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Hat der Schweizer Fussball ein Secondo-Problem?

Thomas Renggli am Montag den 18. April 2011


Im Frühling 2009 brach für Josip Drmic eine Welt zusammen. Zum zweiten Mal zeigten die gestrengen Einbürgerungsbehörden in Freienbach dem gebürtigen Kroaten die Rote Karte – obwohl der Eidgenosse in spe in der Schweiz aufgewachsen ist und akzentfrei «Züridüütsch» spricht. Mögliche Gründe: Drmic konnte die Schweizer Nationalhymne nicht rückwärtssingen und bekundete Mühe mit dem hohen C auf dem Alphorn.

Deshalb fiel der FCZ-Junior für die U-17-WM in Nigeria ausser Rang und Traktanden. Aus der Heimat musste er zuschauen, wie seine Kollegen die Konkurrenz schwindlig spielten und als erste Schweizer einen WM-Titel gewannen.

Mittlerweile besitzt Drmic den Schweizer Pass. Weltmeister darf er sich aber nicht nennen. Stellt sich die Frage, wie schlimm dies für die Fortsetzung seiner Karriere ist. Eine Auslegeordnung über den Karriereverlauf der Schweizer Junioren im «Sonntagsblick» dürfte ihn beruhigen. Die Himmelsstürmer von Nigeria landeten fast ausnahmslos auf dem Boden der Realität. Sie sind Ergänzungskräfte in der Super League (z.B. der Basler Granit Xhaka oder die Zürcher Rodriguez und Buff), träumen in der Challenge League von der Champions League (Gonçalves/Aarau, Mijatovic/Locarno), suchen den Erfolg in der Juniorenabteilung eines ausländischen Grossklubs (Seferovic/Fiorentina, Veseli/Manchester City) oder kommen allmählich zur Erkenntnis, dass es ein Fehler gewesen ist, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen (Ben Khalifa/Nürnberg).

Das Beispiel des Supertalentes Nassim Ben Khalifa zeigt, wie schwierig es ist, den richtigen Moment für den Schritt ins Ausland zu treffen. Nachträglich würden ihm wohl alle für ein weiteres Lehrjahr bei den Grasshoppers raten. Vor Jahresfrist standen aber andere Interessen im Vordergrund – diejenigen des Spielervermittlers, des Klubs und der Eltern. Gerade bei Junioren mit Migrationshintergrund löst diese Mischung nicht selten eine Kurzschlusshandlung aus. Aber wer will es ihnen verübeln? Es fällt sehr schwer nein zu sagen, wenn einem das Blaue vom Himmel versprochen wird und sich das Salär mit einer Unterschrift verzehnfachen lässt. Wer denkt dann noch an eine langfristige Karriereplanung?

15 der 21 Spieler aus dem Kader der siegreichen U-17-Auswahl haben ausländische Wurzeln – stammen (tendenziell) aus finanziell nicht überprivilegierten Familien. Es liegt auf der Hand, dass ein Auslandtransfer in diesem Umfeld eher forciert wird, als wenn die Eltern eine Villa an der Goldküste oder eine Yacht auf dem Genfersee besitzen. Nicht selten liegt die wirtschaftliche Zukunft einer ganzen Familie in den Füssen des Sohnes.

Das Schicksal der U-17-Weltmeister ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Die meisten von ihnen sind erst 19 Jahre alt und noch mitten im sportlichen und sozialen Reifeprozess. Kennen Sie in der Privatwirtschaft einen 19-Jährigen in einer führenden Position?

Dany Ryser, Trainer der erfolgreichen Schweizer Junioren, sagt: «Je früher ein Spieler ins Ausland wechselt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich durchsetzt.»

Rysers Gedanke ist nachvollziehbar, aber nicht korrekt. Was ist mit Johan Djourou, Marco Padalino oder Gelson Fernandes? Sie gingen früh (oder sehr früh) ins Ausland und haben sich durchgesetzt.

Alle Wege führen nach Rom – und viele Wege führen zu einem internationalen Topklub. Trainer, Klubs, Berater und (vor allem) die Eltern stehen in der Verantwortung. Letztlich liegt die Wahrheit aber auf dem Platz. Und dort muss jeder junge Fussballer für sich selber entscheiden, wann und wo er sich wie viel zutrauen will. Da geht es ihnen nicht anders als vielen Gleichaltrigen, die auf dem Büro oder in einem Handwerksbetrieb arbeiten.

Sehr geehrte Leser. Was ist Ihre Meinung? Können Sie es nachvollziehen, wenn Fussballer schon im Juniorenalter den Schritt ins Ausland wagen – wenn sie zugunsten des kurzfristigen finanziellen Gewinns die vernünftige Karriereplanung über Bord werfen? Oder sollte man regulierende Massnahmen ergreifen? Beispielsweise ein Alterslimit für internationale Transfers?

