Die WM-Heuchelei

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WM – Lebensfreude pur oder Geschäft mit dem Tod?

Alle hassen die Fifa – und alle lieben die WM. Ganz Zürich ist im WM-Fieber, aber niemand kümmert es, dass wir auch die Hauptstadt der Fifa-Korruption sind. Diese etwas schizophrene Haltung hab ich nicht nur bei meinen sonst aufgeklärten und kritischen Freunden entdecken können, nein, auch bei mir persönlich ist diese Spaltung in der Wahrnehmung sichtbar. Ich bin weiss Gott kein Fussballfan, aber als die Schweizer in der 93. Minute ihren ersten Sieg einfuhren, war ich am Jubeln. Insgesamt hab ich während dieser WM sicher 45 Minuten Fussball geschaut. Das sind nach meiner Überzeugung zu viel.

Die Medien sind gerade voll von Korruption bei der Fifa, öffentlich geworden durch die Weitergabe interner Daten und Mails an die «Sunday Times», in Brasilien wurden ganze Stadtteile geräumt, dabei gabs Schiessereien mit Gangs, deren Mitglieder zum Teil noch Kinder waren. Auf Katars WM-Baustellen starben bisher 1200 (!) Arbeiter (die wie Sklaven gehalten werden) und über die WM 2018 in Russland will zur Zeit gar niemand sprechen, da die nach der Olympia-Katastrophe ja gerade in einem nicht erklärten Krieg mit der Ukraine stecken.

Die Medien machen es sich einfach: Die böse Fifa, das ist Sepp Blatter, der Machiavelli des Weltfussballs und seine Kohorten. Die gute WM, das ist Lebensfreude pur, Sport und Fairness. Alle blenden aus, dass wir, die Zuschauer, die Toten in Katar finanzieren. Die nette WM ist das Hauptprodukt der bösen Fifa, und es wird uns besser verkauft, als jedes andere Produkt weltweit.

Die Fifa macht ihr Geld mit den Fernsehrechten für die Übertragung  der Spiele, und mit der Vergabe von Lizenzen, um mit der WM, dem offiziellen WM-Logo und vielem Weiteren zu werben. Also bezahlen Sie, lieber Fussballfan, jedesmal, wenn Sie einen Match schauen oder wenn Sie eine Werbung schauen, mit. Die Lizenzen wären nämlich nichts wert, wenn man mit dem Produkt keine Leute erreichen würde.

Der Werbung kann man sich schlecht entziehen. Die ist omnipräsent – und wirkt zum Glück bei vielen schon wieder paradox. Ich vermeide Produkte mit WM-Logo, weils mir auf den Sack geht, wenn man mir so penetrant ein Label aufdrängt. Und natürlich, weil ich weiss, dass der Werbewert der Fifa-Marke mit jedem Produkt steigt, das jemand kauft.

Bei den Spielen staune ich, wie die Heuchelei um sich greift. Jede Beiz versucht noch irgendwie Geld aus der WM zu quetschen. Leute, die bei Grosskonzernen wie Nestlé oder Glenncore fuchsteufelswild werden, lassen sich ohne einen Mucks für die Geldmaschine Fifa einspannen. Beim Public Viewing bezahlt man Lizenzen, Abgaben, lässt sich vorschreiben, dass nur das Bier des WM-Sponsors ausgegeben wird. Dazu dekoriert man brasilianisch – «Lebensfreude pur!» – und vergisst, eine minderjährige Drogenprostituierte in eine Ecke zu setzen, um das Bild realitätsnah zu halten.

Viele Fussballfans, die nicht auf die Spiele verzichten wollen, argumentieren mit anderen Anlässen und Situationen, die «auch nicht sauber» seien. Ja, natürlich gibts neben der Fifa-WM noch viele Beispiele für Korruption und Menschenverachtung. Nicht viele in dieser Grössenordnung, aber es gibt sie. Nur, «Aber die Anderen haben auch …» ist ein Kindergartenargument und macht die WM nicht besser. Keiner würde zugeben, dass er die Spiele schauen will und es ihm egal ist, wieviele Leute dafür ihr Heim, ihren Lebensunterhalt oder sogar ihr Leben verlieren. Selten konnte man so parallel sehen, wie sich die Welt teilt: Die Spiele und die generierten Milliarden auf der einen Seite, die Vertriebenen und die Verreckten auf der anderen Seite.

Das Alles ist sehr unangenehm, das muss der durchschnittliche Fussballfan ausblenden. Ich glaube auch nicht, dass wegen dieses kleinen Kommentars jemand auf das Schauen eines WM-Spiels verzichtet. Aber vielleicht schaffts ja der eine oder andere zuzugeben: «Mir sind die Umstände, die Toten und die Gier hinter der WM egal. Hauptsache ich bekomme Brot und Spiele.»

192 Kommentare zu «Die WM-Heuchelei»

  • Balduin sagt:

    hier übrigens die webseite, die diese bild mit den begeisterten fans gezeigt hat.
    nebst 49 weiteren bilder mit ähnlich fussballbegeisterten frauen.
    http://www.rsvlts.com/2014/05/23/hottest-fans-of-world-cup-2010/#1
    sehenswert 🙂

  • UP sagt:

    Offensichtlich hängen die beschriebenen Probleme doch nur sehr indirekt mit der Korruption, welche der Fifa hier unterstellt wird, zusammen. Sicherlich findet fast kein Europäer gefallen daran, wie in Brasilien und Katar solche staatlichen Bauaufträge ausgeführt werden. Die Frage, welche in diesem Artikel also gestellt werden müsste lautet: Soll die Fifa bei der Vergabe der Weltmeisterschaften Staaten, in welchen keine europäischen Normen herrschen, boykottieren? Woher soll sie die Legitimation dafür nehmen? Sollen die Fans gar Weltmeisterschaften in solchen Ländern boykottieren? Was würde es bringen? Was würde es schaden?

    „Ja, natürlich gibts neben der Fifa-WM noch viele Beispiele für Korruption und Menschenverachtung. Nicht viele in dieser Grössenordnung, aber es gibt sie.“

    Das ist populistisches Wörter verdrehen. Klingt gut, macht keinen Sinn. Gross ist nur das Beispiel Fussballweltmeisterschaften. Die beschriebene Menschenverachtung bei den Bauprojekten zur WM ist in ihrem Ausmass offensichtlich ein Korn im Getreidesack. Ein Beispiel, welches die Sinnlosigkeit der Aussage zeigt. Nehmen wir an, dass es in China eine Pizzeria gibt und man würde schreiben: „Natürlich gibt es neben China noch andere Beispiel fuer Staaten mit Pizzeria. Nicht in dieser Größenordnung, aber es gibt sie.“ Die Aussage ist offensichtlich Schwachsinn.

  • hans sagt:

    auf der einstiegseite bei abteilung zürich (auch auf der Hauptseite unten), wo der blog angekündigt wird, steht: „…sind wir alle SCHIZOPHRENE heuchler?“. Als Beeinträchtigter, auch wenns nichts mit dem Thema zu tun hat, betrachte ich das als diskriminierend. Ich weiss nicht wer sich diesen Lapsus erlaubt hat. Bzgl. sprachlicher Redlichkeit müsste es besser heissen „…GESPALTENE…“. Ich könnte das bspw. kurz ausführen, bspw: Sind alle Schizophrene Heuchler? Oder: Wer schizophren und Heuchler ist, findet die Wm toll? Sind Heuchler schizophren? Ist ein Schizophrener etwas schlechtes? Ist ein schizophrener Heuchler etwas schechtes? usw usw. naja was solls denk ich mir.

    • Réda El Arbi sagt:

      Guten Morgen Hans

      es tut mir leid, wenn Sie diese Wortwahl als diskriminierend empfinden, das ist überhaupt nicht beabsichtigt. Gemeint ist es umgangssprachlich. Wie etwa wenn ich schreiben würde „Sowas ist deprimierend“. Dann will ich auch nicht die Menschen herabsetzen, die unter Depressionen leiden.

      Lieber Gruss

      Reda

      • Walter Helbling sagt:

        Und – wird die Redaktion die Konsequenzen ziehen, die sich aus hans‘ berechtigtem Einwand ergeben? Die verbreitete Gewohnheit, für die Beschreibung besonders stossender oder widersprüchlicher Erscheinungen auf psychopathologische Diagnosen zurückzugreifen, ist nicht geistreich, sondern schlicht verletzend und diskriminierend. Reicht eine Rückmeldung eines Betroffenen, oder braucht es noch unzählige weitere?

        • Réda El Arbi sagt:

          Lieber Walter,

          meine Mutter litt ihr Leben lang unter einer diagnostizierten schizophrenen Erkrankung. Ich weiss also, worums geht.

          Aber ich benutze die Sprache, die auf der Strasse gesprochen wird. Ich verwende keine genderneutralen Formulierungen, nenne Italiener auch mal „Italos“, Drogensüchtige „Junkies“, Prostituierte „Nutten“ und vieles mehr. Das alles könnte als diskriminierend aufgefasst werden. Das entspricht der realen Sprache, wie Menschen sie benutzen. und das ist wichtig für meinen Blog, Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich formulieren darf.

          Ich veröffentliche die Kommentare, die sich kritisch mit meinem Sprachgebrauch auseinandersetzen und lasse so eine Diskussion zu, die bei einer Änderung nach Leserwunsch gar nie aufkäme.

          Also nein, ich ändere die Sprache in meinem Blogpost nicht.

          Der Autor

          • Walter Helbling sagt:

            @ Reda: Danke für deine offene Antwort. Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen. Mein Einwand richtete sich denn auch nicht gegen einen lebensnahen Sprachgebrauch oder gegen das Sichtbarmachen von Spannungen und Konflikten. Ich bleibe aber dabei, dass „schizophren“ gegenüber dem simplen deutschen „gespalten“ keinerlei Mehrwert bringt, ausser dass es irgendwie nach mehr tönt – und dass es von Betroffenen als ausgrenzend empfunden werden kann.
            @ Hans: Sind Sie von Redas Antwort befriedigt?

          • hans sagt:

            @hans: ich gehe mit ihnen einig und kann mit redas antwort leben. sprachwandel hier bezogen auf negative ausdrücke/moralität ist der kern. in seinen blogs geht es ja oft darum, das finde ich auch gut. ich glaube nicht an den perfekten menschen, aber vielleicht dass es besser wird. was heute in der alltagssprache inventarisiert ist, ist morgen wieder anders, aber morgen hat es wieder andere negative ausdrücke usw. wie gesagt, ich teile ihren post und kann auch mit redas verweis auf alltagssprache gut leben.

          • hans sagt:

            ich meinte latürnich @helbling

  • fabian sagt:

    „Ja, natürlich gibts neben der Fifa-WM noch viele Beispiele für Korruption und Menschenverachtung.“
    Ja, Reda, wenn ich einen Beitrag eines Feministen-Blogs lese, habe ich die 10fache Dosis an Männerverachtung. Nur das ist dann eben gaaanz was anderes, schon klar.

    ja, und das beste an dem Beitrag sind die Möpse auf dem Foto.

    • Réda El Arbi sagt:

      Na, echte Männer haben keine Angst vor Feminismus. Nur Pussis fürchteb starke, gleichberechtigte Frauen. 😉

      • Johannes sagt:

        Da muss ich auch mal kommentieren: gleichberechtigte Frauen und Männer, völlig klar. Doch Feminismus ist der gleich unintellektuelle Schwachsinn wie Maskulinismus. Ich präferiere Menschismus, oder etwas klarer: Humanismus.

        • Réda El Arbi sagt:

          Jep. Gleich nachdem Frauen gleich viel verdienen fùr gleiche Leistung, fangen eir an, den Männern das Gebären beizubringen.

          Ich bin Humanist. Aber ich verwechsle Gleichstellung nicht mit Gleichsein. Wir sind Individuen, unterschiedlich nach Geschlecht und anderen Charakteristika.

          • Johannes sagt:

            Klar und danach lernen die Frauen dann kräftiger und schneller zu werden, so dass sie endlich auch breitere grundlegende Aufgaben und Berufe für die Gesellschaft übernehmen können. Mal ehrlich, das einseitige Konzentrieren auf Geschlechter, erst Recht im Fanatismus, ist völliger Unsinn.

            • Réda El Arbi sagt:

              Nun, die Konzentration liegt nicht auf dem Geschleht, sondern auf der Gleichstellung vor Gesetz und in der Gesellschaft, Natürlich haben Leute Mühe damit, die sich selbst als Opfer dieser Entwicklung sehen.

          • Johannes sagt:

            Reda ich sehe mich keineswegs als irgend ein Opfer und Gleichstellung vor dem Gesetz sehe ich auch als erstrebenswert an. Dennoch bin ich weder Feminist noch Maskulinist, weil Extreme meines Erachtens immer dumm sind und ins Ungleichgewicht und Unglück führen. Denn Gleichstellung führt für viele Frauen auch zu einem maskulineren Charakter, weil sie annehmen, sich mit Männern so messen zu müssen. Damit erfüllen sie zwar die Vorgaben des kapitalistischen Systems, was egomanen Wettbewerb aller gegen alle fordert, aber sie verlieren ihren ausgleichenden femininen Charakter, für den sie einst so bewundert wurden. Das Ergebnis ist die maskuline Kapitalistin auf Kosten der emotionalen Weiblichkeit, wer das mag.

            • Réda El Arbi sagt:

              Denn Gleichstellung führt für viele Frauen auch zu einem maskulineren Charakter, weil sie annehmen, sich mit Männern so messen zu müssen.

              Hm. Das lass ich mal so stehen. Da muss ich nichts mehr zu sagen.

      • fabian sagt:

        ‚Echte Frauen haben keine Angst vor Maskulinismus und richtigen Männern.‘ Gähn.

        Réda, wenn anstatt dem Mann Blatter eine Frau Blatterin an der Spitze der korrupten FIFA stehen würde, würdest du in Jubelrufe ausbrechen und ein dreifaches Hurra rufen. Deshalb kann ich dein Gejammere über die FIFA auch nicht wirklich ernst nehmen.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ach komm, das sind jetzt allerbilligste Rechtfertigungen. Die Korruption trifft ja nicht mal Blatter, sondern den Rest der Struktur.

          Und ich find es super, wie du den historischen Prozess unserer Gesellschaft einfach ausblendest. Frauenstimmrecht, Recht auf eigene Wahl des Arbeitsplatzes, solches Zeugs. Aber was soll ich mit Antifeministen diskutieren? Die sehen sich in der Opferrolle.

