Beiträge mit dem Schlagwort ‘Basel’

Ein Getreidesilo mitten im Kleinbasel

Joel Gernet am Samstag den 18. Juni 2011


Das schöne an der Art Basel ist auch, dass es an allen Ecken Parties, Performances und natürlich Ausstellungen zu entdecken gibt. So zum Beispiel die Kunstschau «Ping Pong» im Projektraum 54 alias M54 an der Mörsbergerstrasse…die Hausnummer könnt Ihr Euch ja denken. Der vergleichsweise junge Art-Side-Event findet abwechslungsweise in Basel und Miami statt, daher wohl der Name. Basel ist die sechste Station dieses kunstvollen Ballwechsels. Rechnet man zurück, hat die Ausstellungsreihe in Miami – dem Ping – begonnen. Heuer findet unmittelbar neben der Kleinbasler Matthäuskirche also das Pong statt.

Vierzehn Künstler, je zur Hälfte aus Miami und Basel, zeigen noch bis morgen Sonntag ihre Kunstwerke im M54. Die augenfälligste Installation unter den gezeigten Arbeiten ist der viereinhalb Meter hohe Getreidesilo, den der Amerikaner Robert Chambers im von Deckenlicht durchfluteten Kunstraum aufgestellt hat. Die monströse Skulptur wurde aus den Einzelteilen zweier extra aus Dänemark angeliegerter Getreidesilos zusammengezimmtert. Das Teil ist begehbar und offeriert in seinem Inneren einen tollen Ausblick nach oben – an die charmante Decke des ehemaligen Fabrikraumes. «Wie ein Serra an Holz», findet ein Betrachter an der Vernissage. Recht hat er – nur verströhmt dieses Werk keinen Pipigeruch.

Ping Pong, 15. -19. Juni 2011, Mörsberger 54, Basel, Do 16. – So 19. Juni 14 – 20 Uhr.
Künstler aus Miami: Kevin Arrow, Bhakti Baxter, Robert Chambers, Beatriz Monteavaro, Gavin Perry, Jen Stark, Mette Tommerup. Künstler aus Basel: Dirk Bonsma, Pawel Ferus, Maria Elena Gonzàlez, Lori Hersberger, Sue Irion, Flavia Schaub, Matthias Willi.

Weltdeutung in der Kaserne

chris faber am Mittwoch den 15. Juni 2011

Rette unsere Welt mit Deinen Taten. Fragen über Leben, Liebe und Leiden stellen die Performancekünstler von Gob Squad von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Passanten in Basel vor 7 laufenden Kameras.

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Kostüm-Mottoparty

chris faber am Montag den 13. Juni 2011

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Die üblichen Verdächtigen

chris faber am Montag den 13. Juni 2011

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Imagine wartet auf dem Barfi auf Dich!

chris faber am Freitag den 10. Juni 2011

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http://www.imaginefestival.ch

Von den Sofas Europas zurück nach Basel

Joel Gernet am Montag den 2. Mai 2011
We Invented Paris

Flavian Graber (rechts) bei einem der WIP-Speedgigs in Mannheim.

Über 80 Konzerte in 40 Städten Europas innerhalb von sechs Monaten – das Indiepop-Kollektiv We Invendet Paris (WIP) ist zwar noch kein Jahr alt, dennoch hat das Projekt des Basler Sängers und Gitarristen Flavian Graber schon mehr von der Welt gesehen, als die meisten anderen Schweizer Bands in ihrer ganzen Karriere.

Am Freitag beendete das Quintett mit einem Konzert in der Kuppel Basel ihre zweite Tournee – genau ein halbes Jahr nach der Konzertpremière. Der Gig markierte den Schlusspunkt einer Konzertodyssee, die das Quintett seit ihrem ersten Gig im Kleinbasler Parterre über die Sofas Europas zurück ans Rheinknie brachte – mit im Gepäck die «Iceberg EP», deren Titelsong ab Freitag, 6. Mai, auch in digitaler Form erhältlich ist. Wir unterhielten und mit WIP-Frontmann Flavian Graber über die turbulenten vergangenen Monate, den Musikvertrieb im digitalen Zeitalter und das Leben als Strassenmusiker.

