehen egal welche Interessen hierbei vertreten werden. Sollen diese Fans doch auch ihren Spass haben und einmal dieses Team und dann ein anderes unterstützen – dem sagt man Diversifikation und ist nicht jedermanns Sache beim Sport.

    Ich habe lieber ein volles Stadion mit vielen Fans (an der richtigen Stelle) als irgendwelche Geisterspiele, die weder der Mannschaft noch den Fans etwas bringt.

    In diesem Sinne, VIEL SPASS BEIM FUSSBALL !
    Gruss Andy

  25. Luditius sagt:

    Die Kontroversität dieses Blogs ist ja höchst umstritten. Dennoch muss ich dem Autor zum Teil beipflichten. Denn die sogenannten Modefans sind jene, die bei einem Matchbesuch mit Abstand am meisten Geld ausgeben – was dann wiederum dem Verein zu gute kommt. Ich rede hier nicht von Abos und dergleichen, sondern von Konsumation.
    Zweitens sind Modefans die, die es für den Verein zu erreichen gilt. Die etwa 5000 – 9000 “Hardcore-Fans” sind für einen Verein als Existenzgrundlage schlichtweg zu wenig. Kein Wunder also, tätigen Vereine wie YB, Basel oder Zürich in letzter Zeit kostspielige Marketing-Kampagnen. Damit man genau jene 10’000 Modefans erreicht, die das Stadion füllen.
    Stimmung, meine lieben Leute, machen selbstverständlich die Hardcore-Fans. Wenn man sich jedoch ein Spiel anschaut mit etwa 9’000 Personen im Stadion, ist hier nicht mehr viel von Stimmung – diese wird nämlich auch von den Modefans gemacht.
    Wo ich jedoch meine Probleme mit dem Artikel habe, ist, dass keine Differenzierung zwischen “Modefan” und “Gelegenheitsfan” gemacht wird. Der Modefan rennt blind dem Kult hinterher – also etwa zum FC Barcelona, dann zum BVB und schlussendlich zum FC Bayern aus München – je nachdem, welcher Verein gerade attraktiv ist.
    Der Gelegenheitsfan hat einen fixen Verein – etwa YB oder den 1. FC Köln – und informiert sich ständig über diesen Verein. An Matches geht er dann, wenn der jeweilige Verein etwa im europäischen Wettbewerb spielt oder ein Spitzenspiel ansteht (und somit das Stadion füllt).

    Diese Differenzierung ist insofern wichtig, als dass der Gelegenheitsfan sich mit “seinem” Verein identifiziert, während dessen der Modefan keine Identifikation mit einem Verein hat, sondern mit dem Status des Vereines, den er gerade präferenziert.

    • kurt abächerli sagt:

      danke, ich bin gerettet. ich bin ein gelegenheitsfan und kein modefan. hab’ doch gedacht, dass kann nicht ich sein…

  26. sydney sagt:

    die ewige diskussion was ein modefan ist und wer nicht. ich als saisonkarte inhaber des FCB habe überhaupt nichts gegen die sogenannten modefans. im gegenteil, es beweist doch, dass sich der club in die richtige richtung bewegt.
    im übrigen sind wir doch alle in einer sportart modefans – ich zum beispiel bin ein typischer ski modefan. wenn es den schweizer läuft dann brenne ich auf die nächste abfahrt, aber in diesem winter habe ich ohne bedenken lauberhorn und die streiff links liegen lassen. die weltmeisterschaft kenne ich nur aus den zeitungen. es interessiert mich sicherlich, aber nicht so, dass ich jetzt unbedingt stunden vor dem fernseher verbringe – das gleiche trifft bei tennis (nur federer). der modefan an sich ist ja wirklich nichts böses sondern gehört zum glück dazu. ausserdem, wenn wir zusammen jubeln können, ist es doch sch… egal, ob der andere auch dabei ist wenn es zum heulen schlecht geht.
    der blog ist sicherlich mit einer guten portion satire gespickt, allerdings ist eine behauptung grundlegend falsch und das wiederum kann eigentlich nur jemand schreiben, der mit sport nichts am hut hat.
    “Aber einem streng marktwirtschaftlich geführten Verein, einem völlig abstrakten, seelenlosen Gebilde, Solidaritäts oder gar Schuldgefühle entgegenzubringen, ohne wirklich etwas dafür zu erhalten, scheint mir doch ziemlich bizarr.” beim lieblingssportler, verein, team, trainer etc. handelt es sich niemals um ein abstraktes und seelenloses gebilde, wer das schreibt, hat den sport und dessen faszination nicht verstanden.