          Im Ernst: Versuch ein Argument zu finden. Eins. Nicht jammern und schimpfen, nicht unterstellen. Ein Argument. 😉

          • fabian sagt:

            „Aber was soll ich mit Antifeministen diskutieren?“
            „Versuch ein Argument zu finden. Nicht unterstellen.

            Versuchs erstmal selbst, bevor du den Kommentierenden irgendwelche Dinge (Antifeminist, pff) unterstellst.

          • fabian sagt:

            Das ist ja gäbig. Wenn du alle Leute grad so ettikettieren tust, brauchst du ja gar keine Argumente mehr.

            • Réda El Arbi sagt:

              Ok, obwohl du antifeministische Meinungen zum Ausdruck bringst, bist du kein Antifeminist. Aber ehrlich, das macht deine Aussagen nicht einen Deut besser. Oder stichhaltiger. Oder ein Argument draus.

              Aber jänu. Wir können dann gerne mal auf clack weiterdiskutieren. Weil der abstruse Ausflug in die Welt des Frauenfürchtens ist hier total off topic.

          • adam gretener sagt:

            Nicht aufregen, Herr Reda, sonst werden Sie noch ermahnt werden müssen.

  • Ruedi Keller sagt:

    Das Beste am Blog sind die Möpse von der Tico-Lady !:)
    nei, stimmt schon……………

  • Maiko Laugun ★Unbestechbar aber empfänglich★ sagt:

    @Réda: Wenn ich denn könnte, so würde ich Sie in den Vatikan schicken. Sie sind päpstlicher als der Pabst. Sie wissen, dass WM-Gucker alles böse Sünderlein sind und nicht von ihren Sünden lassen können. Aber eigentlich sind Sie ja ganz froh, denn dadurch können Sie alles auf die Kindergartenargumentation herunterbrechen und zwingen dadurch die Sünderlein in Ihrem Blog hier zu beichten. Das haben Sie clever gemacht. Genau so tut es die FIFA. Sie greift nach bewährten Methoden und funktioniert nach den Maschen der Weltkonzerne – oder eben wie die Kirche.
    Eigentlich sind Sie, Réda, so etwas wie der Vater eines online Blog-Beichtstuhles. Amen! 🙂

  • Hannah sagt:

    Konsequenter Weise müsste man auch alle Produkte der Werbepartner der Fifa WM und allzu positiv berichtende Medien während der gesamten WM meiden, das könnte funktionieren, nur da macht die Masse nicht mit.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun, bei den Spielen ist es einfacher. Und würde bei ansteigender Masse auch klarer wirken.

      • tststs sagt:

        Mhmmmm also jetzt muss ich doch auch nachfragen Hr. El Arbi:
        1) Würde ein Boykott (ein totaler oder ein gemässigter) denn wirklich in erster Linie der FIFA* schaden? Oder, was ich eher vermute, zuerst einer ganze Menger anderer Leute und „Organisationen“ und erst zuletzt auch der FIFA
        2) Wäre die Lösung – also dass ich mit gutem Gewissen gucken darf – eine WM ohne FIFA?
        3) Was ist mit der UEFA und den anderen Kontinentalverbänden?

        *FIFA=die oberen Herren, die fett absahnen?
        oder:
        4) Wer oder was ist DIE FIFA? Resp. was meinen Sie mit FIFA?

  • Réda El Arbi sagt:

    Ich bin erstaunt, wie viel Rechtfertigungsdruck der kleine Blogpost auslöst. Und wie wirr zum Teil argumentiert wird. Und das nur, um ohne schlechtes Gewissen die WM schauen zu können.

    Da hab ich wohl einen wunden Punkt getroffen.

    • Peter Widmer sagt:

      Ja, es ist ein wunder Punkt. Und ich oute mich: Ich prüfe nicht bei allem, was ich konsumiere, anziehe oder sonst beziehe, ob alles fair ist. Meine Gehirnkapazität, meine Geduld und mein Wille reichen schlicht und einfach nicht aus, nach dem Aufstehen zu prüfen, wie und von wem meine Zahnbürste und die Zahnpasta hergestellt wurde, es folgen Zahnpasta, Duschmittel, die anzuziehende Kleidung, der Kaffee und so weiter. Fazit: Wenn ich das versuchen würde, würde ich in der Psychiatrie landen, und da diese auch nicht über alle Zweifel erhaben ist, müsste ich dann wiederum prüfen, ob diese unterstützenswert ist…. 😉

      • Réda El Arbi sagt:

        Nun ja, bei der WM müssten Sie schon taub und blind sein, um die Missstände nicht mitzubekommen. 😉

      • Hannah sagt:

        Ein gute Ansatz. Die Politik wäre eigentlich verpflichtet in einem Ampelsystem nach festgelegten Kriterien auf das Produkt zu drucken ob es ausbeutungsfrei, nicht umweltschädlich, nicht menschenschädlich, nicht ungesund, nicht überteuert etc. ist. Dann könnte der Konsument die für ihn wichtigen Kriterien beim Kauf schnell erfassen und sich nicht mehr herausreden.

        • Lia sagt:

          der Konsument sollte gebildet und informiert genug sein, um zu wissen, dass sein fünf-Franken-Shirt nicht aus einer fairen Produktion stammen kann.

          • Ben sagt:

            Der Konsument sollte gebildet genug sein, um zu wissen, dass teurere Kleidungsstücke nicht aus fairer oder gesünder Prodution stammen. Der Preis ist kein Indikator, es braucht Kontrollen, Regelungen, Publikation, Information etc.

    • René Baron sagt:

      Ich glaube nicht dass sie einen wunden Punkt getroffen haben. Sie haben schlicht und einfach Dinge behauptet, die sie zwar tausendfach auf der Strasse hören, die sie aber weder belegen noch in ihrer Konsequenz durchdacht haben. Zum Glück gibt es in dieser Stadt noch ein paar Menschen die selber denken ! Nicht sture Böcke die man nicht überzeugen könnte, aber Hirne die es mehr mit der Logik statt mit der reinen Masse haben. Und die melden sich nun halt. Und da ist gut so!

      • Réda El Arbi sagt:

        Nun ja, ich würde BBC-Dokus und Mirror-Berichterstattung ja nicht mit „nicht belegt“ und „auf der Strasse gehört“ gleichsetzen.

        Aber jänu. Jeder bastelt sich die Realität, die er verkraften kann.

        Übrigens: Nur getroffene Hunde bellen. Den ganzen Tag. 😉

        • René Baron sagt:

          Tja, da wären in ihrem Artikel wohl mal ein paar Quellenangaben nötig, damit auch jeder weiss auf welche Statements dieser Quellen sie sich genau beziehen. So einfach pauschal dahingesagt, wirkt es etwas billig. So als hätte man nichts zu tun als den ganzen Tag BBC zu sehen und den Mirror zu lesen um damit automatisch auf ihrem Wissenstand zu sein. Ausserdem vermute ich, dass sie nicht einfach ihre Quellen widergeben, sondern ihre persönliche Interpretation der durch diese Quellen verbreiteten Facts. Und DAS ist ein grosser Unterschied.

          • Réda El Arbi sagt:

            Einmal googeln braucht ein Zehntel der Zeit, die Sie für ihre Pro-Fifa-Kommentare gebraucht haben. 🙂

        • Mike Soldano sagt:

          Andrea Stauffer hat sicher eine Riesenfreude, dass ihr verworenes Gedankengut mal einen erreicht hat, der nicht mehr in der Pubertät ist.

          • Réda El Arbi sagt:

            Ja. Man könnte Fifa-Kritik auch den Wirrköpfen um Stauffacher überlassen. Oder selbst was tun.

  • Lukas Müller sagt:

    Die grosse Frage ist doch wohl: Ändert sich in Brasilien, bzw. auf der Welt etwas wenn ich die WM nicht schaue. Bin ich dadurch ein besserer Mensch wenn ich die WM nicht schaue. Beide Fragen können mit Nein beantwortet werden. Fussball gab es auch schon vor dem ganzen Kommerz, man kann das ganze auch nur aus der rosaroten Brille betrachten, die Wahrheit sieht aber anders aus. Fast jede Gartenbeiz schenkt nur die Biere aus welche auch im Pachtvertrag stehen, solche Lizenzverträge sind heutzutage völlig normal, willkommen in der Realität Réda El Arbi. Aber das echte Kindergartenargument scheint diesen Sommer zu sein: Ich schaue keine WM-Spiele, ich boykottiere die FIFA. An ihrem nächsten Gartenfest steht bestimmt auch eine Fixerin in der Ecke, ist ja in Zürich normal.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun, wenn Sie nicht schauen, und wenn mehr Leute nicht schauen, solange die WM unter solchen Bedingungen durchgeführt werden (Russland, Katar), wirkt sich das auf die Zuschauerzahlen aus. Das wiederum wirkt sich auf den Wert der Werbung und der Übertragungsrechte aus.

      Aber man kann auch sagen: Was soll ich alleine schon ändern?

      • Lukas Müller sagt:

        Da gebe ich Ihnen sogar Recht. Weniger Zuschauer = weniger Werbe-Gelder. Aber die Fussball WM würde auch ohne TV-Übertragung stattfinden, siehe damals. Also was genau ändert sich an der wirtschaftlichen Lage in Brasilien mit einem Verzicht? Werden nach der WM mehr Kinder obachlos als vorher? Wären die Gelder einfach an die Armen verteilt worden statt Stadien zu bauen? Ändern tut man mit einem Verzicht gar nichts, im Gegenteil.

        Heuchlerisch ist es aber über die FIFA und den Fussball herzuziehen, selber aber über eine Halbzeit gesehen zu haben und jubeln wenn die eigene Mannschaft gewinnt. Das nennt man Doppelmoral. Brasilien war schon vorher ein sehr armes Land, meinen Sie Sie helfen mit Ihrem Verzicht dem Land? Wohl eher Ihrem eigenen Gewissen, sonst niemanden!

        • Réda El Arbi sagt:

          Ohne Fernsehübertragungen würden sicher keine 12 (!) Stadien gebaut, es gäbe bei weniger Umsatz weniger Korruption.

          Und ich selbst hab mich ja nicht ausgenommen. Ich stehe zu meiner Doppelmoral. Aber ich versuche auch nicht, mir irgendwelche Rechtfertigungen vorzuheucheln, dass ich nichts ändern kann, oder dass die Fifa ja eigentlich nichts Schlechtes macht.

          Mit meinem Verzicht setze ich höchstens in meinem Umfeld ein Zeichen. Und vielleicht finde ich vier oder fünf Leute, die dann eben auch lieber eine Bratwurst auf den Grill werfen und ein wenig plaudern, anstatt WM gucken. Bis jetzt hats geklappt.

          • Lukas Müller sagt:

            Also einer guten Bratwurst und einer netten Unterhaltung gebe ich immer den Vortritt, ansonsten kann man auch alle 3 Dinge gleichzeitig machen. ;o) Wo ich aber Mühe habe, bei jedem grösserem Sportereignis kommen irgendwelche Kritiker hervor und machen die ganze Veranstaltung schlecht, weil soviele Gelder verbraten werden und angeblich woanders besser genutzt werden könnten.
            In Wahrheit sind das gar keine Übermenschen die der Welt etwas Gutes tun wollen. Nein, es sind meistens frustrierte Nichtsportler, die noch vor KEINEM dieser Anlässe auch nur ein bisschen für das jeweilige Land getan/gespendet haben. Man könnte tagtäglich sovieles Gutes tun, selbst von hier aus, per Post. Stattdessen wird nur irgendwo im Internet etwas bemängelt und benörgerlt, wirklich etwas geändert hat sich damit noch nie! Aber dass Fussball schon ganze Völker nähergebracht hat, auf der Welt mit Sport am ehesten etwas bewirkt wird, das vergessen diese Nörgler meistens.

          • Lukas Müller sagt:

            Und das der FC Guggehüü und der ZSC dasselbe in klein machen, vergessen wohl auch wieder alle. Oder wieso wird nur gegen WM und Olympia gewettert, wenn doch jedes Wochenende zig ähnliche Veranstaltungen (z.B. FIFA mit den gleichen Köpfen dahinter) stattfinden. Warum empören Sie sich nicht über Werbung im Stadion? Die ganzen überrissenen Gehälter, also das ganze System fängt doch schon beim FC Bümplitz an!

          • Simon Schenker sagt:

            Nun, es wird sogar von Brasilianern bestätigt, dass wenn die WM NICHT in Brasilien stattgefunden hätte, das Geld einfach in was anderes geflossen wäre als in die Gesundheit oder Bildung. Also hat hier die FIFA oder hätte der Verzicht auf eine überteuerte WM gar nichts geändert. Genauso mit Russland etc. Denken Sie wirklich, das Geld, dass eine solche Veranstaltung NICHT gekostet hätte, wäre den Armen oder sonst was gerechtem zugeflossen? Nein. Und so ergeht es uns jeden Tag mit zig-weiss Gott was für Produkten. Schauen wir nur H&M etc. an, die lassen in Bangladesch zum Hungerlohn die Klamotten produzieren. Hier wird sogar gesagt, man müsse sogar die Kleider kaufen um langfristig das System dort zu ändern. Klar, bei einer WM und FIFA würde nur der Verzicht ALLER was bewirken, aber dann wären wir nicht in einem freien System. Das würden nicht alle wollen. Ja wir sind in einer Zwickmühle, aber müssen wir uns deswegen das Leben verbieten? Nein.

            • Réda El Arbi sagt:

              Oh Gott! Sie haben mir die Augen geöffnet! DIe Fifa ist gut, barmherzig und selbstlos. Oh Gott, was hab ich mit meinem Blogpost nur angerichtet.

              Natürlich trägt die Fifa überhaupt keine Verantwortung für die Infrastruktur, die Vertreibung die Toten und so, durch die sie nachher ihren Umsatz macht.

              Und gerade ist nicht H&M-Zeit. Es ist WM-Zeit. Also gehörts auch irgendwo mal erwähnt.