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37 Kommentare zu “Hat der Schweizer Fussball ein Secondo-Problem?”

  1. Auguste sagt:

    hmm…, getreu des militärischen bonmots: “take ’em young and train ’em hard” – nimm sie jung und bilde sie mit härte aus – ist gegen einen frühen schritt in die nachwuchsausbildung eines dafür renommierten vereins, sei das nun im in- oder ausland nicht viel einzuwenden. letzlich entscheidet aber die physische und technische entwicklung, die persönlichkeit und die intelligenz des spielers über seinen karriereverlauf. im fussball beeinflussen so viele unwägbarkeiten den verlauf einer spielerkarriere, dass es fast schon an zufall grenzt, wenn ein talentierter, junger spieler, der sich in den kopf gesetzt hat einmal profi zu werden, sein ziel erreicht. gerade weil die selektion so rigoros und risikobehaftet ist, sind strenge jugendschutzmassnahmen unerlässlich. erstaunlicherweise hört man in europa kaum je von negativ-beispielen. die verbände und vereine scheinen ihren zukünftigen “stars” doch recht gut sorge zu tragen. in sachen laufbahnberatung geht es fussballern wahrscheinlich ähnlich wie uns mit unseren anlage- und krankenkassenberatern – an hochklassigkeit kaum zu übertreffen.

  2. Joe Lang sagt:

    … hat in der Schweiz nicht nur der Fussball…

    • Mauro sagt:

      danke Joe Lang – bin auch ein Secondo (ich verwende diesen Ausdruck auch, obwohl ich ihn schlecht finde, Secondo heisst nämlich Zweiter – und ich bin Erster…) und wusste bis anhin nicht, dass ich als treuer Steuerzahler, als Mittragender des Wirtschaftswachstum, engagiert in der Firma als Lehrlingsausbildner für die Schweiz (meine Heimat…) ein Problem darstelle! Ich dachte bis anhin, die Probleme habe die Schweiz mit den Bürgern (abgesehen von ihrer Herkunft und Rasse), welche mit dem Gesetz in Schwierigkeit geraten, und nicht einfach unbescholtene Bürger nur ihrer Herkunft wegen!

      • josé bütler sagt:

        lieber mauro, selbstverständlich sind alle secondos, ich mag die bezeichnung auch nicht, in der schweiz ganz herzlich willkommen.

    • Long sagt:

      bin Ihrer und Mauros Meinung. Was soll eigentlich der Ausdruck Secondo? IMO provoziert Hr. Renggli mit seinen populistischen Blogs die Stimmung auf billige Weise, siehe rechts die Beitraege gegen FCB Spieler. Nun sind also die Secondos dran. Die Xhaka Brueder sind uebrigens freiwillig noch beim FCB, da sich der Verein an den Kosten fuer Ihre Ausbildung beteiligt. Will Hr. Renggli nun alle Secondos nun vergraulen? Ich glaube der Titel muesste richtigerweise lauten, hat Hr. Renggli ein Secondoproblem?

      • Fabinho sagt:

        hoppla, ein weiterer basler mit dünner haut? tut zwar nichts zur sache, aber ich denke, wenn man die beste mannschaft in der schweiz stellt, sollte man einen kritischen kommentar auch verkraften können. objektiv gesehen hat dieses saison in diesem blog wohl gc am meisten sein fett weg bekommen.
        nun aber zum thema, ich denke, herr renggli hat nicht unbedingt unrecht, auch wenn der titel sehr problematisch ist. es ist auf jeden fall ein thema, welches es wert ist angesprochen zu werden. dass secondo ein doofer ausdruck ist, darüber sind wir uns wohl alle einig, sowie auch, dass es ganz generell überhaupt kein “secondoproblem” gibt.
        doch es ist eine allgemeine frage, die uns hier zu beschäftigen hat – unabhängig von der herkunft eines spielers. denn die konstellation, dass ein spieler aus einer finanziell schwächeren schicht kommt, ist auch für “schweizer” spieler nicht unwahrscheinlich. ich denke, gerade fussball ist ein sport, bei dem es nicht sehr auf die finanziellen möglichkeiten der eltern ankommt, im gegensatz zu tennis, eishockey, golf etc. wo allein die ausrüstungen bzw. trainings ein vermögen kosten. somit ist es für mich auch logisch, dass es im fussball auch spieler aus armen familien (mit und OHNE migrationshintergrund) hat.
        für mich ist das mit der finanziellen absicherung für die familie – bzw. dass ein spieler von den eltern gar zu einem auslandtransfer gedrängt wird – stark überbewertet. es gibt wohl ganz andere argumente für einen jungen spieler ins ausland zu wechseln, als nur geld für die familie zu verdienen. es ist ausserdem fraglich ob man als einer von vielen junioren bereits milionen abzügelt. das geschieht wohl erst, wenn man einen profivertrag in der ersten mannschaft unterschreibt, vorher wird es vor allem für die deckung des lebensunterhalt und einem guten sackgeld reichen, aber kaum um eine familie zu ernähren. ich denke, es gibt genügend beispiele von schweizer ohne migrationshintergrund, die früh im ausland scheiterten. paradebeispiel wäre wohl jonas elmer; ein goldküstenjunge, der wohl kaum des geldes wegen zu chelsea gewechselt ist. der grösste reiz ist und bleibt wohl einfach der name bzw. der ruf eines vereins. ganz ehrlich, es ist schon schwer zu widerstehen, wenn man von arsenal oder bayern geködert wird – und eben nicht des geldes wegen.
        ausserdem tut der verband bereits heute viel um den jungen bei der karrierenplanung zu helfen. jedoch gibt es bekanntlich keine patentlösung denn es gibt für jeden erdenklichen weg diverse pros und contras. schlussendlich ist es nicht zuletzt auch ein wenig glücksache, bspw. ob sich gerade ein stammspieler verletzt oder transferiert wird und die jungen sich so bewähren können.