    • Lisa Fäh sagt:

      lieber sydney,

      bei Ihrem letzten Satz geben ich Ihnen vollkommen recht, treffender hätte ich es gar nicht schreiben können.

      Aber der erste Teil Ihres Posts gefällt mir nicht so. Klar, die Modefans bringen Geld und deshalb sollte es mich als Saisonkarteninhaber nicht stören (vielleicht wird sie dann ja mal günstiger). Aber als Anhängerin des FCSG habe ich diese Saison selber erlebt, was diese Modefans bedeuten: Plötzlich reisen wieder Leute mit an die Auswärtsspiele, welche man in der vergangenen NLB-Saison auswärts nie angetroffen hat. Sorry, aber auf solche Fans kann ich wirklich verzichten. Jetzt, wo es dem Verein gut läuft und er vorne mitspielt, sind plötzlich wieder alle mit dabei und reisen auch auswärts – aber wenn es mal nicht so gut läuft, ja dann trennt sich die Spreu vom Weizen und dann sieht man auch, wer wirklich hinter dem Club & zu seinen Farben steht – oder wer eben “nur” ein Gelegenheitsfan (gem. Definition von Luditius, 13:20) ist und bei einer nächsten NLB-Saison dann den Stadien plötzlich wieder fern bleibt!

  27. Auguste sagt:

    hmm…, woran erkennt man einen mode-fan?

    – er fragt den sitznachbarn, wo es bratwurst und bier gibt im stadion
    – er liebt sonnenbrillen und pink
    – er nennt banner – fahnen
    – er will allen ernstes auf die letzi-toilette nach einem basel-match
    – er diskutiert mit seiner freundin über schönbi’s frisur und dessen facebook-seite
    – er ist der letzte fan im stade de suisse – die richtigen treiben längst in der aare
    – er findet den fcl ein bisschen prollig mit otto’s auf der brust
    – er weiss nicht wovon gesprochen wird, wenn das wort “hardturm” bekreuzigt wird
    – er sitzt beim match und wahrscheinlich auch beim pinkeln
    – er glaubt rosa martinelli sei eine ehemalige zürcher stadträtin oder tessiner sängerin
    – er liebt seine kinder mehr als den fcb

    • Wishaw Thomas sagt:

      Als aller erstes Auguste, sucht er verzweifelt mit dem Ticket in der Hand und ungläubigen Blicken, während 10 min., seinen Platz.

  28. Dave sagt:

    wenigstens schaffen sie es für ihre nette arbeitskollegin gefühle zu entwickeln. bravo. und vegetarier, das passt vielleicht zu ihnen aber sicher nicht zu einem fussball spiel. da isst man nämlich eine wurst dazu ;-). also, sie passen nicht zum fussball und verstehen ihn bzw. den fan anscheinend auch nicht. führen sie ihre kollegin ins schauspielhaus aus oder in die oper (achtung: kappe weg!), oder ins bernhardtheater oder ins theater am rigiblick (dort können sie die kappe tragen), oder gehen ins kusthaus oder ins landesmusuem. aber lassen sie den fussball sein, is nicht ihr ding 🙂

  29. Vona sagt:

    Ja, dem kann man zustimmen. Modefans reflektieren etwas mehr und sind wählerisch was ihr Unterhaltungsprogramm angeht. Die Hard-Core Fans sind meist hobbylose, schwache, schlecht ausgebildete, beschränkte junge Leute, die sich nach Zugehörigkeit und/oder Aufgabe sehnen: mein Verein, meine Region; diese Art Slogans kommt bei solchen Menschen gut an. Hab sehr viele davon gesehen vor allem in den Eishockey-Stadien. Auffallend ist zudem, dass reife intelligente Menschen selten solche Veranstaltungen besuchen, ausser sie profitieren davon: Sponsoren, Networking, etc.

  30. Amadeus sagt:

    Billige Provokationen ohne Ahnung oder echtem Interesse an der Materie (Fussball) sind wertlos und langweilig. Und solche Beiträge ohne wirkliche Reflexion oder Argumente sind wir uns ja schon von den letzten Beiträgen gewohnt. Ganz nach dem Motto: Jeder darf mal seinen Zynismus oder seinen oberflächlichen Dünnpfiff zum Besten geben und über die Reaktionen kichern. Schade was aus diesem Blog seit Mämä (bitte erlöse uns und komme zurück!!) geworden ist.