Flavian Graber, wie war das Heimkonzert in der Kuppel am Freitag?
Der Auftritt war sehr cool. Ich habe es genossen, nach den ganzen Strassenkonzerten wieder einmal auf einer grösseren Bühne zu spielen. Erstaunlicherweise hat es beim Publikum hier etwas länger gedauert bis das Eis bricht als in Deutschland. Zwei der Songs, die wir in der Kuppel präsentierten, haben wir in einer Akustik-Version mitten im Publikum gespielt – ich befürchtete zuerst, dass die Leute uns dabei nicht zuhören würden und miteinander reden. Aber zum Glück hat das toll geklappt.

Wie entstand «We Invented Paris»?
Ich war als Singer-Songwriter unterwegs, hatte dann aber genug vom alleine sein und habe «We Invented Paris» initiiert. Die Idee wurde vor gut einem Jahr geboren. In den folgenden Wochen kamen mehr und mehr Künstler dazu bis dann vergangenen Herbst der erste Gig und die erste Tour gespielt wurde. Auf der jetzigen, zweiten Tour haben 80 Prozent der Musiker ihren Wohnsitz in oder um Basel. Hier zu spielen heisst also immer auch, nach Hause zu kommen.

Basler Bohème: We Invented Paris in Heidelberg.

Wie verliefen die vergangenen Monate?
Das Highlight war sicher der Startschuss mit der «Tour d’Europe» Ende 2010. Innerhalb von 60 Tagen spielten wir 50 Konzerte in 40 europäischen Städten wie Amsterdam, Gent, Wien, Berlin und Basel. Wir gaben Konzerte in Clubs, Cafés, WG-Wohnzimmern, Frisörsalons, Hausbooten und Balkonen. Und wir übernachteten bei Fremden und Freunden auf Couches, Matratzen und in Schlafsäcken – das war ein grosses Erlebnis. Wir haben viele tolle Leute kennengelernt – etwa die Jungs der Hamburger Indierock-Band Kettcar. An der diesjährigen BScene kreierten wir dann mit den Künstlern Bryan Haab (CAN) und Simon Siegenthaler (BS) zusammen mit den Zuhörern ein interaktives Kunstwerk unter dem Motto «We Invented BScene».
Daneben haben wir einige Videos gedreht. In den letzten Wochen waren wir dann auf unserer zweiten Tour, bei der wir auch bei der Musik-Talk-Show TV Noir in Berlin spielen konnten zusammen mit der Kölner Popband Klee. Und an Ostern haben wir in Heidelberg rekordverdächtige 30 Speedgigs an einem Tag gespielt.

Und wie hast Du den Tag mit diesen 30 Kurzauftritten erlebt?
Es war unglaublich anstrengend und wir mussten an unsere Grenzen gehen. Doch es hat vor allem Spass gemacht. Wir spielten zum Beispiel ein paar Songs in einem Gewürzladen – dort hätten wir ewigs bleiben können. Aber auch auf der Wiese im Innenhof der Heidelberger Uni-Mensa war es interessant. Zudem spielten wir u.a. noch in der Chocolaterie, im Kaffeerösthaus, in einer Buchhandlung, im Kunstkeller und in einer Bäckerei. Die Leute reagierten sehr positiv, viele blieben stehen oder kamen in die Geschäfte hinein, um zuzuhören. Es kam aber auch vor, dass nur zwei bis drei Leute in einem Geschäft waren. Dies schaffte aber auch sehr spezielle und intime Konzertchen. Abends, beim 30. Konzert im Club, war es dann richtig schön zu sehen, wie viele Leute, für die wir am Tag in den Shops und auf der Strasse gespielt haben, tatsächlich gekommen sind. Es war ein grossartiger Tag.