  3. Matthias sagt:

    Es gibt genügend Beispiele von Spielern, die jung ins Ausland gewechselt haben und damit gescheitert sind. Es gibt ebenfalls genügend Beispiele von Spielern, die jung ins Ausland gewechselt haben und sich durchgesetzt haben. Und es gibt genügend Beispiele von Spielern, die erst im reiferen Alter ins Ausland gewechselt haben und trotzdem gescheitert sind. Der Zeitpunkt scheint mir daher eher sekundär zu sein. Wie Auguste es bereits gesagt hat, ist eine Spielerkarriere von so vielen Einflüssen abhängig – beeinflussbaren wie unbeeinflussbaren – das es den (planbar) richtigen Zeitpunkt für einen solchen Karriereschritt nicht gibt, gar nicht geben kann.
    In jedem Fall ist es zu früh um bereits den Stab über den U17 Weltmeistern zu brechen. Wie im Blog erwähnt sind diese erst 19jährig und haben somit noch genügend Zeit, sich in ihren jeweiligen Clubs durchzusetzen. Ohne dies überprüft zu haben würde ich die These wagen, dass der Anteil von 19jährigen Stammspielern in der Superleague wie auch in den europäischen Spitzenligen doch eher tief sein dürfte. Also: Abwarten, den Spielern Zeit geben & in ein paar Jahren wieder nachschauen, wie sich die Spieler entwickelt haben.

    • josé bütler sagt:

      sehr guter kommentar! ich denke auch, dass es keine patentlösung gibt für junge spieler. für den einen ist es richtig im ausland gras zu fressen um danach gestärkt zurückzukommen, ein anderer versauert und zerbricht daran. ich denke es ist sehr wichtig, dass man den verein im ausland genau unter die lupe nimmt. der verein muss den jungen spieler wollen, man muss den trainer der ersten mannschaft kennen, auch die vereinsphilosophie ist wichtig. wenn man zu wolfsburg wechselt, muss man wissen, dass die stars en masse holen, diego, etc. ein trainer steve mclaren schert sich keinen deut um den nachwuchs, ein kleiner schweizer interessiert den nicht. wenn ben khalifa z. bsp. nach dortmund gewechselt hätte, wo klopp eine junge, dynamische mannschaft aufgebaut hat, wäre die chance sicher besser gewesen. mario götze ist auch erst 18 und spielt regelmässig von anfang an. es fragt sich halt, was ist besser, in der schweizer super league zu spielen oder in de in einer zweiten mannschaft. geben wir unseren jungen zeit und urteilen wir wieder wenn sie 25 jahre sind. hopp schwiiz!

      • andreas maier sagt:

        … nur mit dem gewaltigen unterschied, dass mario götze ein jahrhunderttalent ist und vermutlich eine ähnliche entwicklung wie messi nimmt ! ben khalifa ist ein talent, wie sehr viele in europa und mehr nicht !