        • René Baron sagt:

          Ohne Fernsehübertragungen würden sicher keine 12 (!) Stadien gebaut ???
          Sorry, aber ist das nun ihr einziges Argument auf die Frage was sich bei einem Boykott der Spiele ändern würde ?
          Ein EINZIGES Argument und dann erst noch völlig haltlos ?
          Die FIFA hat 8 Stadien gefordert und freiwillig auf die Mitsprache bezüglich der Standortwahl und Grösse verzichtet. Die Entscheidung 12 statt 8 Stadien zu bauen liegt einzig und allein bei Brasilien, genauso die Wahl der Standorte und die Grösse.
          Die Uebertragungsrechte werden LANGE vor den Spielen vergeben. Auch wenn einige Menschen die Spiele boykottieren, werden die Stadien dennoch voll sein, das Merchandising brummen und die Vermarktung der Uebertragungsrechte Geld einspielen. Etwas weniger zwar, aber das System ist stabil genug, dass wohl nur ein völlig Realitätsfremder glauben kann, dass sich der Fussball, die Organisation mit der grössten Verbreitung und Kollektivmacht die weit über Religion und Staaten hinausgeht, von einer besserwisserischen Minderheit bleicher, unsportlicher Passivschreiber drehen lässt ?

          • Réda El Arbi sagt:

            Jep, das ist auf den Punkt gebracht. Bei Religion würde ich Fussball und die Fifa auch ansiedeln. Selbe Mechanismen, selber Ungang mit Macht. Selbe Heuchelei.

            Natürlich hätte eine WM ohne Übertragung keine Reichweite, würde keine Milliarden generieren (die dann irgendwo fehlen) und würde sich evt. wirklich wieder ums Spiel drehen.

  • Peter Widmer sagt:

    Zwei Fragen habe ich: Erstens, hat Réda El Arbi ein Honorar dafür erhalten, diesen Artikel zu aschreiben? Wenn ja, hat er sich genauso mitschuldig gemacht, denn ohne FIFA kein Artikel….
    Zweitens, wie weit muss und soll die persönliche Anteilnahme gehen? Darf ich mir meinen Lieblingssong nicht mehr anhören, weil ein darin erklingender Synthesizer höchstwahrscheinlich unter menschenunwürdigen Umständen produziert wurde? Interessant finde ich in diesem Zusammenhang Piraterie: Die Rechtfertigung dafür ist immer „unserem Volk geht es halt schlecht, weil andere Böse die Fischbestände ausgebeutet haben“. Gut – aber wenn dann durch Piraterie Millionen erbeutet wurden, wo sind denn die für genau dieses Volk umgesetzten Sozialprojekte?

    • Réda El Arbi sagt:

      Super. Man kann seine Verteidigung auch an den Haaren herbeiziehen. Übrigens bekomme ich mein Honorar auch ohne die Fifa zu thematisieren.

      • Peter Widmer sagt:

        Ich find das nicht an den Haaren herbeigezogen. Wenn sich ein einfacher „Fussball-WM-Schauer“ schuldig machen soll, dann doch auch ein „Über-Fussball-WM-Schreiber“, oder wirklich nicht? 😉

        • Peter Widmer sagt:

          P.S.: Das heisst nicht, dass ich Fan der FIFA bin. Aber wenn eine Fussball-WM dafür sorgt, dass Rassisten das Wasser abgegraben wird, weil in sehr vielen Nationalmannschaften Spieler ohne nationalen Stammbaum spielen, so kann das Ganze so schlecht nicht sein….

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, klar. Dann dürfte man über nichts mehr kritisch schreiben, weil man ja als Schreiber vom Thema profitiert. Super Ansatz. 😀

          • Peter Widmer sagt:

            Gut, Sie haben mich überzeugt. Ich werde gut schweizerisch wegschauen, falls die Schweizer Nationalmannschaft ein Tor schiessen sollte. Nein, mal ohne Ironie: Mein Punkt ist eigentlich der – klar hat es die FIFA organisiert, aber gerade beim Public Viewing kommen Menschen in der echten Welt zusammen, feiern und leiden gemeinsam, und entwickeln im besten Fall ein friedliches Verständnis füreinander. Das ganze zu boykottieren, weil eine FIFA den Anlass organisiert hat, scheint mir nicht die optimale Lösung.

          • David Stoop sagt:

            Na ja, der Tagi macht doch genau das selbe, was er dem Konsumenten vorwirft:
            1.) vor der WM wird genüsslich über die Korruption und die sozialen Umstände in Brasilien berichtet (welche schon lange vorher so waren, aber da interessierte es niemanden) und 2.) während der WM werden Spiele life übertragen plus gefühlte 1’000 Artikel darüber, was Spieler, Trainer und Fans so treiben.
            Ein Artikel/Blog wie der Ihrige findet dann irgendwo weit hinten in der Zeitung statt, damit man noch sein Gewissen etwas beruhigt hat.
            Am Ende des Tages ist es aber so, dass Ihr Arbeitgeber ein riesen Geschäft mit der WM macht, während Sie hier noch über die Wirte, welche auch etwas verdienen wollen (und selten genug tun) herziehen.
            Ja, wir Konsumenten sind definitiv mit schuld, dass die Sch… rundherum möglich ist, aber machen Sie sich nichts vor. Sie sind hier nur Alibi-Kritik fürs Gewissen, ändern tun und wollen Sie nichts.

            • Réda El Arbi sagt:

              Vielleicht ist es Ihnen entgangen, aber wenn Sie den Blogpost nochmals lesen, werden Sie sehen, dass es hier auch um Medienkritik geht. Ausserdem haben Sie keine Ahnung, was ich in meinem Privatleben ändere pder wofür ich Geld und Zeit investiere.

              Das der Tages Anzeiger mich hier in dieser Art zu Wort kommen lässt, spricht eher für den Tagi als gegen ihn. Aber Selbstkritik ist eben schwierig zu erkennen, wenn man selbst nicht dazu bereit ist.

          • David Stoop sagt:

            @Réda El Arbi: Ehrlich, ich gehe davon aus, dass Sie sehr viel engagierter sind, als ich es je sein werde. Daran ist nichts schlechtes und das kritisiere ich auch nicht.
            Aber am Ende des Tages sind Sie hier die loyale Opposition: Sie kritisieren, aber halt eben in der netten Kritikerecke, die nicht wirklich relevant ist. Da freut sich die Redaktion, weil man den Punkt auch abgedeckt hat, und fährt munter fort die WM medial auszuschlachten.
            Das ganze ist eben am Ende des Tages nicht wirklich viel ehrlicher, als das, was der Konsument macht.
            PS: Der Vorwurf, dass Sie nichts ändern wollen, war ganz konkret eine absichtlich übertriebene Provokation (Ihr Artikel will ja auch anprangern, da dachte ich, dass es ok wäre) und bezog sich darauf, dass es Ihnen in der Kritikerecke einer Zeitung, welche faktisch Teil der angeprangerten Maschinerie ist, genauso gefällt, wie dem WM-Zuschauer vor dem TV.

            • Réda El Arbi sagt:

              Jep. Natürlich arbeite ich im Verlagsgeflecht. Ich hoff einfach, dass die nie rausfinden, dass sie einen subversiven Anarchisten bezahlen. 🙂

              Im Ernst: Die Alternative wär, dass in Medien mit der grössten Reichweite nichts Provokatives mehr zu lesen wär. Und das wär nicht besser.

  • Hannah sagt:

    Der Präsident Uruguays soll wohl in einem Video schon ein Fazit der WM nach dem Ausscheiden der Mannschaft gezogen haben http://www.tagesspiegel.de/sport/wm-2014-vor-deutschland-gegen-algerien-fifas-hurensoehne-robbens-schwalbe-und-deutschlands-gegner-algerien/10125162.html .

  • Samuel sagt:

    Der Massenkonsument ist dumm, das ist richtig. Aber ebenso sind es die Institutionen, die Dummheit ausnutzen bzw. den Menschen nicht erheben und ihm keine besseren zukunftsweisenden Angebote machen, ergo auch das System ist dumm, aber das wissen wir alle.

  • urs sagt:

    hm ja, die sind da schon korrupt da oben am sonnenberg. aber es gibt ja eine einfache lösung: keinen fussball (wm, em etc.) mehr schauen. die fifa ist ein verein und kann tun und machen was er will. übrigens: das so viele leute leiden müssen wegen der weltmeisterschaft liegt an den austragungsorten: diese sind derart korrupt und kriminell, dass es einem schlecht wird. die fifa gibt nur die vorgaben. wenn man wirklich „concious“ sein möchte, dann gibt es a) gar keinen internationalen fussball mehr oder b) nur noch in deutschland – denn dort wurde ja genau jeder dollar am richtigen ort ausgegeben. den rest der welt würde man links liegen lassen. tjanu…
    gruss urs
    ps1: die fifa buttert fast 1 mia in entwicklungsprojekte.
    ps2: hier ertönt ja ungemein viel kritik an der fifa und deren fussball. aber jeder besitzt ein iphone! dabei wissen wir alle (die die augen nicht verschliessen), dass mit jedem iphone (oder sonst einem technisch-digitalen gerät) kriege im kongo etc. gefördert und die umwelt in westafrika oder südostasien verschmutzt werden. aber das ist ja egal, solange man auf die fifa spucken kann…

    • Samuel sagt:

      Genau aus dem Grund und weil ich kein Kommerzmarketingopfer bin besitze ich kein Eifon und auch sonst keine Apfelelektronik, deren Preisleistungsverhältnis bei verständiger Betrachtung nicht attraktiv ist.

  • Franz Weber sagt:

    Genau so scheinheilig ist der Artikel von Herr El Arbi. Sie geben uns zu verstehen dass sie erst 45 Minuten von der WM gesehen haben. Wir sollen jetzt wohl denken sie hätten die WM auf Grund der Missstände ignoriert. Was ich aus ihrem Artikel herauslese ist dass sie mit dem Fussball sowieso nichts anfangen können.
    Ich persönlich habe es nicht nötig die WM und die FIFA zu trennen oder mir etwas schönzureden. Es ist mir nur einfach relativ egal wer von der WM profitiert und wer nicht. Mich unterhält sie prächtig.

    • Maya Z. sagt:

      Sie sind also derjenige, der am Ende des Textes erwähnt wird. Ihnen sind die Toten und die Gier scheissegal, hauptsache für Ihre Unterhaltung ist gesorgt. Ich gratuliere zu so viel Ehrlichkeit und gehe mich dann mal eben übergeben.

      • René Baron sagt:

        Ich hoffe Frau Z. weiss nicht, dass ich nebst Fussball auch noch Nachrichten sehe, ohne dass ich gleich das Gefühl hätte, deswegen gleich die ganze Welt boykottieren zu müssen…

        • Lukas Müller sagt:

          Maya Z., und was genau unternehmen Sie gegen das Ganze? Mit WM Verzicht ist niemanden geholfen!

          • Réda El Arbi sagt:

            Wieso ist mit WM-Verzicht niemandem geholfen?

          • René Baron sagt:

            So klar wie sie als Autor Stellung beziehen müssten, SIE die Antwort ja bereits kennen und müssten nicht mehr fragen. Ich selber vermag an einem Boykott nichts Positives erkennen. Auf eine konkrete Antwort, wem denn genau mit einem WM Boykott (nachträglich noch) geholfen wird, wäre ich aber sehr gespannt.

          • David Stoop sagt:

            @Lukas Müller: Es ist wie mit der Demokratie, eine einzelne Stimme macht durchaus nichts aus (also wenn nur Sie alleine verzichten ist das tatsächlich lächerlich), ABER viele Stimmen bewirken eine ganze Menge und von Werbung abhängige Unternehmen passen sich an die Nachfrage an.
            Wir als Konsumenten sind immer mitschuldig, denn wir könnten etwas dagegen tun.
            Auf der anderen Seite ist es natürlich unrealistisch von einem einzelnen Individuum zu erwarten, dass er alle Fehl der Welt behebt und alles Leid der Welt schultert. Wir sind schlicht und einfach nicht Jesus und werden nie perfekt sein. Es zeigt sich aber in diversen Beispielen, dass sich das gros der Menschen stets bemüht, man muss ihnen nur die Möglichkeit geben. Weshalb diese breit angesetzten Salven („ihr seit alle böse Arsc…..er) eigentlich kontraproduktiv sind.

  • Lukas Müller sagt:

    Ich bin mir nicht so sicher ob es keine Kinder-Drogen-Prostituierte mehr geben würde wenn wir die WM nicht schauen würden. Oder wäre Brasilien ohne WM plötzlich ein reicher Staat ohne Kriminalität geworden?? Und die paar Fussballstadien die dort gebaut wurden, ich glaube in keinem anderen Land wie Brasilien sind Fussballstadien besser geeignet, auch wenn sie an ein paar Orten etwas zu gross geraten sind. (Manaus) Aber bei einer 2 Millionen Stadt ist selbst das in Ordnung, muss halt die Stadtmannschaft in die erste Liga kommen. Aber Réda El Arbi ist durch WM-Verzicht bestimmt ein besserer Mensch!

  • socrates sagt:

    Mitkommentaristin Clara Fall beschreibt es treffend: „verändern tut er mit seinem Fingerzeig-Artikel genauso wenig“. Denn die scheinbar einfache Lösung keinen FIFA-Produkte mehr zu konsumieren, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als falsche Fährte. Währenddem sich Herr El Arbi sich FIFA-Produkten wie der WM verweigert, konsumiert er wahrscheinlich Musik von den genauso bösen Musikfirmen EMI oder Universal, er vertreibt seine Zeit auf Facebook oder er schreibt ein bisschen auf seinen MacBook von Apple. Diese Firmen sind genauso „böse“ wie die FIFA, nur nicht so geschickt im Steuern sparen.

    Es ist also in der aktuellen Gesellschaft nicht möglich, sich dem Konsum von „bösen“ Produkten zu entziehen. Und darum ist ihr Ansatz, Herr El Arbi falsch. Wir können nichts gegen die FIFA erreichen, indem wir sie boykottieren und mit dem Finger auf jene zeigen, welche Freude und Spass an der WM haben. Die FIFA wird andere Wege und Formen finden, unseren geliebten Fussball zu vermarkten.

    Wir können nur etwas erreichen, wenn wir es gleich machen, wie die tausenden Brasilianer*innen, welche während dem Confed Cup die Strasse erobert haben und demonstrierten. Dafür müssen wir aber unsere Büros verlassen, Gruppen bilden, zusammen kommen und uns engagieren. Leider brauchen solche Prozesse viel Zeit und Kraft und können nicht einfach mit einer „ich schaue keine WM-Spiele, ihr schon“ Einstellung erreicht werden.