Wie ist denn das Leben als «Strassenmusikant»?
Es kann sehr schön sein, wenn man beachtet wird und die Leute stehen bleiben. Man wird zu einem Teil der Strasse, man ist nicht mehr derjenige, der durch die Strasse geht. Man beobachtet die Passanten und nicht umgekehrt. Es kann aber auch sehr hart sein, wenn man von den Leuten ignoriert wird.

WIP bei einem Gig in einem Heidelberger Geschäft.

Geht einem das Übernachten in fremden Wohnzimmern auf Dauer nicht auf die Nerven?
Wir waren schon froh, nach der Tour wieder in unseren eigenen Betten pennen zu können. Aber es ist auch sehr beeindruckend, die unterschiedlichen Kulturen so hautnah mitzuerleben. Und wir sind ja noch jung…

Kam es vor, dass Du beim Aufwachen nicht wusstest, in welcher Stadt Du bist?
Das mit der Stadt weiss ich meistens noch, aber das Gefühl für den Wochentag geht auf Tour vollkommen verloren.

«We Invented Paris» ist laut Bandbio «ein europäisches Künstlerkollektiv – ein Zusammenschluss von Multiinstrumentalisten und Freunden, die ihre feinsinnig arrangierten Indiepop-Songs in wechselnder Besetzung ‘neu erfinden’». Das erinnert doch irgendwie an Bonaparte – das Berliner Musik- und Künstlerkollektiv mit Wurzeln in Zürich. Gibt es Parallelen?
Ich glaube die Entwicklung der Musikindustrie mit dem Internet zwingt einzelne Künstler immer mehr dazu, zusammen zu arbeiten – weil einfach keine grossen Firmen mit grossen Budgets mehr vorhanden sind. Dies sehe ich aber als eine sehr positive Entwicklung, welche die Kreativität fördert. Abgesehen von der Bezeichnung des Kollektivs gibt es aber nicht viele Parallelen zu Bonaparte. Wir machen keine Partymusik, sondern eher Mitfühl-Musik.

Der Titelsong der «Iceberg EP» kann ab dem 6. Mai online gekauft werden – die CD selber ist nur an euren Konzerten erwerbbar. Warum pfeifft ihr auf die herkömmlichen Vertriebswege?
Die physische Version der «Iceberg EP» wird es nur an unseren Konzerten oder via Bandhomepage geben. Wir wollen einfach den Leuten, die an unsere Konzerte kommen oder via Homepage direkt mit uns kommunizieren etwas Spezielles bieten können. Und für eine EP lohnt sich der Aufwand eines physischen Vertriebs nicht wirklich.

Ein allfälliger Charteinstieg, der ja massgeblich von CD-Verkäufen in «herkömmlichen» Geschäften abhängt, kommt so kaum in Frage.
Oje. Wer glaubt schon an die Charts.

Und so tönt der Titelsong der «Iceberg EP»…

We Invented Paris – Iceberg (Indietronic Version) (HD) from We Invented Paris on Vimeo.

In der Hoffnung, dass die Konzertreisen und Begegnungen der vergangenen Monaten ein solides Fundament oder gar ein Sprungbrett für den weiteren Verlauf des Abenteuers «We Invented Paris» sind, plant Flavian Graber für diesen Herbst das erste WIP-Album – natürlich inklusive Tournee. Nebenbei arbeitet er bereits am übernächsten Album.

Poetry + Science Slam in Basel

chris faber am Donnerstag den 28. April 2011

Am Freitag, dem 29.04.2011, geht es rund ums gesprochene Wort in Basel. Also lasst Eure Ohren mit guten, witzigen und interessantenTexten fluten. Es geht los mit dem immer guten U20Slam inklusive Vorrundenausscheidung für die Schweizer U20-Meisterschaft im ConnectCafe, präsentiert vom furiosen Duo Marc Stöckli und Valerio Moser.