  4. Weber Walter sagt:

    Ob Secondo oder Schweizer, das Ausland lockt fast Alle die irgend einmal etwas bewegt haben mit sehr viel Geld, denn in vielen Ländern scheint Geld überhaupt keine Rolle zu spielen. Nun zum Grund, warum es immer mehr Secondos im Verhältnis zu den Schweizern schaffen, dieses Ziel zu erreichen. Im Gegensatz zu vielen Secondos müssen Schweizer gemäss traditioneller Erziehung immer noch einen Beruf erlernen, damit sie ein sicheres Standbein haben. Secondos setzen mit voller Untersützung der Familien fast Alles auf den Fussball und wenn sie dann einmal den grossen Coup landen, verdient die ganze Familie mit. Gelingt der erwünschte Coup nicht, so landet man in den Sozialwerken, denn ohne Beruf hat man eine sehr schlechte Ausgangslage. Es gibt genügend Beispiele, welche meine Aussagen in beide Richtungen bestätigen! Die Fussballschulen in der Schweiz sind noch fast Alle in der Aufbauphase. Hier noch ein weiterer nicht zu unterschätzender Fakt, ist die Tatsache, dass vielfach bei den Jahrgängen in unteren Junioren Bewerben geschummelt wird. Spielt man z.B. als 14 Jähriger bei den 13 Jährigen, so ist die Chance gross, wenn man mit Talent ausgestattet ist, dass man sehr viel besser spielt und somit auch entsprechend gefördert wird!

  5. rob sagt:

    > Kennen Sie in der Privatwirtschaft einen 19-Jährigen in einer führenden Position?

    Nein. Aber kennen Sie einen 60-Jährigen Fussballer? (Was ich damit sagen will: Nicht alle Vergleiche zwischen Privatwirtschaft und Spitzenfussball sind sinnvoll …)

  6. DAM sagt:

    Die Spieler, die wirklich Talent und Klasse haben, setzen sich immer durch, egal welchen Weg sie wählen/gehen.

    Andererseits meinen viele junge Spieler ein Weltklasse-Fussballer zu sein, obwohl sie “nur” einer von vielen Überdurchschnittlichen sind. Und in diesen Fällen folgt dann halt meist eine Enttäuschung…

  7. Stefan Hunkeler sagt:

    Schweizer Militär wäre eine Lösung
    Wir sollten uns in Sachen Sport so organisieren wie dies die umliegenden Länder ebenfalls tun, nämlich das Militär zur Problemlösung heranziehen. Jeder, der auf Sport setzen möchte, sollte die Möglichkeit haben, eine mehrjährige gute Berufsausbildung beim Militär zu absolvieren, nach der obligatorischen Schulzeit, mit 16 Jahren. Das Schweizer Militär hat über 20 verschiedene Berufsgattungen anzubieten. 2 F/A18-Flugzeuge weniger, und die Sache ist über 10 Jahre finanzierbar. Damit hätten wir das Problem gelöst, dass sich ein junger Mensch nicht schon sehr früh für Spitzensport ODER Ausbildung entscheiden müsste, sondern beide Wege parallel gehen könnte. So ein Angebot darf aber nicht nur für die Junioren-Nationalspieler gelten, sondern für eine zweite, viel grössere Welle von möglichen künftigen Spitzensportlern. Ein zweites grosses Problem wäre dann auch etwas entschärft: die Akzeptanz der Armee würde an Ansehen gewinnen.

  8. Jean Ziegler sagt:

    Zu diesem Artikel gibt es nur eins zu sagen: Pajtim Kasami.
    Hat sich in Palermo schon in der italienischen Liga und in europäischen Turnieren durchgesetzt und spielt mindestens als Joker, wenn nicht als Stammkraft.

  9. Maki sagt:

    Im ehemaligen Jugoslawien, gab es bis anfangs der 90er Jahre eine Regelung die den einheimischen Profi-Fussballern es nicht erlaubte das Land vor dem erreichen des 26.Lebensjahres zu verlassen.
    Die Talente blieben im Land und die Liga war dadurch stärker und ausgewogener. Andererseits blieben die einheimischen Fussballer immer im Fokus. Die Liga war attraktiver, die Stadien voller und die Verdienstmöglichkeiten äusserst lukrativ.

    Ich bin der Meinung eine Altergrenze für internationale Transfers wäre nichts schlechtes, aber die Schweiz müsste definitiv mehr Geld in den Sport und Sportorganisationen investieren oder bessere Rahmenbedingungen schaffen.
    (Beispiel: Es darf nicht sein, dass ein Spieler oder Trainer welcher in der Challenge League tätig ist, nebenbei noch einen Job ausüben muss um zu überleben.)

    • Andy Dreyer sagt:

      Ich glaube solche Regeln lässt das europäische Arbeitsrecht nicht mehr zu. Nach dem Bosman Urteil hat sich einiges geändert.

  10. H. Wegmüller sagt:

    Marco Padalino soll sich durchgesetzt haben? Dass ich nicht lache!