    Darum Herr El Arbi, würde ich sagen, jene Menschen die WM schauen und Spass haben, müssten sich dem Widerspruch bewusst sein und sagen: „Ich schaue Fussball und mir sind Umstände, die Toten und die Gier hinter der WM bekannt. Aber ich kämpfe dafür, dass sich das ändert.“

    Und nicht ihre Haltung: „Mir sind die Umstände, die Toten und die Gier hinter der WM bekannt. Aber ich konsumiere ja keine FIFA-Produkte, darum bin ich da fein raus.“

    Und noch wegen der Diskussion der Prostitution an der WM, also ihre Quellen müssen ziemlich miserabel sein. Habe lange in Brasilien gelebt und ihre Aussagen entbehren jeglicher Grundlage. Zum weiteren Studium empfehle ich diesen Artikel.

    http://jungle-world.com/artikel/2010/20/40946.html

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich war an der Demo vor dem Fifa-Gebäude letzte Woche. Und Sie?

      • socrates sagt:

        Schön, das zu hören. Dann schreiben sie doch auch darüber! So könnten sie mit ihrer Blogschreiberei mehr erreichen.

        Ich war in Bern an der Demo vor einer Woche. Und in Brasilien vor einem Jahr.

    • René Baron sagt:

      Demonstrationen, Fabbeutel werfen und Trallalla sind pure Anarchie und haben mit nachhaltigen, basisdemokratischen Wertefindung absolut nichts zu tun. Demonstrationen ist lediglich die Showtime derjenigen, die weder über die nötige Bildung, die Kontakte, das Faktenwissen, noch Benehmen verfügen, um auf Augenhöhte mit denjenigen Leuten zusammenzusitzen die froh um jede durchdachte, konkret machbare und öffentlich akzeptierte Lösung wären.
      Etwas lösungsorientiertere Ansätze wären mir auch in diesem Blog lieber. Dumbe Fingerzeiger allein, werden niemals etwas bewegen sondern andere nur darin bestätigen, dass man mit dem „Volk“ nicht reden kann.

      • Hannah sagt:

        Demonstrationen sind die pure Anarchie? So eine Position kann man aber auch nur als General in Nordkorea vertreten. Bitte die Geschichte der Demonstrationsfreiheit nachlesen. Solange wird Ihnen Ihr Schulabschluss wieder entzogen, sofern vorhanden.

        • René Baron sagt:

          Schlagen sie doch einmal bitte die Definitionen der beiden Begriffe nach und zeigen sie mir auf Grund welcher konkreter Differenzen die in Brasilien konkret abgehaltenen Demonstrationen – als in sich geschlossene Systeme – NICHT anarchistischer Natur sind.

          • Ben sagt:

            Ihre Aussage Demonstrationen seien pure Anarchie, ist nun mal Unsinn, da braucht es keine Diskussionen.

      • Hannah sagt:

        PS: Die Grünen haben mit ihren Fingerzeiten und Demonstrationen schon sehr viel erreicht, sonst würden Sie heute pestizitäre Genwürste aus der Tube essen und sich zur Hygiene die morgendliche Strahlung aus der hauseigenen Strahlungsdusche abholen.

      • David Stoop sagt:

        Eine anständig organiserte und durchgeführte Demonstration ist keine Anarchie, sondern ein legitimes Mittel demokratischer Meinungsfindung (und über Meinungs- sowie Versammlungsfreiheit auch verfassungsrechtlich abgesichert).
        Man sollte nicht anarchische Gewaltakte immer mit politischen Demonstrationen gleichsetzten, das ist nicht das selbe. So wie eben nicht jeder Autofahrer auch ein Raser ist.
        Solange eine Demonstration friedlich und anständig ist, ist sie eine gute Sache (unabhängig davon, ob ich/Sie die Meinung der Demonstranten teilt). Denn mal ganz ehrlich, nur von ein paar Internet-Kommentaren wird die Welt kein besserer Ort. Dazu ist Meinungsaustausch auf gesellschaftlicher Ebene nötig, was eben manchaml auch der Demonstration von Masse bedarf.

        • René Baron sagt:

          1. Anarchie ist eine Organisationsform und hat per se nichts mit Gewalt zu tun wird aber fälschlicherweise oft mit Chaos und Gewalt gleichgesetzt –> Bitte Definitionen nachschlagen.
          2. Was ist an einer Demonstration schon demokratisch, wenn die Anzahl der Mitläufer meist nur einen Bruchteil der Stimmberechtigten umfasst ? Ja, sie kann/muss zur Meinungsbildung einer Demokratie beitragen um überhaupt Sinn zu machen. Aber dass eine Demonstration per se schon demokratische wäre, entspricht wohl nicht der Definition von Demokratie sonder eher dem Möchtegerndiktat einer Gruppe von Menschen bei denen oft nicht klar ist, ob sie eine Minderheit oder Mehrheit vertritt.

    • fabian sagt:

      socrates, in bezug auf steuern könnte man es konsequenterweise sogar so sehen: die FIFA ist GENAU gleich wie die übrigen globalen konzerne, sie vermeidet steuern wie alle anderen mit den ihr zur verfügung stehenden möglichkeiten. wäre die FIFA kein steuerbegünstigter verein mehr, würde sie einfach in den kanton zug umziehen und eine steuerbegünstigte holding werden. und da würde dann kein hahn mehr danach krähen, ist ja was ganz normales. wie apple, starbucks und co.
      im übrigen teile ich deine ganzheitliche sichtweise, guter beitrag.

  • Daniel sagt:

    Also, mir scheint es dass viele Menschen die Erwartung haben dass die Aufgabe der FIFA die Welt zu retten ist. Sind wir doch froh dass die FIFA ein wenig Hoffnung, Freude und Spass schenken kann, sei es auch nur für einen Monat lang.
    Es immer dass selbe, da kommt eine Weltverband welche, meine Meinung nach, überhaupt nicht in die Politik einmischen soll, ich wäre sogar dafür dass die FIFA einmal die Weltmeisterschaft an Nord-Korea vergibt und wer jetzt sagt „Spinnt der jetzt total“ dann sage ich nur dazu „habt ihr schon einmal von Integration gehört?“…
    Und überhaupt, egal an welchen Land die FIFA die WM übergibt oder das IOC die Spile, es wird immer Leuten geben die etwas zu meckern haben.
    Also liebe Leuten, hört auf mit diesem Neid und lässt uns gemeinsam Ferien, es gibt schon genügend Kriege auf diese Erde.

    • Lia sagt:

      richtig, es gibt schon genügend Kriege und Tote, also was soll’s, dass nochmals ein paar Tausend Bauarbeiter drauf gegangen sind. Und wer feiert denn? Die, die es sich zuvor schon leisten konnten. Die arme Bevölkerung vor Ort kann weder ein Spiel live ansehen, da zu teuer, noch ihre normalen Einkäufe erledigen, da die Preise dank der Touris bis ins Nirvana erhöht wurden. Aber klar, heutzutage gilt ja YOLO und nach mir die Sintflut.

  • René Baron sagt:

    Ein Versuch eines konkreten Vorschlags zur echten Problementschärfung statt plumpem FIFA Bashing:
    Praktisch jeder Funktionär der Landesverbände, genauso wie die Entscheidungsträger von FIFA, UEFA waren in ihrer Jugend Fussballspieler, deren moralischen und ethischen Werte in ihrer Jugend nicht unwesentlich durch ihren Fussballverein und ihre Fussballkarriere mitgeprägt wurden.
    Sollte es uns gelingen in jedem Jungkicker, der potentiell einmal solch eine Kaderfunktion innehaben könnte, unsere Idealwerte mit auf den Weg zu geben, könnte dies eventuell langfristig helfen, auch mehr integere Entscheidungsträger zu generieren, als wir glauben, momentan zu haben.
    Der informierte Leser weiss, dass Landesverbände und FIFA Projekte am Laufen haben, über den Fussball moralische und ethische Vorstellungen von Gerechtigkit und FairPlay nicht nur zu predigen sondern gemeinschaftlich und breit zu erleben.
    Davon abgesehen glaube ich, dass wir vor allem auch als Eltern und Zuschauer in die Pflicht genommen werden sollten, über den Fussball ethische und moralische Werte zu vermitteln wie wir sie uns wünschen.
    Leider ist oft das Gegenteil der Fall: Wer die Fussballspiele unserer Kinder verfolgt, muss sich nicht wundern, wenn Fussballer auch noch als Erwachsene beissen oder in Führungspositionen Geschäftspartner behandeln oder die eigene Stellung immer noch so verteidigen, als wären sie im Krieg!
    Wenn es Eltern gibt, die auch heute noch öffentlich bekennen, dass es ihnen lieber wäre, wenn ihr Bub dem anderen eine fadengerade in die Fresse haut, als dass der andere ihn blöd anmacht, oder Eltern, die auch heute noch glaube, dass Kinder, die sich in Magen und Hoden schlagen immer noch der Norm optimaler Entfaltung entsprächen, muss sich nicht wundern, wenn die Menge der Profifussballer auf einen Haufen „Winner“-typen und spätere Funktionäre eingedampft wird, die sich allen nach dem Gesetzt des Stärkeren durchgesetzt haben und nun mangels anderer Kompetenzen glauben, ihre Stellung auch weiterhin nur mittels Ellbogen verteidigen zu können.
    Würden wir im Fussball dafür eintreten, dass es nicht nur technisch Hochbegabte in den Profifussball, und von da in die Weihen der Funktionäre schaffen, sondern vor allem auch empathische, organisatorisch starke Teamplayer gefördert würden, sähe die Welt vielleicht auch ganz oben schon anders aus.
    Vielleicht ist dieser Weg über die Jugend nicht realistisch. Es ist aber einer, den jeder von uns gehen könnte, weil er vor der eigenen Haustüre beginnt: beim eigenen Kind nämlich, oder als Zuschauer, Sponsor, Trainer, Fan etc. des Kinder- und Juniorenfussballs und damit als aktiver Supporter und Botschafter für mehr Fairplay der beim Jugendlichen beginnt – dem Jugendlichen nämlich, der später einmal die Geschicke der Fussballs lenken wird!

  • Markus Hutter sagt:

    Offensichtlich wird hier tatsächlich vor allem mit „die anderen aber doch auch“ argumentiert.
    Das ist tatsächlich kein Argument, so sehr es natürlich stimmt.

    Für mich ist es klar: Ich liebe den Fussball, aber die FIFA ist mir gänzlich unsympathisch.
    Klar ist auch, dass es früher so war, dass der Fussball zwar ohne FIFA konnte – nicht aber die FIFA ohne den Fussball. Heute ist es wohl genau umgekehrt. Das ist das schlimmste an allem. Das macht Sorgen.

    Aber: Kein Spiel, dass ich von meinem Lieblings(stadt)verein verpasse. Auch ertappe ich mich mich, dass ich eigentlich auch kein (Pflicht-)Spiel der Nati verpasse, wenn auch nicht live im Stadion. Ich habe mich riesig gefreut, als ich zwei Tickets fürs ein EM-Spiel (zwar, UEFA, aber ist ja auch schlussendlich FIFA) im Letzigrund auf ganz normalem Weg kaufen konnte. Anders gesagt; Mindestens einmal in der Woche huldige ich mit grossem Enthusiasmus ein FIFA-Produkt. Zwischendurch denk ich daran. Ich boykottiere zwar kleinlichst, Zara, deutsche Billigdiscounter, Nespresso, Blick, UBS, Ruag (hihi), Redbull und und und… aber FIFA zieh ich mir im Vollprogramm rein und geb dafür auch unsummen von Geld aus. Obschon die FIFA übler ist, als alle aufgezählten Firmen zusammen. Was an der FIFA übel ist, konnten wir zu recht ja immer wieder lesen. Besonders vor solch Grossanlässen wie EM oder WM.

    Und jetzt das zweite aber: Das ist Fussball. Ich bin Fan. Von meinem Lieblingsverein spielen einige Ehemalige in der Nati. Da schlägt mein Herz höher, die Hände werden feucht und das Kribbeln beginnt, nur schon wenn man die Namen im Kopf hat. Man fragt sich, wie ist wohl die Aufstellung gegen Argentinien? Spielt Drmic von Beginn weg? Ist die Verletzung von Gavra wirklich so schlimm? Wo schauen wir das Spiel morgen? Wird gekocht, oder soll man selber etwas mitbringen? Ich bin vom Thema abgekommen? Hat vorher jemand etwas von Nespresso gesagt? Ebä. Fussball. Fan. Rationell und logisch ist anders.

    Etwas Gutes haben die Diskussionen aber:
    Die FIFA wird immer mehr kritisch betrachtet. Auch die ganzen Machenschaften der „am Rande“ beteiligten Firmen, Organisationen, Regierungen und wie das ganze verknüpft ist. Das ist erst seit einigen wenigen Jahren so. Und das wird nicht weniger.
    Die FIFA hat sich mit Katar ein Eigentor geschossen und auch dem blindesten gezeigt, wir korrupt diese Organisation ist und wie wenig sie sich um Fussball kümmert.

    Was mir persönlich am meisten fehlt, ist dass die FIFA aufgrund ihres Images aus Zürich wegzieht (nach Katar, Nordkorea oder… hmmm mir fällt nichts mehr ein, wo die FIFA willkommen wäre).

  • Clara Fall sagt:

    Recht hat er. Teilweise. Nur verändern tut er mit seinem Fingerzeig Artikel genauso wenig. Auch er verhält sich mehr Problem- als Lösungsorientiert. Er wertet mich als Heuchlerin mit Doppelmoral und unterstellt mir (begeisterte Zuschauerin) das meine Freude nicht dem Spiel sondern im Grunde dem Spiel der Fifa gilt. Not ok. Was ER konkret gegen bzw FÜR den FIFA Misstand im Land „unternehmen“ würde um am Ende nicht auch als „Unterlasser“ dazustehen erfahre ich über seinem Artikel nicht. FIFA Sitz ausschaffen? weil höchst kriminell und straffällig? Könnte wetten dass das nicht in seinen persönlichen Lösungskatalog passt (es könnte unser Image und humanitäre Tradition gefährden). Welche Massnahme kann und soll die korrupte geistige Haltung von FIFA Funktionären verändern? Dank Kommentaren wie der von Dieter Neth erfahre ich über Ansätze um aus dem ganzen Zuschauer Dilemma zu kommen. Würde ich sofort unterschreiben!