Beim Poetry-Slam geht es um wenige Regeln: Keine Fremdtexte, keine Hilfsmittel, Zeitlimit (ca. 5-7 min) und das Wichtigste: Ihr als Publikum stellt die Jury. Einer der bekanntesten Slam-Poeten aus Basel ist Laurin Buser. Er gewann 2007 und 2008 die U20-Poetry-Slam-Schweizermeisterschaft und 2010 die deutschsprachigen u20 Poetry Slam Meisterschaften in Bochum. Erlebt Ihr Morgen den nächsten Schweizer Meister? Deshalb solltet Ihr früh für die Vorrundenausscheidung U20 dort sein oder reservieren: stoeckli@texton.ch (evt. hast Du 3 Texte, bist unter 20, dann frag nach, ob Du noch mitmachen kannst).

Die besten Slammer der drei Vorrunden qualifizieren sich für die Baslermeisterschaft. Der Baslermeister wiederum ist qualifiziert sowohl für die u20-Schweizermeisterschaft in St. Gallen, wie auch die u20 deutschsprachige Meisterschaft in Hamburg. Ansonsten findet Ihr alle Slams hier: www.u20slam.ch und www.poetryslam.ch

Unternehmen Mitte, Gerbergasse 30, Türöffnung 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr

Der erste “Science Slam” der Universität Basel findet zur gleichen Zeit im Theater Basel statt. Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten werden sich jeweils während zehn Minuten messen, wer ein Laienpublikum am besten mit seiner eigenen Forschung unterhalten kann, es soll vor allem Spass machen. Gestellt werden Mikrofon + Beamer, andere Hilfmittel können überraschend eingesetzt werden.

Auch hier entscheidet das Publikum per Benotung, wer den Science Slam gewinnt. Der Gewinner wird den ersten „Erlene“-Award, die Basler Science Slam Trophäe, von Richard Ernst, dem schweizer Nobelpreisträger, erhalten.

Theater Basel , Kleine Bühne, Beginn 20 Uhr

Also füllt Morgen Abend beide Hallen und bedient Hirn und Herz mit feinen Texten.


Mit der Shotgun von Basel nach Berlin

Joel Gernet am Dienstag den 19. April 2011


«Shotgun» – zu Deutsch Schrotflinte – heisst die Ausstellung, die am Freitag in der Zero Gallery in Berlin Kreuzberg ihre Pforten öffnete. Das Besondere daran: Geladen ist das Schiesseisen von der Spree mit Munition aus Basel. Gezeigt werden an der «Shotgun» nämlich Werke der jungen Basler Künstler Stephan Hefti, Christine Keller und Marco Pittori. Die Gruppenschau markiert gleichzeitig den Startschuss zur Ausstellungsserie «Art Plan B», die künftig in diversen Städten mit Anfangsbuchstaben B halt machen soll mit dem Ziel, jungen Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten.

Konzipiert und umgesetzt wurde die Nomaden-Ausstellungsserie von Sandra Kramer (30). Die Berlinerin arbeitet als freie Kuratorin und lebt seit drei Jahren in Basel, wo sie derzeit den Nachdiplomstudiengang Kulturmanagement an der Uni Basel abschliesst. Wir haben uns mit Kramer über ihre Vorliebe für B-Städte, Schrotflinten und den nächsten Tourstop von «Art Plan B» unterhalten.

Sandra Kramer von der Art Plan B.

Sandra Kramer, wie kam es zur «Art Plan B»?
Als Berlinerin mit Aufenthalten in Basel, Baden-Baden (beim TV-Sender Arte Deutschland) und Boston (Aufbau einer Fotogalerie) sowie inspirierenden Reisen nach Barcelona, Bora-Bora und Buenos Aires habe ich überall viel mit jungen Künstlern zusammengearbeitet und mich mit ihnen ausgetauscht. Der grosse Wunsch der Künstler war es, ihre Werke in anderen Städten auszustellen, neue Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln. Dies hat mich gereizt und ich habe mich gefragt: «Wo soll ein junger Künstler, mit viel Talent aber wenig Ausstellungserfahrung überhaupt beginnen?» Ein Plan B musste her und mitten in einer Galerie in dem Galerienviertel San Telmo in Buenos Aires habe ich das Projekt «Art Plan B» ins Leben gerufen.