  11. Daniel sagt:

    Der heutige Blog ist irgendwie zusammenhangslos: Was hat die Einbürgerung von Drmic mit den Auslandskarrieren von Djourou oder dem angeblichen Problem der Secondos zu tun?
    Die Fussballerkarriere verläuft nicht immer linear. Und mit 19 Jahren kann man noch nicht sagen, ob es einer schafft oder nicht. Wo war Inler in diesem Alter? Senderos war dort schon eine Nummer. Wo ist er heute? Interessant wäre es, wenn der Blogger die Karrieren der U-17 Europameisteer aus dem Jahr 2002 betrachtet hätte. Dann hätte er dies gegebenfalls auf die U-17 Weltmeister ummünzen und etwas Kaffeesatz lesen können.

  12. josé bütler sagt:

    beim bild nr. 10 handelt es sich meiner meinung nach um heinz moser und nicht dani ryser oder täusche ich mich?

  13. Manfred sagt:

    Es geht hier wohl weniger um Secondos, sondern um die Geldgier einiger Spielervermittler, Nicht der Jungspieler ist an allem SChuld, auch nicht der Secondo. Die Schuld trifft die wenig Ausgebidleten oder besser Eingebildeten Spielervermittler, die nur das Geld sehen, nicht aber interesse haben, Ihr Spieler wirklich gut zu beraten.. Wann ein Spieler in’s Auslabd wechselt, sollte wohl eher mit der Familieabgesprochen werden und mit dem Klub welchem er auch zu Dank verpflichtet sein sollte.
    Aber nicht der Secondo- warum eigentlich Secondo – sind doch Menschen wie wir.Wir haben nser Geburtsland aiuch nicht aussuchen koennen. Lassen wir doch einmal die etwas diskrimierende Bezeichnung weg, schau her es sind Menschen wie Du und ich, welche sich anbieten die Normen und Reglamenten der Schweiz anzuerkennen.

  14. Peter Sellers sagt:

    Es gibt auch genügend beispiele von schweizer spieler die älter ins ausland gewechselt sind. und auch kein durchbruch schafften, yakin, gygax, und viele mehr…. klar find ich es auch besser für die schweizer liga, als zuschauer, wenn junge spieler wild auf dem platz umherschwirren, und den älteren den schneid abkaufen. jedoch sollte man den jüngen spielern die ins ausland gehen, dieses nicht vorwefen.

    über das thema mit den schweizern mit den etwas anderen nachnamen sprech ich nicht

  15. tomzh sagt:

    Wie bereits einmal erwähnt geht es doch schlicht und einfach nur ums Geld. Und wer kann es einer Familie verübeln, die bist jetzt eher am unteren Rand der Gesellschaft gelebt hat (egal ob Secondo oder nicht) , dass sie so schnell wie möglich Geld machen will. Eine Fussballkarriere ist immer ein Risiko. Viele der jungen Spieler haben das erste grosse Geld genommen, damit sie wenigstens etwas von ihrem WM Titel profitiert haben. (und im Ausland werden bereits Unsummen für junge Spieler bezahlt). Wenn sie es dann nicht schaffen, haben sie wenigstens ein paar hunderttausend verdient, im Gegensatz zu einer wohlbehüteten Karriere in der Schweiz, wo sie wohl nur einen Bruchteil erhalten. Wenn dann die Karriere mit Mitte 20 definitiv nicht weitergeht oder irgendwo in einer Amateurliga vor sich her dümpelt, hat die Familie (und der Vermittler) wenigstens einmal fett abkassiert.
    Von den U17 Europameistern sind auch nur die wenigsten an das grosse Geld gekommen ( Irrtum vorbehalten nur Barnetta, Senderos und Ziegler ), Juniorentitel sind halt auch nur Momentaufnahmen und das Produkt von Teamarbeit und einer Portion Glück. Um nachher im grossen Fussball zu reüssieren braucht es dann noch etwas mehr.

  16. M.. Bättiger sagt:

    Aufgrund der Verweigerten Einbürgerung von Drmic meint der Artikelschreiber: vermutlich konnte “Drmic die Schweizer Nationalhymne nicht rückwärtssingen und bekundete Mühe mit dem hohen C auf dem Alphorn”. Solch dümmliche Kommentare sind völlig deplaziert, hat die CH doch die höchste Einbürgerungsrate von Europa (in effektiven Zahlen: 500’000 Einbürgerungen in 11 Jahren). Da zu sugerieren, wie streng doch die CH sei, ist fern jeglicher Realität. Und was die Einbürgerung von jungen Ex-Jugoslaven bringt, hat man bei Kuzmanovic, Petric, Rakitic, Zverotic und Co gesehen. Es fehlt meist eben nicht nur am hohen C, sondern an der Verbundenheit mit der CH.

