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Die Herausforderungen für den grossen FC Basel

Fabian Ruch am Mittwoch den 29. Januar 2014
Murat Yakin an einer Pressekonferenz, 4. Januar 2014.

Hat mit der Mannschaft ausgezeichnete Resultate erzielt: Murat Yakin an der Pressekonferenz zum Trainingsauftakt des FC Basel, 4. Januar 2014. (Keystone/Georgios Kefalas)

Wer bloss soll den FC Basel stoppen? Das ist die grosse Frage vor dem Start in die Rückrunde der Super League am Wochenende. Auf den ersten Blick präsentiert sich die Rangliste ja enorm spannend, fünf Teams sind durch nur vier Punkte getrennt. Aber irgendwie traut man es GC, Luzern und St. Gallen nicht zu, den FCB herauszufordern. Und YB? Hat zwar ein gutes Kader und mit Michael Frey, Yuya Kubo sowie Josef Martinez drei interessante Offensivkräfte, die alle noch nicht 21 Jahre alt sind – aber die Young Boys müssen deutlich konstanter werden, um den Primus aus Basel gefährden zu können.

Vermutlich können sich die überragenden Basler auf dem Weg zum nächsten Double nur selber stoppen. Selbst wenn sie – wie in der Vorrunde – selten restlos überzeugen, sind sie noch die Nummer 1 der Liga. Sie sind fast zu gut für die Schweiz und wären vielleicht in der Bundesliga besser aufgehoben. Aber das ist ein anderes und vor allem heikles Thema.

Der FCB jedenfalls ist der Schweizer Serienmeister und der Vorzeigeverein des Landes. Er hat in den letzten Jahren sehr vieles sehr richtig gemacht. Nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ist Basel der nationalen Konkurrenz deutlich entrückt. Der Verkauf von Mohamed Salah für knapp 20 Millionen Franken Ablösesumme zu Chelsea war vor ein paar Tagen nur der letzte Beweis dafür, dass der FCB zu stark und zu mächtig für die Super League geworden ist.

Aber es besteht zumindest eine kleine Hoffnung für die anderen Schweizer Topvereine. Denn beim FC Basel ist zwar das Bankkonto beeindruckend wie der Leistungsausweis, der St.-Jakob-Park ist bestens ausgelastet und die Titelsammlung der letzten Jahre fantastisch, doch der Klub steht auch vor immensen Herausforderungen.

Einerseits, weil Trainer Murat Yakin wegen seiner ausgezeichneten Resultate nicht angreifbar, aber mit seiner zuweilen eigenwilligen Arbeitsweise in Basel keineswegs unumstritten ist. Yakin leidet gewiss nicht unter fehlendem Selbstvertrauen, muss sich aber auch mit den Vorstellungen der Basler Vereinsverantwortlichen arrangieren können. Und was für den FCB gilt, gilt für Murat Yakin ohnehin – er ist zu gross für das kleine Fussballland Schweiz. Der Weg des exzellenten Fussballkenners wird eher früher als später in eine Spitzenliga Europas führen. Vorerst darf man gespannt sein, wie Yakin die Rückrunde moderieren wird, zumal den Baslern die elektrisierenden Champions-League-Auftritte fehlen werden und vieles Alltagstrott sein wird.

Und andererseits werden die Basler im Sommer mal wieder eine Kaderanpassung der gröberen Sorte vornehmen müssen. Das haben sie in den letzten Jahren zwar schier Halbjahr für Halbjahr ausgezeichnet erledigt und fast jeden Abgang hervorragend kompensiert. Doch ob es den Baslern auch diesmal gelingen wird, alle Leistungsträger problemlos zu ersetzen, darf trotz reichlich Geld auf dem Festgeldkonto bezweifelt werden. Denn der personelle Aderlass dürfte gewaltig sein.

Neben Salah werden nächste Saison auch Yann Sommer, Fabian Schär und Valentin Stocker mit allergrösster Wahrscheinlichkeit im Ausland spielen. Innenverteidiger Schär ist der wunderbare Aufsteiger, der alle überrascht hat. Möglicherweise wäre es gar nicht schlecht für ihn, noch ein Jahr in der Schweiz zu bleiben, doch er ist gleichfalls zu gut für die Ausbildungsliga Super League geworden. Das sind Goalie Sommer und vor allem Identifikationsfigur Stocker schon lange, und es ist deshalb höchste Zeit, dass sie Ende Saison ins Ausland gehen. Als aktueller Schweizer Meister. Sie werden auch als Leaderfiguren eine beträchtliche Lücke hinterlassen.

Champion wird, das ist meine sehr originelle Prognose, also erneut der FC Basel. Und so sieht die Tabelle nach 36 Runden aus:

  1. Basel
  2. YB
  3. GC
  4. St. Gallen
  5. Luzern
  6. Zürich
  7. Thun
  8. Sion
  9. Aarau
  10. Lausanne

Und was denken Sie, wie viele Punkte Vorsprung wird der FC Basel Ende Saison haben? Wem trauen Sie zu, den FCB herauszufordern? Wie sieht Ihre Schlussrangliste aus? Und wird Basel die nächsten und prominenten Abgänge im Sommer erneut gut kompensieren können?

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