  • René Baron sagt:

    Réda El Arbi zufolge dürfte man die WM wohl nur noch in Deutschland vergeben, respektive wird er ja wohl nicht behaupten wollen, dass man die FIFA für die moralischen Grundstrukturen der Gastgeberländer verantwortlich machen kann.
    Natürlich ist es jetzt populär über Brasilien zu schreiben und noch viel populärer ins Horn derjenigen Gutmenschen zu blasen, denen die echten Problem bis zur WM am Arsch vorbeigingen, geschweige denn in diesen Ländern jemals etwas selber auf die Beine stellen mussten.
    Es gibt Länder die hätten Schlagzeilen und Korruptionsbashing nötiger. Es gibt Leute die TUN was, statt nur darüber zu schreiben…

  • KMS a PR sagt:

    das ist so. und es ist verständlich. die fans mögen fussball. er wird serviert und konsumiert. man fiebert mit und vergisst logischerweise was in der küche vor sich geht, wenn das gericht schmeckt. der fanmarkt blüht und in indien nähen die kinder fan-shirts im akkord. paneM et circenses. man kann das dem zuschauer auch nicht verübeln. auch die fehlende nachhaltigkeit nicht. nachhaltigkeit muss man sich leisten können. die fifa könnte das. das wird so weitergehen, global, bis entweder 95% der menscheit von einer 5%igen elite beherrscht wird, oder sich die erste gruppe auflehnt. und das wird irgendwann der fall sein. denn die ökonomie der kräfte hat in unserer schönen zeit der raffgier schon lange kein gewicht mehr.

  • Globalthinking sagt:

    Diese Analyse ist etwas zu einfach. Sicher wird dieses System durch die Menschen finanziert und Bewusstsein für die Probleme schadet nicht. Aber dieses System lässt keine Optionen zu. Denn wer hochklassigen Fussball sehen will, muss diese Fifashow sehen. Eine Alternative gibt es nicht. Zudem wollen viele mehr Hintergründe über die soziale Situation in den Fifa betroffenen Staaten und aktuell vor allem aus Brasilien und von den dortigen Protesten sehen. Allein die systemimmanenten Medien sind hier kaum mehr investigativ und liefern nur WM Hofberichterstattung. Wer ist also Schuld? Sicher nicht der Rezipient, dem kein Ausweg geboten wird, sondern die Systemorganisationen und -verantwortlichen die diese Missstände verursachen, nicht kontrollieren oder abstellen, in Politik, Verbänden, Wirtschaft und Medien.

  • Eric sagt:

    Die Fifa ist zum K..tzen, eine Schande für die Schweiz. Wie kann man die Fifa mit der Migros vergleichen die sehr viel für Sociales, Mitarbeiter macht und Steuern zahlt. …und zum Präsidenten der Fifa …ich glaube Giacobbo und Müller bringen es
    relative gut auf den Punkt in ihren Sendungen …absolut lächerlich!

    • René Baron sagt:

      Giacobbo/Müller ist eine Satiresendung.
      Sollten sie den Unterschied zwischen Realität und Satire nicht mehr trennen können, empfehle ich ihnen Fachliteratur und einen Arbeitsaufenthalt in jedem Land von dem sie glauben, dass die FIFA dort einen schlechten Job macht.

  • Daniel sagt:

    Liegt das Problem aber nicht wo anders begraben? Wir sind nur der normale Pöbel, das Fussvolk. Man hält uns schon wie bei den alten Römern bei Laune damit wir das gesamt Konstrukt Namens „Wirtschaft“ am laufen halten. Wenn wir gegen Ungerechtigkeit auflehnen würden, dann müssten wir verhungern, denn Korruption oder Heuchlerei fängt doch auch schon auf dem Bauernhof an (Das Volk will ja den Bauern für die Milch auch nicht zu viel zahlen etc) und endet in diversen Produkten und Anlässen. Das einzige was man dagegen machen kann ist möglichst von solchen Dingen die Finger zu lassen, aber das ist eben nicht so leicht. Vor allem auch schon daher nicht weil ja heute auch der Grund „Das ist menschengerecht hergestellt“ als Garant genutzt wird, um die Ware zu überrissenen Preisen loszuwerden, bis sich dann herausstellt dass dem eben doch nicht so ist. Von dem her: Fuck it.

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, so einfach ist das nicht. Ohne Konsumenten hat die Wirtschaftselite auch keine Macht. Wenn wir nicht jeden Müll kaufen oder anscheuen, der uns vorgesetzt wird, überlegen die sich auch, was sie uns andrehen wollen. Nur sind wir eben oft zu bequem, um mit unserer Geldbörse eine Wahl zu treffen.

    • René Baron sagt:

      Was und von den Römern unterscheidet ist, dass praktisch jedermann Zugriff auf Fakten hat und jedermann mal selber versuchen könnte in diesen bösen, bösen Länder mal etwas mit rein helvetischer Grundeinstellung und hehren mitteleuropäischen Moralvorstellungen auf die Beine zu stellen.
      Leider machen wir weder von den Fakten noch von unserer eigenen Denke Gebrauch, sondern plappern blind nach, was sich die Leute auf der Strasse und am Stammtisch so zu sagen haben.
      Dass solch einfach Denken von keinem ernst genommen wird, der tatsächlich etwas bewegen könnte, liegt auf der Hand. Nicht weil diese Lenker und Denker persönlich etwas gegen DauerStammtischsitzer hätten, sondern weil es irgendwann mal sinnlos ist, sich, rein um der eigene Reputation willen, immer wieder aktiv mit dem Bullshit zu befassen, den die Einfachen zu ihrer Sicht der Dinge proklamieren. Da könnte man genausogut mit einer Festplatte kommunizieren 🙂

  • Michi Giaimo sagt:

    Da erinnere ich mich immer wieder an die folgenden Zeilen:
    WENN DU DIE WELT VERBESSERN WILLST, BEGINNE BEI DEM, DEN DU MORGENS IM SPIEGEL SIEHST…
    Alles betrifft mich zuerst.

  • Fritzi Niederberger sagt:

    Der antirassistische Show-Kampf der Fifa und ihrer Granden grenzt in der Tat an Schizophrenie. Dem Autor ist da im Wesentlichen zuzustimmen. „Dekadent“ ist das Phänomen Fifa dennoch nicht. Mitforist Maiko bringt den Begriff ins Spiel. Der Verband macht in punkto öffentlicher Rassismusreflektion bis anhin keine so schlechte Figur. Dekadenz ist ein Kampfbegriff des erstarrten Traditionalismus gegen jeglichen kulturellen Fortschritt. Der krasse Rassismus eines beauftragten Veranstalters gegenüber nichtmuslimischen Arbeitern sowie auch Menschenrechtsverletzungen im aktuellen Gastgeberland sind allerdings mehr als Tolggen im Reinheft des allzu passiven Weltfussverbandes.

    • René Baron sagt:

      Schöne, treffende Sätze deren Inhalte ich mit ihnen gerne teile.
      Leider ist die Vermeidung dieser Tolggen nicht ganz so einfach. Nur ein Beispiel: Um die Arbeitsbedingungen nich nur auf dem Papier sondern praktisch vor Ort kontrollieren zu können, müsste die FIFA sämtliche Aufträge selber vergeben und damit Brasilien vorschreiben mit wem was zu bauen sei. Dass dabei aus rein praktischen Gründen Firmen den Vorzug erhalten, die sich schon mehrfach bewährt haben, hat dann aber nichts mit Korruption und Gfätterliwirtschaft zu tun, sondern mit Risikominimierung. Zudem müssten sie während der ganzen 10+ Jahren Vorbereitungszeit für Planung, Ausschreibungen und Projektvorgaben und bei jeder Baustelle und jedem Zulieferer mindestens 2-3 unabhängige Beobachter und Kontroller installieren. Was das kosten würde, genauso wie die Frage ob man das Geld nicht nachhaltiger verwenden könnte, überlasse ich ihnen.

  • Bruno Mueller sagt:

    Wow, so einfach war es noch nie, gut zu sein! Fussball interessiert mich nicht im Geringsten. Ich finde das alles nur lächerlich. Ich bin froh, dass all diese Lemminge Fussball schauen und sich freiwillig in diese Ghetto pferchen (public viewing etc), und mir die Welt überlassen..

    • Fritzi Niederbergeer sagt:

      All diese Gemeinschafts- und Ghettosüchtigen. Einfach nur gestört.Volle Zustimmung Herr Meyer äh Mueller.

  • P. Taler sagt:

    Der antirassistische Show-Kampf der Fifa und ihrer Granden grenzt in der Tat an Schizophrenie. Zumindest in bestimmten Fällen. Dem Autor ist da zuzustimmen. Dekadent ist das Phänomen Fifa dennoch nicht. Mitforist Maiko Laugun bringt den Begriff weiter unten ins Spiel. Der Verband macht in punkto öffentlicher Rassismusreflektion bis anhin keine so schlechte Figur. Dekadenz ist ein Kampfbegriff des versteinerten Traditionalismus gegen jeglichen kulturellen Fortschritt. Der krasse Rassismus eines beauftragten Veranstalters gegenüber nichtmuslimischen Arbeitern sowie auch Menschenrechtsverletzungen im aktuellen Gastgeberland sind allerdings mehr als Tolggen im Reinheft des allzu passiven Weltfussverbandes.

  • Tobias sagt:

    Prinzipiell finde ich es sehr schön, dass sich ein Artikel um die Korruption, das Leiden hinter der Fifa-Geschäftsmache dreht. Was ich auch gut finde, aber bei vielen Organisationen (z.B Apple, Starbuck) gibt es genau so schlimme Ungerechtigkeit, Korruption, und Sklaven-ähnliche Arbeitsnehmer. Selten bis gar nie finde ich Artikel, die dies auf zeigen, wir leben in einer Zeit, in denen nicht wenige Unternehmen diktatorisch angehaucht sind, die uns diktieren was wir lieben, wie wir sein wollen, was wir tun und lassen sollen. Die FIFA ist Südenbock, der dank hoher Berühmtheit und Omnipräsenz ideal ist zu boykottieren. Eine Art der Negativpropaganda wenn gerade etwas überall in den Medien ist. Bei Apple sagt natürlich niemand ein Wort. Wie viele der WM-Boykottierenden tragen Apple-Produkte, warum hinterfragen so wenige allgemein auch andere Unternehmen. Warum ist der Aufschrei gerade hier so gross, weil sich alles um die WM dreht? Warum ist der Aufschrei bei alltäglichen Produkten des täglichen Lebens nie in diesem Ausmasse? Die Wahrheit wird wohl zwischen den Negativsten und Positivsten Beiträgen liegen, irgendwo dazwischen. Trotzdem schöner Artikel, gut geschrieben und auch wahr. Aber es wäre schön wenn der Wille zum vermeiden auch bei anderen Produkten, die nicht alle 2 Jahre erscheinen wäre. Auch bei Produkten, die gerade weniger „berühmt“ sind.

    • René Baron sagt:

      Die FIFA hat – im Gegensatz zur Starbucks, Apple und Co. – relativ wenige Mitarbeiter. Ich kenne keinen der bei der FIFA über seinen Job unglücklich wäre 🙂
      Leider meinen viele Menschen, dass die Fifa die WM-Infrastruktur selber baut. Nichts könnte falscher sein!
      Klar könnte man nun darüber diskutieren, ob die FIFA bei der Vergabe der Aufträge einen stärkeren Einfluss nehmen sollte, respektive einem Land vorschreiben soll mit wem, wo, wieviele Stadien gebaut werden sollen. Vielleicht gibt es sogar Länder die das akzeptierten. Der Mensch auf der Strasse ist dabei aber schizophren: Er beschneidet den Einfluss der FIFA in gleichem Masse, wie er von ihr verlangt, dass sie ethische und moralische Werte in ihrem Einflussbereich flächendeckend durchsetzen soll.
      Etwas umsetzen zu müssen, ohne über die entsprechende Power zu verfügen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Aber eben: Wer am Stammtisch hat denn international schon mal was Grösseres umgesetzt ? Ja wer denn ? Also.

      • Réda El Arbi sagt:

        Nun ja, irgendwie ist die Fifa schon mitverantwortlich für die Infrastruktur, die Milliarden in ihre Kassen spült.

        • René Baron sagt:

          da gebe ich ihnen recht – wir – also ich und sie auch.
          Aber es würde mich stören wenn man mich nun ALLEIN für die ganzen Schweinereien verantwortlich machte.

  • Andrew sagt:

    Ach, bin ich froh, auch mal so etwas zur WM zu lesen. Bin eigentlich ein angefressender Fussballfan, werde aber ob der vielen Spiel-Verderber zum Spielverderber, mag die Spiele nicht schauen. Es reicht schon, wenn wir in Europa bleibn: Gazprom ist Hauptsponsor der Champions League, da müssten doch alle Warnglocken läuten. Barcelona, Man City, PSG: Die grossen, reichen Klubs verstossen gegen die Regeln, nein, nicht die Fussballregeln, sondern gegen Arbeitsrechte, Finanztransparenz etc., werden gebüsst, wir jubeln ihnen weiter zu.

    • René Baron sagt:

      Wenn ich jedesmal wenn ich mich freue, darüber nachdenken müsste, ob das ethisch überhautp vertretbar wäre, wär ich, gelinde gesagt – nicht mehr ganz so spontan 🙂

  • Phil Taler sagt:

    Forist Maiko Laugun spricht weiter unten von westlicher Dekadenz, die dem allem zugrunde liege. Der antirassistische Show-Kampf der Fifa und ihrer Granden mag an Schizophrenie grenzen. Dekadent ist er nicht. Der Fussballverband machte da bis anhin keine so schlechte Figur. Dekadenz ist ein Kampfbegriff des erstarrten Traditionalismus gegen jeglichen kulturellen Fortschritt. Der krasse Rassismus eines beauftragten Veranstalters gegenüber nichtmuslimischen Arbeitskräften sowie auch Menschenrechtsverletzungen im aktuellen Gastgeberland sind allerdings mehr als Tolggen im Reinheft der allzu passiven Fifa. Dem Autor ist zuzustimmen.