    • Boris Sepulveda sagt:

      Und diese Verbundenheit kann wohl kaum entstehen, wenn permanent die “Scheiss-Ausländer” und “du bisch Schwiizer-ich bin Eidgenoss”-Typen einem in jeglicher Situation das Gefühl geben unerwünscht zu sein.
      Ich bin Schweizer, im Triemli geboren und im Kreis 11 wohnhaft seit meiner Geburt vor 20 Jahren. Dennoch ist mir, trotz meines stilsicheren und akzentfreien Deutsch, anzumerken dass ich meine Wurzeln nicht im Glarnerland habe. Das ich dann diesbezüglich von sogenannten Ur-Schweizern bepöbelt und beschimpft werde fördert nicht mein “National-Stolz” oder die Verbundenheit zum Land.
      Und Aussagen wie “wenns der nöd passt gahn doch zrugg wod her chunsch” sind auch ein Zeugnis von schlecht gelebter Integration.
      Wenn ich Profi wäre würde ich mich für die Schweiz entscheiden. Weils die logische Wahl ist, aber nicht weils eine Herzensangelegenheit ist.
      Ich soll als Sportler ein Land vertreten, welches die multikulturelle Gesellschaft die sie nun mal hat weder respektiert noch achtet… das fällt einem schwer, ganz ehrlich!

  17. Hans-Ruedi Petkovic sagt:

    Denn sie wissen nicht wovon sie schreiben… Wirklich Herr Renggli, das ist nun wohl der unqualifizierteste Artikel den ich je zu diesem Thema gelesen habe. Schrecklich schlecht recherchiert und voller Clichés. Traurig traurig….

    Das beginnt schon mal bei den Beispielen, die Sie als gelungene Karrieren trotz frühem Auslandtransfer anbringen:

    Gelson Fernandes wurde mit 19 Jahren in die ERSTE Mannschaft von Man City transferiert.
    Padalino wechselte im Alter von 20 Jahren von Malcantone in die Serie B Italiens… und er hat sich alles andere als durchgesetzt…

    Wenn Dani Ryser von jung spricht, dann meint er jung im Sinne von Junior, der in eine europäische Juniorenmannschaft transferiert wird…

    Und da sieht das Bild halt leider so aus: Buben namens Elmer, Chiumiento, Burki, die Aston Villa Zwillinge deren Name ich schon vergessen habe weil sie sich so etwas von gar nicht durchgesetzt haben und praktisch alle, die den Schritt in ausländische Juniorenmannschaften gewagt haben, haben sich allesamt nicht durchgesetzt und spielen heute z.B. in Aarau gegen den Abstieg in die erste Liga.

    Es gibt bis anhin genau zwei solche Junioren, die sich durchgesetzt haben und die heissen Djourou und Senderos. Und beide sind sie zu Arsenal gegangen. Ich würde mal behaupten, Arsenal ist der einzige Verein in Europa, der wirklich konsequent auf seine Academy Talente setzt. Arsene Wenger setzt sich vor einem Transfer jeweils persönlich mit den Aspiranten zusammen und hat diese auch persönlich beobachtet. Das ist leider einzigartig. In den anderen Grossvereinen setzt man einfach mal auf Masse. Die Spieler versinken in der totalen Anonymität. Aktuell haben wir drei Schweizer in Arsenals Juniorenabteilung, die sich teilweise auch schon bei den Reservern durchgesetzt haben und vor dem Sprung in die erste Mannschaft oder vor einem Leihgeschäft auf Profiebene stehen. Hajrovic ist Captain der Reserve und Angha scheint sich auch durchzusetzen. Bei Monteiro heisst es noch: abwarten…

    Einem Seferovic wird es bei Fiorentina nicht anders ergehen als einem Elmer bei Chelsea.

    Und dass es nur Secondos sind, die dem Ruf ins Ausland erliegen, ist ja wohl der totale Schwachsinn. Die Familie Elmer war mächtig stolz, sich im Sonntagsblick präsentieren zu können und sie sahen ihren Jonas schon in der ersten Mannschaft von Chelsea spielen… Es gibt noch andere Motive seinen Sohn ins Ausland zu schicken, als Geld. Schauen Sie sich doch einfach mal all die überambitionierten Schweizer Väter auf unseren heimischen Juniorenfussballplätzen an. Auch der reiche Goldküstendaddy lässt sich vom versprochenen Ruhm blenden (und auch er nimmt die Million mit Handkuss).