Warum kommen Basler Künstler als Erste zur Ehre?
Für den Auftakt von «Art Plan B» wollte ich zwei Städte kombinieren, in denen ich mich gut auskenne. Als Berlinerin und seit 3 Jahren wohnhaft in Basel war der Entschluss schnell gefällt. Gleichzeitig fühlen sich viele Basler Künstler von Berlin magisch angezogen. Viele haben mir von der Improvisation, dem offenen und unkomplizierten Leben und der jungen Kunstszene in Berlin vorgeschwärmt.

Interessiert man sich in der Berliner Kunstszene überhaupt für Basler Newcomer?
In Berlin interessiert man sich eigentlich für alles was kreativ, jung, anders und verrückt ist. Die Herausforderung besteht darin, in diesem Umfeld auch so aufzutreten – von den Werken über die Location bis zu den Einladungen. Wir sind selber sehr gespannt.

Warum haben Sie Stephan Hefti, Christine Keller und Marco Pittori ausgewählt?
Alle drei Künstler haben etwas in mir ausgelöst – das ist entscheidend. Ich arbeite mit Leuten zusammen, deren Werke mich inspirieren, von denen ich überzeugt bin! Und alle drei wollen nicht nur Kunst ausstellen – sondern sich auch austauschen. Die Werke von Hefti, Keller und Pittori laden – alle auf ihre eigene Art und Weise – dazu ein, auf eine Reise zu gehen. Die Welt in Schnappschüssen zu sehen und in ihren öffentlichen und versteckten Momenten zu betrachten. Die jungen, teilweise noch unetablierten Talente, wagen mit ihren unterschiedlichen Techniken etwas Neues, um die die Muster des Gewöhnlichen aufzubrechen und neu einzufangen.

Wieso heisst die Gruppenausstellung «Shotgun»?
Die Shotgun taucht in den verschiedensten Formen auf – roh als Schrotflinte, provokativ bei den sexy Polizistinnen, trashy in Form der freistehenden Matchboxautos auf einem Farb-Schlachtfeld oder in der Rolle des Beifahrers (engl. Shotgun) – an dem phantastische und collagierte Landschaften der Imagination vorbeiziehen. Und mit der Mit Shotgun-Ausstellung in der Zero Gallery Berlin fällt auch der «starting shot», der Startschuss, zur «Art Plan B».

Können Sie noch etwas zur Zero Gallery sagen, wo die drei Basler ausstellen?
Die Zero Galerie im Berliner Stadtteil Kreuzberg, ist ein freier und unabhängiger Kunstraum, der Neues entstehen lassen will. Die Off-Galerie vermietet ihre Räumlichkeiten für ausgewählte, innovative Kunstprojekte. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt auf junge, osteuropäische Kunst – durch die entstandene Kooperation mit der Zero Galerie, kam auch die Idee, das «Art Plan B»-Netzwerk auf osteuropäische Städte, wie zum Beispiel Budapest zu erweitern. Und…die Zero Galerie hat auch eine Partnergalerie in: Barcelona!

Welche Kriterien müssen künftigen Ausstellungsorte haben?
«Art Plan B» ist eine Nomaden-Projekt: als Ausstellungsfläche in den B-Städten sind daher temporäre Räume am besten geeignet – dabei kann es sich um eine klassische Galerie, ein Schaufenster, oder ein Waschsalon handeln. Somit bekommt die Plattform etwas freies, unkompliziertes und ungebundenes.

Und wo wird die nächste «Art Plan B» statt finden?
Die nächste Ausstellung soll umgekehrt in Basel mit Berliner Künstler stattfinden. Lassen Sie sich überraschen.