  • kamm sagt:

    Gut, wenn sich der internat. im Aufbau befindende kritische Blick auf die Fifa fortsetzen und focussieren würde. Dieter Neth/ 11:45h weist auf konkrete Möglichkeiten hin. Aber für ein weltweit dermassen beliebtes Entertainement wie Fussball kann nicht mitten im Spiel ein Boykott ausgerufen werden. Das sind ja auch periodisch organisierte psychotische Massenentladungen! Und schlussendlich ist die Fifa einfach EIN Vorzeige-Expempel für „entfesselten“ Kapitalismus und gehört in die Kategorie einer CS: Wir sind Mafia, einer Ebner/Blocher/Ospel/Swissair-Geschichte, einer Nestlé (Wasserressourcen-Monopol) , einer PP, Shell, Exxon … mit ihren Oelkatastrophen, Glencore, H&M usw usf. Das ergäbe dann aber eine grundsätzliche Kapitalismuskritik…. Etwas Kosmetik + Steuern verdecken höchstens fadenscheinig die Heuchelei

  • Robert Gosser sagt:

    Es wird wieder einmal ein Sündenbock gesucht,und diesmal ist es die Fifa,welche alle Probleme in einem Land beseitigen sollte.Mit einer investition,die ev. ein 0.01 % des Gesamtwirtschaftsvolumens Brasiliens betrifft,sollte nun die böse Fifa Armut,Prostitution und Menschenrechtsverletzungen in einem Land beseitigen,dass infrastrukturell nicht mehr mit dem Wirtschaftswachstum (welches definitif ungerecht verteilt ist) nachkommt.Hat die Fifa bestimmt wo die Stadien gebaut werden sollen?Nein,die Regierung.Hat die Fifa die Bauaufträge vergeben?Nein.Die Regierung.Bald wird die Schweiz ein Freihandelsabkommen mit China haben,bei dem es aktiv um unsere exporteure geht (auch KMU’s,nicht nur die bösen multinationalen).Ich würde gerne jetzt jemand sehen,der auf die Strasse geht,um dagegen zu protestieren,dass wirtschaftsinteressen vertreten werden mit einem Land dass ja anscheinend auch Menschenrechte verletzt.Nein,es ist einfacher den Finger auf die FIFA,Olympische Spiele etc. zu zeigen.Thema Qatar,ja,absolut ist es nicht mit rechten Dingen zu und her gegangen.Aber Qatar hat finanziell wenigstens die Möglichkeit eine WM ohne Probleme zu organisieren.Klar,aber das ist auch wieder nicht in Ordnung,da hier eines der reichsten Länder die WM bekommt,und z.B. nicht ein Entwicklungsland berücksichtigt wird.Wegen Stadien in Qatar und Bauarbeiter,geht jemand bei den Grossbanken anklopfen und reklamieren,da Grossinvestitionen in Qatar im Immobilienbereich getätigt werden,die die Stadinbauten um ein vielfaches übertreffen?Nein,natürlich muss wieder die Fifa alles lösen.Darum Reda,wie der Titel schön sagt, die WM Heuchelei.Freuen wir uns Schweizer doch mal über schöne spiele,ohne dass wir immer das Gefühl haben,nur mit einem schlechten Gewissen und einem „aber“ kann man einen Grossevent geniessen.Und nehmen wir uns doch dafür die nächsten Ferien (ja die Schweizer haben genug Ferien und Geld) um etwas sinnvolles zu machen.Warscheinlich nützlicher als das ewige,langweilige Fifa bashing.

  • we are the world sagt:

    Bei aller Kritik: Die Fifa ist eine Nonprofit- Organisation, will heissen aller Gewinn wird unter die Mitglieder verteilt. Als Gegenpool die Formel 1, Ecclestone, eine private Firma, er wurde zum x- Milliardär, seine Frau hat bei der Scheidung 4 Mia. bekommen. Eine reife Leistung, Hr. El Arbi? Bei der Fifa sprechen Sie die Schweiz an, Hr- El Arbi, schauen wir doch einmal die Schweiz und Hr. Ecclestone an. Dieser steinreiche Mann wohnt am Genfersee und wird pauschal Besteuert, wohl für ein Butterbrot! Die Schweiz ist also auf die paar Mücken angewiesen, die Pauschal- Steuer muss unbedingt erhalten werden, das Glück der Schweiz ist davon abhängig! Wenn Sie als Journalist irgend ein Hinweis haben, dass Blatter oder ein anderer Milliarden aus der Fifa entwendet hat, dann sagen Sie es uns. Die Fifa macht Unsummen von Geld, sie investiert aber auch Unsummen von Geld auf der ganzen Welt. Es wird nur zu einem ganz minimalen Teil in der Schweiz verwendet. So unsympathisch Fifa und andere Sportfunktionäre auch sein mögen, das private Horten von Geld ist nicht ihre Antriebsfeder.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, die Fifa-Funktionäre haben sich gerade schnell die Gehälter verdoppelt, um 100 000 Franken. Sämtliche Firmen, die grosse Fifa-Aufträge bekommen, sind komischerweise personell familiär eng mit Fifa-Funktionären verbandelt. Hmmm …

      • we are the world sagt:

        Gehalt verdoppelt, um 100 000 Franken…. Hmmmm wäre wohl noch bei der 1:12 Initiative durchgegangen, oder meinen Sie nicht? Selbst beim Opernhaus ist es üblich, wer viel Sponsoren- Geld generiert, darf ein Anteil behalten, ganz offiziell! Sicher leben die nicht schlecht, dass sagt auch niemand. Macht, Machtspiele, sich Feiern lassen usw sind deren Antriebsfedern.

        • Réda El Arbi sagt:

          Da sind natürlich die jetzt nachgewiesenen Bestechungsgelder nicht einberechnet. 🙂 Aus 200 000 übrigens.

          Und ehrlich, Fifa ist ein gemeinnütziger Verein.

          Aber was sind schon 200 000 Franken im Vergleich zu den Leuten, die in 12 Stunden Arbeitstagen die Stadien bauen und dabei ab und an verrecken. Für weniger als 200 Dollar pro Monat ….

          • we are the world sagt:

            Natürlich ist das nicht gut was auf den Baustellen passiert, trotzdem baut nicht die Fifa die Stadien. Brasilien wurde nicht gezwungen, die WM zu machen. Die Welt ist schlecht, wir wissen es, aber wird sie besser mit Ihrem Ansatz? Die Fifa soll auf Fernseh- und Werbemillionen verzichten und nicht mehr Geld für Kinderfussball auf der ganzen Welt verteilen?
            Die Fifa generiert so viel Geld wie ihr möglich ist, Sie sagen die Fifa soll verzichten, ich sage, damit wird es auch nicht besser, das ist der einzige Unterschied zu Ihnen.

          • we are the world sagt:

            Meines Wissens unterscheidet sich die Fifa nicht gross von der Migros oder Coop, sie gehört den Mitgliedern, oder wissen Sie etwas anderes?

            • Réda El Arbi sagt:

              Ja, die Korruptionsvorwürfe bei Migros und Coop fehlen. Und sowohl Migros wie auch Coop zahlen als Unternehmen Steuern. Ach ja, Migros und Coop verfügen inzwischen über ein Ethik-Konzept.

          • we are the world sagt:

            Gab es da nicht den Korruptionsfall bei der Zürcher Pensionskasse (Gloor)? Migro und Coop zahlen Steuern auf Geschäfte die sie in der Schweiz machen und sie hatten doch auch schon Probleme mit Arbeitsbedingungen in den Herstellorten ihrer Kleidern. Wer fast nur in der Schweiz Geschäfte macht hat es doch wohl einfacher, oder nicht?
            Die Fifa hat eine Ethik- Kommission, die hat gerade erst Franz Beckenbauer für 90 Tage gesperrt, was in Deutschland gar nicht gut aufgenommen wurde.

          • Pedro Linder sagt:

            Die FIFA ist ein gemeiner, unnützer Verein.

      • René Baron sagt:

        Sei meinen wohl nicht die Löhne der Funktionäre, sondern die pauschalen Zuwendungen an die jeweiligen Landesverbände als Entschädigung für die gegenüber der FIFA zu erbringenden Leistungen: Schulungen, Ausbildung von Schiedsrichtern, Dopingkontrollen, etc.

    • Lopez, javier sagt:

      Wenn Fifa gemeinnützig wäre, warum gibt es im Internet nur den URL http://www.fifa.com.
      Früher gab es noch http://www.fifa.org. Org ist die Domäner für Nonprofit Organisation.
      Com ist die Domäne für Kommerzielles.

      Wenn man http://www.fifa.info eingibt, wird man auf http://www.fifa.com umgeleitet.
      Wenn man http://www.fifa.org eingibt, erhält man „Server not found“.

      An „we are the world sagt“ die FIFA sieht das anders als Sie!!!

      Gut man könnte von Profit orientierte Wohltäter Organisation reden.

      • we are the world sagt:

        Lopez, muss man nicht zuerst ein Profit machen, um nachher als Wohltäter auftreten zu können? Von irgendwo muss das Geld ja wohl kommen.

        • Adam Gretener sagt:

          De Gregorio in da house.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ok, dann lasst uns doch Leute ausbeuten, um dann wohltätig zu sein.

          Und wir zahlen uns 200 000 als Vereinsfunktionäre, neben den Bestechungsgelder.

          Fifa, die Wohltätige. Funktioniert in der Öffentlichkeit gerade als schlechter Treppenwitz.

          • René Baron sagt:

            1. Funktionäre nehmen diese Gelder zu Handen ihrer Landesverbände entgegen. Das geht nicht direkt in deren Portemonnaie. Wieviel davon die Landesverbände dem Funktionär wieder als „Lohn“ auszahlen ist Sache der Landesverbände, und nicht der FIFA !
            2. Bestechungsgelder gab es in der Vergangenheit tatsächlich – obwohl sich die FIFA auch hier nuancierter ausdrücken würde und jeden verklagt, der öffentlich was anderes sieht, als in den Gerichtsurteilen festgehalten ist. Sollten aktuell immer noch Bestechungsgelder gezahlt werden, wäre die FIFA ihnen für entsprechende Hinweise sicher dankbar.
            3. Der Treppenwitz funktioniert nur in der uninformierten Masse. Und DAS spricht weder für die Intelligenz noch für die Lösungsrelevanz dieser für solche Witze empfänglichen Truppe.

  • Mike Soldano sagt:

    Jugendgangs und minderjährige Drogenprostituierte gab es in Brasilien schon lange bevor dem Land die WM zugesprochen wurde. Da hat doch die FIFA nichts damit zu tun. Wenn die nächsten fünf WMs an Deutschland, Frankreich, Japan, den USA und Australien vergeben würden, wäre doch El-Arbi der Erste, der die FIFA anprangern würde, Entwicklungsländer nicht zu berücksichtigen. Hauptsache, man kann auf die Reichen und Mächtigen einprügeln, das ist ein immer wiederkehrendes Thema dieses Blogs. Das wäre in der WOZ viel besser aufgehoben und ich würde es nicht sehen müssen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich persönlich würde der Fifa wieder den Auftrag geben, den sie eigentlich hat: Streitigkeiten innerhalb des Fussballverbandes zu schlichten. Nicht Milliarden umzusetzen.

      Kurz zu Ihrem „Argument“: Die Prostitution und die Kinder, die dafür vom Land in die Stadt geschafft wurden, haben sich verfünfacht. Der Preis für einen F*** ist auf 1.5 Doller gesunken. Konsumiert werden diese Minderjährigen hauptsächlich von Fans.

  • Fritz Früh sagt:

    Frage an alle die sich hier in ihrer selbstgerechten inszenierten Betroffenheit wälzen und ihre moralische Überlegenheit zelebrieren, möchte ich fragen wann sie das letzte Mal in Katar waren oder wie lange vor der WM in Brasilien? ……ahhh nicht dort gewesen? Also alles nur vom hören sagen, sprich aus der Zeitung abgeschrieben……..? Das macht es denn schon etwas schwierig. HINGEHEN NICHT ABSCHREIBEN! Aber eben, in Katar ist es verdammt heiss und für unangenehme Frager auch etwas gefährlich. Man müsste wohl das cosy Zürich verlassen, aber aus der Komfortzone abschreiben ist ja viel einfacher und man muss ja am Montag wieder ins Büro und nicht gehen würde eben Probleme mit dem Chef machen…………

    • Réda El Arbi sagt:

      Nun ja, in Katar war ich vor zwei Jahren. Aber egal. Jede Menge vertrauenswürdiger Journalisten, unter anderem die BBC, haben da unten auf Baustellen recherchiert und gefilmt.

      Aber leugnen ist einfacher als zugeben, dass es einem sch***egal ist, ob für die Spiele irgendwelche Leute verrecken.

      Ach ja, sonst bin ich eher in Kambodscha unterwegs. Verglichen mit dort sind Katar und Brasilien Vorzeigedemokratien.
      Erzählen Sie mir also nichts über „Komfortzone“. Schon gar nicht vom Fernseher aus, auf dem die Spiele in brasilien laufen.

      • Mike Soldano sagt:

        Ich vermute ihr Aufenthalt in Katar beschränkte sich auf einen dreistündigen Zwischenstopp in Doha als sie mit Qatar Airways billig nach Asien flogen. Denn jemand, der die Moral für sich gepachtet hat, würde sich ja sonst nie in einem solchen Land von Sklavenhaltern aufhalten.

        • Réda El Arbi sagt:

          Nein, war es nicht.

          Aber grundsätzlich interessiert mich schon der Aspekt Ihres Argumentes, der meinen Aufanthalt in irgendeiner Weise relevant dafür macht, wieviele Arbeiter auf WM-Baustellen in Katar verrecken. Unter WM-Baustellen werden übrigens nicht nur die Stadien verstanden, sondern die ganze aus dem Boden gestampfte Infrastruktur.

          Wenn nur durm geht, dass Sie weiter ohne ihr Gewissen zu belasten, WM schauen wollen. Nur zu! ICH muss mir die WM nicht schönreden. Ich kann einfach den Fernseher abstellen.

      • Maiko Laugun ★Unbestechbar aber empfänglich★ sagt:

        Ich habe im Mittleren Osten gearbeitet und kenne die meisten Länder dort unten. BBC filmt dort nur wegen der FIFA. Wenn bei anderen Projekten Menschen sterben – und das tun sie und nicht nur in Qatar – dann interessiert das auch keine Sau.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, sollen wir jetzt der Fifa danken, dass ihre WM den Fokus auf die Missstände wirft? Oder sollten wir uns kurz überlegen, wer an den Spielen verdient?