    Herr Müller, Sie scheinen mir entweder ein Fussball-Ignorant, ein billiger Provokateur oder ein möchtegernlustiger Zyniker zu sein. Oder aber, Sie haben etwas ganz Grundlegendes am Leben nicht verstanden: Ohne echtes Leiden gibt es keine echte Freude, denn der Mensch gewöhnt sich an jeden Zustand und empfindet diesen als normal.
    Die Meinung im Beitrag repräsentiert genau den Zeitgeist: Konsumieren ist das höchste Gut, es soll alles maximal angenehm sein, man ist ewig auf der Suche nach dem “perfekten” Partner, den “Traumferien”, der “perfekten” Stelle um sich zu verwirklichen. Und merkt dabei nicht, dass man vor lauter Übersättigung apatisch oder genügsam geworden ist. Es ist die relative Veränderung eines Zustandes, welche uns das Leben spüren lässt.

    Und genau dies bewirkt der Fussball: er simuliert das Leben in einem Spiel. Höhen und Tiefen. Das Ungewisse. Lieben und Leiden. Gemeinsame Symbole, Rituale, Emotionen sind eine Form von sozial geteilter Kultur, die uns Identität gibt. Wir sind eine grosse, loyale Familie, die gemeinsam durch dick und dünn geht. Fussball dient vielen als Katalysator von gemeinsam geteilten Emotionen, als bindende Kraft. Da gäbe es noch viel mehr als an dieser Stelle Platz hat.

    Kurz gesagt: Konsum im Überfluss und eine glitzernde rosinengepickte Scheinwelt machen uns nicht glücklich, echte Freunde mit einem gemeinsamen Ziel und (Leidens-)weg hingegen schon.

    Aber jedem das Seine.

  31. Marti sagt:

    Es gab durchaus Zeiten, wo man die Spieler des FCZ nach dem Spiel noch in der Flachpassbar im Letzigrund anzutreffen waren, z.b. Fredy Chassot, dessen Namen jeweils schon beim Einlaufen skandiert wurde. In der Südkurve waren damals vielleicht 1000 Leute und ehrlich gesagt, wenn sich die Modefans nun nach Niederhasli begeben, ist mir das herzlich egal. Sollen sie dort die Augenbrauen zupfen. So wie es hinaufgeht, geht es jeweils wieder hinab, davon könne auch die Insekten ein Liedchen singen.

  32. Claudio sagt:

    Und wie wird die Lebensessenz, nämlich der Blutkreislauf in jedem Medizinfachbuch dargestellt –

    Richtig: Rot-Blau…Alles klar?

  33. FCZ-Andy sagt:

    @ Boris Müller; Ob Sie Modefan wirklich im Stadion zu Zeiten von Favre waren, bezweifle ich mal mächtig an. Zu dieser Zeit gabe es NUR Sitzplätze, auch in der Südkurve, in der Sie ja anscheinend waren, wie ich aus Ihrem Beitrag entnehmen konnte. Ok, vielleicht wissen Sie es einfach nicht mehr, weil es zwar Sitzplätze hatte, Sie aber nicht sitzen konnten, weil in der Südkurve alle jeweils auch mit Sitzplätze standen! Versuchen Sie sich nochmals ganz genau daran zu erinnern. 🙂

  34. Wer wird garantiert NICHT Schweizer Fussballmeister 2013?

    Die Ungewissheit über den Ausgang eines Spiels, die Vorfreude, welche letztendlich in Enttäuschung oder Siegestaummel enden muss, willkürliche Resultatsvorhersagen, fernab jeglicher Sachkenntnisse, die wohl über 10% des weltweiten Internettraffics in Fussball-Foren ausmachen, das Fachgesimpel zur Stunde Null bei Bratwurst und Bier vor dem Anpfiff in Erwartung dessen was nun folgen werde…
    all dies, quasi das Salz in der zukünftigen Fussballsuppe, wird nur noch getoppt von der hypothetischen Frage nach dem kommenden Meister, welche Jahr für Jahr auf’s Neue die Gemüter beschäftigt. Doch der Blick in die Kristallkugel, das Kaffeesatzlesen und selbst das Orakel von Delphi haben sich mittlerweile erübrigt, sieben von zehn möglichen Meistertiteln während der letzten zehn Jahre gingen an den FC Basel.
    Daher ist es meiner Meinung nach mittlerweile wesentlich spannender, den/die „NICHT-Meister“ zu definieren. Anhand von Fakten, Eventualitäten, überragendem Fussball-Wissen, einem nächtlichen Anruf bei Mike Shiva sowie der Überzeugung, dass nur ich, ich alleine, Herrscher über die Fussballweisheit schlechthin bin, ergibt dies folgende Rangliste, absteigend und nach Wahrscheinlichkeit:

    1. FC Zürich
    Die Tunesier-Fraktion bringt‘s nicht mehr, Teixeira weg, Kukeli verletzt, die Champignon-League-Millionen in den eigenen Taschen versandet, das Führungspersonal zerrüttet oder am Errodieren…Quo vadis, FC Zürich?
    2. Servette FC
    26 Punkte Abstand zur Spitze. Der Konkurs ist aus der Welt geschafft (mit gütiger Beihilfe der Genfer Steuerzahler) doch Hugh Quennec ist kein Harry Potter, zu mehr reicht‘s nicht.
    3. FC Luzern
    Stierli durch Alpstaeg ersetzt, die polternden Phrasen bleiben die Gleichen sowie die schrecklichen Kravatten, welche den Niedergang des Event-Fc Luzern dokumentieren.
    4. FC Lausanne-Sport
    Mit dem kleinsten Budget der Liga wird weiterhin seriös gearbeitet, Chapeau! Der Roussey wird’s schon richten, mit Herzblut und aus dem Mund heraus wird der Abstieg vermieden, Meisterträume sind allerdings fehl am Platz.
    5. FC Thun
    Die Spieler sind weg, die Groupies geblieben, der Swinger-Club Thun treibts weiterhin bunt im Mittelfeld, vorallem dann, wenn die Bubis bestimmen dürfen, wer ihr Trainer sein soll.
    6. FC St. Gallen
    Er hat die Haare schön, er hat die Haare schön…und mehr hat der Jeff nicht zu bieten. Die Offensive ein laues Lüftchen, die Aufstiegs-Euphorie am Ende, im Cup ausgeschieden, St. Gallen wird durchgereicht.
    7. BSC Young Boys
    Welcher Fluch lastet über euch Berner, welche Hexen habt ihr im Mittelalterverbrannt? Oder war es die Hinrichtung des Adam Zeltner im Bauernkrieg? Gar nichts gewinnt ihr, die Teilnahme in der Europa League ist kein Trost.
    8. Grasshopper
    Nach dem Pleitier Sparado, den Gut&Gerber-Millionen, Spross’s miteingeschlossen sowie den vermeintlichen Eckel-Petro-Dollars liegt’s nunan Dosé, das strukturelle Defizit zu beheben.
    9. FC Sion
    Was, was alles muss ein Mensch falsch machen um zu erkennen, dass er als Präsident, Sportchef und Trainer gänzlich ungeeignet ist? Mit Constantins Millionen alleine wäre Sion Serienmeister geworden.
    10. FC Basel 1893
    Was der Wainright-Bericht bestätigen wird und alle ausserhalb Basels schon immer wussten: die Oeri-Millionen wurden auch für Schiedsrichter und gegnerische Spieler eingesetzt, kein Wunder wird der FCB Meister.

    Was glauben Sie, geneigter Leser, wird diese Umkehrtabelle nach dem Ende der Rückrunde Bestand haben? Sagt Ihre Kristallkugel etwas anderes?