    Ich habe mir mal die Mühe genommen und habe das getan, was sie vielleicht hätten tun sollen und bin mal auf football.ch gegangen und habe eine Liste aller Juniorennationalspieler erstellt, die in ausländischen Vereinen in der Juniorenabteilung spielen:

    Untersee Joel 11.02.1994 Juventus Turin
    Angha Martin 22.01.1994 Arsenal FC
    Kabamba-Gyger Elias Steven 08.01.1994 AC Milan
    Avdijaj Albion 12.01.1994 TSG Hoffenheim
    Tsimba Kevin 20.02.1994 Olympique Lyonnais
    Frick Jérémy 08.03.1993 Olympique Lyonnais
    Hajrovic Sead 04.06.1993 Arsenal FC
    Frei Kerim 19.11.1993 Fulham FC
    Siegrist Benjamin 31.01.1992 Aston Villa FC
    Veseli Frédéric 20.11.1992 Manchester City FC

    Ich überlasse es jetzt noch ihnen zu definieren, ob Gemischtehenkinder als Secondos gelten oder nicht, aber wenn man sich schon nur die Namen dieser Jungs anschaut kommt man auf einen Secondoanteil von ca. 50-60%

    Das entspricht auch in etwa dem Anteil von Secondos in unseren Juniorennationalteams…

    Ich lade Sie gerne in fünf Jahren auf ein Bier ein und sie bringen mir diese Liste mit. Ich wette alle Biere, die ich an diesem Abend trinken werde, dass von diesen Namen sich höchstens zwei durchgesetzt haben (und ich wette noch eine Flasche Single Malt oben drauf, dass es die zwei Spieler, die bei Arsenal spielen, sein werden).

    • Heinz Oberholzer sagt:

      Hans-Ruedi Petkovic geht da recht hart gegen den guten Bericht von Herr Renggli.Es ist sicher nicht die Art und Weise wie man gegen einen schreibenden Journalisten vorgeht.Ob Herr Petkovic wirklich alles besser weiss und kann müsste er erstmals auch unter Beweis stellen,denn bellen ist ja bekanntlich wenige schwierig als etwas zu analisyren.Herr Renggli macht mit seinem guten Artikel ja auf ein grosses Problem aufmerksam,dass man nicht mit einem “Hauruck” Artikel einfach verwerfen und abqualifizieren kann.Ob sie dann zehn oder mehr Bier trinken hilft diesen jungen Spielern die sich nie durchsetzen werden sehr wenig oder überhaupt nichts.Ich hoffe Herr Renggli wird mit seinen “Steilpass-Berichten und Analysen” uns weiterhin auf dieses und jenes Problem im Fussball aufmerksam machen wird.Dem Herr Petkovich auch alles gute beim Sammeln von Statistiken und Namen.

    • s.v.s sagt:

      warum wird hier immer von Geld gesprochen…….es ist schlicht und einfach nicht war, dass in diesem Alter schon Millionen fliessen. Es gibt auch andere Gründe warum ein Wechsel uns Ausland in Frage kommt: Erfahrung sammeln, Durchhaltevermögen, lernen zu kämpfen etc um nur einige zu nennen. Spricht nicht von etwas wo ihr keine Ahnung habt.
      Mutter einer dieser Spieler)

  18. n.v. sagt:

    Wäre ich in der Lage eines 17/18-jährigen über ein Millionenangebot oder zu tiefem Lohn in der Super-League zu entscheiden, dann versuche ich es mal mit der Million. Da ich Talent vorausgesetzt hoffe noch Glück zu haben werde ich allenfalls noch erfolgreich. Sonst nach 5 Jahren bin ich erst 23 Jahre alt, ich habe ja an mir gearbeitet, bin gereift aber der Durchbruch im Ausland hat nicht geklappt, dann bin ich noch nicht zu alt es in der Schweiz nochmals zu versuchen. Hintergedanke: Bleibe ich in der Schweiz zu tiefem Lohn, verletze mich schon morgen schwer, kein Schwein interessiert sich mehr für mich und ich stehe vor einem Scherbenhaufen. Entscheide ich mich für Ausland und Million, die Millionen kann mir niemand mehr nehmen, ich bin unabhängig, die Welt steht mir offen. – Hier darf man Egoistisch nur für sich einen Entscheid fällen, ohne Rücksicht auf andere Meinungen.

  19. Helmut M. sagt:

    Die Jungs werden mit Geld gelockt. Viel mehr Geld, als in ihren Familien meist je vorhanden war. Und dann fällen die ihre Entscheide schnell…Hier müsste die Fifa einschreiten und solche unmoralischen Angebote stoppen.

  20. Hans Herbst sagt:

    Vielleicht hat das geschilderte Problem auch noch einen ganz anderen Grund. Der Schweizer Fussballverband macht eine excellente Jugendarbeit, die mit dem Verlassen des Junioren-Alters abrupt abbricht und in der Provinzialität von Möchtegern-Spitzenclubs endet. Dort werden den Junioren dann meist Second-Hand-Ausländer vor die Nase gesetzt, die auf dem internationalen Markt nie eine Chance hätten. Man schmückt sich lieber mit scheinbar grossen Namen (siehe Nati-Trainer) als systematische Mannschaftsarbeit zu leisten.
    Wäre ich ein jugendlicher Auswahlspieler, ich würde angesichts der Trostlosigkeit des Schweizer Fussballs und seiner Vereine auch ins Ausland gehen. Wenn die Karriere schon keine Perspektive hat, dann soll wenigstens die Kasse stimmen, und sei es nur für ein paar Jahre. Die Hoffnung bleibt sicher im Hinterkopf, dass der internationale Markt eben doch etwas grösser ist und damit auch die Netze der Hintergrundarbeiter und Spielervermittler anders greifen. Nicht zuletzt gibt es Länder, in denen sich die Nationalität recht einfach wechseln lässt. Eine bessere Prespektive, als hinter einem abgewrackten Second-Hand-Profi auf der Reservebank zu versauern.