          Wie schon 100 Mal gesagt. „Die anderen haben auch …“ ist ein Kindergartenargument für die Leute, die sich gerne Mal die WM schönreden. Sonst wärs ja unangenehm …

          • René Baron sagt:

            Kindergarten ist wenn man die Lupe dafür verantwortlich macht, wenn die Ameise darunter an Lepra leidet.
            Flächendeckend und im Vergleich zu den Jahren vor und nach der WM gibt es in einem Land nicht mehr und nicht weniger Probleme oder Zahlenanomalien irgendwelcher Langzeitbetrachtungen nur weil dort gerade WM ist. Zahlen, Fakten und Statistiken dazu gibt es zu Hauf. Sollten sie über eine Statistik verfügen, die meiner Aussage widersprechen würde, würde ich mich über einen entsprechenden Hinweis freuen.

            • Réda El Arbi sagt:

              Wie gesagt, ich muss mir die Fifa und die WM nicht schönschwätzen, um ein reines Gewissen zu haben. Ich stell einfach den TV ab. 😉

          • urs sagt:

            sie sind offensichtlich ein kindischer mensch, der mit dem immer selben mageren argument um sich wirft.
            es geht nicht um die anderen, aber bitte den blick auf die missstände vernetzen und nicht nur die ach so böse wm im fokus haben.
            aiaiai, ihre diskussionskultur müsste mal ein psychiater untersuchen…

            • Réda El Arbi sagt:

              Au Gopf. Jetzt haben Sie’s mir aber gegeben. Nur, wieso soll ich in einem Blogpost über die Scheinheiligkeit der WM andere Themen bearbeiten? Dazu würd ich wohl Blogposts zu anderen Themen schreiben, nicht?

  • irma sagt:

    Danke für diesen Artikel. Was die FIFA und die Situation in Katar, Brasilien etc. angeht, brauchen wir uns nun einmal nichts vorzumachen. Ich sehe mir auch Teile der Spiele an und trage Kleidung, die unter unwürdigen Bedingungen produziert wurde, benutze ein iPhone etc. und möchte mich daher gar nicht davon ausnehmen. Allerdings finde ich es ein interessantes Phänomen, dass anscheinend die Mehrzahl hier Probleme damit hat, sich einzugestehen, dass dieses Verhalten falsch ist und das Bedürfnis sieht, sich zu rechtfertigen, wo es nichts zu rechtfertigen gibt. Bemerkenswert auch der Mechanismus, dem Autor die Berechtigung absprechen zu wollen, solche Themen aufzugreifen und zu behandeln, weil er sich sicherlich auch nicht 100% korrekt verhält und man von sich ablenken möchte. Warum ist das so? Warum ist es so schwierig zu sagen, „Ja, wir sind scheinheilige Heuchler“, wir empören uns bspw., wenn im Zoo eine Giraffe verfüttert wird, aber, dass im Mittelmeer Tausende von Flüchtlingen sterben ist uns scheissegal? Um das anzuerkennen, muss man sich nicht gleich in eine Wellblechhütte setzen, aber ein bisschen Demut angesichts der Lebensumstände in der Welt und den Privilegien, die wir hier haben, würde uns sicher allen ganz gut anstehen. Kostet noch nicht einmal was und ich habe gehört, nachdenken tut auch gar nicht weh. Hier übrigens noch ein netter Kommentar zur WM und wie es anders gehen könnte: http://taz.de/Gastkommentar-WM-in-Brasilien/!141331/

    • René Baron sagt:

      Ueber Arbeitsbedingungen, Menschenrechtsverletzungen etc. zu diskutieren ist gut. Etwas dagegen zu tun ist noch besser. Zu behaupten, dass die FIFA, Apple, Starbucks und Co. an allem schuld wären und wir als Konsumenten mit in die Verantwortung genommen werden müssen hat auch eine gewisse Berechtigung.
      Die beiden Dinge – Menschrechte einerseits und Mitverantwortung als Profiteure der Globalisierung – miteinander in Bezug zu setzen machen sich die meisten viel zu einfach.
      Immerhin haben gerade diejenigen Länder in denen WMs statt fanden sich wirtschaftlich und sozial verbessert. Sie stehen zwar noch nicht da wo wir Komfortzonler stehen, aber es kann und soll keiner leugnen dass die Globalisierung auch ihre guten Seiten hat.
      Man kann sicher noch vieles verbessern. Aber dafür braucht es konkrete Vorschläge von denen ich hier nichts sehe.

      • irma sagt:

        Selbstverständlich haben Sie recht, dass es konkrete Vorschläge braucht und mitnichten ist alles an der Globalisierung schlecht. Mir ging es mehr darum, dass es vielen Menschen anscheinend schon zu viel ist, wenn man sie auf Widersprüche aufmerksam macht und sie beginnen wild um sich zu schlagen und sich zu rechtfertigen. Warum ist das so? Einfach mal zu sagen, ‚ja, das stimmt schon‘ ist doch nicht so schwer und steht für mich auch nicht im Widerspruch zu Ihren Posts, dass man es sich auch damit einfach macht und ohne konkrete Aktionen sich wenig ändern wird. Und man kann die FIFA zwar nicht für die moralischen Grundstrukturen in diesen Ländern verantwortlich machen, sehr wohl aber für ihre eigenen moralischen Grundstrukturen.

        • René Baron sagt:

          Wer international etwas bewegen will und deshalb unendlich viele verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen muss, muss ganz einfach Kompromisse eingehen. Für manche präsentieren sich diese Kompromisse als Wiedersprüche. Für mich sind sie einfach Zeichen eines gemeinsamen Anfangs eines hoffentlich nachhaltigen Grund-Dialoges auf den man aufbauen und sich so nach und nach, Schritt für Schritt zu immer höheren gemeinsamen Zielen hochhangeln kann. Wer da einzig und allein nur die einseitige Maximalforderung akzeptiert, wird nichts erreichen, absolut nichts! Im internationalen Geschäft ist Diplomatie gefragt und kein Kolonialismus (Obwohl die FIFA durchaus den Power hätte jedem Austragungsland bis ins kleinste Detail vorzuschreiben was genau, wie, wo und mit wem zu machen ist. Nur dann wird es wohl keine WM mehr in Schwellenländern geben – was ja irgendwie auch nicht gerecht wäre).

    • urs sagt:

      ja, wir sind scheinheilige heuchler

      • urs sagt:

        aber al arbis beitrag hilft nicht – auch nicht, um sich die dinge zu vergegenwärtigen. er prangert nur an und zeigt selbstgerecht mit dem finger auf andere. ja, wir sind heuchler, aber wir sollten doch mal beginnen, die welt als solches zu kritisieren. der fifa eins reinzuhausen, ist einfach. sich selbst, das wird schwieriger. die welt ist nur zu retten, wenn jeder selbst auf 1/2 der ansprüche verzichtet. aber das wird nicht geschehen…

  • Martin Johansson sagt:

    Es ist mutig, mitten in der Fussball-Party auf die unschönen Hintergründe solcher Veranstaltungen hinzuweisen und politisch zu werden. Das wird momentan lieber ausgeblendet, denn die Leute wollen Entertainment und Berieselung. Ich wundere mich ein bisschen, dass Ihr Text es durch die Tagi-Zensur geschafft hat :-). Gut so, es braucht mehr Bürger mit Wut im Bauch, die auf die Missstände in Politik und Gesellschaft aufmerksam machen. Denn unsere Gesellschaft ist total bequem und egozentrisch geworden, die Leute sind zu sehr damit beschäftigt, 5-minütlich ihre SMS und ihr Facebook-/Twitter-/Whatsapp-Account zu checken. Da bleibt kein Platz mehr für Gedanken über gesellschaftspolitische Hintergründe. Ja, Brot und Spiele gilt immer noch. Oder wie ich jeweils sage: Den Leuten steht der Bauch näher als der Kopf.

    • Martin Johansson sagt:

      Nebenbei erwähnt noch ganz was anderes: Nette Handy-Ablage auf dem Foto oben…. 🙂
      Denn Spass muss auch sein!

      • Fritz Früh sagt:

        Endlich eine authentische Aussage die nicht einstudiert ist wie das meiste hier……. Wäre ich doch das Handy… 🙂

  • alfredo borlotti sagt:

    Wir alle? Nein, ich hasse die FIFA nicht, ich verachte sie. Und Fussball (-WM) geht mir am Hintern vorbei.

  • Maiko Laugun ★Unbestechbar aber empfänglich★ sagt:

    Werter Réda, Ihr ganzer Text beinhaltet nur Symptome, geht aber dem Mensch als Individuum als Ursache nicht auf den Grund. Sie können die ganze westlich dekadente Menschheit, mit ihrer auf Schulden basierten Konsumgesellschaft und unter Ausbeutung von weltweiten Ressourcen und armen Menschen ausrotten. Es würde sich Null rein gar nichts ändern, weil dann sofort andere nachrücken und es ihnen gleich tun würden. Das hat nichts mit Weggucken zu tun. Nein, das ist nur eine realistische Einschätzung der menschlichen Natur. Diese ist zwar hart, aber unveränderbar. Deshalb gucke auch ich die WM und geniesse meinen relativen Luxus. Ich bin nicht geboren, um ein Leben lang Trübsal zu blasen und davon zu träumen, die Welt zu verbessern. Jeder der alles kritisiert, soll sich gefälligst nach Indien unter ein altes Wellblechdach oder nach Afrika unter eine Strohhütte begeben und dort so leben wie die ärmsten dieser Welt. Erst dann respektiere ich Heuchelei-Vorwürfe, sonst nicht. Und jetzt dürfen Sie mich ganz fest hassen ….. 🙂

    • Réda El Arbi sagt:

      Nein, es reicht zum Beispiel, die Verantwortung für ein einziges Kind in der 3. Welt zu übernehmen. Vielleicht nicht gerade mit World Vision, aber es gibt andere Organisationen. Es geht nicht nur schwarz/weiss, es gibt noch viele kleine Dinge im Graubereich, wo wir aus unserer privilegierten Situation Verantwortung übernehmen können.

      Oder wir werden zynisch und legen die Hände in den Schoss: Was nutzt es schon, wenn ich …

      Nun, das kann man. Aber der Schaden findet dann in der eigenen Psyche statt, nicht in der Welt. 😉

      • Mario Monaro sagt:

        Gut gesagt.

      • Maiko Laugun ★Unbestechbar aber empfänglich★ sagt:

        Ich könnte hier ein paar kleine Dinge aufzählen, auf die ich im alltäglichen Leben Rücksicht nehme. Das wäre aber geheuchelt. Denn das tun viele andere auch und das ändert überhaupt nichts.

        Ich provoziere nun bewusst: Heben Sie die ganze 3. Welt auf den westlichen Level. Was passiert dann? Auch dann werden sich wieder wenige abheben und es geht im gleichen Stile weiter, einfach auf höherem Level. Von mir aus kann man das tun, dann aber bitte nicht beklagen, wenn es der Umwelt noch schneller noch schlechter geht. Beides geht nicht. Meines Wissens hat es noch niemand geschafft, den Menschen als solches zu verändern…

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, auf der Metaebene ist die Welt schlecht und wir können nichts tun. Deshalb tun wir nichts.

          Aber was gar das mit der Fifa-WM zu tun? Ausser natürlich der Rechtfertigung fürs Spiele schauen?

          • Maiko Laugun ★Unbestechbar aber empfänglich★ sagt:

            Die FIFA und die WM verkörpern die genannte böse Welt bzw. ist ein Teil dieser. Das Milliardengeschäft mit dem Kriegsersatz-Spiel für Länder wird als Völker verbindend verkauft. Spieler aus ärmeren Ländern sind durch den Fussball reich geworden. Aus der Gosse zur Dekadenz sozusagen. Haben alles was das Herz begehrt und die meisten dieser Strassenkinder (nicht alle) denken nicht im Traum daran, etwas von ihrem Reichtum an ihre armen Landsleute zurückzugeben. Sie sind sozusagen die von Ihnen, Réda, genannten 3.-Weltkinder, vererantwortungsvoll durch die westlich dominierte FIFA der Armut entzogen…

          • Saffster sagt:

            Um das Dilemma zu komplettieren: In Luzern gibt es ein wunderbares Public Viewing, das den gesamten Gewinn an ein Projekt für Strassenkinder in Indien spendet. Da wird zumindest das Leid der Einen zum Gewinn der Anderen. http://www.amballfuerstrassenkinder.ch/?p=288

          • tststs sagt:

            Jöööö, und der CHler darf sich auf die Brust schlagen: „Jedä Tag en gueti Tat….“
            Ohhh come on, das ist in meinen Augen so richtig heuchlerisch…

      • Reisender sagt:

        Genau, aus diesem Grund habe ich vier Patenkinder, weil ich nichts dafür kann, dass ich in der Schweiz geboren wurde. Einer hat den Bachelor letztes Jahr gemacht und verdient jetzt Geld um die Familie zu unterstützen. Eine macht in zwei Jahren den Master, wegen TB musste sie aussetzen. Und zwei sind auf gutem Weg. Genau, es muss nicht World Vison sein, es gibt andere seriöse Organisationen. 550 Fr. kostet ein Kind jährlich.

        • Lia sagt:

          wieso ist es heuchlerisch, eine gute Tat zu vollbringen, die das Leben eines anderen etwas lebenswerter macht? Würde das jeder von uns machen, ginge es 6 Millionen Menschen irgendwo in der 3. Welt besser.

  • tststs sagt:

    Ja, der Mensch ist ignorant*, ja er muss es sein! Wie könnte er sonst je wieder Ferien in Südamerika buchen, oder überhaupt irgendwas konsumieren, ja eigentlich: wie könnte er es wagen, einen Fuss vor die Tür zu setzen…
    Manchmal macht uns das vermeintlich Unmenschlichen zum Menschen…

    *eigentlich ist es eine Mischung aus Ignoranz und Resigantion (nämlich dort, wo die Ignoranz durchbrochen wurde, aber keine Lösung in Sicht ist)

    • urs sagt:

      aha, dann eben a) nicht mehr rausgehen, denn sonst könnte man eine ameise zertreten, b) nur noch regenwasser trinken und den apfel aus dem eigenen garten essen (achtung, nicht in den wurm beissen).

      ja, die wm hat vielen menschen weh getan, die fifa ist zum teil korrupt (wobei ich den sepp eher zu den harmloseren zähle), die vermarktung ist zu stark und stört langsam. aber mich stört das bashing auf die fifa, während es daneben noch 1000 andere probleme gibt – aber solange herr al arbi nicht drüber sprechen mag, ists hier ja auch verboten…

  • we are the world sagt:

    Wenn man, wie in diesem Fall, eine Veranstaltung für die ganze Welt macht, kann man nicht auf seine Ansichten und Standards aus Europa bestehen, ansonsten ist es Rassismus. Vor der WM in Südafrika habt ihr Journalisten nichts unterlassen, um die WM schlecht zu reden. Geht nicht, die Leute profitieren nicht, wahrscheinlich habt ihr den Leuten dort noch die Einkaufstüten getragen, um an negative Aussagen zu kommen. Und danach? Habt ihr den Leuten wieder einmal einen Besuch abgestattet und euch nach deren Sorgen gefragt? Glaube kaum, für euch ist es jetzt auch vorbei, soviel zu eurer Moral!