    Dieser mein Blog-Kommentar strotz nur so von Diffamierungen, unbelegten Behauptungen, Belanglosigkeiten, Klischees und der Gewissheit: Ich habe keine Ahnung von Fussball. Und reiht sich somit nahtlos in die vorangegangenen Blog-Kommentare ein, welche seit dem Abgang Mämä Sykoras hier im Steilpass zu lesen waren (Herr Kühn ausgenommen). Sämtliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen waren bewusst, beweisen kann ich nichts und einen Prozess aufgrund Verleumdung/übler Nachrede würde ich hochkant verlieren. Weshalb nun dieses Risiko?
    ICH WILL MÄMÄ ZURÜCK! (Der wahre Titel dieses Steilpass-Kommentars)
    Seit Jahren wurden wir Steilpass-Konsumenten verwöhnt, seien es polemische Beiträge von Herrn Renggli, Fachwissen pur von Mämä Sykora inklusive Geist, Augenzwinkern und neuen Horizonten oder selbstironische Einblicke in die Kühn’sche Dynamo-Dresden-Fanseele…die Resonanz war mal mehr, mal weniger bis hin zu gewaltig. ( T.Renggli gewann dank uns „Steilpässlern“ den Schweizer Blogg-Award)
    An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die TA-Media AG, welche das alles finanziert, an alle Mitarbeiter, von der Reinigungskraft über den Blogger bis zur Geschäftsleitung, das ist nicht selbstverständlich und wird geschätzt.
    Und das alles geben wir einfach auf? Fügen uns, um in der Fussballsprache zu bleiben, den Mechanismen des Geschäftes? Erhalten nunmehr Quantität statt Qualität? Da kann ich den Steilpass ja gleich selber schreiben…
    NEIN! ICH WILL MÄMÄ ZURÜCK!
    Welche Möglichkeiten sind vorhanden?
    • Die „Jungen“ sind gefragt, social media, Facebook, Twitter usw., bildet eine Gruppe, holt uns mit millionen „gefällt mir“ und „follow me“ den Mämä zurück.
    • Der politische Weg. Einreichen einer Initiative, in der schweizerischen Bundesverfassung wird das Engagement Mämä’s im Steilpass festgeschrieben. (Ok.,ok., ist ein bisschen übertrieben, aber der Zweck heiligt die Mittel. Gibt es eigentlich einen Berufszwang im OR oder StGB?)
    • Ein gutes Produkt kostet etwas. Mämä wird bezahlt. (So er denn einverstanden ist, den Job will und die Kapazitäten dafür vorhanden sind) Ein Mämä-Konto wird eingerichtet, Stundenlohn CHF XX.-, einbezahlt von uns Steilpass-Gönnern oder direkt in Form von Bier frei Haus zu Mämä geliefert.

    Welche Optionen bieten sich noch? An euch alle , euch „Steilpässler“, die Bütlers, Augustes, Ronaldos, Robertos, DAMS, abächerlis, osttribünzlis,Barons, res’s, Fussballfreunde, Kunstliebhaber, Schönbächlers, Buschbrenners, Dustins’s und wie ihr alle heisst:
    Wie holen wir den Mämä zurück?

    martin zeltner(Jg.’70) ist Couch-Potato aus Überzeugung, das Fussballwissen bezieht sich auf einen einzigen Live-Match ( Aarau vs. Bellinzona 6:3, FEB.‘10), dem Steilpass sowie TV inklusive Chips und Bier. Darüber hinaus befasst er sich intensiv mit Fussball-Wetten, ist Gitarrist in einer Deathmetal-Band und betätigt sich nebenbei als Geschäftsführer eines Gastronomiebetriebes.

  35. maddie sagt:

    Was hat das alles mit dem Dasein als Fan zu tun?

    Sie sind kein Fan, sondern schauen einfach ab und zu mal Fussball und haben Sympathie für wechselnde Vereine. Das ist ja auch in Ordnung so. Würde ich nur ab und an mal Fussball schauen, würde ich mir den FCZ zur Zeit auch nicht antun

    Wenns dann wieder besser läuft haben Sie aber auch nichts in der Südkurve verloren (um sich dann noch über fehlende Sitzplätze zu beschweren). Die ist nämlich den Fans vorbehalten.

    Genau das ist nämlich der Clou: Mit Leuten, die einfach ab und zu mal Fussball schauen und verschiedene Vereine toll finden, hat niemand ein Problem. Wenn sich diese dann aber so aufführen, als wäre der aktuell favorisierte Verein ihr einziger Lebensinhalt und sich aus Authentizitätsgründen (bzw. um Street Cred zu erzeugen) in die Kurve stellen, dann ist das einfach nur lächerlich… Das ist dann der Modefan.

  36. mike sagt:

    Für mich unbegreiflich warum man Leute, in diesem Falle Fans, für ihre Leidenschaft so provozieren muss. Verfloge die Blogs schon lange, das Niveau sinkt von Woche zu Woche.

    Und wenn Sie dann noch den Fc Barcelona als Beispiel nennen, sage ich nur: Da lese ich lieber Mämäs (alte) Blogs. Der kanns wenigstens.