    • DAM sagt:

      @Hans Herbert
      Dann ist es doch aber auch so, dass ein junger Spieler, der sich gegen einen “Second-Hand-Profi” in der Schweiz nicht durchsetzen kann, schlicht zu schlecht ist. Warum diese Spieler dann das Gefühl haben sich im Ausland, wenn möglich noch in einer der grossen Ligen, durchsetzen zu können ist mir ein Rätsel.

      Die gängige Einstellung bei den jungen Spielern scheint aber heute (leider) oft zu sein: “Wenn das Geld stimmt setzte ich mich gerne auf die Ersatzbank/Tribüne oder spiele auch bei der 2.Mannschaft in der vierthöchsten Spielklasse.”

      Und genau in dieser Einstellung ist mMn auch das Problem der Schweizer Nati zu suchen.

  21. René Baron sagt:

    Ob jemand Secondo ist oder nicht macht in meinen Augen keinen Unterschied. Im Ausland sind wir alle gleichermassen Ausländer :-).
    Was aber meines Erachtens eine Rolle spielt, ist der Bildungshintergrund der Eltern. Viel zu viele Eltern rücken die technischen Fähigkeiten in den Vordergrund und haben keine Ahnung davon, was sie zum Charakter, zur Spielintelligenz und zur Motivation ihres Sprösslings beitragen könnten, resp. haben sie weder Gespür noch Wissen darum, wie wichtig eine RICHTIG Unterstützung für die Entwicklung eines Spielers ist.
    Den meisten Eltern fehlt nicht nur die Befähigung zum Coach, sondern auch diejenige zum Manager. Somit gerät nicht nur der Spieler, sondern seine gesamte, während der Pubertät so wichtige Familie immer früher in den Sog der Fussballindustrie welche, wie jede Industrie, primär den finanziellen Vorteil ihrer Manager und nicht unbedingt die menschlich Reife ihrer Protagonisten zum Ziel hat.
    Aus sportlicher Sicht würde ich es deshalb begrüssen, wenn wir nicht nur die Kids trainieren, sondern auch die Eltern vermehrt zu mündigen, verantwortungsvollen Sub-Coaches und hauptverantwortliche TalentManager mit entwickeln könnten, statt sie als nur als tumbe, willenlose Masse hinter den Fahnen des Geldes aufzureihen.
    Geld korrumpiert immer.
    Fördern wir stattdessen den Charakter erfolgreicher, selbstbestimmender Talente und Eltern.

  22. janko sagt:

    Zuerst müssen sich ein lehrabschluss haben bevor die jungs ins ausland gehen.In Fussball reicht das talent nicht allein.Du musst in richtige moment an richtige ort sein,ein trainer der chance gibt,der richtige verein die auf jungs setzt,etc,etc,,,FISCHER IST NICHT FAVRE und die U-17 WM BEKOMMEN KEIN CHANCE…dann gehen die ev, noch gratis ins ausland :DZEMAILI,INLER,ABDI……ein gute beispiel ist GCZ ohne diese prekäre situation hätten die jungs bei GCZ kein chance gehabt und jetzt haben viele beweisen die können oben mitspielen und sogar mit eine grosse druck (absteigen) auf den schulter !!
    WIR HABEN GUTE SECONDOS + SCHWEIZER SPIELER ABER DIE BRAUCHEN EIN CHANCE HIER ZU SPIELEN..
    WIESO spielt SALATIC NOCH NICHT FÜR DIE A MANNSCHAFT ??? weil er noch nicht ins ausland ist !!! so einfach !!

  23. Dominic H. sagt:

    Bin überhaupt nicht damit einverstanden dass Xhaka bloss ein Ergänzungsspieler ist. Er ist regelrecht aufgeblüht und zu einem Stammspieler geworden. Nun setzt Fink jedoch in den letzten Spielen eher auf den wieder gesund gewordenen Huggel (und Yapi).

    Auch Rodriguez beim FCZ scheint für mich kein ”Bänkliwärmer” zu sein! Meiner Meinung nach die beiden einzigen die die richtige Wahl getroffen haben.