Wie wird dieses Projekt finanziert?
Mit viel Herzblut und Leidenschaft – und derzeit ausschliesslich aus privater Tasche und mit Hilfe von Gönnern. Leider erhält «Art Plan B» momentan keine Kulturförderung. Es ist eine ähnliche Situation, wie bei jungen Künstlern: junge, innovative Projekte werden nur selten unterstützt – meistens erst dann, wenn sie mainstream werden. Es muss ein Kulturförderungs-Plan-B her;)

Art Plan B – Shotgun
Group Show mit Christine Keller, Marco Pittori, Stephan Hefti
16. April – 14. Mai 2011
Zero Gallery, Berlin Kreuzberg

Fotos vom BScene-Freitag im Volkshaus

Joel Gernet am Samstag den 2. April 2011

Kurz nach Mitternacht ist das Trottoir vor dem Volkshaus dicht bevölkert – offensichtlich hat das Traumwetter die Massen nicht davon abgehalten, an die BScene-Konzerte in der Rebgasse zu pilgern. Zumindest hier. Oder liegts am Programm? Mit Schwellheim und Famara stehen nämlich mindestens zwei Acts mit hervorragendem Live-Ruf auf. Letztgenannter hat im Grossen Saal soeben die Bühne betreten, im Rücken seine vierköpfige Band. In der folgenden Bildstrecke gibts ein paar Eindrücke von der zweiten Hälfte des Konzertabends.

Basel zum 15. Mal im Bann der BScene

Luca Bruno am Donnerstag den 31. März 2011

Dieses Wochenende findet die 15. Ausgabe des Basler Clubfestivals BScene statt. Für Musikfans heisst das: Innerhalb weniger Minuten quer durch die ganze Stadt hetzen, nur um dann schlussendlich doch vor verschlossenen Türen zu stehen, da der Club bereits zu voll ist. Oder es gibt Zerwürfnisse in der Gruppe, da man sich wieder einmal nicht darüber einig ist, wo es als nächstes hingehen soll. Auch die ständige innerliche Unzufriedenheit, weil es eben doch ein Fehler war, auf das Konzert dieser einen bestimmten Band zu verzichten, werden wohl viele Basler Musikliebhaber kennen.

«BScene», das heisst allerdings auch: Live mit dabei sein, wenn eine Band vor 500 anstatt 50 Zuschauern auftreten kann und dabei total aufgeht, um dann gleich anschliessend auf dem Weg zur nächsten Location wildfremden Personen, bei denen man ebenfalls ein Festivalbändchen erblickt hat, vorzuschwärmen, was für eine phänomenale Band man soeben entdeckt hat. Und spätestens dann, wenn man am frühen Sonntagmorgen beim Verlassen der Voltahalle an die besten Konzertmomente des Wochenendes zurückdenkt, weiss man, dass sich der Stress jedes Jahr wieder auf’s Neue lohnt.

An den beiden Abenden werden über 50 Bands und Solokünstler auftreten. Die Auswahl ist also wie jedes Jahr riesig und aus diesem Grund haben wir einige Künstler gebeten, uns in eigenen Worten zu sagen, warum man sich ihren Auftritt auf keinen Fall entgehen lassen darf. Wer seine Route für’s Wochenende noch nicht fertig durchgeplant hat, klickt sich durch die Galerie:

2010 pilgerten über 8000 Gäste in die Clubs und blickt man auf die Entwicklung der Besucherzahlen in den letzten Jahren, darf auch dieses Jahr wieder mit einem neuen Besucherrekord gerechnet werden. Passend zum 15-jährigen Jubiläum findet die BScene dieses Jahr übrigens auf 15 Bühnen in 12 Häusern statt, mit dabei auch BScene-Neulinge wie das Goldene Fass oder die Jägerhalle. Und Punkto «Weitläufigkeit» kommt die BScene ihren Besuchern dieses Jahr entgegen: Am Freitagabend finden alle Konzerte im Kleinbasel statt, am Samstagabend – mit Ausnahme des Volkshauses und der Kaserne – im Grossbasel.

Morgen werfen wir an dieser Stelle einen genaueren Blick auf das BScene-Programm der Voltahalle und am Wochenende wird die Schlaglicht-Crew dann in den Basler Clubs unterwegs sein. Das vollständige Programm gibt’s auf der Karte und wer uns in letzter Sekunde noch auf einen Geheimtipp aufmerksam machen möchte, hinterlässt uns in den Kommentaren seine persönliche Route.