    • Réda El Arbi sagt:

      Ändert das was daran, dass diese WM und die in Katar Blutgeld einbringen? Und das Geld landet ja hier, in Zürich. Nicht irgendwo sonst. Auch die Spiele sind zeitlich auf Europa ausgerichtet. Rassismus? Eher Kolonialismus.

      • Hans-Joachim Hartgens sagt:

        Ich erlebe diese WM hier in Bahia, dem afrikanischsten Teil von Brasilien. Und ich erlebe hier live die Freude der Brasilianer, ob arm oder reich, an dieser WM! Ich war schon 2013 beim Confed-Cup dabei und erlebte die positive Ausstrahlung des „Fussballgottes“. Und Herr Arbi, Sie erlebe ich leider immer wieder als „Negativist“ und Pseudo-Weltverbesserer! Aber davon leben halt viele Journis: schlechte Nachrichten lassen sich bessser verkaufen! Also immer draufhauen. Und erst recht, wenn es um die FIFA geht. Und nun noch nebenbei erwähnt: Brasilien und die „gesamte“ Bevölkerung profitiert von dieser WM! Ob das Ihrem Ego nun passt oder nicht! http://de.wikipedia.org/wiki/Howgh

      • urs sagt:

        na lieber landet’s in zürich als in katar…

  • Réda El Arbi sagt:

    Liebe Leser,

    ich ziehe mich an dieser Stelle aus den Kommentaren zurück. So können alle unwidersprochen ihre Rechtfertigungen posten, die es ihnen möglich machen, weiter die Spiele zu schauen und in ihrem Gewissen die WM von der Fifa zu trennen.

    Ich denke, die Kommentare werden für sich selbst sprechen.

    Lieber Gruss

    Der Autor

    • tststs sagt:

      Die einzige Kritik, die Sie sich IMHO gefallen lassen müssen, ist halt die Tatsache, dass Sie genauso auf den WM-Zug aufgesprungen sind…

      Uuuund es versteht sich wohl von selbst, dass ich mir am Dienstag nicht Ihren Beitrag, sondern Hr. Gimes Portrait des Juniorentrainers zur Gewissensberuhigung zu Gemüte führe 😉

      • Réda El Arbi sagt:

        Nun ja, ich muss eben über Dinge schreiben, denen ich im Alltag begegne. Und ich müsste mich erschiessen, wenn ich der Omnipräsenz der WM ausweichen wollte. Und selbst dann bin ich nicht sicher, ob ich im nächsten Leben nicht als erstes WM-News oder Fifa-Werbung zu sehen bekäme.

  • Ste Peschti sagt:

    Die WM in Qatar hat noch niemandem das Leben gekostet! Die haben erst begonnen 1 Stadion zu bauen. Das soll nicht heissen, dass andere Unschoenheiten in diesem Zusammenhang zwingend unwahr sind (Wahlkorruption, Temperatur-irrsinn einer Sommer-WM, Sklaven-aehnliche Stellung vieler Arbeiter auf anderen Baustellen etc).
    Der globale oeffentliche Druck hat auch bereits zu einigen positiven Veraenderungen gefuehrt (und weitere sind angekuendigt), was bei Russland in der Tat nicht zu erwarten ist, da die Medien schlicht Angst haben sich mit denen anzulegen. Qatar is medien-unerfahren, politisch relativ schwach und insofern ist es einfach auf die einzupochen. Es ist zwar gut, dass Missstaende aufgedeckt werden, aber es gibt soooo Vieles das Abseits der Scheinwerfer passiert, ohne dass sich jemand darum schert. Beispiele hierfuer waeren Verschmutzung der Meere und des Grundwassers, Tibetische Unterdrueckung in China, Israel’s Palestinenser-politik, Massenmorde und Vergewaltigungen und Beschneidungen und Korruption in Afrika, Kinderpornographie, oder andere Probleme die sie angetoent haben. Die Heuchelei, die Sie anprangern, ist also durchaus auch von den Medien unterstuetzt.
    (Geld-)gier ist nicht ein Problem der FIFA, sondern ein Phaenomen, dass die Menschheit seit Urzeiten begleitet. Genauso wie die Unterdrueckung von Schwaecheren….
    Und naechstes mal waere es empfehlenswert, etwas besser zu recherchieren und zu differenzieren bevor Sie losschreiben. Oder sonst waere der Blick vieleicht ein besserer Arbeitgeber fuer sie.

    • Réda El Arbi sagt:

      1. Lesen Sie die Artikel zu Katar.

      2. Nur weil andere auch Sch***** bauen, macht das die WM nicht besser.

      3. Natürlich sind die Medien auch Schuld. Die verdienen genauso Geld mit dem Blutereignis.

      4. Das sind alles verzweifelte Rechtfertigungen, damit Sie weiter mit unbelastetem Gewissen die Spiele anschauen können.

  • Dieter Neth sagt:

    Immerhin haben wir die FIFA hier in der Schweiz. Ein erster Schritt wäre, die der Steuerpflicht zu unterstellen und wenn möglich samt Blatter aus dem Land zu jagen. Dann der SRF verbieten, mit Billagsteuergeldern FIFA Anlässe zu sponsern. Damit wäre mehr erreicht als nur mit Wegschauen. Ein weiterer Schritt MUSS sein, dass Sponsorengelder nicht von der Steuer abgezogen werden können und zwar alle Sponsorengelder, auch die für Kunst und ander Sportarten. Das sollte aus der Privatschatulle der Unternehmer kommen. Die Zeiten als der König mit dem Volk abgepressten Steuergeldern Mäzen spielen konnte sind doch vorbei. Nichts anderes ist dieses Sponsorenmäzenentum, die Kosten werden auf die Produkte überwälzt und die Steuern aller anderen müssen höher als nötig sein. Ohne das ganze Sponsorengeld würden solche FIFA Auswüchse wie jetzt in Brasilien wegen fehlenden Sportmillionären von selbst aufhören. Es braucht keine Fussballmillionäre und schon gar keine Funktionärsfeudalherren. Alles von uns Deppen bezahlt. Nur mal den Preis eines Markenproduktes mit dem eines No Name Produktes vergleichen. Ich kaufe prinzipiell keine Markenprodukte für den täglichen Gebrauch egal wieviel die Werbung trommelt

    • René Baron sagt:

      Soviel ich weiss, zahlt die FIFA Jahr für Jahr einen nicht unerheblichen Betrag an Steuern. Sollten sie konkrete, gegenteilige Hinweise haben wäre ich ihnen für einen diesbezüglichen Hint dankbar.

    • René Baron sagt:

      bezüglich Billag:
      Die Haupteinnahmen der FIFA erfolgen durch Privatsender und Vermarktungsfirmen. Die Einnahmen aus den öffentlich/rechtlichen Sendern ist Peanuts. Rein rechnerisch würde die FIFA davon profitieren wenn Fussball nur noch über die Privaten geglotzt würde, resp. die Weigerung der Billag Fussball für Fussball zu bezahlen den Privaten wie z.B. SKY eine beträchtliche Anzahl Neukunden bringen würde.

      • René Baron sagt:

        Unter der Besteuerung von Sponsorengeldern würde auch der ganze Nachwuchs und viele kleine und kleinste Vereine leiden, die auf diese Gelder tatsächlich angewiesen sind. Wollen sie das wirklich ? Noch mehr Vereinssterben ? Noch weniger sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Jugend ??

        • Réda El Arbi sagt:

          Jetzt haben wir den PR-Schreiber der Fifa identifiziert.

          • René Baron sagt:

            Shit, sie haben mich erkannt 🙂
            Nein – ich habe weder mit der FIFA was am Hut, geschweige denn bin ich auf deren Salärliste, Lieferant, etc.
            Aber ich empfinde den Fussball als tollen Mannschaftssport, der mehr Kinder und Kulturen erreicht und integriert als sonst etwas. Da viel Menschen FIFA und WM mit dem Fussball ganz generell gleichsetzen, trifft unberechtigte Kritik an FIFA und WM auch indirekt immer auch die Breite, heisst viele Menschen die ihre Freizeit und viel Energie in sinnvolle Jugendarbeit und Freizeitgestaltung, Soziales Miteinander, Integration und Kultur investieren an Orten und mit Menschen, wo „elitärere“ Clubs und Vereine lediglich die Nase rümpfen.
            Dass Kritik am WM und FIFA auch immer die Jugendarbeit trifft, sollte man deshalb nicht vergessen – auch wenn man davon keine Ahnung hat.
            Fussball ist mehr als FIFA. Wer die FIFA kritisiert und damit den Fussball per se meint braucht nicht zur FIFA zu gehören, um seine Interessen für bessere, soziale Grundstrukturen zu vertreten.

          • urs sagt:

            neinein, man kann doch mal eine andere meinung einnehmen. kann doch nicht sein, dass ihre ansicht immer die richtige ist. (und nein, es gibt keine logisch ethisch korrekte haltung – dies hängt immer vom standpunkt ab.)

    • René Baron sagt:

      Die FIFA generiert die WM-Gelder vor allem durch Vermarktungsrechte. Sponsorengelder spielen da – wenn überhaupt – ein e untergeordnete Rolle. Eventuell bringen sie da die FIFA und Mauscheleien ihres Dorfclubs durcheinander. Kann das sein ?

  • Natischer sagt:

    Wir haben gelernt, wegzuschauen. Wir blenden jeden Tag Hunger, Elend und Tod aus, ganz unabhängig davon, ob grad WM ist oder nicht.

    • Natischer sagt:

      (Dies ist nicht als Die-andern-tun-auch-Kommentar zu verstehen, sondern als Ja, wir sind schizophrene Heuchler.)

  • Philippe Lion sagt:

    „Selten konnte man so parallel sehen, wie sich die Welt teilt.“ Ich weiss nicht genau, wo du bisher gelebt hast, aber dein H&M-T-Shirt kommt nicht aus dem Tofu-Hippie-Bio-Zauberland.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich weiss. Aber H&M-T-Shirts werden mir nicht auf allen Sendern, in allen Läden, in allen Zeitungen, auf allen Sozialen Medien nonstopp in die Fresse gehalten. Da ist es einfach noch ein wenig schwieriger, ignoranter Heuchler zu sein. Bei der WM ist die Ignoranz nicht nachlässig, sondern muss bewusst aufrechterhalten werden.

      • Philippe Lion sagt:

        Das ist ein Kindergartenargument. Fernsehen, Zeitung und Social Media sind Einflüsse, denen du dich bewusst aussetzt und von denen du dich mit einer Bewegung deines Zeigefingers entziehen könntest.

        • Réda El Arbi sagt:

          Yep. Ich les also ab jetzt keine Zeitungen mehr, verweigere mich überhaupt den Medien, geh nicht mehr einkaufen und schliesse die Augen bei jedem Plakat, das mir auf der Strasse begegnet.

          Jup, ich sehe, der Rechtfertigungsdruck für die WM nimmt Formen an, die an Lächerlichkeit schwer zu überbieten sind.

          Gell, das mit dem Kindergartenargument hat weh getan. Sonst müsstest du es nicht so schwach zurückgeben. 😀

  • Herr Pfarrer sagt:

    Wer denkt an die Qualen des Tieres, wenn er in ein Stück Fleisch beisst, oder an die verätzten Lungen der Kinder, die unsere T-Shirts färben, die wir zum Schnäppchenpreis kaufen?
    Der Mensch ist nunmal sehr simpel gestrickt und verdrängt gerne die Schattenseiten des Lebens.

    • Réda El Arbi sagt:

      Ja, aber eben „Die anderen haben auch“ reicht irgendwie nicht. Und ehrlich, ist Fussball so wichtig wie Essen und Kleidung? Und bei Flaisch und T-Shirts kann man locker ausweichen. Die WM wird auf allen Kanälen allen Leuten aufgedrängt.

      • urs sagt:

        nö, du kannst locker abschalten, streamen oder sonstwas schauen. „die anderen haben auch“ ist keine entschuldigung, sondern der hinweis, dass die welt scheisse ist, ob mit fifa oder ohne

  • Thinkabout sagt:

    Natürlich hast Du recht. Und nach Deiner Sichtweise bin ich genau ein solcher Ausblender. Denn: Ich liebe den Fussball seit Kindesbeinen an. Und ich ziehe mir jede Minute rein. Das war schon vor dreissig Jahren so und wird – vielleicht – immer so bleiben. Aber ich versuche zu differenzieren: Ich finde die Kritik, zum Beispiel aus Deutschland, die einseitig auf Sepp Blatter zielt, so was von scheinheilig. Mit Beckenbauer hat die ganze deutsche DFB-Kohorte bei den Vergaben an Russland und Katar mitgemischt. Die Doppelzüngigkeiten, die hier aufzudecken wären, will ich mir tatsächlich nicht mla vorstellen…
    Aber deswegen auf Fussball verzichten? Nein. Logo-Waren kaufe ich nie. Dagegen bin ich völlig immun. Und ich trete verbal gegen jene Eltern an, die das Spiel ihrer Kids von der Seitenlinie aus zum Krieg machen. Fussball boykottieren ist vielleicht ein Weg, verhilft zu mehr Psychohygiene. Mittendrin zu sein und sich über die eigenen und andere Doppelspurigkeiten klar werden und gegen sie antreten? Ja. Aber jetzt, gerade jetzt, ist Fussballfest angesagt. Irgendwie scheine nicht nur ich das zu brauchen.

    • Réda El Arbi sagt:

      Aber eben: „Die Anderen haben auch“ ist kein Argument, macht nichts besser und entschuldigt nichts. Und Fussball an sich ist ja nichts schlechtes. Es geht um die Maschine, die wir ignorieren.

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